Lemon Posset

Lemon posset ist ein in England sehr beliebtes und wunderbares Dessert. Und genau so wunderbar ist die Geschichte dieses Desserts. So berichtet uns bereits Shakespeare davon in verschiedenen seiner Werke: Lady Macbeth hat Duncans Wachen mit «drugg’d» possets vergiftet. Und in den lustigen Weibern von Windsor (The Merry Wives of Windsor) läßt er Mistress Quickly sagen: «Go; and we’ll have a posset for’t soon at night, in faith, at the latter end of a sea-coal fire». Der Begriff posset erlebte im Laufe der Jahrzehnte einen enormen Wandel. Ursprünglich bezeichnete man damit eine besondere Tasse. Später war es der Inhalt, vorzugsweise Kakao, der vor der Nachtruhe genossen wurde. Bis vor einigen Jahrzehnten verstand man darunter ein wärmendes Getränk.

Dann kamen die Jahrzehnte, in denen Posset aus Milch mit Alkohol oder Zitrussaft hergestellt wurde. Besonders beliebt war er mit Sherry. Mitte des 18. Jahrhunderts fügte man der Mischung gemahlenen Mandeln, zerkleinerten Kekse oder Eigelb hinzu, um sie zu verdicken. Schließlich wandelte sich Posset zu einer süssen Speise aus Sahne und Wein, die über einer Bain Marie mit Eigelb angedickt wurde. Nun sind wir bereits nahe beim modernen posset,
Das ausschließlich aus Rahm, Zucker und einem Geschmacksstoff besteht. Und trotz der langen Geschichte, wird es in keinem der alten klassischen englischen Kochbücher erwähnt.
Ich habe viele Rezepte gelesen, um das perfekte Posset zu finden. Im wesentlichen glichen alle einander. Sahne – Zucker – Zitronensaft, dazu manchmal Zitronenzesten. Jamie Olivier beschreibt ein Posset mit zusätzlichem Orangensaft und Orangenzesten, das gefiel mir. Weil ich noch Pomeranzenzesten hatte, kamen diese zum Einsatz. Hier also das Rezept:

Zutaten:
600 ml Sahne (mindestens 32 %)
150 g Zucker
100 ml Zitronensaft
die Zesten von zwei nicht behandelten Zitronen
1 TL Pomeranzenzesten
Himbeeren (oder etwas anders) und Minzblätter zur Dekoration.

Zubereitung:
Die Sahne mit dem Zucker unter stätigem Rühren erhitzen und 3 Minuten simmern lassen.
Vom Herd nehmen, den Zitronensaft, die Zitronen- und Pomeranzenzesten zugeben und gut einrühren.
In Gläser füllen und mindestens 3 Stunden kalt stellen
Mit Himbeere und Minzblatt vor dem Servieren dekorieren.

Geschmorte Hühnerkeulen mit Weißwein, eingelegter Zitrone und Majoran

Das folgende Rezept habe ich ebenfalls, wie jenes mit den weißen Bohnen und Kräuteröl im Blog Sunday Suppers gesehen und nachgekocht. Es ist eine erfrischende Variante aus den vielen Möglichkeiten, Hühnerschenkel zu schmoren. Wichtig ist die Qualität des Hühnerfleisches. Es lohnt sich, nach französischem Spitzengeflügel Ausschau zu halten. Es ist doppelt so teuer und zehnfach so gut wie alles andere Geflügel. Ein solcher Gockel macht den Tag zum Fest. Wer keine Gelegenheit hat, Geflügel mit dem Label Rouge aus Frankreich zu beziehen, sollte Hühner von einem Direktvermarkter seines Vertrauens kaufen. Das Gericht ist ein wahres Sonntagsvergnügen.
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rosa_roscoffBevor ich zum Rezept komme, möchte ich noch eine Variante erwähnen. Ich habe einmal den Lauch gegen vier Roscoff Zwiebeln getauscht und die Zahl der Knoblauchzehen auf eine reduziert. Roscoff Zwiebeln haben einen milden und zugleich sehr aromatischen Geschmack und werden im Nordwesten der Bretagne angebaut.
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Zutaten
4 Hähnchenschenkel
1 Stange Lauch in Scheiben geschnitten
3 Knoblauchzehen, fein gewürfelt
6 EL Olivenöl
1 Prise Chili gemahlen (aus der Zucht von meinem Freund Michael)
1 Bund Majoran
100 ml Weißwein
1 eingelegte Zitrone, in Scheiben geschnitten
1 Teelöffel Kapern
1 Zitrone
Meersalz

