Feigen und Gorgonzola

Die alten Römer liebten sie und wir auch – die süße, frische Feige ist eine der aufregendsten Früchte des Herbstes.  Sie passt fast zu jedem Anlass, von Käsebrettern bis zu Torten. Ihr intensiver Geschmack lässt sie mit allem gut harmonieren, egal ob sie in süßen als auch in herzhaften Speisen verwendet wird.

Ihr intensives Farbspiel passt zum Herbst: Zu den schönsten gehört das tiefe Blau, vermischt mit rot und dem violett der Feigen. Aufgeschnitten präsentiert sie uns ein leuchtendes Rot in einem hellen Ramen.

Das folgende Rezept habe ich als einfachen Snack zum Abend zubereitet. Es ist ein  total einfache Rezept, das die komplementären Aromen für sich sprechen lässt.  Garniert wird es mit gerösteten Mandeln, Honig und Balsamico.

Zutaten:
2 Feigen, reif
1 EL Akazienhonig
1 EL Puderzucker
2 Zweige Zitronenthymian
60 g blanchierte Mandeln, grob gehackt
Olivenöl
Meersalz
160 g Gorgonzola Dolce Latte
Akazienhonig , zum Besprenkeln
1 Schuss Balsamico-Essig
1 Handvoll Rauke

Zubereitung:

Zuerst die Mandeln in eine große Pfanne mit einem großzügigen Spritzer Öl und einer großzügigen Prise Meersalz geben. Bei mittlerer Hitze rösten, bis die Mandeln leicht gebräunt sind und das Öl absorbiert haben.

Probieren und eventuell bei Bedarf weitere Gewürze hinzufügen. Aus der Pfanne nehmen und beiseite stellen, bis die Mischung benötigt wird.

Die Feigen halbieren und mit der Schnittseite nach oben auf ein Backblech legen. Gleichmäßig mit Honig beträufeln und den Puderzucker bestäuben

Den Zitronenthymian auf ein Brett legen und vorsichtig mit einem Messerrücken zerquetschen. Dann über die Feigen streuen.

Diese legen wir nun bei sehr schwacher Hitze unter einen Grill. Erhitzen, bis die Feigenoberseiten weich werden, leicht anschwellen und Honig und Zucker aufnehmen. Vom Herd nehmen und beiseite stellen.

Zum Servieren den Gorgonzola in 4 gleiche Portionen teilen und neben den Feigen auf Teller legen. Mit etwas mehr Honig und einem Schuss Balsamico beträufeln. Mit den Mandeln und einigen gewaschenen Rucola-Blättern garnieren. Sofort servieren.

Küchendilemma mit einem Onsen Ei

Onsen Tomago in brauner Hühnerbrühe

Kennt Ihr auch ein Küchen-Dilemma? Was ich letzte Woche mitgemacht habe, war nicht ganz ein Dilemma, aber ich habe am nächsten Tag weiter gemacht, bis mir mein Vorhaben gelungen ist.
Ich liebe „Onsen-Eier“. Das ist eine japanische Zubereitungsart von Eiern. „Onsen Tomagi“ heißt das in Japan. Ich habe das auch schon einmal vor einigen Jahren beschrieben. Ursprünglich waren das Eier, die in heißen Quellen gegart wurden. Auch das gibt es noch, nur wer hat eine heiße Quelle daheim. Ich nicht. Aber ich habe einen Sous Vide Stab und mit dem geht es ganz leicht und das war auch die Methode, die ich schon beschrieben habe.
Das Onsen Ei ist ein traditionelles japanisches Niedertemperatur-Ei, das ursprünglich langsam im Wasser der heißen Onsen Quellen in Japan gekocht wird. Das Ei hat eine einzigartige Textur, da das Weiß wie ein zarter Pudding (milchig und weich) schmeckt und das Eigelb fest herauskommt, aber die Farbe und cremige Konsistenz eines ungekochten Eigelb beibehält. Diese spezielle Konsistenz ist das Ergebnis, wenn sich Eigelb und Eiweiß bei unterschiedlichen Temperaturen verfestigen. Das Ei wird innerhalb der Schale pochiert.
Nur jetzt habe ich mich gefragt, was hat eine japanische Hausfrau gemacht, als es noch keine Sous Vide Stäbe gab – und zu allem Überdruss hatte sie vielleicht auch keine heiße Quelle in der Küche oder notfalls im Garten.
Da ich viel Zeit habe, habe ich in verschiedenen japanischen Food-Blogs nachgeschaut, wie die das machen. Dank der Übersetzungsfunktion von Chrome geht das ja inzwischen, auch wenn die Texte manchmal holprig sind. Ich habe alles gleich gemacht: 4 mal und so ein Ei braucht fast 45 Minuten, bis man es essen kann. Alle, aber auch alle Versuche brachten mir im besten Fall ein weichgekochtes Ei. Vielleicht haben deutsche Eier andere Garzeiten? Oder die Wassermenge ist anders? Oder liegt es am japanisches Wasser?

Da habe ich es dann geschafft, gleich im ersten Versuch: ein fast perfektes Onsen Tomago (Onsen Ei) oder wie Japaner schreiben: :温泉 卵


Und wie man es jetzt macht? 1 Liter Wasser zum Kochen bringen. Den Topf vom Herd nehmen. Dann 200 ml eiskaltes Wasser zugießen und das Ei oder auch mehrere Eier einlegen. Einen Deckel auf den Topf legen und 14 Minuten warten. Das Ei herausnehmen und in kaltem Wasser ganz auskühlen lassen.
Zum Servieren wird es in die kochend heiße Brühe eingelegt und dadurch wieder warm zum Essen.
Es hat einen unvergleichlich guten Geschmack.

