Kabeljau mit Senf-Mohnkruste und geschmolzene Pastis-Tomate auf Fenchel-Petersiliengemüse

Jetzt ist die Zeit der mächtigen, schweren Gerichte vorbei und ich habe mir vorgenommen, wieder einmal die Fischküche dominieren zu lassen. Der erste Skrei ist auf dem Markt, und was liegt da näher, als Kabeljau zuzubereiten.
mohnkabeljau
Gestern Abend war meine Freundin Marija zu Gast. Es gab Kabeljaurücken (Skrei) mit Senf-Mohnkruste. Den Fisch habe ich auf einem Fenchel-Petersilienbett angerichtet und Pastis-Tomaten dazugelegt. Den Saft, der aus den Tomaten austrat und sich mit dem Pastis vermischte, habe ich über den Fisch gezogen. Eine weitere Beilage waren kleine Nocken aus einem Topfen-Griesteig. Ich schreibe bewußt nicht Quark, weil es nur Topfen gibt, der trocken ist.

Erwähnenswert ist noch der Senf, den ich aus der Viersener Senfmanufaktur beziehe.

Zutaten (für zwei Personen):
300 g Kabeljaurücken
1 TL grober Senf
1 TL feiner Senf
1 TL getrockneter Blaumohn
2 TL Paniermehl
Butterschmalz
Salz

8 Datteltomaten
Rapsöl
1/2 TL Zucker
Pastis

1 Fenchelknolle
1 kl. Bund glatter Petersilie
1 TL Butterschmalz
1 Spritzer Noilly Prat

2 Crevette zur Dekoration

Zubereitung:
Den Fisch salzen, mit der Senfmischung bestreichen und mit Blaumohn-Paniermehlmischung panieren. In der Pfanne anbraten und im Ofen bei 200 Grad garen lassen.

Den feingehackten Fenschel zusammen mit der feingehackten Petersilie in wenig Butterschmalz bei gelinder Hitze anziehen lassen und mit einer Spur Salz und einem Spritzer Noilly Prat abschmecken.

Das Öl erhitzen und die Datteltomaten hineingeben. Wenn sie aufspringen und Saft verlieren, erst den Zucker zugeben und dann mit einem Schuß Pastis ablöschen.

Den Fisch auf einem Spiegel aus Fenchel-Petersiliengemüse anrichten. Daneben lege ich die Tomaten und die Topfen-Gries-Nockerl. Die Mischung aus dem Saft der Tomate mit dem Pastis ziehe ich über den Fisch.

Dazu wenige Topfen-Grießnockerl und als Dekoration eine Crevette.

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Bratapfelkompott / Bratapfeleis

bratapfel
Kinder, kommt und ratet,
was im Ofen bratet!
Hört, wies knallt und zischt.
Bald wird er aufgetischt,
der Zipfel, der Zapfel,
der Kipfel, der Kapfel,
der gelbrote Apfel.

Kinder, lauft schneller,
holt einen Teller,
holt eine Gabel!
Sperrt auf den Schnabel
Für den Zipfel, der Zapfel,
den Kipfel, den Kapfel,
den goldbraunen Apfel.

Sie pusten und prusten,
sie gucken und schlucken,
sie schnalzen und schmecken,
sie lecken und schlecken
den Zipfel, den Zapfel,
den Kipfel, den Kapfel,
den knusprigen Apfel.

Bratäpfel gehören zum Winter wie Eisblumen an den Fenstern, Schlittenpartien und rot gefrorene Ohren und Nasen. Eisblumen habe ich schon lange nicht mehr gesehen, denn die Thermoverglasungen lassen sie nicht mehr blühen. Rote Ohren und Nasen gibt es schon noch und wenn man durchgefroren als Kind ins Haus kommt, verlangt es nach etwas Warmen, Heißen.
In meiner Kindheit bruzelten immer Bratäpfel im Ofen. Das waren nicht die aufwendig gefüllten, sondern die einfachen mit wenig Zucker oder Honig. Mittags wenn das Essen gekocht war, legte die Großmutter noch einmal etwas Kohle nach, damit der Kochherd die Hitze bis zum Abend hielt – und dann schob sie eine Schüssel mit Boskop in das Backrohr. Nach und nach erfüllte der Duft der Äpfel zuerst die Küche und bald das ganze Haus.
In der Migros sah ich vor einigen Jahren ein Bratapfeljoghurt. Das brachte mich auf die Idee ein Bratapfeleis zu kreieren. Die Vorstufe war zuerst ein Bratapfelkompott. Das kann man etwas dünner das Dessert und etwas dicker als Brotaufstrich konzipieren.
bratapfel_kompott
Nach den ersten Versuchen kam ich nicht zum Eis machen, denn ich hatte die kleinen Versuchsportionen schon vorher aufgegessen. Als dann das Rezept stand (siehe unten), kochte ich 8 Gläser Bratapfelkompott ein. Den Inhalt von so einem Einkochglas habe ich zuerst mit dem Pürierstab etwas feiner zerkleinert und dann mit naturtrüben Apfelsaft verdünnt (auch Orangensaft ist möglich). Es darf nicht zu fein sein, damit man noch das richtige „mothfeeling“ hat. Diese Mischung gab ich in die Sorbetmaschine. In nur gut 30 Minuten entstand ein fantastisches Bratapfelsorbet.

