Ein schnell und leicht zuzubereitendes Gericht sind Spiegeleier auf Käsekruste. Tante Melanie servierte sie als Vorspeise. Das ist aber ganz schön mächtig, und ich denke, dass diese Eier mit einem Salat eine kleine Mahlzeit ergeben. Zutaten:
125 g Semmelbrösel (Paniermehl)
125 g Butter (geschmolzen)
125 g Emmentaler (gerieben)
2 Eigelb
Salz und Pfeffer
Doppelt so viele Eier, als Esser vorhanden sind. Die Mengen im Rezept beziehen sich auf 4 Personen.
Zubereitung:
Bis auf die ganzen Eier verrühre man alle Zutaten gut und gibt es in eine flache feuerfeste Schüssel oder auf eib Backblech, je nachdem, was einem mehr behagt.
Im Ofen bei 180° C backen, bis die Masse goldgelb-bräunlich wird. Jetzt gibt man die Eier auf die Käsekruste, slazt nur den Dotter und besteut diesen mit wenig geriebenem Käse. Alles wird so lange gebacken, bis der Käse auf dem Dotter geschmolzen ist.
Nachgekocht aus „Die Küche meiner Tante Melanie“ von Manuel Gasser
Heute einmal wieder ein Rezept aus meiner badischen Wahlheimat. Als ich vor nahezu 35 Jahren an den Untersee zog, wurden Schnecken noch wild in Feld und Flur gesammelt. Einmal in der Woche kamen die Schneckenaufkäufer ins Dorf und kauften die „Jagdbeute“ auf. Auch damals gab es bereits Schneckenzuchten, die heute dominieren. Die badischen Zuchtbetriebe belieferten schon seit Jahrhunderten die Königshäuser Europas. Ebenfalls waren Weinbergschnecken bei den Mönchen im Mittelalter populär und Schneckenrezepte finden sich in vielen alten Klosterkochbüchern.
Dass Schnecken und Froschschenkel vom gemeinen Volk gegessen wurden, war aber in der Not der badischen Kleinhäusler begründet. Der Winter war hart, und die Vorräte gingen zur Neige. Fleisch war Mangelware. Wenn dann der Schnee weg war, ging man an Bächen entlang auf die Suche nach Schnecken. Die verkriechen sich im hohen Gras und halten, verschlossen mit einem Kalkdeckelchen ihren Winterschlaf. Zwei ältere Nachbarn erzählten mir, wie sie als Kinder gehen mussten, um Frösche und Schnecken zu sammeln, die die Mutter dann zubereitete. In mageren Zeiten hatte das Fleisch der zierlichen Schnecken eine kärgliche, dennoch bedeutende Proteinquelle zu bieten.
Heute müssen wir nicht mehr hungern, aber der Brauch Schnecken und Frösche zu essen ist geblieben. Da Schnecken weder als Fisch noch Fleisch gelten, werden sie besonders gern zur Fastenzeit gegessen. Diese Tradition ist besonders in der Region des Linzgau, Hegau und auf der Baar im südlichen Schwarzwald lebendig. Die Nachfrage steigt in dieser Zeit deutlich. „Ungeziefer“ heissen sie dann in der Fastenzeit. Froschschenkel dagegen findet man heute kaum noch auf den Speisekarten.
Bereits die Römer haben Schnecken gegessen, woher wohl auch ihr englischer Name „Roman snail“ stammt. Im Mittelalter galten Schnecken in den Klöstern als deliziöse Fastenspeise. In speziellen Schneckengärten wurden sie gezüchtet. Doch das Fastenverhalten in den Klöstern war oft nicht so ausgeführt, wie es als spirituelle Übung gedacht war. Das bekannteste Gericht, dass für Fastenzwecke erfunden wurde sind wohl die Maultaschen – oder treffender „Herrgottsbescheißerle“. In mehreren seiner Geschichten und Gedichte schreibt Wilhelm Busch zum Fastenverhalten des Klerus und des Mönchstums. Seine Kritik dazu war so prägnant, dass manche seiner Geschichten in Österreich verboten wurden. In ihnen wird die „Last des Fastens“ hervorgehoben.
