Eines der oft verkannten Stücke vom Kalb ist der Brustkern. Gefüllte Kalbsbrust findet man ja häufig, aber den vom Knochen ausgelösten Teil seltener. Erinnert habe ich mich, als ihn unlängst Vincent Klink als Sonntagsbraten vorstellte. Mein Metzger, der freundliche Herr Denzel hat mir die Kalbsbrust zwischen den Knochen bis auf den Knorpel eingeschnitten und die Knochenhaut gelöst. Daheim habe ich dann die Fleischschicht vom Knochen getrennt. Die Knochen habe ich klein gehackt, ebenso den Teil des Knorpels, den ich mit ausgelöst hatte und beides in Butterfett angeröstet. Daraus habe ich mit Wurzelgemüse, Lauch, Zwiebeln und einer Knoblauchzehe sowie diversen Gewürzen und Tomatenmark eine Grundsauce hergestellt.
Das ausgelöste Kalbfleisch habe ich zu einer Rolle gebunden und mit wenig Wurzelwerk, Zwiebeln, Kräutern wenig eingeweichten getrockneten Steinpilzen angebraten, angegossen und langsam schmoren lassen. Serviert wurde es mit der abgeschmeckten Grundsauce zu badischen Knöpfle und Rosenkohl.
Der Rosenkohl sollte sehr frisch sein, ganz kurz blanchiert werden (in etwas Wasser mit Natron) und dann zusammen in wenig Butter mit Speckwürfeln in der Pfanne im Rohr garen. Dabei mehrmals durchschütteln. Abschmecken und servieren.
Es wird Herbst, die Zeit der kräftigen Genüsse. Langsam färben sich die Wälder , das erste Laub liegt auf den Strassen und man fröstelt schon beim späten Nachmittagsspaziergang. An solchen Tagen wirkt eine wärmende Suppe Wunderbares.
Ich mag Suppen zu jeder Jahreszeit, aber im Herbst und Winter sind sie für mich unverzichtbar, um mich wohl zu fühlen. Darum habe ich heute cremiges Süppchen auf der Basis vom Schäufelesud mit Linsen aus le Puy gekocht. Das badische Schäufele ist ein Stück von der flachen Schweineschulter, die gepökelt und geräuchert wurde. Das Schäufele wird es in den nächsten Tagen mit badischem Kartoffelsalat geben, ein wenig davon habe ich hauchdünn heruntergeschnitten, um es in die Suppe einzulegen. Badisches cremiges Linsensüpple
100 g Linsen – als Badener fühle ich mich den Franzosen näher als den Schwaben und verzichte auf Alblinsen. Dafür nehme ich die kleinen grünen aus le Puy.
3 EL Brunoise aus Karotten, Sellerie und Zwiebel
1 Stück Lauch (nur der hellgrüne Teil) in feine Ringe geschnitten
1 Becher Schmand (oder Crème fraîche)
Butter, Mehl
1 kleines badisches Schäufele
eine 2. Zwiebel, 3 Nelken, 2 Lorbeerblatt
1 Schuss badischer trockener Weißwein (selbstverständlich geht auch mancher andere trockene Wein, wenn er nur weiß ist.)
Das badische Schäufele garen, die Zwiebel mit Nelken und Lorbeer zugeben und den Kochsud aufbewahren. Die Linsen gut waschen, vorgaren und dann im Sud nachgaren.
Die Brunoise in Butter glasig dünsten, mit Mehl bestäuben und ablöschen mit wenig heißer Brühe (oder Wasser) ablöschen, dann den Schmand dazugeben. Die vorgekochten Linsen hineinschütten, mit dem Fleischsud aufgießen und zu einem cremigen Süppchen rühren. Einen kleinen Schuss Weißwein dazugeben und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Kurz vor dem Garpunkt die Brunoise dazugeben, eine Minute vor dem Servieren noch die Lauchringen mit hineingeben. Mit hauchdünnen Scheiben vom Schäufele servieren.