Bratapfelsorbet mit Zimtrahm und Gewürzkuchen

Bratapfelsorbet mit Zimtrahm und Gewürzkuchen


Zutaten
600 g Äpfel
60 g Mandelstifte
15 g Butter
25 ml Rum
300 g Zucker
Saft ½ Zitrone
1 Zimtstange
½ Vanilleschote
100 ml Apfelsaft
60 g Rosinen

Zubereitung
Äpfel waschen, entkernen, in kleine Würfel schneiden.
Mandelstifte in einer Pfanne ohne Fett braun rösten.
Butter erhitze, Apfelwürfel darin anbraten, mit Rum ablöschen, Zucker, Zitronensaft, Zimt, Vanillemark, Apfelsaft und Rosinen unterrühren.

Leicht köcheln lassen. Kurz vor dem Servieren die Mandelstifte dazugeben.

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Schnelles Essen – Frikadellen, Fleischlaiberl, Hacktätschli, Köfte und alle sonstigen Hackfleischbällchen

Überall gibt es Hackleischbällchen. Welch Wunder, denn sie sind schnell zubereitet, das Fleisch ist in der Regel preiswert und durch kleine Veränderungen werden schnell aus profanen Hackfleischbällchen regionale Spezialitäten.
Im Ruhrgebiet, ja in ganz Westfalen heißen sie Frikadellen, sollten einen hohen Fleischanteil haben, meist gemischtes Rind- und Schweinefleisch. Brot muss unbedingt mit hinein.
frikadellen
Die allgemeinen Meinung, dass das Brot zum Strecken dient, stimmt nicht. Das Brot wird wird hauptsächlich zur Lockerung des Hackfleischteigs gebraucht. Dabei kommt auf das Mischungsverhältnis an. Eine Faustregel sagt: ein altbackenes Brötchen Brötchen auf ½ Pfund Hackfleisch.Vor kurzem las ich:“Ist mal kein altbackenes Brot vorhanden, kann man auch eine handvoll Semmelbrösel in Sahne oder Milch quellen lassen bevor man es unter die Masse hebt,“ – stimmt absolut nicht, denn dann wird die Frikadelle viel zu fest. Aber das ist Geschmacksache.

Andere Länder, andere Sitten. Anstatt des Brotes kann auch eine gekochte, gepresste Kartoffel, Kartoffelbrei , Haferflocken (eingeweicht), Reis, Bulgur, Linsen oder Cornflakes (ungesüßt) genommen werden. Die Liste der Zutaten ließe sich sicher unendlich verlängern.

Da gibt es einen Fernsehkoch, der empfiehlt, das Brot in Milch einzuweichen. Das kannte ich vom Ewald Plachuta. Der hat aber keine steinharten Semmel empfohlen, sondern altbackene Brötchen, die man noch in feinste Scheibchen schneiden konnte – und Milch nimmt er auch nicht, sondern Sahne.

Wirsinggemüse mit Frikadelle

Wirsinggemüse mit Frikadelle


Ich persönlich bevorzuge hier Vollkornbrötchen (ohne Ölsaaten oben auf), die ich erst ganz kurz in warmen Wasser vorweiche, dann gut ausdrücke und danach in Sahne langsam nachweichen lasse. Ca. 50 g Brötchen (entrindet) auf 250 g Hackfleisch, 1 Ei zum Binden, Salz, Pfeffer, Muskat, eine Messerspitze Majoran, fein gehackte Zwiebeln. Je nach Lust und Laune, misch ich auch schon einmal geraffeltes Gemüse, Nüsse oder feine Käsewürfel unter. Ich brate die Frikadellen generell in Butterfett.
Nach dem Braten nehme ich erst die Frikadellen und dann das Fett aus der Pfanne und löse den Bodensatz mit etwas Demi Glace.
Dazu gab es mehlig kochende Salzkartoffeln und Wirsinggemüse.

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