Velikonoční nádivka

Zu Ostern wurde im Restaurant der Villa Patriot in Marienbad (und nicht nur dort) eine Osterfüllung angeboten. Es war eher ein Auflauf als eine Füllung, aber es schmeckte vorzüglich und wird, wie ich erfahren habe, am Karsamstag zubereitet. Als Besonderheit wurde auch eine „Ostersuppe“ angeboten. Die Šmigrustovka habe ich schon zwei Jahren vorgestellt.

Ostern ist ein wichtiges Fest und das Symbol des tschechischen Osterfestes sind verzierte Ostereier, die für Fruchtbarkeit und neues Leben stehen. Auf den überall stattfindenden Ostermärkten werden wunderschön gestaltete Ostereier feilgeboten. Dazu we
rden überall Weidenruten (Pomlázka) verkauft. Es klingt etwas eigenartig: An Ostern schlagen die tschechischen Männer junge Frauen mit diesen handgeflochtenen Weidenruten. Das soll die Frauen jung halten. Und die Unholde werden dafür noch belohnt.

Natürlich gibt es zu Ostern nicht nur den Osterauflauf und die Ostersuppe. Hier wird wie in anderen Ländern auch nach der Fastenzeit viel und üppig gegessen, vor allem Lamm und Kaninchen. Eine Besonderheit ist der Osterlebkuchen. Er wird in Form von Ostereiern, Lämmern oder Hasen ausgestochen und mit Zuckerguß verziert.
Bereits bevor das Land christianisiert wurde, gedachten die Böhmen dem Wiedererwachen der Natur und dem Sieg des Guten und des Lebens über den Winter und den Tod. Sie sammelten Heilkräuter, verehrten die Bäume und heiligen Heine, in welchen positive Naturkräfte und Götter weilten. Sie feierten die Rückkehr der lebensspendenden Sonnenstrahlen. Noch heute verbindet die Mehrzahl der Bevölkerung dieses Fest mit dem Frühling, und die Bräuche, die gelebt werden, sind größtenteils heidnischen Ursprungs.

Aufläufe aus altem Gebäck werden in vielen Familien das ganze Jahr über als Beilage serviert, und geübte Köche können sie ganz einfach und ohne Rezept zubereiten. Osterfüllung sollte jedoch anders sein: feiner, köstlicher und reichhaltiger. Die lockere Konsistenz, das saftige Fleisch und die goldene Kruste machen dieses traditionelle Gericht jedes Jahr zu einem Highlight der Feiertage.
Früher bildete ein dicker Grießbrei aus Milch die Basis, heute wird hauptsächlich altbackenes Weißbrot verwendet. Neben dem Brot benötigt man für die Zubereitung nur wenige weitere Zutaten: Milch, Eier, ein Stück geräuchertes Fleisch und vor allem eine gute Handvoll der ersten Frühlingskräuter.
Die grünen Kräuter in der Osterfüllung symbolisieren das Erwachen des Frühlings und die Hoffnung auf eine neue Ernte. Am häufigsten werden junge Brennesseln oder Spinatblätter hinzugefügt: Diese werden kurz mit heißem Wasser übergossen, sofort abgekühlt und klein gehackt, sodass sie sich gleichmäßig in der Füllung verteilen. Wer gerne viele Kräuter mag, kann auch ein paar junge Löwenzahnblätter, Bärlauch oder Pestwurz hinzufügen. Wer es lieber etwas konservativer mag, gibt wenigstens fein gehackte Petersilie dazu.
Das gängigste Fleisch in der Osterfüllung besteht aus Geräuchertem, Speck oder einer Kombination aus beidem: Brät man diese Zutaten vorher in geschäumten Zwiebeln an und gibt sie mit dem Bratfett zur Füllung, schmeckt es noch besser. Wer auf geräuchertes Fleisch verzichten möchte, kann auch ein Stück gebratenes Hähnchen, Kaninchen oder gehacktes Rindfleisch aus der Brühe nehmen.
Auch bei der Wahl der Flüssigkeit, die über das Gebäck gegossen wird, hat man die freie Wahl. Am häufigsten werden Milch und Sahne oder eine Mischung aus beidem verwendet. Man kann aber auch etwas Fleischbrühe sowie etwas geschmolzene Butter hinzufügen, um den Geschmack der Füllung zu intensivieren.
Die Eier machen den Teig geschmeidig und locker. Die Eier sollte man trennen und das Eiweiß steif schlagen. Das Eigelb verleiht ihm eine schöne Farbe und einen vollmundigen Geschmack , während das steif geschlagene Eiweiß für die nötige Leichtigkeit sorgt. Gewürzt wird mit Salz und Pfeffer. Man kann aber auch den Geschmack mit Liebstöckel, Thymian oder Majoran ergänzen.
Wichtig ist, dass die Füllung mindestens einen Tag lang ruht. Gebacken wird der Auflauf im Ofen. Die Auflaufform muss man gut einfetten und mit Semmelbröseln bestreuen. Einige dünne Butterflocken auf der Füllung verteilen. Diese sorgt für zusätzlichen Geschmack und eine schöne goldene Oberfläche.

Zutaten:
500 g geräuchertes Fleisch – oder 250 g geräuchertes + 250 g frisches Schweinefleisch, 8 Brötchen vom Vortag, 8 Eier, 200 ml Schlagsahne, 400 g junge Brennnesseln, 1 Zwiebel, 4 Knoblauchzehen, frischer Majoran, Schnittlauch, Muskat, Salz, frisch gemahlener Pfeffer, 1 EL getrocknete Kräuter, 2 EL Öl, Butter zum Einfetten der Form
Wichtig bei den Zutaten sind die jungen Brennesseln. Sie verlieren nach dem Kochen ihre Schärfe und verleihen der Füllung einen typischen Frühlingsgeschmack. Ersatzweise kann man auch andere frische grüne Kräuter, wie zum Beispiel Löwenzahn oder auch Spinat verwenden. Junger Bärlauch verleiht dem Gericht einen herrliches Aroma.
Zubereitung:
Das Fleisch – egal ob geräuchert oder mit frischem Anteil – sieden, bis es gar ist, abkühlen lassen und in Würfel schneiden. Man kann das Fleisch anstat zu kochen auch in Butter braten. Wenn man das Fleisch kocht, etwas von der Brühe aufbewahren.
Die Eier aufschlagen und das Eigelb vom Eiweiß trennen. Das Eiweiß mit einer Prise Salz steif schlagen. Die Brötchen in Würfel schneiden und mit Fleischbrühe beträufeln, sodass sie leicht durchtränkt sind. Anschließend das Eigelb mit der Sahne unter die Brötchen mischen, Pfeffer, Salz, gehackten Schnittlauch nach Geschmack, gehackte Petersilie, frische, gehackte Brennnesseln und die getrockneten Kräuter, wie z.B. Majoran hinzufügen und zum Schluss vorsichtig das steif geschlagene Eiweiß unterheben.
Diese Mischung sollte gut durchfeuchtet sein und vor dem Backen möglichst ein, zwei Stunden ruhen. Danach die Masse in eine gefettete, geeignete Form geben und 1/2 bis 3/4 Stunde backen, bis die Oberfläche der Füllung schön goldbraun ist.
Die Ostermischung sollte innen angenehm weich und aussen knuprig sein. Sie kann sowohl warm als auch kalt gegessen werden. Der Rest aufgebraten schmeckt besonders lecker!





