Toettchen

4. April 2020
von admin
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Küchendilemma mit einem Onsen Ei

Onsen Tomago in brauner Hühnerbrühe

Kennt Ihr auch ein Küchen-Dilemma? Was ich letzte Woche mitgemacht habe, war nicht ganz ein Dilemma, aber ich habe am nächsten Tag weiter gemacht, bis mir mein Vorhaben gelungen ist.
Ich liebe „Onsen-Eier“. Das ist eine japanische Zubereitungsart von Eiern. „Onsen Tomagi“ heißt das in Japan. Ich habe das auch schon einmal vor einigen Jahren beschrieben. Ursprünglich waren das Eier, die in heißen Quellen gegart wurden. Auch das gibt es noch, nur wer hat eine heiße Quelle daheim. Ich nicht. Aber ich habe einen Sous Vide Stab und mit dem geht es ganz leicht und das war auch die Methode, die ich schon beschrieben habe.
Das Onsen Ei ist ein traditionelles japanisches Niedertemperatur-Ei, das ursprünglich langsam im Wasser der heißen Onsen Quellen in Japan gekocht wird. Das Ei hat eine einzigartige Textur, da das Weiß wie ein zarter Pudding (milchig und weich) schmeckt und das Eigelb fest herauskommt, aber die Farbe und cremige Konsistenz eines ungekochten Eigelb beibehält. Diese spezielle Konsistenz ist das Ergebnis, wenn sich Eigelb und Eiweiß bei unterschiedlichen Temperaturen verfestigen. Das Ei wird innerhalb der Schale pochiert.
Nur jetzt habe ich mich gefragt, was hat eine japanische Hausfrau gemacht, als es noch keine Sous Vide Stäbe gab – und zu allem Überdruss hatte sie vielleicht auch keine heiße Quelle in der Küche oder notfalls im Garten.
Da ich viel Zeit habe, habe ich in verschiedenen japanischen Food-Blogs nachgeschaut, wie die das machen. Dank der Übersetzungsfunktion von Chrome geht das ja inzwischen, auch wenn die Texte manchmal holprig sind. Ich habe alles gleich gemacht: 4 mal und so ein Ei braucht fast 45 Minuten, bis man es essen kann. Alle, aber auch alle Versuche brachten mir im besten Fall ein weichgekochtes Ei. Vielleicht haben deutsche Eier andere Garzeiten? Oder die Wassermenge ist anders? Oder liegt es am japanisches Wasser?

Da habe ich es dann geschafft, gleich im ersten Versuch: ein fast perfektes Onsen Tomago (Onsen Ei) oder wie Japaner schreiben: :温泉 卵


Und wie man es jetzt macht? 1 Liter Wasser zum Kochen bringen. Den Topf vom Herd nehmen. Dann 200 ml eiskaltes Wasser zugießen und das Ei oder auch mehrere Eier einlegen. Einen Deckel auf den Topf legen und 14 Minuten warten. Das Ei herausnehmen und in kaltem Wasser ganz auskühlen lassen.
Zum Servieren wird es in die kochend heiße Brühe eingelegt und dadurch wieder warm zum Essen.
Es hat einen unvergleichlich guten Geschmack.

29. März 2020
von admin
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Fleischbällchen aus der Hühnerbrust mit Pancetta und Rosmarin nach Nigel Slater

Nigel Slater · ein Koch der schreibt. So beschreibt sich Nigel Slater auf seiner Internetpräsentation selber.

Schon als Kind hat er sich fürs Kochen interessiert und Kochbücher regelrecht verschlungen. Seine Mutter ist eine miserable Köchin und konnte so eben einen Toast zubereiten. „Toast“, das ist auch der Name des Films, der die Kindheit von Nigel Slater zeigt. Als dann die Mutter stirbt, heiratet der Vater wieder, diesmal eine engagierte Köchin. Der junge Nigel besucht indessen die Hauswirtschaftsstunden in seiner Schule. Bereits im Teenageralter schrieb er die ersten Essays über Kochen und Essen. Zu dieser Zeit beginnt ein Wettstreit zwischen der Stiefmutter und ihm, wer besser kocht. Es ist ein Krieg um die Liebe des Vaters.

