Kochen mit Marsala

Gelesen in der Berner Zeitung vom 30.04.2015

und erinnert mich stark an den Witz aus der ehemaligen UdSSR:
Frage an Radio Eriwan: Ich habe ein Rezept für Ente mit Orangen. Kann ich das auch in Russland zubereiten?
Antwort: Im Prinzip ja! Anstatt Ente nehmen sie Kaninchen und anstatt Orangen Weisskohl.

Kochen mit Marsala

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Dazu der Leserbrief:

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Zander auf Paprika – Rahmsauerkraut nach ungarischer Art

Zander ist einer der schmackhaftesten Süßwasserfische, der in den Flüssen und Seen vorkommt. In Ungarn ist er vor allem am Balaton eine besondere Spezialität. Das Rezept mit Zander auf Paprika-Rahmsauerkraut bekommt durch geräuchertes Paprikapulver eine besondere Note.
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Da der Zander traditionell mit einem “Hahnenkamm” – ein Bogen geräucherter, gegrillter Speck serviert wird, kommen hier in einem Gericht sowohl geräuchertes Paprikapulver sweet, als auch piccante zum zum Einsatz. Der Zander wird auf Paprika-Rahmsauerkraut mit Petersilienkartoffeln angerichtet.

Zutaten:
ca. 300 g rote Spitzpaprikaschoten
1 mittelgroße Zwiebel
2 EL Rapsöl
1 – 2 TL geräucherter Paprika sweet
600 g Sauerkraut
250 ml Gemüsebrühe
1 TL Maisstärke
200 g saure Sahne

600 g Zanderfilet mit Haut
Butterfett zum Braten
1 TL geräucherter Paprika sweet
2 EL Mehl

200 geräucherter Speck in Scheiben
1/2 TL geräucherter Paprika piccante

600 g Kartoffeln
Petersilie
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Zubereitung:
1. Die Spitzpaprikaschoten längs aufschneiden, den Samen herausnehmen und in Streifen schneiden.
2. Die Zwiebel schälen und grob würfeln würfeln.
3. Das Öl in einem Topf erhitzen und die Zwiebel und Paprika darin andünsten. Nach wenigen Minuten mit dem geräucherten Paprikapulver sweet bestäuben. Sauerkraut und Brühe zufügen, aufkochen und zugedeckt 45 Minuten langsam schmoren.
4. Backofen auf 200° C vorheizen.
5. Die Speckscheiben so einschneiden, dass sie wie ein Hahnenkamm aussehen. Auf Backpapier im vorgeheizten Backofen grillen.
6. Zanderfilets reinigen, salzen und in einem Gemisch aus Mehl und geräucherter Paprika sweet wenden.
7. Das Butterfett in einer Pfanne erhitzen und die Zanderfilets darin unter Wenden ca. 4 Minuten braten.
8. Die Maisstärke mit wenig kaltem Wasser verrühren, 120 g saure Sahne zufügen und unter das Sauerkraut heben. Unter Rühren ca. 2 Minuten weiterschmoren.
9. Die gekochten Kartoffeln in Petersilienbutter schwenken.

Anrichten:
Das Paprika-Sauerkraut auf den Tellern anrichten. Der Zander liegt auf dem Sauerkraut. Der gegrillte “Hahnenkamm” wird mit 1/2 TL geräucherter Paprika piccante bestäubt und daneben gelegt. Zum Zander geben wir die restliche saure Sahne bestäubt mit geräucherter Paprika sweet.
Dazu servieren wir die Petersilienkartoffeln.

Warum sind die Döschen mit dem geräucherten Paprika im Bild? Der Hersteller hat mir vor einiger Zeit zwei Döschen geschickt. So ganz ohne zu fragen, ob ich sie in meinem Blog vorstelle. Das fand ich nett. Ich hatte dieses geräucherte Paprikapulver bereits vorher in der Küche verwendet und revanchiere mich jetzt im Gegenzug.

Feldsalat mit Speck-Krautstrudel und Kräutersauerrahm

Feldsalat ist eines der wunderbaren Lebensmittel, die nur in der kalten Jahreszeit gut sind. Um Missverständnissen vorzugreifen: er heißt je nach Region auch Nüsslisalat oder Rapunzel. Es gibt noch viele weitere Bezeichnung, wie ich bei Wikipedia gesehen habe. Am besten gefällt mir der Name dafür aus der Eifel: “Mäuseöhrchensalat”.
Für mich ist er der typische Wintersalat mit einem leicht nussigen, aber mildem Geschmack. Er ist vitamin- und mineralienreich und gerade daher ideal für die dunkle, kalte Jahreszeit.
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Feldsalat eignet sich hervorragend als Begleitung zu einer Beilage. Ich habe mich für eine Tranche von einem herzhaften Speck-Krautstrudel entschieden. Den Teig kaufe ich fertig.
Vor Jahren habe ich einmal eine Wette gehalten und einen Strudelteig tischgroß ausgezogen. Die Wette habe ich gewonnen und sogleich den Entschluss gefasst, dass der gekaufte Strudelteig ebenso gut ist.
Gefüllt wird der Strudel mit Weißkohl und Speckstreifen. Hier die Zutaten für den ganzen Salatteller:

Feldsalat
wenig Essig und Öl für eine leichte Sauce
Salz und Pfeffer

eine Packung Strudelteig
700 g Weißkohl in ganz feine Streifen geschnitten
100 g durchwachsener, geräucherter Speck, in feine Streifen geschnitten
1 große Zwiebel, in feine Streifen geschnitten
1 Knoblauchzehe, fein gewürfelt
etwas Butterfett
2 TL Speisestärke
Kümmel
1 Msp. Piment, gemahlen
Salz und Pfeffer
2 TL Zucker
1 Tasse Gemüse- oder Fleischbrühe
1 Ei

Soure Creme oder saure Sahne
Kräuter, alles was der Garten oder die Fensterbank noch hergibt – zur Not greift man in die Tiefkühltruhe
1 feingeschnittene Schalotte
1 Prise Piment d’Espelette

Zubereitung
Den Speck und die Zwiebel in heißem Butterfett anrösten. Den Knoblauch dazugeben und dann das fein geschnittene Kraut. Unter Rühren andünsten. Wenn es etwas zusammengefallen ist, eine Tasse Brühe dazugeben. Jetzt die Gewürze und zum Schluss den Zucker.
Langsam köcheln lassen, bis fast die Flüssigkeit verdampft ist.
Die Speisestärke mit etwas Wasser verrühren und zum Weißkraut geben.
Wieder etwas köcheln lassen, bis die Masse anzieht und cremig wird. Jetzt muss man abschmecken und die Masse auskühlen lassen.
Die abgekühlte Kohlmasse auf den Strudelteig streichen und diesen aufrollen. Mit Eigelb bestreichen. Im vorgeheizten Backofen bei 150° ca. 25 – 30 Minuten backen.

Die saure Sahne mit den fein gehackten Kräutern vermischen und mit Salz, Pfeffer und einer Prise Piment d’Espelette abschmecken.

Den Salat putzen und durch die leichte Salatsauce ziehen. Auf einem Teller anrichten, eine Tranche Strudel dazulegen und einen Klecks Kräutersauerrahm.

Rücken vom Kabeljau mit Beurre blanc

Es ist Winter und es gibt wieder diese wunderbaren Kabeljaurücken. Kabeljaurücken in Butter gebraten an einer Beurre blanc. Die Soße ist schwer, aber hoch aromatisch, und wegen der deutschen Essgewohnheiten gehört sie für Normalesser hierzulande verboten. Besteht sie doch aus 90 Prozent Butter und 10 Prozent Fond und Noilly Prat. Doch die Beurre blanc ist eine wunderbare Sauce, in der der Fisch ja nicht schwimmen soll, sondern sie mag ihn ergänzen. Soßen sind generell nichts, worin Speisen schwimmen sollten. Auch wenn unser aller Schlaraffenland-Reflex etwas anderes sagt. Auch und gerade beim Essen gilt: Es sind die raren Dinge, die unsere Sehnsucht und Leidenschaft befeuern.
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Um den Charakter der Beurre blanc zu beschreiben, greife ich auf eine Erklärung von Vincent Klink zurück:
Bei der Zubereitung Konzentration und viel Butter. Wenn man glaubt es sei zuviel/zu stark, noch ein bisschen mehr. Auf dem fertigen Gericht: sparsam. Wenn man in ernsthafter Sorge ist, es sei viel zu knapp bemessen, noch ein bisschen weniger.
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Dazu serviere ich eine kleine Auswahl an Gemüse, nur kurz in Butter gegart.

Zutaten für die Beurre blanc für zwei Personen
1 EL reduzierter Hühnerfond
1 MSp sehr fein gehackter Schalotten
1 EL Noilly Prat (Wermut)
Butter

Zubereitung
Den Hühnerfond mit einer Messerspitze sehr fein gehackter Schalotte in einem kleinem Töpfchen erhitzen. Wenn er fast vollkommen reduziert ist, einen Esslöffel Noilly Prat dazu geben. Nun nach und nach, bei größtem Feuer, Butter mit dem Schneebesen unterschlagen bis der Fond sämig bis dicklich ist. Faule können auch einen Pürierstab benutzen.

Zum Kabeljau: Die Rückenstücke gut reinigen, salzen und mit einer Spur weißem Pfeffer rundum in Butter anbraten. Dann für 5 Minuten in den vorgeheizten Backofen bei 220° C garen. Vor dem Servieren mit einem Esslöffel Beurre blanc überziehen.

Für das Gemüse jungen Spinat 1 Minute blanchieren, grob hacken und gut abtropfen lassen. Eine Schalotte fein würfeln, in Butter anziehen lassen und die halbierten Kräuterseitlinge und die Kirschtomaten dazugeben. Einige Blättchen frischen Thymian zufügen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Eine fein gehackte Knoblauchzehe in Olivenöl anziehen lassen, den Spinat dazugeben und ausdünsten lassen. Mit Salz und einer Prise Muskat abschmecken.
Die Kirschtomaten und die Pilze auf dem Spinat zum Fisch anrichten.