Lachsforelle mit Stielmus an Senfsauce

stielmusZum höchsten Genuss aus Westfalen gehört für mich im Frühling der das Stielmus. Stielmus (Brassica rapa) hat vielerlei Namen und ist eng verwandt mit dem Teltower Rübchen, der Mairübe und der Herbstrübe. Während aber bei diesen hauptsächlich die Wurzel verarbeitet wird, werden beim Stielmus ausschließlich die Blätter gegessen. Aber in Westfalen kennt man ihn unter dem Namen Stielmus. Auf Platt sagt man Streppmaut. In den letzten Jahren hat das Stielmus auch in der Schweiz Einzug gehalten. In vielen anderen deutschen Regionen, besonders in Süddeutschland, kennt man dieses Gemüse aber weniger. Besonders im Ruhrgebiet war es früher weit verbreitet und war dort einmal in jedem Garten in den Bergarbeitersiedlungen zu finden. Das Stielmus ist dazu sicherlich ein Gemüse, das nicht jeder kennt, das aber anderen Gemüsen, wie z.B dem Grünkohl, in nichts nachsteht.
Weil Stielmus besonders gut auf sandigen Böden wächst, muss man ihn sehr gut waschen, weil es sonst zwischen den Zähnen knirscht. So bekam er im Ruhrgebiet den Beinamen „Knisterfinken“.
Zu so einem typisch westfälisch-rheinischen Gemüse gehört eine heimische Beilage. Das wäre heute die Lachsforelle, zu der dieses Gemüse gut passt. Heute bereite ich Stielmus mit einer Lachsforelle an Senfsauce zu.
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Lachsforelle mit Stielmus an Senfsauce
Zutaten (für 4 Personen)
2 große Lachsforellenfilets á 500g (jeweils zu ca. 120g portionieren)
Olivenöl zum Braten
Zitrone, Salz, Pfeffer
Mehl

4 Stränge oder 2kg Stielmus
30g Speckwürfel
30g Zwiebelwürfel
30g Schmalz
200g Kartoffeln
0,1 Liter Fischfond
0,1 Liter Sahne
2 Esslöffel Senf
etwas Muskat
1 Bund Schnittlauch

Zubereitung
Die Wurzeln beim Stielmus abschneiden und dann bis zu den Blättern in kleine Würfel schneiden. Gut waschen und ca. 10 – 15 Minuten in kochendem Salzwasser blanchieren.
Nun den Schmalz auslassen, den Speck dazu geben. Danach die Zwiebeln und den Stielmus dazugeben. Ca. 5 Minuten gut durchschmoren lassen.
Nun die inzwischen gekochten Kartoffeln durchpressen und mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken.
Für die Senfsauce müssen die Zwiebel in Würfel geschnitten werden und dann leicht angeschwitzt. Dann mit Fischfond und Sahne aufgießen, den Senf dazugeben und reduzieren lassen, bis es
angedickt ist. Nun noch den Schnittlauch hinein und abschmecken. Das dauert so ca. 5 Minuten.

Eine Pfanne mit etwas Butterschmalz oder Bratfett heiß werden lassen.
Den Fisch salzen, säuern und mehlieren und mit der Seite ohne Haut zuerst anbraten. Ca. 2 Minuten, dann auf die Hautseite legen. Vom Ofen ziehen und den Deckel drüber und ziehen lassen.
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Himmel und Erde

Immer wieder hört man: „Das Auge isst mit!“ Aber manche Gerichte brauchen auch einen schönen Namen, damit sie gut schmecken. Töttchen ist schon ein klangvollerer Name als Kalbskopffleischragout. Blindhuhn ist sooo lecker, – aber wäre es das auch, wenn es Bohnen mit Bauchfleisch und Birnen heißen würde. Der geheimnisvollste, verlockendste Name in der westfälischen Küche allerdings ist Himmel und Erde. Es hat geradezu einen poetischen, ja fast religiösen Klang, als ob es um mehr gehen würde als lediglich ein paar Kartoffeln, ein paar Äpfel und eine Blutwurst. Und irgendwie tut es das auch. Himmel und Erde ist eben mehr als die Summe seiner Teile – oder vielleicht bilde ich mir es ein. Wie auch immer, Himmel und Erde ist für mich das typische Beispiel der westfälischen Fähigkeit, in der Küche aus Bescheidenem Delikates zu zaubern. Im Rheinland wird das Gericht liebevoll „Himmel un Ääd“ genannt.
Ich muss eingestehen, dass ich es als Kind nicht gerne aß. Zu meiner Entschuldigung muss ich aber schreiben, dass meine Großmutter der festen Überzeugung war, dass alles flott untergemischt sein musste. Äh ba! Nein, das muss es nicht!
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Zutaten (für 4 Personen)
600 g mehlig kochende Kartoffeln
1 EL Butter
50 ml Milch
Muskat
2 große Zwiebeln feinblättrig geschnitten
Butterschmalz
2 große säuerliche Äpfel
Honig
1 EL Butter
200 g frische, grobe Schweinsbratwurst
200 g Blutwurst zum Braten