Nachdem der Vater stirbt, macht sich der Junge auf den Weg nach London und bekommt eine Anstellung in der Küche des Savoys.

Seit 26 Jahren schreibt Nigel Slater eine Kolumne im „Observer“(UK)  und führt Tagebücher über seine kulinarischen Versuche und Erlebnisse. Die Tagebücher sind in viele Sprachen übersetzt worden. Seine prägnanten, einfachen Rezepte sind in Erzählungen eingebunden, die sie zum Lesevergnügen machen. Nachdem ich zuerst das Wintertagebuch über Weihnachten gelesen habe, liegt jetzt „The kitchen diaries“ 1. Band vor mir. Einige Rezepte daraus habe ich schon ausprobiert, andere werden folgen, die ich dann gerne hier im Blog vorstelle.

Ich habe lange Zeit nicht geschrieben. Das schuldete mehr dem Umstand, dass ich nicht mehr ordentlich fotografieren konnte, weil ich Probleme mit den Augen bekam. Jetzt habe ich mir aber eine Kamera zugelegt, bei der man die Tiefenschärfe nach dem Fotografieren am Bildschirm festlegen kann. Dank der Technik, gibt es auch für mich wieder passable Bilder.

Bei manchen Gerichten fasziniert mich die ihre Konsistenzen, ja das fasziniert mich mehr, als jede andere Eigenschaft. Zum Beispiel der reine Geschmack einer Kruste – der einer Kartoffel oder einer Pastinake – welcher diesen anhaftet, wenn sie lange genug in der Pfanne waren. Man bekommt fast eine Gänsehaut von den herrlichen Röstaromen von der Unterseite eines Bratens, der lange genug geschmort hat, um eine leicht klebrige Kruste zu entwickeln.  Das ist etwas was man nur erlebt, wenn man selber kocht, anstatt ein Fertiggericht zu kaufen. Und diese Feinheiten sind es, die mich animieren selber am Herd zu stehen.

Fleischbällchen, die man ohne ständiges in der Pfanne Hin- und Herschieben braten kann, bilden so eine herzhafte Außenbeschichtung, die für mich zum Besten aus der Pfanne gehört. Fleischbällchen sind in vielerlei Hinsicht das ultimative Abendessen für Freunde. Sie sind für alle ein Allerweltsessen. Egal wie ausgefallen sie gewürzt sind oder welche Saucen man dazu reicht, man kann mit ihnen nicht viel hermachen. Aber sie haben einen großen Vorteil. Man kann ganz leicht jede Anzahl von ihnen machen, man muss nur die Menge ganz einfach multiplizieren. Einfach die Mengen verdoppeln oder vervierfachen. Und sie müssen nicht unbedingt allei gleichzeitig pünktlich auf dem Tisch sein. Man kann das eine oder andere Bällchen nachbraten – vielleicht für Gäste, von denen man weiß, dass sie immer zu spät kommen.

Heute habe ich ein Rezept von Nigel Slater nachgekocht: Würzige Fleischbällchen mit Rosmarin und Pancetta. Dazu gab es einen Salat aus jungem Spinat und dazu lagen Zitronenschnitze auf dem Tisch.

Dieses Rezept liebe ich, weil ich damit Hühnerbrüste verarbeite, die ich ansonsten nicht sehr schätze, weil sie meistens sehr trocken sind. Nein, nicht die Brüste ein Maishuhns oder gar etwas Besserem. Ich kaufe gerne auf dem Markt „Suppenhühner“, deren Fleisch schon recht zäh ist. Die ergeben die beste braune Hühnerbrühe. Dafür braucht man aber das Brustfleisch nicht und ich löse es vor dem Kochen aus und gebe es in den Tiefkühler.