„Im Folgenden ein Bericht über einige Jahre im Leben von Quoyle, geboren in Brooklyn, aufgewachsen in einem Sammelsurium öder Städte im Norden des Staates New York.“ Mit diesem Satz beginnt das Buch „Schiffsmeldungen“ von Annie Proulx.
Annie Proulx war bereits in den Fünfzigern, als sie 1988 ihre erste Kurzgeschichten-Sammlung Heart-Songs, veröffentlichte. Seitdem arbeitete sie schriftstellerisch ständig weiter und veröffentlichte vier Romane und weitere Geschichten-Sammlungen. 1999 erschien das Buch „Close Range“, Geschichten aus Wyoming. Eine Erzählung daraus hat sie auch in jenen Kreisen bekannt gemachen, die sich ansonsten weniger für amerikanische Kurzgeschichten interessieren. Es ist die Geschichte von Ennis und Jack, die die Herde eines Schafzüchters zu den Weiden am Brokeback Mountain treiben und hüten, einen Sommer lang. Dabei entdecken sie ihre Leidenschaft für einander. Das sind ihre Themen, die Ereignisse und die Auflösung des nordamerikanischen Landlebens: Bauern, Arbeiter und Viehzüchter, deren Lebensunterhalt sowohl durch die Veränderungen in der Gesellschaft als auch durch ihre eigene Sturheit zerstört wird. Proulx greift diese düsteren Themen mit einem scharfen Sinn für Humor und einem großartigen Gefühl für die Sprache auf. Ihr erster Roman, Postcards, beginnt ebenfalls wie Heart-Songs in Vermont, aber weitet sich schließlich auf das ganze Land aus, weil Proulxs Hauptfigur, Loyal Blut ein Leben lang Gelegenheitsjobs nachreist, nachdem er der Enge einer Milchviehfarm seiner Familie entflohen ist. Dieser Roman gewann den PEN / Faulkner Award. Für ihren nächsten Roman The Shipping News wurde ihr der Pulitzer-Preis und der National Book Award zugesprochen. Das Buch Schiffsmeldungen zeichnet einen unkonventionelle Blick auf Neufundland und die Menschen die dort leben. Ein Leben das sich durch den Zusammenbruch der Fischerei ändert.
In Neufundland spricht man von Hitze, wenn das Thermometer 20° C zeigt, normal sind beißende Winde, sintflutartige Regenfälle, Schneestürme, zugefrorene Buchten, vorbeitreibende Eisberge. Trotz widriger Bedingungen gelingt es den Quoyles Fuß zu fassen auf diesem rauen Eiland. Quoyle schreibt die Schiffsmeldungen für das Lokalblatt, und im Laufe eines eisigen Winters lernen die Quoyles nicht nur die kulinarischen Spezialitäten der Gegend wie zum Beispiel Kabeljaubacken und Robbenflossenpastete kennen, sondern auch die Geschichten und Geheimnisse der kauzigen neuen Nachbarn, von denen manche zu Freunden werden.
Als die Frühlingsstürme einsetzen hat Quoyle gelernt, wie man fachgerecht Kabeljau ausnimmt, wie man Boot fährt, ohne gleich zu kentern, und wie echte Neufundländer Küsse schmecken: ein bisschen nach Meersalz und Robbenflossenpastete, ein bisschen nach Glück.
„Du hast gesagt, Du hast noch nie welche gegessen. Sie schmeckt gut. Vom Schulterstück, weißt du. Nicht wirklich von den Flossen. Von der Robbe, die Ken gefangen hat. Seine letze Robbe, sagte er. Er zieht bald nach Toronto.“ Sie wollte nicht bleiben. Also stopfte Quoyle seine Kinder in ihre Jacken, ließ die Pastete ein paar Minuten lang auf dem Tisch stehen, um sie nach Hause zu fahren. Fuhr vor den Lattenzaun, ihre Hand lag auf dem Korbgriff, seine Hand auf ihrer. Die Hitze ihrer Hand hielt die ganze Strecke zurück zum Haus der Burkes vor.
