Brotstrudel mit Kochkäse

Begonnen hat es mit einer Frage, die mich schon lange umtreibt: Wieso isst man in manchen Gegenden der Welt einfach besser als in anderen? Warum hat sich zum Beispiel in den Niederlanden nie eine nennenswerte Esskultur herausgebildet, während man in Frankreich hervorragend speist? Wieso ist das Essen in Japan sensationell, nicht aber in Niedersachsen? Es ist noch verwunderlicher, wenn diese Gegenden nicht weit auseinander liegen. Wieso zum Beispiel ist das Essen in Italien besser als in Österreich?

Ich glaube, einer der Gründe, warum das Essen in Italien so gut ist, ist der Respekt, der sich vor altem Bauernessen gehalten hat. Italienische Köchinnen, vor allem auf dem Land, schmoren mit Leidenschaft Bohnenpüree mit Zichorien, rühren Polenta, köcheln stundenlang simple Suppen, oder rollen diverse Pastaformen von Hand. Im Unterschied zur schlechten alten Zeit tun sie das nicht, weil sie müssen, sondern weil sie wollen. Mit mehr Muße, Hingabe und qualitativ deutlich besseren Zutaten. Weil keiner mehr verhungern muss, können sie sich statt auf Menge und Kosten auf den guten Geschmack konzentrieren.

Die Speisen sind einfach und wurden über Jahre perfektioniert. Die Zutaten sind so günstig, dass man die höchster Qualität verwendet. Das Ergebnis ist dann aber nichts für Fine Dining, und selten ein lebensveränderndes Geschmackserlebnis, aber oft liebevoll zubereitetes Wohlfühlessen.

Ich glaube, das auch im restlichen Europa einige Regionen ein großes Potential haben, alte Rezepte zu perefektionieren. Darum noch ein wunderbares, altes Rezept aus der Steiermark, das ich in verschiedenen Variationen besonders gerne mag. Ursprünglich war es gedacht, um alte Brotreste so zubereiten, die auch noch hervorragend sättigten. Heute kann man die Zutaten wählen und daraus ein Genussessen bereiten. Man muss nicht unbedingt altes Brot verwenden, wobei das sogar zum Vorteil werden kann. Bevor Brotreste ganz hart werden, schneide ich sie in Würfel und sammel sie. Durch die Vielfalt verschiedener Brotsorten bekommt der Brotstrudel einen besonders guten Geschmack. Sollte der Brotstrudel ganz echt sein, muss man „Ennstaler Steirerkas“ verwenden. Ein regionales Produkt, dass es auch weitgehendst geblieben ist. Der pikant-würzige Ennstaler Steirerkas ist ein Sauermilchkäse, der nach traditionellem Rezept hergestellt wird.   Er besteht aus saurer Magermilch, die in großen Kupferkesseln aufgekocht wird. Der daraus entstandene „Kasbruch“ wird mit Leintüchern abgeschöpft und die Molke herausgepresst. Dann wird der Käse gesalzen, gepfeffert und in eine Form gedrückt. Bei der Herstellung werden Edelpilz-Kulturen verwendet, die unterschiedliche Farbbilder beim fertigen Käse entstehen lassen.

Leider kann man diesen Käse ausserhalb der Steiermark kaum kaufen. Man kann in diesem Rezept aber auch einen anderen Sauermilchkäse, oder auch einen rezenten (Rässkäse) Bergkäse verwenden. Ich habe solch einen Strudel auch schon mit Münsterkäse überbacken.

Vorweg: Strudelteig selbst ausziehen ist gut und schön, fertig gekauft ist geht es einfacher.

Zutaten: Strudelteig, 400 g Knödelbrot, 4 Stück Eier, 0,4 l Milch, 80 g Butter, 300g Sauermilchkäse, Salz, Pfeffer, frische Kräuter, wie z. B. Petersilie

Zubereitung:
Knödelbrot (oder verschiedene Stücke vom älteren Brot, die man nach und nach gesammelt hat und vorsorglich im noch weichen Zustand in kleinere Stücke geschnitten hat) in eine große Schüssel geben, Milch mit den Eiern verrühren, zum Brot geben, würzen, ca. 25 Minuten ziehen lassen.

Butter erwärmen, Käse grob reiben, Petersilie fein schneiden und zur Brotmischung geben.

Den Strudelteig ausziehen, mit Butter bestreichen und füllen.

Mit Ei bestreichen und bei 175° C ca. 45 Minuten im Rohr backen.

Der Brotstrudel in Scheiben geschnitten und im Rohr gegrillt kann zu allerlei Beilagen serviert werden und ist auch eine hervorragende Suppeneinlage.

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Kaiserwald-Kartoffelsuppe mit Pilzen

Diese Suppe hat schon manchen hungrigen Magen gesättigt, denn sie wurde schon von böhmischen Großmütter zubereitet. In einer Zeit, in der Lebensmittel noch sehr kostbar waren, verstanden sie es, aus einfachen Zutaten eine Suppe zuzubereiten, die die Seele wärmt. Serviert bekam ich diese Suppe das erste mal in Březová-Sokolov, ein kleiner verborgener Weiler im Kaiserwald zwischen Marienbad und Karlsbad. Als ich dann heute Morgen Pfifferlinge auf dem Wochenmarkt fand, stand der Entschluss fest, sie nachzukochen.

