Gänselebermousse

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Um Martini herum werden die Gänse geschlachtet, und auf dem Markt ist dann auch Gänseleber feil. Dieses Jahr hatte ich das Glück, noch in der ersten Dezemberwoche frische Gänseleber zu bekommen und habe sie zu einem Mousse verarbeitet. Ein Rezept, bei dem der Gewürzschrank einmal in die Vollen geben durfte!

Zutaten
500 g Gänseleber
125 g Butter
1 Prise Majoran
1 Msp. Curcuma
1 Msp. Koriander
1 Msp. Senfmehl
1 Msp. Paprika (edelsüß)
1 Msp. Ingwer
1 Msp. Zucker
1 Msp. Cardamom
1 Msp. Zimt
1 Msp. Muskat
1 Msp. Fenchel
1 Msp. Nelken (gemahlen)
1 Msp. Sternanis
1 Msp. weißer Pfeffer
1 Msp. Piment d’Espelette
20 ml Cognac
40 ml Madeira
Salz

Zubereitung
Die Gänseleber in kleinere Stücke schneiden und in der geschmolzenen Butter bei möglichst niedriger Temperatur längere Zeit garen. Die Zeit hängt effektiv von der Temepratur ab. Ich habe beim Herd die unterste Stufe gewählt und die Gänseleber ca. 45 Minuten gegart.
Die Gewürze – und hier hat jeder die Möglichkeit zu variieren – Madeira und Cognac zugeben und mit dem Pürierstab zu einem Mousse verarbeiten. Jetzt das Salz dazugeben und abschmecken. Im verschlossenen Einkochglas hält sich das Mousse für ca. 3 – 4 Wochen im Kühlschrank.

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Schnelles Essen – Gulasch und Teigwaren

Mein Sohn und ich sind heute an den Bodensee (Überlinger See) gefahren, um bei „unserem“ Apfelbauern, Äpfel für den Winter einzukaufen. Das hört sich weiter an, als es für uns ist. 15 Minuten durch eine herbstliche Landschaft und wir sind da. Vom Preis her lohnt sich es sich immer. Wieso kosten die gleichen Sorten hier im Supermarkt das dreifache? Na gut, der Zwischenhandel will ja auch leben. Als wir heimkamen, war es gegen Mittag. Was koche ich auf die Schnelle. Die Frage stellt sich mir öfters – und sicher nicht nur mir.
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Im Kühlschrank lag noch ein Stück vom Rindfleisch, das ich für „Spanisch Fricco“ gebraucht hatte. Erst haben wir an Geschnetzeltes gedacht, aber dann kam der Geistesblitz: ein schnelles Gulasch kocht von alleine und dazu Teigwaren. Irgendwo sollten noch Makkaroni sein, waren aber nicht. Spaghetti oder Orcchietti standen zu Auswahl. Im Tiefkühler waren noch zwei fertige Portionen Rotkohl (irgendwann waren das Reste).
Das Fleisch habe ich nach Art eines Wiener Saftgulasch zubereitet: Gleiche Menge Zwiebeln wie Fleisch. Die Zwiebeln fein geschnitten und in heißem Butterschmalz anbraten, bis sie glasig sind. Paprizieren und sofort das Fleisch und ganz wenig heißes Wasser mit einem Spritzer Essig zugeben. Dann kommen die Fleischstückchen dazu, etwas Majoran, Kümmel, 1 EL Tomatenmark und eine Knoblauchzehe (durch die Presse). Und jetzt köchelt alles 75 Minuten vor sich hin, zieht den Saft aus den Zwiebeln und es ergibt eine herrliche Sauce. Salzen, Pfeffern – fertig!
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Die Orchietti waren aus der Tüte und der Rotkohl schmeckte aufgewärmt ausgezeichnet.