Die Pastete hatte reichlich, saftiges, dunkles Fleisch in schmackhafter Sauce. Aber Sunshine aß nur die Kruste, sie wollte schleunigst zurück zu ihren Wachsmalstiften. Ein Punktkreuz auf einer Seite voller Wellenlinien. „Das ist Bunny“, sagte sie, „wie sie übers Wasser fliegt.“ Und lachte, das ihr Mund weit aufging und ihre Zähnchen zu sehen waren.
In der Nacht aß Quoyle das ganze Ding auf und leckte die Form aus, eine Zunge wie ein Spüllappen. Stand noch mit der Backform in der Hand da, als die Tür aufging und Wavey hereinkam.
„Henry schläft bei Dad“, sagte sie. „und ich schlafe hier“. Atemlos vom Rennen.
Echte Neufundländerküsse in jener Nacht, gewürzt mit Robbenflossenpastete.
Da man hier so schlecht Robbenflossen oder Kabeljaubacken bekommt, bereite ich hier ein anderes Kabeljaurezept zu, das es so vielleicht auch schon einmal in Neufundland gab. Kabeljaufilet mit Petersilkruste auf Erbspüree mit einer Zitronen-Butter-Sauce
Zutaten
4 Kabeljaufilets ohne Haut (225g pro Stück)
75g Butter
2 Schalotten fein geschnitten
2 Handvoll gehackte Petersilie
4 Scheiben Brot in Paniermehl
Salz und Pfeffer
Erbspüree:
400 g gefrorene Erbsen
1 EL Butter
1 kl. Zwiebel
50 g Sahne
Salz, schwarzer Pfeffer und Zucker
Zitronen-Butter Sauce:
225g Butter
Saft einer Zitrone
50ml Hühnerbrühe
1 Schalotte feingehackt
Salz und weißer Pfeffer
Den Ofen auf 180° C vorheizen.
Die Butter in einer Pfanne erhitzen und die fein gehackten Schalotten hinzufügen und solange köcheln bis sie weich sind. Danach die Semmelbrösel und die Petersilie hinzugeben und mit Salz und Pfeffer würzen. Gründlich mischen.
Die Fischfilets auf Pergamentpapier auf ein Backblech legen und dann auf jedes Fischfilet ein Viertel der Paniermischung fest andrücken. Nun kommt alles für 15 Minuten in den Ofen, bis der Fisch eine milchig weiße Farbe angenommen hat und die Kruste ist leicht gefärbt ist.
Für das Erbspüree dünsten wir die feingehackte Zwiebel in Butter an, geben die TK Erbsen hinzu und lassen alles gar ziehen. Danach fügen wir die Sahne, eine Prise Zucker, Salz und Pfeffer hinzu und pürieren die Erbsen mit einem Kartoffelstampfer grob. Jetzt noch einmal abschmecken.
Für die Zitronen-Butter Sauce geben wir die Butter in einem Topf, erhitzen sie mit dem Zitronensaft und der Hühnerbrühe, würzen sie mit Salz und Pfeffer. Mit einem Stabmixer erzeugen wir eine cremige Zitronen-Butter Mischung.
Das Kabeljaufilet wird auf das Erbspüree gelegt und mit der Zitronen-Butter-Sauce angegossen.
In der deutschen Ausgabe von „Schiffsmeldungen“ beginnen manche Kapitel mit Auszügen aus dem Ashley Buch der Knoten. In der Seefahrt versteht man unter dem Namen Quoyle eine „Taurolle“ – „Eine flämische Scheibe ist eine spiralige Rolle in einer einzigen Ebene. Sie wird in dieser Art auf Deck gemacht, so dass man, wenn nötig, darüber gehen kann.“
Kennt Ihr den DUT? Das ist der "Digitale Unabhängigkeitstag".
Wer von den globalen Konzernen unabhängig werden möchte schaut vielleicht mal auf die Internetseite: di.day
Bei mir läuft inzwischen LINUX!
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