Blumenkohl-Käse-Suppe

Ich liebe Suppen und esse fast täglich wenigstens eine Tasse einfache Brühe. Mit dem Herbst hat die Suppensaison für inhaltsreichere, wärmenden Suppen begonnen. In Folge werde ich einige meiner Lieblingssuppen in diesem Blog vorstellen. Eine Schale heißer Suppe nach einem Herbstspaziergang, der schon den Winter ahnen lässt, wird mich in der kalten Jahreszeit innerlich wärmen und ein Gefühl von Behaglichkeit verbreiten.

Blumenkohl mit Käse entfaltet in vielen Zubereitungsvarianten einen köstlichen, wohltuenden Geschmack. Heute bereite ich es ihn als Hauptbestandteil einer Suppe zu. Der Blumenkohl wird sanft in einem Gemüsefond geköchelt und bekommt zum Schluss einen guten Schuss Rahm, um eine besonders cremige Konsistenz zu erhalten. Gewürzt wird die Suppe mit Käse: zum Beispiel mit Cheddar und Parmesan oder einem würzigen, gut gereiftem Bergkäse. Das kann man anpassen und jeder nimmt seine Lieblingskäsemischung. Als Kontrast gibt es dazu knusprig, herrlich butterige, mit Parmesan überzogene Croutons, die wir über die cremige Suppe streuen.

Zutaten:
Gemüseabschnitte für den Gemüsefond, Pflanzenöl zum Braten, 1 Zwiebel, gewürfelt, 2 Knoblauchzehen, in Scheiben geschnitten, 2 Zweige Thymian und einige Blätter zum Garnieren, 1 kleiner Blumenkohl, 500 ml Gemüsefond, 200 ml Rahm, 150 g Bergkäse (oder eine andere Sorte Käse), gerieben, 20 g Parmesan, gerieben, 1 Teelöffel Dijon-Senf, 1 Schuss Weißweinessig, 1 Schuss Worcestershiresauce (wer es mag!), Salz, Pfeffer

2 Scheiben Brot, gewürfelt, 70g Butter, 2 Zweige Thymian, 1 Knoblauchzehe, zerdrückt, 10 g Parmesan, fein gerieben, schwarzer Pfeffer, 1 Schuss Olivenöl zum Beträufeln

Zubereitung:
Den Gemüsefond koche ich aus allerlei Gemüseabschnitten, die täglich so anfallen. Gemüseabschnitte und -schalen werden ständig für einen Fond gesammelt und ausgekocht.

Einen Schuss Pflanzenöl in einer großen Pfanne erhitzen und die Zwiebel und den Knoblauch mit einer Prise Salz darin dünsten, bis sie weich und farblos sind.

In der Zwischenzeit den Blumenkohl in kleine Röschen schneiden und den Strunk fein schneiden. Mit dem Thymian in die Pfanne geben und mit Gemüsefond bedecken. 20 Minuten köcheln lassen oder bis der Blumenkohl sehr weich ist

Während die Suppe köchelt, die Croutons zubereiten. Die Butter in einer Pfanne erhitzen, bis sie geschmolzen ist und zu schäumen beginnt. Den Thymian, Knoblauch und Brotwürfel hinzugeben und in der Butter braten, bis sie goldbraun und knusprig sind. Sobald sie knusprig sind, etwas Parmesan hineineiben und die Pfanne schwenken, damit der Käse an den Croutons haftet. Warmhalten!

Jetzt den Rahm, Käse und den Senf in die Suppe geben und alles mit einem Stabmixer oder in einem Mixbecher zu einer glatten Suppe verarbeiten. Abschmecken und einen Schuss Essig, Worcestershiresauce, Salz und Pfeffer hinzugeben, bis der Geschmack passt.

Die Suppe in Schüsseln oder Teller schöpfen und mit den Croutons garnieren. Dazu gebe ich einem Schuss Olivenöl, einigen Thymianblättern und eine Prise schwarzen Pfeffer.