Zubereitung
Den Backofen auf 175 ° C vorheizen.
Die Hühnerschlegel mit 2 Esslöffel Olivenöl, dem gemahlenen Chili, Majoran und großzügig mit Meersalz marinieren. Danach ab in den Backofen.
Nach einer Stunde sind die Hühnerschenkel knusprig , die Haut sollte kleine Blasen werfen. Das überschüssige Fett entfernen.
Den Lauch und Knoblauch sautieren.
Das restliche Olivenöl in einer großen Sauteuse oder einer großen Pfanne erhitzen und die Hühnerschlegel hineinlegen, die restlichen Zutaten zugeben, die Hitze reduzieren und alles für 30 Minuten unbedeckt schmoren lassen.

Das Zwiebelbild stammt mit freundlicher Erlaubnis von der Internetseite: http://bringmirbio.de/frische-artikel-bio-gemuese/zwiebel-rose-de-roscoff-102223

Jouvarlakia – Reisfleischbällchen-Suppe mit Ei-Zitronensauce

Ich bin skeptisch, wenn ich in einem griechischen Restaurant essen soll. Das lässt sich manchmal nicht umgehen, vor allem, wenn man eingeladen ist. Meine Skepsis richtet sich nicht gegen die griechische Küche, aber die wird wohl sehr selten in den sogenannten griechischen Restaurants zelebriert. Mich graust es, wenn ich diese unglaublichen Zusammenstellungen wie „1 Filetspieß vom Lamm, 1 Lammkotelett, 1 Leber, 1 Filet, Giros, Zaziki, mit Reis und Pommes frites“ sehe. Dazu kommt die erschlagende Dekoration mit Säulen und Gipsgöttern. Das geht auch anders. Nun war ich aber in den letzten Tagen in einem Restaurant, das nicht so überdekoriert war. Dort aß ich eine ganz hervorragende Suppe. Man muss erwähnen, dass die Speisen der anderen Gäste ebenso gut aussahen und schmeckten.
jouvarlakia
Ich hatte mir sofort vorgenommen, diese Suppe nachzukochen: Jouvarlakia
Zutaten
500 Gramm Reis (Risottoreis)
500 Gramm Hackfleisch, Lamm, Rind, gemischt
1 Zwiebel
2 Eier
Bund Blattpetersilie
etwas Dill
Salz
ein Blatt Liebstöckl
Olivenöl
Mehl
Salz und Pfeffer
Gemüsebrühe

1 kl. Glas Weißwein
2 Eier
Saft von 1-2 Zitronen
Salz und Pfeffer

Zubereitung
Die Petersilien- und Liebstöckelblätter sowie die Zwiebel und den Dill fein hacken.
Das Hackfleisch mit den Kräutern, der Zwiebel und den Eiern und ganz wenig Olivenöl (1 TL) gut vermischen.
Jetzt gebe ich noch den Reis hinein und würze mit Salz und Pfeffer.
Aus der Masse forme ich kleine Bällchen, die in Mehl gerollt werden.

Diese Klößchen kommen in leicht siedende Gemüsebrühe und ziehen dort während einer guten halben Stunde bis 45 Minuten gar. Wenn die Fleischbällchen so weit sind, nehme ich sie kurz aus der Brühe und gebe wenig Hackfleisch und Reis hinein. Das macht die Suppe dann sämiger.
Ab jetzt darf die Suppe nicht mehr kochen. Zuerst kommt das Glas Wein, dann der Zitronensaft hinein und zuletzt die Eier, die wir zu einer schaumigen, cremigen Suppe aufschlagen. Abschmecken und die Fleischbällchen wieder hineingeben.
Mit wenig Petersilie und Dillspitzen bestreuen und servieren.