Zutaten:
1 mittelgroße Zwiebel
2 Knoblauchzehen
Eine dicke Scheibe Butter
100 g in Würfel geschnittener Pancetta
2 -3 Zweige Rosmarin
450 g Hühnerbrust, durch den Fleischwolf gedreht
Etwas Öl zum Braten
250 ml Hühnerbrühe

Zubereitung:
Zuerst schäle ich die Zwiebel und den Knoblauch und würfel alles recht fein. Dann gebe ich sie bei mittlere Hitze in eine kleine Kasserolle; wo sie in der Butter garen, bis sie honigfarben sind. Danach würfel ich den Pancetta ganz fein und streife die Nadeln vom Rosmarin. Auch die werden fein geschnitten und mit den Pancettawürfeln zu den Zwiebeln gegeben. Alles zusammen lässt man noch ein paar Minuten anziehen und stellt es dann beiseite, damit es etwas abkühlt.

Die Hühnerbrust gibt man durch den Fleischwolf oder in einen Cutter. Ich bevorzuge die 7 mm Scheibe im Fleischwolf, oder im Cutter sorgt man für eine grobere Struktur. Fertig gewolftes Fleisch ist in Deutschland meist sehr fein gehalten. Ich mag jenes, dass nachher noch etwas Biss hat. Das gewolfte Fleisch vermischt man mit der Zwiebelmasse. Gut mit schwarzem Pfeffer würzen. Beim Salz müssen wir vorsichtiger sein, weil der Pancetta schon eine salzige Note mitbringt. Zum Schluss wird alles gut vermengt und wir formen aus der Masse 6 Fleischbällchen, die 30 Minuten ruhen sollten.

Den Backofen auf 190° C vorheizen.

Etwas Öl (Butterfett ist ebenfalls sehr gut!) in eine Pfanne geben, die ofenfest ist. Jedenfalls keine, von der der Handgriff keine Hitze verträgt. Jedes Bällchen, das wir etwas zusammendrücken, für 3 Minuten auf jeder Seite braten. Jetzt geben wir die Hühnerbrühe über die Fleischbällchen in die Pfanne und stellen diese für 20 – 30 Minuten in den Backofen. Dann sollten die Oberseiten der Fleischbällchen brutzeln und die Brühe sieden.

Zum Servieren legen wir eine Löffel dazu, um die Hühnerbrühe ebenfalls genießen zu können.

Variation:
Wer es reichhaltiger mag, kann noch klein geschnittenen Gorgonzola in den Teig mischen. 75 g wären eine angenehme Menge.

9. November 2019
von admin
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3 1/2 x London kulinarisch – Kricket und Rules

3. Tag in London
Während mein Sohn an der großen Anti-Brexit Demo teilnahm, besuchte ich noch einmal den Brixton Markt.

Ganz unscheinbar in einem der Torbogen fand ich ein kleines Restaurant mit Indisch inspirierter Küche. „KRICKET“ in der Atlantic Road 41, London Brixton.
Da für den Abend noch ein großes Essen bei „Rules“ anstand, wollte ich Mittags nur eine Kleinigkeit essen. Ich entschied mich für gegrillte Entenherzen, gewürzt mit Masala, Pistazien und Minze. Dazu gab es Mango Chutney. Sehr lecker, aber auch sehr wenig.

Und weil es so wenig war, nahm ich noch Keralan Fried Chicken mit einer Curryblatt Mayonaise und süß-sauer eingelegten Scheibchen vom Rettich. Und auch dies Gericht enttäuschte nicht. Es schmeckte großartig.


Und da ich das „Kricket“ Kochbuch gekauft habe, kommt jetzt das Rezept für Keralan Fried Chicken mit einer Curryblatt Mayonnaise und süß-sauer eingelegten Scheibchen vom Rettich

Zutaten:

400 g Stücke vom Huhn ohne Knochen und Haut, ich empfehle den ausgelösten Oberschenkel, da das Fleisch saftiger als die Brust vom Huhn ist.
100 g Mehl (Maismehl ist besonders gut geeignet)
100 g Maisstärke
1 TL rotes Chilipulver aus Kashmir (anderes tut es auch)
1 TL Kurkuma
eine großzügige Portion Masala Gewürzmischung
80 g frische Curryblätter, leicht frittiert
200 g Curry Blatt Mayonnaise (Zutaten weiter unten)