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Faglioni in Fricassea aus der Toskana

Vor einigen Wochen machte ein italienischer Historiker Schlagzeilen in der internationalen Presse. Alberto Grandi hatte herausgefunden, dass viele Mythen um italienische Traditionsgerichte frei erfunden sind.

Mit der Cucina italiana, der traditionsreichen Küche, ist nicht zu spaßen. Gerade diese Verherrlichung des Essens stieß dem Historiker Al­berto Grandi sauer auf. Deswegen erforschte er die wahre Entstehungsgeschichte italienischer Gerichte. Was er herausgefunden hat? Alles ist fake. Die Carbonara, die Entstehungsgeschichten, sogar die kulinarische Figur der Nonna. In seinem Buch „Mythos Nationalgericht“ behauptet er, dass sich die berühmte Küche Italiens erst nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelt hat.

Nun habe ich das nicht zum ersten Mal gelesen. Vor einem Jahr erzählte ich in dem Beitrag: „Eine kurze Geschichte von Spaghetti mit Tomaten Sauce“ von Massimo Montanari, Professor für mittelalterliche Geschichte an der Universität Bologna. Er ist Wissenschaftler in Lebensmittelwissenschaften. Er begab sich auf die Suche nach den wahren Ursprüngen von Spaghetti und Tomatensauce, verfolgte seine Geschichte entlang der vielfältigen, komplizierten Wege, die seine Rohstoffe durchlaufen haben, um zu einem unverwechselbaren Element der kulinarischen Tradition zu werden. Und er kam nicht unbedingt zum gleichen Ergebnis, aber stellte er die „Cucina italiana“ ebenfalls in Frage.

Ich habe beide Bücher gelesen und besitze eine große Sammlung an Kochbüchern – oder besser gesagt: Bücher die in irgendeiner Weise mit Kochen und allem, was dieses Thema berührt, zu tun haben. Eines meiner Raritäten ist das Buch „Leaves from our Tuscan Kitchen“ von Janet Ross. Es ist das erste Kochbuch in englischer Sprache, das sich ausschließlich mit der Zubereitung von Gemüse befasste.  Die erste Ausgabe erschien 1900, war sehr erfolgreich und es folgten 11 Auflagen bis in die 30ziger Jahre.  Vor etwas mehr als 50 Jahren ist auch in einer deutschen Fassung verlegt worden. Ihr Titel: TOSKANA – Koch-Rezepte um 1900 aus Italiens Gemüse-Garten.

Das besondere an den Rezepten ist ihre Einfachheit. Man findet keine Raffinessen, sondern bodenständige Gemüserezepte, wie sie wohl in jedem Haushalt zubereitet wurden. Als ich es das erste Mal als junger Mann las, dachte ich noch: „Das hat aber wenig mit italienischer Küche zu tun.“ Dieses Gefühl schwand immer mehr, da ich oft im Piemont war und die dortige einfache Landküche lieben und schätzen lernte.

Wenn man daraus kocht, muss man sich ja nicht wörtlich an diese Rezepte halten und kann variieren. Ich mag besonders gerne grüne Bohnen nach dem Rezept „Faglioni in Fricassea“. Inzwischen wandele ich es etwas ab und bekomme ein wunderbares Gericht aus grünen Bohnen zu einem einfachen Risotto.

Zutaten:
500 g grüne Bohnen, 4 EL Olivenöl, 1 EL durchgepressten Knoblauch, 1 EL gehackte Basilikumblätter, Salz und Pfeffer (soweit das Originalrezept)

200 g kleine Pflaumentomaten, 1 EL Olivenöl, Thymian, 1 EL feingeschnittener Pancetta, 1 feingeschnittene Schalotte

Zubereitung:
Wir beginnen mit den Tomaten, denn diese brachen die längste Zeit. Die Tomaten enthäuten, halbieren und in eine Kasserolle mit dem heißen Olivenöl geben. Die Thymianblättchen aufstreuen. Bei niedrigster Hitze langsam garen, so dass die Flüssigkeit langsam einkocht und die Tomaten cremig werden.

