Onsen Ei + Pulpety (Fleischbällchen polnischer Art) in Dillsauce

Dillblueten

Das Dillkraut gehört zu den ältesten Gewürzen, von dem in der Menschheitsgeschichte berichtet wird. Er war bereits den alten Ägyptern und zu biblischen Zeiten in Palästina bekannt. Und wurde insbesondere als Gewürz verwendet.

Belegt wird das im Alten Testament bei Jesaja 28.25-27: „Pflügt denn der Bauer jeden Tag, um zu säen, beackert und eggt er denn jeden Tag seine Felder? Nein, wenn er die Äcker geebnet hat, streut er Kümmel und Dill aus, sät Weizen und Gerste und an den Rändern Dinkel…. Auch fährt man nicht mit dem Dreschschlitten über den Dill und mit den Wagenrädern über den Kümmel, sondern klopft den Dill mit einem Stock aus und den Kümmel mit Stecken.“

Naja, so rein als Quelle ist das ja schon interessant. Der Dill gehört zur Familie der Doldengewächse und bildet einen bis zu 60cm hohen kräftigen Stängel aus, der stark verzweigt ist. Die Dolde zeigt grün-gelbe Blüten. Der aromatische Samen wurde, wie auch das Kraut, als Gewürz für Soßen und anderes verwendet oder zu ätherischem Öl verarbeitet. Der reife Same diente auch als Heilmittel bei Blähungen. Der einjährige Dill wurde, wie der Senf, nicht felderweise angebaut, sondern im Feld verstreut oder in Gartenbeeten gezogen. In den deutschsprachigen Ländern wird Dill auch Gurkenkraut genannt.

Ich liebe den Duft von Dill und zusammen mit andern Küchenkräutern stelle ich seine Blüten gerne in der Küche in eine Vase als Blumenschmuckersatz.

Früher kannte ich Dill nur als Gewürz zu eingelegten Gurken oder in Salaten. Und ich war nicht schlecht erstaunt, als ich in Marienbad im Restaurant U Opata Sous vide gegarte Onsen-Eier in einer Dillcreme auf der Tageskarte sah. Das weckte meine Neugierde und ich fand einige Gerichte mit Dill vorwiegend in der osteuropäischen Küche, vor allem in Polen. Dill ist ein unverzichtbares Grundnahrungsmittel in der polnischen Küche. Zu den bekanntesten Gerichten gehören Fleischbällchen in Dillsauce. Ein echtes polnisches Soulfood.

Fleischbaellchen in Dillsauce

Die Dillsauce bleibt für beide Rezepte im Wesentlichen gleich. Man kann sie variieren, so wie es die meisten Hausfrauen tun, die gerade das nehmen, was sie zur Hand haben.

Zutaten für die Dillsauce:
frischer Dill, 1 Zwiebel, etwas Butter, 1 -2 EL Mehl oder Kartoffelstärke, 500 – 700 ml Gemüsebrühe, 100 g saure Sahne und 200 g süße Sahne, 1 Lorbeerblatt, Salz und Pfeffer, wenig abgeriebene Zitronenschale

Zubereitung:
Die Zwiebel fein schneiden und in der Butter glasig schwitzen. Mit der Speisestärke oder mit Mehl bestäuben. Unter ständigem Rühren aufschäumen lassen und mit Brühe ablöschen. Aufpassen, dass es nicht zu flüssig wird, denn es kommt ja noch die Sahne dazu. Das Lorbeerblatt dazugeben und die saure Sahne unterrühren. Jetzt den fein gehackten Dill dazugeben. Diese Sauce ca. 20 Minuten köcheln lassen. Wenn sie zu dick wird, immer wieder wenig süße Sahne oder auch Brühe angießen. Zum Schluß die Konsistenz mit süßer Sahne angleichen, wenig abgeriebene Zitronenschale unterrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Für die Variante mit Ei, kann man jetzt sowohl wachsweiche Eier, pochiertes Ei oder auch ein Onsen Ei in die Sauce geben und mit Salzkartoffeln serviereen.

Polnische Fleischklößchen – Pulpety ähneln unseren Frikadellen, oder den schwedischen Köttbular oder den Königsberber Klopsen. Eigentlich kann man viele verschiedene Zutaten nehmen und auswechseln. In der Regel werden sie in einer Brühe gegart, die dann zur Bestandteil der Dillsauce wird.

Polnische Freunde haben mir versichert, dass bei ihnen daheim die Klopse erst gebraten wurden und danach wurden sie in die Dillsauce eingelegt. Was fast alle gemeinsam hatten, waren Kartoffeln als Beilage. Aber auch hier gab es einen Individualisten, der auf Buchweizengrütze schwor. Aber auch für ihn war das Gericht eine wunderbare Kindheitserinnerung.