3 1/2 x London kulinarisch – Kricket und Rules

3. Tag in London
Während mein Sohn an der großen Anti-Brexit Demo teilnahm, besuchte ich noch einmal den Brixton Markt.

Ganz unscheinbar in einem der Torbogen fand ich ein kleines Restaurant mit Indisch inspirierter Küche. „KRICKET“ in der Atlantic Road 41, London Brixton.
Da für den Abend noch ein großes Essen bei „Rules“ anstand, wollte ich Mittags nur eine Kleinigkeit essen. Ich entschied mich für gegrillte Entenherzen, gewürzt mit Masala, Pistazien und Minze. Dazu gab es Mango Chutney. Sehr lecker, aber auch sehr wenig.

Und weil es so wenig war, nahm ich noch Keralan Fried Chicken mit einer Curryblatt Mayonaise und süß-sauer eingelegten Scheibchen vom Rettich. Und auch dies Gericht enttäuschte nicht. Es schmeckte großartig.


Und da ich das „Kricket“ Kochbuch gekauft habe, kommt jetzt das Rezept für Keralan Fried Chicken mit einer Curryblatt Mayonnaise und süß-sauer eingelegten Scheibchen vom Rettich

Zutaten:

400 g Stücke vom Huhn ohne Knochen und Haut, ich empfehle den ausgelösten Oberschenkel, da das Fleisch saftiger als die Brust vom Huhn ist.
100 g Mehl (Maismehl ist besonders gut geeignet)
100 g Maisstärke
1 TL rotes Chilipulver aus Kashmir (anderes tut es auch)
1 TL Kurkuma
eine großzügige Portion Masala Gewürzmischung
80 g frische Curryblätter, leicht frittiert
200 g Curry Blatt Mayonnaise (Zutaten weiter unten)

Marinade für das Huhn:

300 g griechischer Yoghurt
100 ml Buttermilch
1 TL rotes Chilipulver aus Kashmir (anderes tut es auch)
1 TL Kurkuma
3 grüne Chilischoten, fein gewürfelt
1 Bund frischer Koriander, fein gehackt

für den süss sauren Rettich

200 g Rettich, geschält und in feine Scheiben geschnitten
200 ml Einlegebeize (Zutaten weiter unten)

Zubereitung

Um die Gewürzmarinade herzustellen mischen wir den Yoghurt, die Buttermilch, das Chilipulver, den Kurkuma, die grünen Chilis und den Koriander in einer Schüssel. Dann geben wir die Hühnerstücke in die Marinade, so dass alles bedeckt ist und lassen es für zwei Stunden im Kühlschrank ruhen.

in der Zwischenzeit können wir den Rettich marinieren. Dafür legen wir die Scheiben 2 Std. bei Raumtemperatur in die Marinade und anschließend können wir ihn im Kühlschrank bis zum Gebrauch aufbewahren.

Das Öl in einer tiefen Pfanne auf 180° erhitzen. Das testet man am besten mit einem Holzstäbchen. Wenn es Blasen abgibt, hat man die richtige Temperatur erreicht. Während das Öl erhitzt, mischen wir das Mehl und die Maisstärke, das Chilipulver und Kurkuma in einer Schüssel.

Die marinierten Hühnerstücke aus der Marinade heben und in die die Mehl-Gewürzmischung geben und darin wälzen. Dann für 5 Minuten in das heiße Frittierfett. Nach 5 Minuten sollten die Hühnerstücke fertig sein, herausnehmen und auf Papier entfetten.

Mit den süss-sauren Rettichscheiben und Currymayonnaise servieren.

Einlegebeize

500 ml Weißweinessig,
500 g Zucker
2 Sternanis
1 Zimtstange
4 zerdrückte Knoblauchzehen
2 Lorbeerblätter

Alles mischen und erhitzen, dann abkühlen lassen und kühl stellen

Curryblatt-Mayonnaise

Zuerst brauchen wir Curryblatt-Öl. Dafür mischen wir 2,5 l Rapsöl mit 1 EL Senfsamen, 160 g Curryblätter, 2 1/2 rote getrocknete Chilischote und 2 1/2 TL Kurkuma.
Das Ganze wird erhitzt und dann lässt man es wieder abkühlen. Natürlich kann man die Mengen anpassen.

Für die Mayonaise brauchen wir dann:
die Dotter von 4 großen Freiland-Eiern
ein paar Spritzer Zitgronensaft
1 Liter Curryblatt-Öl
eine Handvoll frischer Curryblätter
5 getrocknete rote Chilischoten
2 TL Kurkuma
und zum Abschmecken, Zucker, Salz und Pfeffer

Aus den Zutaten auf gewohnte Weise eine Mayonnaise herstellen.

Der Abend bei Rules

Um es vorweg zu nehmen: ich habe schon besser bei Rules gespeist. Insgesamt war es gut, aber das war es auch schon. Darum will ich hier auch nur das Menu aufführen.

Smoked Eel with coleslaw & walnut toast
Uig Lodge Smoked Salmon with scrambled eggs

Rib of Beef for two, dauphinoise potatoes, Savoy cabbage & Yorkshire pudding

Rules Sticky Toffee Pudding with walnuts & crème fraîche

Doch einer Anmerkung bedarf es auf jeden Fall: Ohne besondere Ankündigung wurden die Gemüsebelagen geändert und es wurde „mustard green“ serviert.

Das ist schon außergewöhnlich, denn das Grüne von der Senfpflanze kannte ich bisher nur als regionales Gemüse aus einem Teil Westfalens. Dort heißt es Stielmus oder Rübstiele. Eine pikante Schärfe kitzelt die Zunge.

Wenn hier wieder Senf als Zwischenkultur angebaut wird, werde ich es ausprobieren.