Brokkoli-, Lauch- und Kartoffelsuppe

Diese Suppe oder auf jeden Fall eine so ähnliche Suppe habe ich bei Robin Read in Royal Turnbridge Wells gegessen, um mal wieder ein Rezept aus England zu posten. Eine Lauch- und Kartoffelsuppe ist ein gängiges Gericht. Es wärmt an kühlen Frühjahrsabenden und sättigt, ohne ein Völlegefühl zu erzeugen. Diese Lauch- und Kartoffelsuppe wird mit Brokkoli aufgepeppt. Und dahinein ein Paar zerbrochene trocken angeröstete Mandeln für einen schönen Crunch.

Ach die englische Küche – kaum genießbar und in London (Gehen Touristen sonst noch wo hin?) ist alles so teuer. Liebe Leser glaubt den Unsinn nicht! Bei Micheal Caines im Stafford wird mir ein vier Gänge Lunch zu einem Preis angeboten, für den ich am Bodensee in einem durchschnittlichem Landgasthaus eine Suppe und einen Zwiebelrostbraten bekomme. Wer gerne kulinarisch lohnenswerte Adressen in London hätte, darf mich gerne anschreiben. Aber jetzt zum Rezept.

Zutaten:
Pflanzenöl, 250 g in Scheiben geschnitten Lauch, 200 g mehlig kochende fein geschnitte Kartoffeln (die Sorte Agria ist meine erste Wahl), 250 g Brokkoli, 600 ml Wasser oder Gemüsebrühe, Zitronensaft, Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
Zum Garnieren:
1 Handvoll Mandeln, geröstet und grob gehackt, ein gutes Olivenöl, in kleine Röllchen geschnittener Schnittlauch

Zubereitung:
Etwas Öl in eine große Kasserolle geben. Die Lauchringe mit einer Prise Salz hinzufügen und bei schwacher Hitze andünsten, bis sie weich sind, aber keine Farbe annehmen.
Den Brokkoli in Röschen teilen und den Strunk fein schneiden. Beides zusammen mit den Kartoffelscheiben in die Pfanne geben. Mit Wasser oder Gemüsebrühe auffüllen und 30 Minuten köcheln lassen.
Sobald Brokkoli und Kartoffeln sehr weich sind, den Pfanneninhalt mit einem Pürierstab zu einer glatten Suppe pürieren.
Die Mandeln in einer heißen Pfanne trocken rösten.
Mit Salz, Pfeffer abschmecken und mit einem Spritzer frischem Zitronensaft verfeinern.
Heiß servieren und mit gerösteten Mandeln, Schnittlauch und einem Schuss Olivenöl extra garnieren.
Mit frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer abschmecken und servieren.

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Kräftige Suppe aus Räucherrippchen

Polévka z uzených žeber

Geräucherte Suppe war früher ein beliebtes Gericht der Volksküche Böhmens, vor allem weil sie sehr sättigend ist und als Hauptgericht serviert werden kann.

Es ist kurz vor Ostern und ich hatte gehofft, eine Šmigrustovka (Ostersuppe) in einem tschechischen Gasthaus zu finden. Doch dann wurde mir überraschend eine „Polévka z uzených žeber“ serviert. Ihre tiefbraune Tönung und doch klare Konsistenz sah schon einmal sehr verlockend aus, und vor allem schmeckte sie hervorragend.

Zutaten:
1 kg geräucherte Schweinerippchen,, 1 Zwiebel, 5 Knoblauchzehen, Salz, 10 schwarze Pfefferkörner, 3 Pimentkörner, 1 Karotte, 1 Stück Sellerie, Majoran, 100 g Perlgraupen,
2 Kartoffeln

Zubereitung:
Zuerst die Graupen in kaltem Wasser waschen und eine halbe Stunde einweichen lassen.

