Pierogi z miesem

Piroggen mit Fleischfüllung

Die polnische Küche hat mich immer wieder überrascht und glücklich gemacht. Einmal kaufte ich mir in London ein polnisches Kochbuch mit der Absicht, einen tieferen Einblick in diese oft sehr reichhaltige Küche zu bekommen. Dann verstaubte das Buch unter den vielen anderen im Regal in der Küche. Zwischenzeitlich habe ich ein Rezept veröffentlicht, dass ich im Food Blog von Iza Kulińska gefunden habe. Ein Rezept, das mich und meine Gäste begeistert hat. Wieder verging eine Weile, bis ich wieder auf die polnische Küche gestoßen bin. Das war vor wenigen Wochen in Berlin. Polen ist so nah, seine Küche blieb mir trotzdem immer fern.

Gleich am ersten Abend meines Aufenthaltes gingen mein Sohn und ich in einen polnischen Imbiss. Das Polish Dainty in der Invalidenstraße 34 bietet eine große Auswahl an Pierogi nach einem 120 Jahre alten Familienrezept. Ich muss sagen, es hat wirklich gut geschmeckt, und wie die meisten polnischen Gerichte hat es auch rundherum gesättigt.

Manche behaupten, Piroggen seien durch Marco Polo nach Polen gekommen (was allerdings ein Mythos ist), und das älteste schriftliche polnische Rezept stamme aus dem Jahr 1682 (was stimmt). Kurz gesagt: Diese Gerichte haben Tradition, und wer sie verunglimpft, tut dies nicht gut.

In den letzten Tagen habe ich meine Schubladen aufgeräumt und finde einen der Küchenhelfer, die man kauft und eigentlich nie braucht. Vor Jahren habe ich in Tschechien so ein Plastikteil gekauft, mit dem man Pierogie ganz einfach füllen und formen kann. Ich hatte es schon vergessen. Ein Rezept hatte ich nicht, aber so etwas lässt sich ja leicht im Internet finden. Fündig wurde ich bei Magda und Maciek, ein Paar mit zwei kleinen Mädchen, die mal Küchenhelfer und ein anderes mal Wegelagerer sind.

Wer sich für das Rezept interessiert, geht auf den Link und findet die Zutaten und die Zubereitungsweise. Mir gefielen die Pierogi z miesem (Pierogi mit Fleischfüllung) und ich habe sie ausprobiert. Ich habe sie zusätzlich mit einer Pilzsauce angerichtet, so wie ich es in Berlin gegessen habe. Es schmeckte wundervoll.

Pilzsauce

Eine Tasse gemischte getrocknete Pilze in heißem Wasser einweichen. Nach 30 Minuten herausnehmen, ausdrücken, klein schneiden und das Einweichwasser beiseite stellen. 250 g braune Bio-Champignons in Scheiben schneiden und in heißem Butterschmalz scharf anbraten, so dass sie schnell die Flüssigkeit verlieren. Eine kleine Zwiebel in feine Würfel schneiden und mit den eingeweichten Pilzen zu den Champignons geben. Salzen und weiter auf hoher Hitze garen. Wenn die Zwiebeln Farbe annehmen, mit einem gestrichenem EL Mehl bestäuben, unterrühren und mit 1 dl Rahm aufgießen. Wenn die Saucenmasse anfängt einzudicken, immer wieder etwas vom Einweichwasser dazugeben. Zum Abschluss mit Salz, Muskat und Pfeffer abschmecken.

Ich hoffe, ich vergesse in Zukunft nicht, weiter in der polnischen Küche zu forschen.

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In Bier eingelegte Zwiebeln

Dieses Rezept mit in Bier eingelegten Zwiebeln ergibt eine köstliche, säuerliche Beilage, die sich perfekt zum Servieren mit Fisch eignet. Der eingelegte Geschmack ist nach  48 Stunden optimal; die Reste können bis zu 3 Wochen in einem sterilisierten Glas im Kühlschrank aufbewahrt werden.

4 große Zwiebeln
1 l Bitterbier
500 ml Weißweinessig
200 g brauner Zucker
4 EL Honig
20 Wacholderbeeren
8 Zweige frischer Thymian

Die Zwiebeln schälen und in Viertel schneiden und die einzelnen Schichten trennen.

Bier, Essig, Zucker, Honig, Wacholder und Thymian in einem kleinen Topf verrühren und aufkochen. Die Zwiebeln hinzugeben und vom Herd nehmen.

Mit Frischhaltefolie abdecken, damit die Zwiebeln dämpfen und in der Flüssigkeit leicht weich werden. Die Zwiebeln in der Flüssigkeit abkühlen lassen, bevor sie bei Raumtemperatur serviert werden können.