Zubereitung
Aus den Kartoffeln, dem EL Butter und der Milch bereite ich Stampfkartoffeln. Schmecke diese mit Salz und Muskat ab. Wer mag darf auch mehr Butter und mehr Milch nehmen, dann werden die Kartoffeln cremiger.
In der Zwischenzeit brate ich zuerst die frische grobe Schweinsbratwurst sehr langsam in wenig Butterschmalz. Die Blutwurst wird nur die letzten 5 Minuten von beiden Seiten angebraten.
Die Zwiebeln röste ich braun und knusprig in Butterschmalz.
Von den Äpfeln entferne ich das Kerngehäuse, schneide sie in Schnitze und schmore sie langsam in Butter und Honig. Die Schale bleibt an den Äpfeln dran.
Alles nett nebeneinander anrichten! Guten Appetit.
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Linsen-Reissuppe

Wenn du keine Suppe hast Wenn du keine Suppe hastterrine_1
Wie willst du dich da wehren?
Da musst du den ganzen Staat
Von unten nach oben umkehren
Bis du deine Suppe hast.
Dann bist du dein eigener Gast.
B. Brecht

Brillat-Savarin: Suppenfleisch nennt man ein Stück vom Ochsen, das in leicht gesalzenem Wasser kochen muss, um die löslichen Teile herauszuziehen.
Die Bouillon ist die Flüssigkeit, die nach vollendetem Kochvorgang übrigbleibt und das Suppenfleisch schließlich ist das von seinen löslichen Bestandteilen befreite Fleisch.
Das Wasser löst zuerst einen Teil des Osmazoms, dann das Eiweiß, dass bei einer Temperatur von unter fünfzig Grad Reaumur gerinnt und einen Schaum bildet, den man gewöhnlich abschöpft, sodann das restliche Osmazom mit dem Extrakt oder Fleischsaft und zuletzt einen Teil der Faserhülle, die durch das anhaltende Kochen abfallen.
Um eine gute Bouillon zu erhalten, darf sich das Wasser nur langsam erhitzen, damit das Eiweiß im Innern nicht vor dem Herauslaufen gerinnt. Das Kochen des Wassers soll kaum wahrnehmbar sein, denn nur so können sich die nacheinander gelösten Bestandteile eng und ohne Störung miteinander verbinden.
Der Bouillon wird Gemüse oder Wurzelwerk beigegeben, um den Geschmack zu heben und Brot und Teigwaren, um sie nahrhafter zu machen.

Soweit Brillant-Savarin – und wenn man sich daran hält, bekommt man wirklich eine phantastische Suppe. Mein Urgroßmutter brachte es in ihren Aufzeichnungen auf den Punkt: „Für eine gute Suppe nehme man ein Stück vom Rind, dazu Knochen und ein fettes altes Huhn. Dazu allerlei Wurzelwerk.“
Ich halte mich an ihre Vorschläge und liebe Suppen über alles. Bereits als Kind liebte ich allerlei Suppen. Angefangen bei der klaren Bouillon mit Buchstabennudeln, mit denen man so wunderbar beim Essen spielen konnte, was ansonsten verboten war. Ich liebte die Suppeneintöpfe am Samstag und vor allem den Graupeneintopf, den es immer am Waschtag gab.

Im Piemont aß ich dann eine Linsen-Reissuppe, die nichts mit den Linsensuppen oder dicken Reissuppen gemein hatte. Eine aromatische Bouillon mit Reis und Linsen als Einlage neben allerlei fein geschnittenem Wurzelwerk. Darein kam ein Löffel frisch geriebener Peccorino. Es war ein Genuss.
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Für die, die immer ein Rezept brauchen, will ich nur anmerken, die Linsen und auch den reis sollte man separat garen, bevor man diese der Suppe beigibt.

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