Mandarinenrisotto

Vor vielen Jahren sah ich in einer Zeitschrift das Rezept für ein Mandarinenrisotto. Das Rezept hatte ich nicht mehr, so schaute ich ein wenig durchs Netz und wurde natürlich fündig.
Mandarinen haben für mich einen wunderbaren Duft. All die Jahre, habe ich immer wieder an das Rezept gedacht, und mir diesen Mandarinenduft über dem Risotto vorgestellt. Der Duft der Mandarine ist so süß wie eine Süßigkeit. Leider findet man sie nicht mehr so häufig, sondern oft nur noch Clementinen.
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Für mein Mandarinenrisotto habe ich erst einmal eine kleine Kiste Mandarinen besorgt. Ein Teil brauchte ich zum Kochen, den Rest zum Naschen.
Hier die weiteren Zutaten:
5 – 7 Mandarinen
pro Person 75 g Risottoreis Carnaroli
Zitronenthymian
Butter und / oder Olivenöl
1 Schalotte, gehackt
Weißwein
Hühnerbrühe
Salz und Pfeffer

Zubereitung:
Zuerst presse ich den Saft von vier, fünf Mandarinen aus.
In einer Sauteuse wird die Butter mit einem kleinen Löffel Olivenöl nicht zu hoch erhitzt. Darein kommt der Zweig Zitronenthymian und weiteres wird darin eine gehackte Schalotte angeschwitzt. Die Schalotte soll nicht bräunen, sondern nur glasig werden.
Jetzt gebe ich den Reis dazu und röste ihn mit. Die Temperatur ist immer noch gemäßigt, sonst wird das Reiskorn später nicht richtig cremig. Als Reissorte habe ich Carnaroli gewählt, weil er ein schön cremiges, dabei stets aber auch sehr kerniges Risotto ergibt. Bevor die erste Flüssigkeit dazukommt, nehme ich den Zitronenthymian heraus. Er hat seine ätherischen Öle ans heiße Fett abgegeben.
Mit etwas Weißwein ablöschen und so lange rühren, bis der Wein vollkommen reduziert ist. Jetzt kommt der Mandarinensaft dazu. Und ab jetzt immer rühren. Das Geheimnis eines guten Risotto ist: rühren, Flüssigkeit in kleinen Mengen, schluckweise nachgießen, rühren, nachgießen, rühren usw. Wer Risotto macht, kann nicht nebenbei ein paar andere Dinge erledigen!
Zum Nachgießen verwende ich eine leichte Geflügelbrühe.
Kurz bevor der Reis weich ist, gebe ich die Zisten von der Mandarinenschale und einige Mandarinenfilets mit in das Risotto. Das unterstützt den intensiven Mandarinengeschmack.
Zum Schluss rühre ich noch etwas Butter unter den Reis.

Auf keinen Fall jetzt noch einen Käse hinzugeben. Das Risotto serviere ich mit Mandel-Sesam-Huhn – das Rezept folgt in wenigen Tagen.

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Die Schwarzwälder Kirschtorte von meinem Sohn J.

Die Schwarzwälder Kirschtorte ist unbestritten die bekannteste unter den deutschen Torten. Ja man kann sie als „die deutsche Torte“ schlechthin bezeichnen.
Erfunden wurde sie von einem Konditor namens Josef Keller. Er stammte aus dem Schwäbischen, genauer gesagt aus Riedlingen. Nach der Lehre begab er sich auf die Wanderschaft und nach vielen Stationen in Konditoreien und auch noch einige Zeit bei „Preußens“ (Militärzeit in Bonn) fand er Arbeit im berühmten „Caféhaus Arend“ in Bad Godesberg. Ein seiner Zeit weit bekanntes Café, wo die Bonner Studenten als Modedessert Kirschen mit Sahne verlangten. Später wurde dazu ein mit Kirschwasser getränkter Mürbeteigboden gereicht, und so entstand nach und nach das Tortengebäck, das man heute „Schwarzwälder Kirschtorte“ nennt.
Während er sich auf seine Meisterprüfung vorbereitete kreierte er 1915 eine Torte, die aus Sandboden, Sauerkirschen und Rahm bestand. Bei der Kundschaft erreichte sie eine große Beliebtheit und ging als erste Schwarzwälder Kirschtorte in die Geschichte ein. Das Rezept nahm der junge Konditor namens Josef Keller später mit in sein eigenes Café im badischen Radolfzell am Bodensee. Er war bescheiden und hat nie den Anspruch erhoben, der wirkliche Erfinder dieser Torte zu sein. So wies er immer darauf hin, dass viele ähnliche Torten bereits vorher im Schwarzwald gebacken wurden.
Es gibt noch einige Legenden über die Entstehung dieser Torte, aber die Radolfzeller Version scheint wohl die Richtige zu sein. Dort besitzt das Stadtarchiv das Originalrezept vom 1915.
schzwarzwaelderkirschtorte
Nun ist das mit dem Backen so eine Sache für mich. Ich bekomme das nie perfekt hin. Aber wofür hat man einen Sohn, der gelernter Bäcker ist. Bäcker backen ja in der Regel Brot und Brötchen, aber in einer Landbäckerei i nTodtmoos im südlichen Schwarzwald muss man Allrounder sein. Da stehen auch Schwarzwälder Kirschtorten auf dem Programm. Während seiner Gesellenzeit dort musste er an manchen Tagen bis zu 15 Schwarzwälder Kirschtorten zubereiten. Seine Version wird allseits gelobt und ist ebenso beliebt.