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Knusprige Hähnchenschenkel in einer würzigen Käsekruste

Mit diesem Rezept für panierte Hähnchenschenkel aus dem Ofen erhalten wir ein unkom-pliziertes und dennoch köstliches Gericht. Geriebener Parmiggiano und Semmelbrösel sorgen für die perfekte knusprige Panade der saftigen Schenkel, Salbei und Paprika geben die besondere Geschmacksnote!

Serviert habe ich die Schenkel mit einem erfrischenden Tomaten Gurken Salat.

Zutaten:
4 Hähnchenschenkel mit Knochen und Haut, 200 g Paniermehl, 100 g italienischer Hartkäse wie zum Beispiel Parmiggiano, gerieben, 1 TL edelsüßes Paprikapulver, 1 TL getrockneter Salbei, feines Meersalz, frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Zubereitung:
Den Backofen auf 200 °C vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Die Hähnchenschenkel mit Küchenpapier abtupfen, um überschüssige Feuchtigkeit zu entfernen, und beiseite stellen.

In einer großen Schüssel die Semmelbrösel mit dem geriebenen Parmiggiano, Paprikapulver, Salbei, Meersalz und schwarzem Pfeffer nach Geschmack vermischen.

Die Hähnchenschenkel einzeln in der Paniermehlmischung wenden, bis sie vollständig bedeckt sind. Überschüssiges Paniermehl abklopfen und die Schenkel mit der Hautseite nach oben auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen.

Wer es einfach will, kann das Paniermehl mit den Gewürzen in einen Gefrierbeutel geben und die Hähnchenschenkel darin kräftig schütteln.

Die Hähnchenschenkel 30 bis 45 Minuten backen, oder bis die Kerntemperatur 75 °C erreicht hat und das Fleisch vollständig durchgegart ist. Am besten macht man eine Garprobe in der Nähe des Knochens, ohne ihn zu berühren.

Heiß mit einer beliebigen Beilage servieren.

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Frozen Pina Colada my way

Seit geraumer Zeit bin ich im Besitz einer Eiscrememaschine, mit der man nicht nur Eiscreme zubereiten kann. Die Zutaten für das Eis (oder auch sonst so einiges) werden vorgefroren und dann mit einem rotierenden Messer cremig geschabt. Ich habe hier schon einmal den gefrorenen „Espresso Martini“ vorgestellt.  Und ich habe experimentiert: Eine Lachs- und eine Gänselebercreme brachten ein vorzügliches Ergebnis.

Meine Maschine hat massenhaft Programme, die ich bisher noch nicht genutzt habe. Aber mit dem, was ich bekomme, bin ich sehr glücklich. Diesmal habe ich die Zutaten für eine gefrorene Pina Colada zu einem „frozen drink“ in die Maschine gegeben. Man könnte Dosenananas nehmen, aber die wird zu süß. (Habe ich ausprobiert!)

Pina Colada kann man wörtlich als old fashend bezeichnen. Nach offizieller Lesart, wurde sie Mitte der 50er Jahre kreiert. So schreibt das TRAVEL Magazin aber bereits 1922: „Doch am allerbesten ist eine Piña Colada: Der Saft einer reifen Ananas – schon an sich ein köstliches Getränk – wird im richtigen Verhältnis mit Eis, Zucker, Limettensaft und Bacardi Rum kräftig geschüttelt.“ (Quelle: Wikipedia)

Das Standardrezept der International Bartenders Association für eine Piña Colada sieht 5 cl weißen Rum, 3 cl Kokosnusscreme sowie 5 cl Ananassaft vor, bei Zubereitung im Blender mit zerstoßenem Eis und einer Ananasscheibe und einer Cocktailkirsche als Dekoration.

Mein Rezept weicht davon ab: frische Ananas in Würfel geschnitten, entsprechend viel Kokosnusscreme, Rum und zusätzlich gleiche Menge Batida de Côco.

Alles gut vermischen und in die Gefrierbehälter schütten. Über die Ananasstücke muss ich mir keine Gedanken machen, die Eis-Fräse macht sie wunderbar cremig. Nach 12 Stunden gefrieren, nehme ich sie eine Stunde vor der Weiterverarbeitung aus dem Tiefkühler und stelle sie in den Kühlschrank. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Ergebnisse dann cremiger werden.

Und als fast letzter Schritt: ab damit in die Eismaschine und „frozen drink“ einstellen. Nach fünf Minuten hat man eine wundervoll eiskalte, cremige Pina Colada. In die Gläser füllen und wer jetzt noch die Geduld hat, verziert das Ganze mit einem Ananasschnitz oder noch besser mit einer Cocktailkirsche obenauf.

Zum Wohlsein!

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