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Filets von der Flunder auf mediterraner Gemüsesauce

In den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts – noch in der Nachkriegszeit – kamen immer mal wieder Flundern auf den Tisch. Obwohl 2017 die Flunder als Fisch des Jahres ausgewiesen wurde, ist sie heute kaum noch als Speisefisch auf den Tellern. Sie ist kleiner als ihre nahe Verwandte die Scholle und wird oft als Beifang zurück ins Meer geworfen. Das ist nicht gut, denn viel Beifang verendet dann im Meer.

In ganz alten Zeiten wurde die Flunder nicht nur in den Küstengewässern der Nord- und Ostsee gefangen, sondern auch in Flüssen geangelt. Damals schwamm die Flunder noch vom Meer flussaufwärts, was heute durch die vielen Wehre unmöglich ist.

Als Kinder haben wir oft ein Lied von der Liebe zwischen einem Hering und einer Flunder gesungen:

In einen Harung jung und schlank
Zwo, drei, vier, sit, tata, tirallala
Der auf dem Meeresgrunde schwamm
Zwo, drei, vier, sit, tata, tirallala
Verliebte sich o Wunder
‚Ne olle Flunder, ’ne olle Flunder
Verliebte sich o Wunder
‚Ne olle Flunder.

So eine alte Flunder ist nun einmal keine Schönheit und hat dann auch wenig Chancen, vom Hering erhört zu werden. Doch die Flunder im Lied, findet auf dem Meeresgrund ein Goldstück und wurde dadurch auch begehrenswert.

Eben drum, weil sie keine Schönheit ist und eine rauere Haut mit Flecken wie Rost hat, habe ich die beiden Exemplare, die ich hatte, filetiert. Man kann natürlich die Haut mitessen, aber das ist nicht jedermanns Sache. Hinzu kommt, dass die Flunder ein festes Fleisch hat und nicht so leicht zerfällt.

In meiner Kindheit kannte ich die Flunder nur im Ganzen gebraten mit Speckwürfeln nach Finkenwerder Art oder bei besonderer Gelegenheit mit Krabben. Das hieß dann nach Büsumer Art.

Diesmal wollte ich den Fisch mit einer mediterranen Gemüsesauce zubereiten. Und es sollte schnell gehen, da ich keine Lust hatte, bei der Sommerhitze in der Küche zu stehen. Dafür habe ich auf Konvenienz Produkte zurückgegriffen, die für solche Tage ich immer auf Vorrat habe. Ich möchte darauf hinweisen, dass dies Rezept keine honorierte Werbung ist, sondern ich erwähne den Hersteller, weil ich von der Qualität überzeugt bin. Die Datterini genannten kleinen, länglichen Tomaten zeichnen sich durch eine herrliche Süße und fleischige Textur aus.

Zutaten für zwei Personen:
2 Flundern filetiert (das Filetieren übernimmt der Fischhändler gerne für ungeübte Köchin(e)n)
1 Zitrone
1 Ei mit etwas Milch verquirlt
Salz und Pfeffer
Mehl
Öl zum Braten

1 kleine Zwiebel gewürfelt (bevorzugt: eine rosa Roscoff-Zwiebel)
1 Knoblauchzehe gewürfelt
1 kleine Dose Datterini von Mutti
1 Bouquet garni (oder zwei, drei Zweige Thymian, 1 Lorbeerblatt, 1 Zweig Rosmarin)
Oliven ohne Stein, grob zerkleinert
2 EL Kapernäpfel
1 kleines Glas Artischockenherzen
2 cl Noilly Prat
Salz und Pfeffer
2 EL große Kapern
wenig Mehl zum Mehlieren der Kapern
Öl zum Frittieren der Kapern

Zubereitung:
Die Fischfilets säubern, salzen, pfeffern und mit Zitrone beträufeln. Die Garzeit beträgt nur wenige Minuten. Darum den Fisch beiseite stellen, bis er gebraten wird.
Olivenöl nicht zu stark erhitzen. Das Bourget garni hineingeben, damit sich die Aromen entfalten.
Die Zwiebelwürfel darin anziehen lassen, bis sie glasig sind, dann die Knoblauchwürfel dazugeben.
Der Knoblauch darf nicht bräunen, vorher geben wir die Olivenwürfel, Kapernäpfel, Artischockenherzen und die Datterini dazu. Leicht köcheln lassen. DasBouquet garni herausnehmen und die Sauce mit Noilly Prat,Salz und Pfeffer abschmecken.

Öl in einer Pfanne und sehr wenig Frittieröl in einem kleinen Topf erhitzen.
Die Kapern in Mehl wenden.
Den Fisch durch das verquirlte Ei ziehen, mehlieren und von beiden Seiten in der Pfanne braten, bis er eine leichte braune Kruste hat. In der gleichen Zeit, die Kapern frittieren.

Die Flunderfilets auf dem mediterranem Gemüse anrichten und mit den frittierten Kapern bestreuen.

Dazu reiche ich als Beilage Zitronenrisotto.

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