Die geräucherten Schweinerippchen in einen Topf geben und mit kaltem Wasser bedecken. Das traditionelle Suppengemüse hinzufügen: Sellerie und Grünzeug, Karotten, Zwiebeln und Knoblauch. Das Gemüse grob schneiden, die Knoblauchzehen ganz lassen und schöne Zwiebeln ungeschält verwenden. Piment und schwarze Pfefferkörner dazugeben. Hier sollte man sparsam mit Salz umgehen, da geräuchertes Fleisch von Natur aus recht salzig ist.

Sobald die Suppe im Topf kocht, muss man sie etwa 30 Minuten köcheln lassen, schaltet dann den Herd aus und lässt Sie abkühlen. Dadurch wird das Fleisch schön zart.

Später die Suppe abseihen und noch einmal aufkochen lassen. Das Fleisch und Gemüse vorher herausnehmen herausnehmen und klein schneiden. Die eingeweichten Graupen in leicht gesalzenem Wasser weich kochen, abgießen.

Die Einlage zurück in die Suppe geben und vor dem Servieren abschmecken.

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Frankfurter Grüne Soße

Ich war nie ein Freund dieser „Frankfurter grünen Soße“. Doch ich muss eingestehen, wenn eine Könnerin sie zubereitet, ist sie ein kleines kulinarisches Erlebnis.

Wichtig darin sind die Kräuter. Die tragen sogar das EU Siegel der geschützten geographischen Angaben (g.g.A). „Geschützt sei dabei nicht die fertige Soße, sondern die klassische Kräutermischung, heißt es im Eintragungsantrag an die Europäische Kommission. Diese Kräuter bestehen aus Borretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer und Schnittlauch. Die Kräuter müssten überwiegend in Frankfurt am Main oder nahe der Stadtgrenze angebaut, verarbeitet und verpackt werden. Kein einzelnes Kraut dürfe mehr als 30 Prozent der Mischung ausmachen, und die sieben Kräuter müssten traditionell in blickdichte weiße Verpackungen von Hand eingewickelt werden.“

Ganz schön kompliziert. Wenn es auf „Gründonnerstag“ zugeht, gibt es diese Tüten in Frankfurt und Umgebung nahezu an jedem Marktstand und in jedem Supermarkt. Auch in anderen Teilen der Republik kommt an diesem Tag tarditionsgemäß etwas Grünes auf den Tisch. Allerding wurde der Gründonnerstag nicht nach der Farbe grün benannt, weil das „Grün“ vom Gründonnnerstag aus dem mittelhochdeutschen „grînen“ stammt, was wiederum weinen bedeutete. Man weinte auch nicht wegen des „Grünfutters“, sondern weil man seine Sünden – sofern man gesündigt hatte – unter Tränen bereute. Naja, ich habe einmal gehört, dass man jene Sünden am meisten bereut, die man nicht begangen hat.

Goethe in Marienbad, darüber nachdenkend, wo er „Frankfurter griene Soß“ herbekommt

Ich könnte jetzt irgendwo ein Rezept kopieren und hier einsetzen. Mach ich aber nicht, weil es genug davon gibt. Dafür bekommt der geneigte Leser ein Bild des Herr Johann von Goethe, der bekanntlich Frankfurter Abstammung war. Und andererseits war er regelmäßig zur Kur in Marianske Lazne, oder auf Deutsch Marienbad. Da fahre ich auch regelmäßig hin. Wie ich bereits im Beitrag zu „Großvaters Bohumils Ente“ ausführlich erläuterte.

Vor über hundet Jahren machte Goethe im Alter von 74 Jahren der 17 jährigen Ulrike von Levetzow dort einen Heiratsantrag. Da kann man nur staunen, was diese Heilquellen nicht alles bewirken? Die ganze Geschichte war etwas kompliziert, aber das will ich mir hier sparen. Er bekam nicht die Ulrike und wahrscheinlich auch keine grüne Soße, weil die Kräuter dafür ausserhalb von Frankfurt und Umgebung – in der „Frankfurter Grie Soß Diaspora“,- selbige kaum zu bekommen sind.

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