Türkisches Frühstück – Menemem

Türkisches Frühstück könnte ich den ganzen Tag essen. Türkisches Frühstück – das kann man nicht verallgemeinern, denn die Türkei ist groß und jede Gegend hat ihre kulinarischen Besonderheiten. Das Frühstück im Hotel in Diyarbakir war zuerst erschreckend: immer wieder Brot, Butter, die schon etwas älter schmeckte, Rosenblütenmarmelade und weißer Käse, fast geschmacksneutral und natürlich Tee. Der Tee war gut, türkischer Tee von der Schwarzmeerküste. Da wusste ich noch nicht, dass dies nur ein schlichtes Frühstück ist. Ich begann das Frühstück in diesen kleinen Restaurants und Imbissstuben einzunehmen und es wurde vielfältiger und ich mochte es nicht mehr missen.

Es gab Sigara Böreği, diese zigarrenförmigen (Name!) Blätterteigröllchen, gefüllt mit Käse, die unterschiedlichsten Suppen und Eierspeisen, Oliven, Tomaten und Gurken aufgeschnitten und dazu frisches, noch warmes weißes Brot. Aber besonders zwei Gerichte haben es mir angetan:
Menemem – das ist Rührei mit Tomate, Zwiebel und Paprika und Sucuklu Yumurta – Rührei mit Knoblauchwurst . Wenn ich mir heute am Morgen etwas Gutes tun will, köchel ich mir Menemem (Knoblauchwurst habe ich so selten da!). Es ist typisch türkisch, ich würde da nie einem Türken widersprechen, aber ich habe es überall im Mittleren Osten, vor allem auch im Iran serviert bekommen. Es schmeckt fantastisch.

Dies ist eine Variante, bei der ich nur das Eiweiß leicht verrührt habe und mit etwas Piment d`Espelette gewürzt habe.

Zutaten:
(die Mengenangabe lasse ich weg, da man gut variieren kann und das nimmt, was im Haus ist)
Tomaten
Zwiebeln
Spitzpaprika (grün oder rot) (auf keinen Fall die wässerigen runden Paprikaschoten)
Eier
Salz und Pfeffer
glattblättrige Petersilie
Öl

Zubereitung:
Das Öl in einer Pfanne erhitzen und die feingeschnittenen Zwiebeln und Paprika zugeben und leicht anbraten. Dann kommen die geschälten und feingeschnittenen Tomaten dazu. Man lässt alles gut köcheln, bevor man die feingeschnittene Petersilie zufügt und mit Salz und schwarzem Pfeffer würzt.
Dann die Eier aufschlagen, darauf setzen und mit einer Gabel (ich nehme einen Holzlöffel) verrühren, bis das Gericht eine rosa Farbe angenommen hat und noch leicht weichlich ist. Wer es lieber mag, verrührt die Eier nicht und brät sie auf dem Gemüse. Dazu frisches Weißbrot.
Guten Appetit oder Afiyet olsun.

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Kartoffelsuppe mit Sauerkraut und Blutwurstkrapfen

Ein Rezept aus Baden, welches drei deftige Zutaten in sich vereint: Kartoffelsuppe, Sauerkraut und Blutwurstnocken. Geschmacklich abgerundet mit Sahne und Majoran. Beim Sauerkraut fällt mir immer eine nette Beschreibung über die Zubereitung in einem Hamburger Kochbuch vom Ende des 19. Jahrhunderts ein.
Die Autorin schreibt dort: „Für Sauerkraut nimmt man immer eine Flasche Champagner, nicht so begüterte Leute nehmen eine gute Flasche Sekt. Ganz arme Menschen nehmen eine gute Flasche Riesling von der Mosel.“

Zutaten:
5o g Speck
1 Knoblauchzehe
1 Zwiebel
400 g Kartoffeln mehlig kochend
50 g Butter
600 ml Fleischbrühe
200 g Schlagsahne
1 EL getr. Majoran

200 g Blutwurst
125 g Hähnchenbrustfilet
75 g eiskalte Schlagsahne
Salz und Pfeffer
100 g Semmelbrösel
300 ml Öl
150 g Sauerkraut