Man rechnet meistens zu den Lasten
Das kirchliche Gebot der Fasten;
Man fastet, weil man meint, man muss.
Für Toni aber war’s Genuss! –
Bouillon und Fleisch und Leberkloß,
Das war ihm alles tutmämschos.
Dagegen jene milden Sachen,
Die wir aus Mehl und Zucker machen,
Wozu man auch wohl Milch und Zimt
Und gute, sanfte Butter nimmt – –
Ich will mal sagen: Mandeltorten,
Dampfnudeln, Krapfen aller Sorten,
Auch Waffel-, Honig-, Pfannekuchen –
Dies pflegt‘ er eifrig aufzusuchen.
Inzwischen haben die Schnecken keine Bedeutung mehr als Fastenspeise. In einer Zeit, in der Fasten als Heilmittel und Schlankmacher betrachtet wird, tritt die spirituelle Bedeutung des Fastens immer mehr in den Hintergrund. Seit diese Schneckenart in freier Wildbahn selten geworden ist, wurde die Zucht der Weinbergschnecke immer wichtiger. In Deutschland steht die Weinbergschnecke sogar unter Artenschutz.
Da die Zubereitung sehr aufwendig ist, mache ich es mir einfach, ich kaufe die Schnecken fix und fertig in der Dose. Wer die Zubereitung von Grund auf ausprobieren und ein weitres Rezept möchte, dem sei dieser Link zu Blog Chez Marlies empfohlen.
Zutaten:
2 EL Butter
1 Knoblauchzehe
1 EL feingewiegter Schalotten
24 Weinbergschnecken aus der Dose
150 g Kartoffeln, geschält und gewürfelt
1/4 l badischer Grauburgunder
1/2 TL Salz
weißer Pfeffer
1 EL gehackter Estragon
150 g gekochten Schinken (0,5 cm Scheibe in 5 mm Würfel geschnitten)
200 g Champignons gewürfelt
200g Rahm
1 EL gehackte Petersilie
Zubereitung
Die Butter in einer Kasserolle auslassen und die Schalotten- und Knoblauchwürfel darin anschwitzen. Die Kartoffelwürfel, das Estragon und die Schnecken zugeben und kurz mitdünsten.
Mit Wein ablöschen, den Schneckensaft dazugeben und mit Salz und Pfeffer würzen. Für weitere 15 Minuten sieden lassen.
Die Schinken- und Champignonwürfel mit der Sahne dazugeben und nochmals 5 Minuten sieden lassen.
Abschmecken und vor dem Servieren die Petersilie zugeben.
Es ist nun wirklich Frühling und seit einigen Tagen sprießen die ersten Wildkräuter, die man aber noch mit Gartensalaten ergänzen kann. Bärlauch, Brunnekresse und Löwewnzahn sind die Frühlingsboten im Salat.
Dazu gab es confierte Entenmägen. Zutaten
gemischte Wild- und Gartensalate
leicht säuerlich, fruchtiges Dressing nach Wahl
500 g Entenmägen
250 g Entenschmalz
Salz und Pfeffer
Zubereitung
Sofern noch nicht geschehen, entfernt man zuerst vom Entenmagen die Magenhaut, die sehr zäh und unappetitlich ist.
Die Entenmägen während drei Stunden bei 80° C in heißen Entenfett confieren und danach komplett vom Fett bedeckt für mindestens 24 Stunden kalt aufbewahren.
Die confierten Entenmägen vom Fett befreien und sie in feine Scheibchen schneiden. In wenig vom Entenfett gut 3 – 5 Minuten scharf braten und mit Salz und einer Spur Pfeffer würzen.
Danach gibt man sie heiß und knusprig über den fertigen Blattsalat!
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