Kurz gebeizter Saibling in Fenchelöl mit eingelegtem Fenchel, Gurke und Cashew Nüssen

Fische selbst beizen ist keine Kunst und geht ohne großen Aufwand. Aber das Ergebnis ist wundervoll. Dafür eignen sich außer Lachs alle Süßwasserfische. So eine kleine Fischplatte ist dann der Hingucker bei einem Brunch.

Zutaten:
1 Saibling, am besten bereits filetiert, Salz, Zucker, Zitronenabrieb, Fenchelgrün oder Dill, 50 ml Sonnenblumenöl, 1 EL Fenchelsamen
1 Fenchelknolle, 1 Landgurke, 100 ml Wasser, 5 EL Essig, 1 TL Zucker, Cashewnüsse

Zubereitung:
Die Saiblingfilets säubern und mit dem Zitronenabrieb, feingehacktem Fenchelgrün (oder Dill) bestreuen und mit einer Mischung aus Salz und Zucker für 3 – 5 Stunden beizen.

Wer es noch nie gesehen und oder gemacht hat:  das Filet in eine flache Form legen und mit der Salz und Zuckermischung bestreuen. Nach der Beiz Zeit vorsichtig kalt abwaschen und trockentupfen.

Das Sonnenblumenöl erwärmen (es darf nicht zu heiß werden) und den Fenchelsamen darin ziehen lassen. Nach ca. 2 Std. durch ein Sieb abgießen.

Die gebeizten Filets in enthäuten und in Streifenschneiden. Die Streifen mit dem „Fenchelöl“ mischen und ziehen lassen.

Die Fenchelknolle und die Gurke in dünne Scheiben hobeln. 100 ml Wasser mit 5 EL Weißweinessig und einem TL Zucker aufkochen, etwas abkühlen lassen und die Gurke und den Fenchel darin zeihen lassen. Nach einigen Stunden abgießen und das Gemüse abtropfen lassen.

Die Cashewkerne in einer Pfanne trocken rösten.

Alle Zutaten auf einer Platte anrichten, eventuell mit wenig Salz abschmecken und servieren.

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Herbst auf dem Land

Wegen Grippe blieb diese Woche die Küche kalt. Ersatzweise in Gedicht!

Schwelt der November rauhreifgrau,
stich Bauer ab die Wurzelsau.
Den Kessel heiz,
die Pfannen richt.
Mit Korn den Metzger bläue nicht,
damit er in der Dunkelheit den Finger nicht ins Hackfleisch schneid.
Du aber schling das Mett nicht schier,
Martini dunkelts schon vor vier.

In Stroh hüll ein das Pumpenrohr,
die Ohrenklappen kram hervor,
klatsch matte Fliegen an die Wand,
die Steuerkladde nimm zur Hand.
In den Rubriken Dich nicht irr,
das Rechenbuch nachher verbrenn‘s.

Die Bäuerin nudle die Gäns‘,
Der Kaffberg auf dem Anger schwillt,
der Wrasen aus der Schlachtküch‘ quillt.
Der Gimpel revidiert die Schlehn.
Oft schneit es schon vor Chrysogen.
Jetzt Frau, den Bauer stramm bekoch, bedenkt, der Erbe fehlet noch.

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Graupensuppe wie meine Großmutter sie kochte

Einer meiner allerliebsten Suppen ist eine Graupensuppe. Die gab es bei uns immer am Waschtag, der immer auf einen Dienstag fiel. Das war so sicher, wie das Teppichklopfen am Montag und das Fischgericht am Freitag. Heute können sich die jungen Menschen nicht mehr vorstellen, was in den frühen fünfziger Jahren ein Waschtag bedeutete. Das war schwere körperliche Arbeit, die einen ganzen Tag in Anspruch nahm, bevor die Wäsche im Garten zum Trocknen auf der Leine hing.

Für die große Wäsche gab es einen gesonderten Raum im Keller: die Waschküche. Früh am Morgen wurden die Kessel mit der Lauge angeheizt und der Dampf, vermischt mit dem Geruch nach Seife und Waschpulver, hing schwer in der Luft.

In der Küche stand die Graupensuppe auf dem Herd und duftete verlockend. Bei uns wurde zuerst eine Rindfleischsuppe aus Fleisch und Knochen zubereitet, in der dann einiges an Gemüse und Graupen gegart wurden. Speziell für diese Suppe wurden die großen Graupen genommen, die auch „Kälberzähne“ hießen.

Graupen bestehen in der Regel aus Gerste, die zuvor enthüllt, entspelzt, geschält und poliert wurden. Meistens werden sie als Suppe zubereitet. „Graupensuppe ist eine reiche Quelle von pflanzlichem Eiweiß und Kohlenhydraten, enthält große Mengen an löslichen Ballaststoffen, die die Verdauung verbessern und Verstopfung, Blähungen und Magenschmerzen vorbeugen. Dank seiner harntreibenden Eigenschaften ist er ideal bei Durchfall oder Verstopfung.“ (Wikipedia)

In anderen Kulturen steht die Graupe häufiger auf dem Speiseplan. Die Bündner Gerstensuppe gibt es in Graubünden in so vielen Variationen, wie es dort Täler und Weiler gibt. In Südösterreich und Slowenien werden Graupen als Ritschert zubereitet, in der jüdischen Küche heißt diese Variante dann Tscholent. In Südtschechien werden Graupen mit getrockneten Pilzen gekocht. In alten Zeiten, als der Advent noch als Fastenzeit galt, war „houbový kuba“ ein typisches Weihnachtsessen.

Graupensuppe mit Rindfleisch
Zutaten:
400 g Suppenfleisch Querrippe
2 Stange Lauch
1/4 Sellerieknolle
200 g Möhren
400 g Kartoffeln
1 Zwiebel
150 g Graupen (die Dicken, auch Kälberzähne genannt)
25 g Butterschmalz
Salz
Majoran

und falls man hat einen

Schinkenknochen

Zubereitung:
Das Kartoffeln, die Zwiebel und das Suppengemüse rüsten und klein schneiden.

Das Suppenfleisch in kaltem Wasser mit Lorbeerblatt und Nelken aufsetzen und so lange köcheln, bis das Fleisch gar ist. Das Fleisch herausnehmen, die Knochen auslösen und das Fleisch klein schneiden.

Das Suppengemüse inkl. der Kartoffeln in heißem Butterschmalz anrösten. Mit der Brühe auffüllen und die Fleischwürfel mit den Graupen zur Suppe geben.

Nach ca. 20 Minuten sind die Graupen gar. Jetzt mit Salz und Majoran abschmecken.

Interessant dazu wäre auch: Extraschicht, Koks und Graupen mit dem Rezept für den Ruhrpotteintopf: Blauer Heinrich! Da sind auch Graupen drin.

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