Hier das Rezept:
Zutaten
für den Boden
6 Eier getrennt
180 g Zucker
120 g Mehl
80 g Speisestärke

für die Füllung
300 g Sauerkirschen
Kirschwasser
1,6 l Sahne

für die Dekoration
geriebene Schokolade
Dekorationskirschen
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Zubereitung

Die sechs Eigelb mit dem Zucker schaumig rühren, das Eiweiß steif schlagen. Das Mehl mit der Speisestärke sieben.
Das steife Eiweiß unter die Dotter-Zucker-Masse heben und dann das Mehl unter die Masse heben.
Wenn man einen dunklen Boden möchte, siebt man Kakao unter das Mehl.
Den Backofen auf 180° C vorheizen
Die Masse in eine 26 cm Springform geben und ca. 30 Minuten backen. Nach 25 Minuten testen, wie weit der Boden ist. In den ersten 20 Minuten soll der Ofen nicht geöffnet werden.
Boden über Nacht auskühlen lassen und in drei Schichten schneiden. Bevor die Torte gefüllt wird, werden die drei einzelnen Böden mit Kirschwasser beträufelt.
Die Sauerkirschen mit eigenem Saft mit Speisestärke eindicken und auskühlen lassen.
Zwischen die Schichten kommt ein Sahne-Kirschengemisch. Die Torte mit Sahne bestreichen und verzieren. Mit der geraffelten Schokolade bestreuen.

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Resteverwertung mit Kartoffelstampf

Manchmal hat man Reste im Kühlschrank, auf die man so gar keine Lust mehr hat. Dann müssen die aufgepeppt werden und schon schmeckt es wieder.
Heute fand ich etwas Kartoffelstampf mit Petersilie im Kühlschrank und dazu kugelten ein paar Rosenkohlröschen in der Gemüseschublade herum. Ideal, sagte ich mir. Den Kartoffelstampf habe ich mit Ei und saurer Sahne aufgemischt und etwas Gries untergehoben.
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Jetzt musste er ruhen und der Gries aufquellen. Ferner fand ich auch noch wenige Gramm Baconwürfel und ein Stück Lauch. Den Lauch habe ich in feine Ringe geschnitten. Dazu nahm ich eine kleine Möhre, verarbeitet diese zu einer Julienne, und mit dem Lauch und Speck habe ich alles kurz in Butter anziehen lassen. Das kam wiederum in den Kartoffelteig, der jetzt noch einmal gut eine halbe Stunde ruhen durfte. Vorher wurde er mit Salz, Pfeffer und Muskat abgeschmeckt.
Vom Rosenkohl habe ich die Blätter abgezupft.
So, und jetzt war ich soweit, dass ich alles fertig stellen konnte. Noch ein Ei zurechtgelegt und etwas Rindergrundsauce in einem Saucenpfännchen reduzieren lassen.
Aus dem angereicherten Kartoffelstampf mit Hilfe eine Anrichterings eine kleine Torte geformt und in Butterschmalz von beiden Seiten sanft gebraten, bis sie goldgelb war und die Ränder knusprig.
Die Rosenkohlröschen im restlichen Fett (vom Speck usf.) anrösten, salzen und pfeffern.
Das Ei pochieren.
Das Kartoffeltörtchen auf dem Teller anrichten, mit dem Rosenkohl umlegen und das pochierte Ei daraufsetzen. Die Sauce gieße ich direkt an das Törtchen an. Fertig! Wenn man dann das Ei ansticht und das Eigelb hinunterläuft, ist es ein Gefühl wie Weihnachten.
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Zutaten:
Kartoffelstampf
1 EL saure Sahne
2 Eier
2 EL Gries
ein paar Rosenkohlröschen
4 cm Lauch in feine Ringe geschnitten
1 kleine Möhre
15 g Kochspeck gewürfelt
Grundsauce oder eine andere Sauce
Salz, Pfeffer, Muskat

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