Pesto Modenese

Jedes Jahr öffnet in Rielasingen nahe zu Singen am Hohentwiel im November für ca. ein halbes Jahr die Orangenhütte von Thomas Wild. Nun ist der Name Orangenhütte nicht so ganz richtig, denn neben einer großen Zahl naturbelassener Südfrüchte werden hier allerlei Spezialitäten aus Italien und Portugal angeboten. Von all diesen Köstlichkeiten schätze ich die Produkte von Silvano Mori am meisten.

„Die frische trockene Luft der maremmanischen Hügel und die sorgfältige handwerkliche Verarbeitung tragen dazu bei, dass der Name Mori inzwischen in ganz Europa für Produkte von außergewöhnlicher Qualität steht.“ So bewirbt dieser Familienbetrieb seine Produkte. Unter diesen Produkten dürften die verschiedenen Salamis das Bekannteste sein, was Thomas Wild in seiner Hütte anbietet.

Der bescheidene Metzger Silvano Mori aus dem maremmanischen Örtchen Torniella stellt nicht nur nach sorgfältigsten traditionellen Methoden beste Wurstwaren aus Schweine- und Wildschweinfleisch her. Er ist außerdem niemand Geringeres als Salumi-Lieferant des britischen Königshauses. Prince Williams Lieblingssalami ist Moris Trüffelsalami, Herzogin Kate favorisiert die Rotweinsalami mit Morellino di Scansano. Nebenbei bemerkt, die Trüffelsalami ist auch die Lieblingssalami meines Sohnes Fabian.

Doch darum geht es dem Mann bei allem Stolz über seinen royalen Erfolg freilich gar nicht. So hochpreisig seine Produkte bei Harrods in London auch verkauft werden mögen, vor Ort in Torniella ist alles wie immer geblieben.

Vor einige Wochen fand ich dann in der Orangenhütte ein Produkt, dass Herr Wild zuvor noch nie angeboten hatte: einen wundervollen Lardo aus der Metzgerei Mori. Die Reifung erfolgt unter Zugabe von Salz und Kräutern. Dieser Bauchspeck ist so zart, dass er auf der Zunge zergeht. Besonders gut schmeckt er dünn geschnitten auf warmen Brotscheiben.

Diätfreundlich ist der Speck sicherlich nicht, aber ein Hochgenuss, wie auch immer man diesen großartigen Bauchspeck verarbeitet. Diesmal habe ich aus einem Teil des Specks ein Pesto Modenese zubereitet. Dieses würzige Speckpesto ist eine traditionelle Beilage aus der Region Emilia-Romagna. Es ist einfach und schnell zuzubereiten und passt zu Teigwaren und zum Verfeinern aller möglichen Gerichte. Ich selber schätze es im Naturzustand auf einer in Olivenöl gerösteten Scheibe italienischen Weißbrots..

Für das Rezept, dass ich gefunden hatte, braucht man:
1/2 Pfund Lardo
1/2 Tasse Parmigiano-Reggiano
1 Knoblauchzehe
2 EL Rosmarin und Thymian gehackt
1 Teelöffel schwarzer Pfeffer, grob gemahlen

Das Ganze sollte man mit einem Stößel im Mörser zu einer feinen Creme verarbeiten. Das war mir zu viel Arbeit und ich habe es in wenigen Minuten in der Küchenmaschine gemacht.

Mit einer Folie abgedeckt, hält sich das Pesto im Kühlschrank gut eine Woche.

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Seeteufel im Wirsingmantel mit weißen Bohnen und Zitronensauce

Dies Seeteufel-Rezept ist einfach, aber unglaublich effektiv. Der Fisch ist vor dem Grillen in Wirsingblätter gewickelt, dann serviert mit zitronigen weißen Bohnen und einem scharfer Fenchel Dressing.

Zutaten
2 Seeteufelfilets mit einem Gewicht von ca. je 160g, 2 Wirsingblätter, groß genug, um jedes Stück Seeteufel zu umwickeln, oder eine Handvoll kleinere Wirsingblätter, 200g weiße Bohnen, gekocht: für die Bohnen ein Bouquet garni, Nelken, Knoblauch und eine Zwiebel, 1 Zitrone, abgerieben und entsaftet, Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer, Natives Olivenöl extra
für das Fenchel-Zitronen-Dressing
1/2 Fenchelknolle, fein gehackt, 2 EL Fenchelwedel, fein gehackt, 1/2 Zitrone, geschält, Kerne entfernt und fein gehackt (Saft aufbewahren), 1/2 Schalotte, fein gehackt, Natives Olivenöl extra, Salz

Zubereitung:
Die Bohnen einen Tag vorher in genügend Wasser aufquellen und über Nacht stehen lassen. Das Wasser wechseln und die Bohnen mit einem Bourquet garni, einer Zwiebel, 2 Nelken und einigen Knoblauchzehen garen.