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Spanisch Fricco

le-creusetIch habe einen alte Le Creuset Topf. Er ist schwer, hat schon manche Macke und war ehemals leuchtend orange. In den Sommermonaten fristet er versteckt, in der hintersten Ecke des Topfschranks sein Dasein. Ja, wenn es Sonnenschein hat, die Abende lau sind und die Grillkohle glüht, gibt es für ihn selten eine Verwendung.
Aber jetzt ist es kalt und schon früh am Tag, wenn man heimwärts geht, ist alles in dämmeriges Dunkel gehüllt. Und statt nach vielfältigen Salaten und gegrillten Fisch- und Fleischstückchen an lauen Sommerabenden, verlange ich nach etwas Reichhaltigerem, etwas Schwerem, Wärmenden. Da findet nun mein Gusseisentopf wieder Verwendung. Ich ziehe ihn hervor, reinige ihn und freue mich zum Beispiel auf ein Ragout aus Ochsenschwanz oder Rindfleisch und mit Wurzelgemüsen, mit Zwiebeln und als aromatischen Gruß aus des Spätsommers getrocknete Steinpilze dazu. Ein Rindfleisch-Eintopf, der so langsam kocht, dass das Fleisch fast zerfällt, so weich wird, das man es mit einem Löffel teilen könnte. Das ist dann ein Essen, das nicht nur den Körper, sondern auch die Seele wärmt. Ein wenig Chili wirkt dabei Wunder und gibt auch Wärme. Ich verwende dann gerne die verführerisch rauchigen Chipotles (getrocknete, geräucherte Jalapenos), die ich erst einweiche und dann klein geschnitten mit zum Fleisch gebe. Die Schärfe ist dann eher subtil und majestätisch, anstatt Mund mörderisch zu brennen.
Was für großartige Pastasaucen habe ich in diesem Topf zubereitet. Entweder ein Ragú alla Bolognese – ich bereite es aus gemischtem Rind-und Schweinefleisch zu, beides durch die grobe Scheibe vom Fleischwolf gedreht. Dazu etwas Hühnerleber und mit einem nicht allzu leichtem Rotwein angereichert Das muss dann für Stunden köcheln. Es gibt ein anderes Gericht, dass ich lieben gerne in diesem Topf zubereitete: Bucatini all’amatriciana. Dazu braucht man Guanciale, das ist eine geräucherte Schweinebacke aus dem Latium, die ebenfalls durch die grobe Scheibe des Fleischwolfs gedreht, zusammen mit Zwiebeln gebraten wird. Dann gibt man Wein, Tomaten, Chili und Rosmarin hinzu und lässt es kochen, bis es eine dicke, duftende Pastesauce ergibt.
Ich könnte weiter und weiter aufzählen. Bouef en Daube, Cassoulet, Rindfleisch und Bier-Eintopf, Pot-au-feu und Spanisch Fricco. Spanisch Fricco habe ich schon lange nicht mehr zubereitet und gestern las ich davon bei der Kochpoetin, wo Fräulein My die Küche regiert. Sie fand das Rezept im elektrische Kochbuch von 1951. Und wie sie schreibt, möchte Herr H. es aus unerfindlichen nostalgischen Gründen unbedingt nachkochen. Ich habe schon lange Zeit eine tiefe Sympathie für Herrn H. empfunden – (ebenso wie für Monsieur von „Bonjour Alsace). Nun will ich wieder einmal Spanisch Fricco zubereiten. Ein seltsamer Name für ein typisch westfälisches Gericht, und dafür gibt es gleich zwei einleuchtende Erklärungen.
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Spanisch Fricco
Die Niederlande gehörten lange Zeit zu Spanien – und irgendwie lagen sie ja direkt ums Eck. Als ich Kind war, gab es noch die berühmt berüchtigten Butterfahrten in die Niederlande und später fuhren wir dann dorthin, weil es wegen der niederländischen Kolonien so phantastische exotische Gewürze gab, die man bei uns noch nicht kannte. So werden auch meine Vorfahren die Grenze des Öfteren passiert haben und bei solch einem vielfältigen Austausch kann ein Gericht ähnlicher Zusammensetzung über die Grenze gekommen sein. Fricco weist auf Frikassee hin und die Zutaten – na die sind bodenständig. Einen zweiten Bezug zu Spanien war die Hofhaltung des Königs Jérôme Bonaparte . Der französischen Kaiser Napoleon Bonaparte hatte nach dem Frieden von Tilsit das Königreich Westphalen für seinen Bruder Jérôme geschaffen. Er war beliebt und wurde als König Lustig bekannt, was vor allem seinen Regierungsstil beschrieb. Er pflegte eine spanische Hofführung, feierte ausgefallene Feste, verspielte schon mal das ein oder andere, was dem großen Napoleon natürlich nicht gefiel. Jérômes Deutschkenntnisse beschränkten sich wohl auf die Sätze: „Morgen wieder lustig!“ und „lustik, lustik demain encore lustik.“ Daher sein Name – aber das Rätsel um den Namen Spanisch Fricco wird sicher nie genau geklärt werden. Aber bei einem Gericht kommt es ja nicht unbedingt auf den Namen an.
Das Rezept stammt aus dem Kochbüchlein meiner Urgroßmutter.

Zutaten
300 g mageres Rindfleisch
300 g Schweinefleisch, ebenfalls mager
Schweineschmalz zum Anbraten (ich habe Butterfett verwendet)
Salz, Pfeffer, Paprika
Fleischbrühe
Butter für die Form
600 g Zwiebeln
750 g Kartoffeln (mehlig kochende Sorten)
2 Lorbeerblätter
3 Gewürznelken
1/4 l saure Sahne

Zubereitung
Das Fleisch in sehr dünne Scheiben schneiden und im heißen Butterfett kräftig anbraten, mit Salz, Pfeffer und Paprika würzen. Dann die Brühe angießen und das Fleisch halbgar schmoren lassen.
Die Kartoffeln und Zwiebeln schälen und in dünne Scheiben schneiden. Alles zusammen abwechselnd in eine Form schichten. Ich belasse es dabei beim Schmortopf. Lorbeer und Nelken zugeben und mit Brühe begießen, bis es bedeckt ist. Im Backofen bei 180° C für ca. 20 Minuten garen, dann die saure Sahne und Butterflöckchen obenauf geben und für weitere 20 Minuten in den Ofen.
Serviert wird es mit Endiviensalat mit einem Essig-Öl-Dressing und feingeschnittenen Zwiebelchen.
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Pusteblumen am frühen Morgen – der letzte Sommergruß in den Wiesen

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