Marinade für das Huhn:

300 g griechischer Yoghurt
100 ml Buttermilch
1 TL rotes Chilipulver aus Kashmir (anderes tut es auch)
1 TL Kurkuma
3 grüne Chilischoten, fein gewürfelt
1 Bund frischer Koriander, fein gehackt

für den süss sauren Rettich

200 g Rettich, geschält und in feine Scheiben geschnitten
200 ml Einlegebeize (Zutaten weiter unten)

Zubereitung

Um die Gewürzmarinade herzustellen mischen wir den Yoghurt, die Buttermilch, das Chilipulver, den Kurkuma, die grünen Chilis und den Koriander in einer Schüssel. Dann geben wir die Hühnerstücke in die Marinade, so dass alles bedeckt ist und lassen es für zwei Stunden im Kühlschrank ruhen.

in der Zwischenzeit können wir den Rettich marinieren. Dafür legen wir die Scheiben 2 Std. bei Raumtemperatur in die Marinade und anschließend können wir ihn im Kühlschrank bis zum Gebrauch aufbewahren.

Das Öl in einer tiefen Pfanne auf 180° erhitzen. Das testet man am besten mit einem Holzstäbchen. Wenn es Blasen abgibt, hat man die richtige Temperatur erreicht. Während das Öl erhitzt, mischen wir das Mehl und die Maisstärke, das Chilipulver und Kurkuma in einer Schüssel.

Die marinierten Hühnerstücke aus der Marinade heben und in die die Mehl-Gewürzmischung geben und darin wälzen. Dann für 5 Minuten in das heiße Frittierfett. Nach 5 Minuten sollten die Hühnerstücke fertig sein, herausnehmen und auf Papier entfetten.

Mit den süss-sauren Rettichscheiben und Currymayonnaise servieren.

Einlegebeize

500 ml Weißweinessig,
500 g Zucker
2 Sternanis
1 Zimtstange
4 zerdrückte Knoblauchzehen
2 Lorbeerblätter

Alles mischen und erhitzen, dann abkühlen lassen und kühl stellen

Curryblatt-Mayonnaise

Zuerst brauchen wir Curryblatt-Öl. Dafür mischen wir 2,5 l Rapsöl mit 1 EL Senfsamen, 160 g Curryblätter, 2 1/2 rote getrocknete Chilischote und 2 1/2 TL Kurkuma.
Das Ganze wird erhitzt und dann lässt man es wieder abkühlen. Natürlich kann man die Mengen anpassen.

Für die Mayonaise brauchen wir dann:
die Dotter von 4 großen Freiland-Eiern
ein paar Spritzer Zitgronensaft
1 Liter Curryblatt-Öl
eine Handvoll frischer Curryblätter
5 getrocknete rote Chilischoten
2 TL Kurkuma
und zum Abschmecken, Zucker, Salz und Pfeffer

Aus den Zutaten auf gewohnte Weise eine Mayonnaise herstellen.

Der Abend bei Rules

Um es vorweg zu nehmen: ich habe schon besser bei Rules gespeist. Insgesamt war es gut, aber das war es auch schon. Darum will ich hier auch nur das Menu aufführen.

Smoked Eel with coleslaw & walnut toast
Uig Lodge Smoked Salmon with scrambled eggs

Rib of Beef for two, dauphinoise potatoes, Savoy cabbage & Yorkshire pudding

Rules Sticky Toffee Pudding with walnuts & crème fraîche

Doch einer Anmerkung bedarf es auf jeden Fall: Ohne besondere Ankündigung wurden die Gemüsebelagen geändert und es wurde „mustard green“ serviert.

Das ist schon außergewöhnlich, denn das Grüne von der Senfpflanze kannte ich bisher nur als regionales Gemüse aus einem Teil Westfalens. Dort heißt es Stielmus oder Rübstiele. Eine pikante Schärfe kitzelt die Zunge.

Wenn hier wieder Senf als Zwischenkultur angebaut wird, werde ich es ausprobieren.

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