Die äußeren Wirsingblätter auslösen und blanchieren. In eiskaltem Wasser abschrecken und danach trocken tupfen. Die groben Rippen entfernen.

Den Seeteufel mit Salz, Pfeffer und einem Schuss Olivenöl würzen. Jedes Stück fest in die Wirsingblätter wickeln und alles mit Zahnstochern befestigen.

Alle Zutaten für das Fenchel-Zitronen-Dressing in einer Schüssel vermengen. Mit Öl, Zitronensaft und Salz abschmecken.

Die Bohnen in eine Pfanne geben und mit Olivenöl, Zitronensaft, Schale und Salz abschmecken. Bei schwacher Hitze erwärmen.

Eine Grillpfanne bei starker Hitze erhitzen. Den Seeteufel von jeder Seite 3 Minuten garen, bis er gar ist. 2 Minuten ruhen lassen.

Zum Servieren die warmen Bohnen auf einen Teller geben, jedes Stück Seeteufel halbieren und auf den Bohnen anrichten. Die Zitronensauce darüber verteilen, dann mit Olivenöl beträufeln.

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Bosnien Rückblick

Inzwischen ist einige Zeit vergangen und der Schlachttag in Kiseljak ist Vergangenheit. Doch nicht so ganz. In diesen Tagen erreichten mich Bilder vom Hausgeräucherten und diese Bilder möchte ich nicht vorenthalten.

Hausgeräuchertes der Familie N.

Ich freue mich schon auf das Frühjahr, wenn ich dann bestimmt etwas davon probieren darf.

Doch zum vorläufigen Abschluß meiner bosnischen Rezepte ein Dessert:

Tufahije – eine bosnische Nachspeise

Also bosnisch klingt das nicht. Es ist ja auch einleuchtend, denn wieder einmal haben wir es mit einem Rezept zu tun, dass die osmanischen Eroberer mitgebracht habe. Trotzdem ist Tufahije ohne Zweifel eine der beliebtesten Süßigkeiten der traditionellen bosnischen Küche.

Dieses Dessert wird aus  pochierten Äpfeln, gefüllt mit Walnüssen oder Mandeln und Schlagsahne zubereitet. Es wird kalt serviert und vorher etwas dekoriert – zum Beispiel als krönender Abschluss eine Kirsche oder Nuss oben auf.

Tufahije ist, wie andere süße Spezialitäten aus Bosnien und Herzegowina, meist eine lokale Versionen türkischer Süßigkeiten. So kann man sich viele Desserts in der bosnischen Küche nicht ohne die großen Mengen Zucker vorstellen, in dem der Kuchen schwimmt, oder sie enthalten Früchte, Nüsse, Haselnüsse und Mandeln.

Es ist faszinierend wie sich die Kultur und Traditionen einer Nation weitgehend in ihrer Küche widerspiegeln können. Aber so sehr auch Tufahije  mit der osmanischen oder persischen Küche Gemeinsamkeiten hat , ist diese Süßspeise auf seine Art etwas Besonderes.

Tufahije

Zutaten für 4 Personen:
6 – 8  Äpfel
1 Liter Wasser
200 g Zucker
2 Tütchen Vanillezucker
Saft von 1 Zitrone
150 g gemahlene Walnüsse
100 ml Sirup (Wasser, in dem Äpfel gekocht wurden)
100 g Schlagsahne

Zubereitung:
Wasser und 100 g Zucker zum Kochen bringen. Die Äpfel schälen und mit einem Kerngehäuse-ausstecher, das Innere großzügig entfernen.

Die Äpfel in das heiße Wasser geben und so lange kochen, das sie bei Daumendruck leicht nachgeben, aber nicht zu weich sind. 

Mit einem Schaumlöffel aus dem Wasser nehmen und auf ein kleines Backblech legen.

Dem Wasser, in dem die Äpfel gekocht wurden, zusätzlich 100 g Zucker, 2 Vanillezucker und den Saft von 1 Zitrone hinzu geben. Den Sirup 5 Minuten kochen, dann vom Herd nehmen.

Gemahlene Walnüsse mit diesem Sirup mischen und etwas ausquellen lassen. Dann die Äpfel mit der vorbereiteten Nussmasse füllen. 

Das Dessert wird kalt serviert. Vor dem Servieren etwas Sirup auf die Äpfel träufeln, eine Sahnehaube aufsetzen und dekorieren.

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