Majoran zum Garnieren

Zubereitung:
Beim Kauf von Sauerkraut nehme ich immer die ganz einfache Sorte. Dieses mal habe ich es in Riesling gegart. Ich gebe wenig Schmalz hinzu, und wenn der Riesling ganz eingekocht ist, lasse ich das Kraut kurz im Schmalz schmoren, dass es Farbe zieht. Aber vorsicht, da muss man dabeistehen, sonst wird es zu dunkel.
Speck würfeln, Zwiebel und Knoblauch ebenfalls. Kartoffeln schälen und klein schneiden.
Speck, Zwiebel und Knoblauch in Butter glasig braten. Kartoffeln zufügen und mit braten. Brühe, Sahne und Majoran zugeben, zugedeckt bei mittlerer Hitze ca. 25 Minuten köcheln lassen. Ab und zu umrühren.
Die Blutwurst pellen, ebenso wie das Hähnchenbrustfilet fein würfeln. Hähnchenfleisch in der Sahne pürieren, salzen und pfeffern und die Wurst unterheben. Aus der Masse mit Hilfe von zwei Esslöffeln Nocken formen. In Bröseln wenden, in heißem Öl ausbacken. Krapfen auf Küchenpapier abtropfen lassen und im Ofen bei 100° warm halten.
Suppe pürieren, durch ein Sieb streichen und abschmecken. Sauerkraut erwärmen und in den Teller geben. Suppe darüber schöpfen und die Krapfen darauf verteilen. Eventuell mit Majoran garniert servieren.

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Elsässer Lebkuchen

Am Ostrand der Vogesen erhebt sich mit grandioser Fernsicht der Mont Saint Odile (Odilienberg) über die Oberrheinische Tiefebene.Es ist der Heilige Berg des Elsass und  der Heiligen Odilie geweihten Wallfahrtsstätte. Gleichsam zu ihren Füssen liegt in der Nachbarschaft der malerischen Städte Barr und Obernai das Lebkuchendorf Gertwiller.

In alten Zeiten beschränkte sich der Lebkuchenverkauf auf die Weihnachtszeit. Doch nach und nach ermöglichten ländliche Wallfahrten, Jahrmärkte wie auch der alljährliche „Messti“ (Tag der Messe) den Lebkuchenbäckern zusätzliche Absatzmöglichkeiten. Davon profitierten alle. Landwirte und Weinbauern, die das Lebkuchenbacken als Nebenerwerbszweig betrieben und die Erzeugnisse mit Ross und Wagen zu diesen Veranstaltungen führten. Die Marktware musste billig sein und konnte nach einfachen Rezepten und mit einiger Erfahrung leicht hergestellt werden.

Früher wurden auch in Séléstat, Barr und Molsheim Lebkuchen gebacken, aber die Produzenten sind längst eingegangen. Im Gegensatz zu Gertwiller, wo dieser Erwerbszweig nach wie vor blüht.

Zu den großen Lebkuchenbäckerfamilien gehörten die Familien Fortwänger, Risch und Silbereisen. Der in der Schweiz lebende hochbetagte Jean Silbereis erinnert sich als letzter Nachkomme der Dynastie Silbereis an zwei Grundteige, deren Rezepte von Mund zu Mund von den Vätern auf die Söhne übertragen wurden.

Der „gewürzte“ Teig bestand aus Honig, Mehl, Eigelb, Pottasche, Orangeat und Zitronat, wobei unter dem „Gewürz“ die kandierten Zitrusfrüchte deklariert wurden. Die eigentliche Lebkuchen-Gewürzmischung war, ist und bleibt wie in allen Lebkuchenhochburgen Betriebsgeheimnis.

Mit Mandeln angereichert, entstanden „Mandelküchlein“, „Mandelstück“ und „Nonnettes“. Der „ungewürzte“ Teig ergab „helle“ Lebkuchen – die schmucken „Messti“- und „Schätzleslebkuchen“, „Säleli“ (Sohlen) sowie zarte „Languettes“ (Zünglein).

Heute findet man diese Spezialitäten natürlich auch auf den vielen Weihnachtsmärkten im ganzen Elsass.

Hier ein Rezept nach mündlicher Überlieferung:
Languettes
500 g Weissmehl, 100 g Honig, 100 g Zucker, 50 g gemahlene Mandeln, fein gehacktes Zitronat und Orangeat nach Belieben, 20 g Backhefe, 5 g Zimtpulver. Zum Guss 250 g Zucker, Wasser zum Auflösen, 1 Gläslein Kirsch.

Weihnachtsmarktmomente im Elsass


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