Früh am Morgen im Kaiserwald nahe Kladska

Die Kombination aus Kartoffeln, Wurzelgemüse und getrockneten Pilzen ergibt einen reichhaltigen Geschmack, der uns an unsere Kindheit erinnert. Meist wurde diese Suppe ausschließlich aus getrocknete Pilzen zubereitet. Wer frische Pilze zu Hause hat, kann diese natürlich auch mit kochen!

Kartoffeln und Pilze sind definitiv zwei Zutaten, die eine optimale Grundlage für eine äußerst beliebte Kartoffelsuppe geben. Während sie vor sich hin köchelt, duftet es in der Wohnung nach Wurzelgemüse und Pilzen, und ihr Aroma ruft Erinnerungen an zauberhafte Ausflüge in den Wald wach. Nun muss ich aber gestehen, dass ich zwar gerne im Wald bin und dessen Gerüche liebe, trotzdem kein Pilzsammler, geschweige ein Pilzkenner bin. Ich wende mich vertrauensvoll an jene Frauen, die mit Körben voller Pilze auf dem Markt ihre Ware feilbieten. Dort decke ich mich für den Winter ein und fahre dann reich beladen zurück an den Bodensee.

Zutaten:
4 Kartoffeln, 2 Karotten, 1 Stück Wurzelpetersilie, 1 Stück Sellerie, 2 Zwiebeln, 2 EL Butter, 1 EL Mehl, 2 Handvoll getrocknete Pilze, 1 TL Salz, 1 TL Majoran, 3 Knoblauchzehen, 1 Prise Muskatblüte, 1/2 TL gemahlener Kreuzkümmel, 1 Lorbeerblatt, 4 Kugeln Piment

Zubereitung:
Kartoffeln und Wurzelgemüse putzen und in Stücke schneiden. Die Zwiebel fein hacken und in Butter anbraten, bis sie hellgolden ist. Mit Mehl bestäuben, etwas zerstoßenen Kreuzkümmel hinzufügen und eine helle Mehlschwitze herrichten.

Etwa einen Liter heißes Wasser aufgießen und das vorbereitete Gemüse, Lorbeerblatt, Piment, zerstoßenen Kreuzkümmel und getrocknete Pilze hinzufügen.

Salzen und etwa 20 Minuten kochen, bis alles weich ist. Zum Schluss mit Majoran, zerdrücktem Knoblauch und Muskatblüte würzen und noch einige Augenblicke kochen lassen.

Mit frischem Brot servieren.

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Kartoffelpüree – einmal etwas anders!

Kartoffelpüree ist eine der gängigen Beilagen zum Essen. Kinder lieben es, es passt zu vielerlei Gerichten und mit einer Sauce wird es fast zu einem eigenständigen Essen. Eine Beilage, die sehr oft auf dem Teller vorhanden ist. In der Regel wird Kartoffelpüree auf traditionelle Weise zubereitet, also mit Milch, Butter oder Sahne. Man könnte es nach „Hausfrauen Art“ nennen. Es gibt aber auch neue Wege und aus einem gewöhnlichen Püree wird ein Gericht, das einem Sternerestaurant würdig wäre! Gewöhnliche Kartoffeln werden außergewöhnlich, ohne dafür spezielle oder erlesenen Zutaten zu verwenden.

Generell ist für den Geschmack des Pürees die Kartoffelsorte entscheidend. Es sollte möglichst eine mehlig kochende Sorte verwendet werden. Wenn man denn bekommt, würde ich die Sorte „Institute de Beauvais“ vorziehen, andererseits ist die „Agria“ eine weitverbreitete ältere Sorte, mit einem angenehm kartoffeligen Geschmack. Bei Hausfrauen dürfte die „Bintje“ die bevorzugte Sorte sein. Wichtig ist vor allem, dass die verwendete Sorte eine stärkehaltige Konsistenz und einen milden, erdigen Geschmack hat.

Das Besondere an diesem Püree, das anders ist, besteht nicht so sehr darin, dass man viel Butter hinzufügt, sondern dass man sie in einer kleineren Menge verwendet und Buttermilch oder Kefir hinzufügt. Das macht einen enormen Unterschied. Das Püree ist leichter, fluffiger und angenehmer im Geschmack.

Institut de Beauvais

Die zweite besondere Zutat ist grober französischer Senf, also mit ganzen Senfkörnern. Sie verleihen dem Püree Textur und zusätzlichen Geschmack. Man kann auch Dijon-Senf verwenden, aber bitte weniger verwenden, da dieser schärfer ist. Senf hebt den Geschmack von Kartoffeln perfekt hervor.

Zutaten:
0,5 kg gewaschene und geschälte Kartoffeln (Gewicht nach dem Schälen)
etwas Salz für das Kochwasser
1 EL fein geschnittene Petersilie
1 Esslöffel französischer Senf
1 Esslöffel Butter
2 Esslöffel Buttermilch / Kefir / Naturjoghurt

Zubereitung:
Es wäre müßig, die Zubereitung zu beschreiben, aber man sollte auf keinen Fall einen Handmixer zum Pürieren nehmen.

serviert mit gerösteter Kalbsleber, Zwiebel und apfel
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