Die Bohnen putzen, waschen und auf mundgerechte Länge schneiden. Das Olivenöl auf mittlere Temperatur erhitzen und die Bohnen dazugeben. Unter regelmäßigem Rühren im Öl garen.

Wenn die Bohnen beginnen, weich zu werden, die feingeschnittene Schalotte, Pancetta und Knoblauch zugeben und unterrühren. Weiter beständig rühren, der Knoblauch beginnt langsam zu duften. Jetzt kurz vor dem Servieren gebe ich die Tomaten und das Basilikum dazu.

Mit Salz und schwarzem Pfeffer abschmecken und servieren.

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Mistkratzerle oder Stubenküken – diesmal als Coquelet sauté Provençal

Bei meinem letzten Besuch auf dem Wochenmarkt in Mulhouse (France Grand Est / Elsass) hatte ich das Glück, einiges an gutem Geflügel angeboten zu bekommen. Ich vertraue seit Jahren dem gleichen Geflügelhändler. Eigentlich hat er immer Coquelets im Angebot, doch diesmal waren es besonders schöne aus der Normandie. Coquelets heißen in Deutschland oft Stubenküken oder aus dem alemannischen Sprachraum ist mir der Name „Mistkratzerle“ geläufig.

Die Coquelets aus der Normandie wachsen in Ställen auf und werden dort mindestens 30 Tage mit Getreide und Mais gefüttert. Das Fleisch der sehr jungen Hühner ist besonders zart und saftig und hat eine strake rötliche Färbung.

So eine Coquelet wiegt rund ein Pfund, ein halbes Kilo. Es reicht für zwei Personen, und der Rezepte dafür gibt es viele. Ich entschied mich für eine Variante, die man sicherlich „Coquelet sautè Provencal“ nennen darf. Rezepte sind keine Gesetze, sondern sollten Anregungen sein, um das Beste aus den vorhandenen Zutaten zuzubereiten.

Das „Coquelet sautè Provencal“ wird in einer Olivenöl-Butterfettmischung gebraten und erhält seine unverkennbaren Aromen von frischen Kräutern. Dazu habe ich kleine Borettane Zwiebeln aus der Emilia-Romagna, frischen lila Knoblauch aus Südfrankreich und ein Kräuterbouquet aus frischem Thymian, Lorbeer und Rosmarin genommen. Jetzt mag der ein oder andere sagen: Um Gottes willen, wo soll ich das herbekommen? Keine Sorge eine gute heimische Zwiebel und anderer Knoblauch tun es auch, nur die Kräuter sollten passen.

Natürlich braucht es noch einige andere Zutaten:
1 Coquelet ca. 500 – 650 g, 2 EL Butterschmalz, ein guter Schuss Olivenöl, 6 kleine Zwiebel, 2 Knoblauchzehen, 6 braune Bio-Champignons, 1 Glas herber Weisswein, frischer Thymian, Rosmarin und Lorbeer, 4 San Marzano Tomaten (die länglichen!)

Zubereitung:
Das Hühnchen in vier Teile zerlegen, salzen. Den Rücken werden wir nebenbei mitschmoren und der kann dann vorab abgenagt werden.

In einem schweren Bräter das Olivenöl-Buttergemisch erhitzen und die Hühnerteile rundherum anbraten. Die Kräuter, Zwiebeln (ganz lassen), feinblättrig geschnittene Knoblauchzehen und die halbierten Champignons zugeben. Mit dem Weisswein ablöschen und bei mittlerer Hitze alles sanft schmoren lassen.

Die Haut von den Tomaten abziehen (Ich denke, die Technik kennt ein jeder und ich lasse sie hier weg!), vierteln, das flüssige Innenleben und die Kerne der Tomaten entfernen. Das Tomatenfleisch in kleine Stücke schneiden und in Olivenöl langsam schmelzen. Eventuell etwas Weisswein zugeben.

Das Hühnchen ist nach 25 – 30 Minuten gar. Jetzt fügen wir noch die geschmolzenen Tomaten zu und schmecken mit Salz und Pfeffer ab.

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