Apfel-Brombeer-Zimt-Streusel

Ich habe immer noch Fallobst. Streusel mag ich auch lieber, als den Hefeboden unter dem Streuselkuchen. Warum nicht einmal Äpfel und Streusel miteinander verbinden? Das Rezept stammt aus Summerset in England.

Zutaten
Für die Füllung:
500 g gemischte Äpfel, geschält, entkernt und gewürfelt
50 g Zucker
1-2 EL Wasser
200 g Brombeeren, in dieser Jahreszeit gefroren
Schlagsahne
Brauner Zucker zum Bestreuen

Für die Streusel:
225 g Mehl
110 g Butter
110 g Zucker
1 TL gemahlener Zimt

Zubereitung
Den Ofen vorheizen auf 180 ° C vorheizen.
Die Äpfel, Zucker und Wasser in einem Topf und auf mittlerer Hitze fast zum Kochen bringen und dann köcheln lassen. Dabei gelegentlich während 5-7 Minuten umrühren, bis die Apfelstücke ganz weich sind. Diesen Apfelkompott in eine Backform geben und abkühlen lassen.
Mehl und Butter in eine Schüssel geben, dann mit den Fingerspitzen aneinander reiben, bis die Mischung grobem Paniermehl ähnelt. Zucker und Zimt unterrühren.
Die Brombeeren über die Apfel-Mischung geben und dann mit dem Streusel bedecken.
Für 30-35 Minuten backen bis die Streusel golden und knusprig sind.
Mit etwas Sahne und einer Prise braunem Zucker warm servieren.

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Gebildbrote in der Adventszeit – Kräuterprinten

Wenn das Jahr sich zu Ende neigt, kommen auch die Dank- und Gedenkfeste. Bald nach dem Erntedankfest gedenken wir an Allerheiligen und Allerseelen der Verstorbenen. Die Kinder hingegen erwarten sehnsuchtsvoll das Fest des Hl. Martin. Mit ihren Laternen ziehen sie in der Dämmerung durch die Straßen und erhalten süße Gaben. Damit neigt sich auch der kirchliche Festkreis seinem Ende zu.
Mit Ritualen haben die Menschen in der Vergangenheit versucht, sich immer wieder mit der Natur zu versöhnen. Dabei vermischten sich christliches und vorchristliches Gedankengut. Es ist spät im Jahr und bald kommt der Advent. Jetzt sucht „Sankt Nikolaus“ die Kinder heim. Der Advent ist die stillste Zeit im Jahr, wie es im Liede heißt. Es ist die Zeit der frohen Zuversicht und der gläubigen Hoffnung. Aber in der heutigen Zeit haben viele Menschen das vergessen und die Eile und die Geschäfte bestimmen ihr Leben.
Bereits im November beginnt die Adventsbäckerei. Dazu gehören in den unterschiedlichsten Kulturkreisen Gebildbrote.

Brot erfuhr über viele Jahrhunderte eine besondere Verehrung und Wertschätzung. Das Brot und Gebäck zu den kirchlichen Festtagen wurde besonders gestaltet. Für dieses Brot und Gebäck verwendete man nur besondere Zutaten wie Weizenauszugsmehl, Zucker oder Honig, Butter, seltene Gewürze und Trockenfrüchte. Meist waren die Gebildbrote aus Hefeteig. Es gab auch noch Schmalzgebackenes und Lebkuchenformen.
Im ländlichen bäuerlichen Bereich war die Herstellung der Gebildbrote im häuslichen Bereich anzutreffen, während in den Städten fast ausschließlich die Bäckereien dafür zuständig waren. In der Gegenwart wird dieser Bedarf von Schokolade- und Lebkuchenindustrie schonungslos abgedeckt.
Das bekannteste Gebildbrot ist der Nikolaus, das am 5. und 6. Dezember verschenkt und gegessen wird. Vielfältige Namen gibt es dafür. In Westfalen spricht man vom Stutenkerl. Der war auch nur echt, wenn er eine Tonpfeife hatte. Gut gereinigt von Teigresten diente er uns Jungen für erste Rauchversuche. Tabak hatten wir keinen, trockene Blätter von den Büschen mussten dazu herhalten.

Ein Motiv, das leider in Vergessenheit geraten ist, war die Abbildung der „Himmelsleiter“. Die „Himmelsleiter“ soll ein sehr altes Motiv sein, das in der Frühgeschichte zum Mittsommernachtsfest gebacken und an Knechte, Mägde und Bedürftige als Glücksbringer verteilt wurde. Auch vor Feuer sollte die Himmelsleiter schützen. Interessanterweise habe ich gerade jene Form im Café Peerbooms in Kempen wiederentdeckt. Gemeinsame Spiralen bilden die Stufen der „Himmelsleiter“. Hier heißt das Gebäck aber Neujährchen.
Ich möchte mich jedoch nicht in der Vielzahl von Gebildbroten verlieren, sondern zurück zum vorweihnachtlichen Gebäck kommen. Das bekannteste Gebildbrot ist heute der Spekulatius. Er kommt aus Westfalen und dem Rheinland – und selbstverständlich auch aus den Niederlanden und Belgien, wo er aber ganzjährig gegessen wird und nicht nur zur Weihnachtszeit. Geformt wird er mit Modeln und stellt traditionell die Nikolausgeschichte dar. Durch sortieren konnte man die Bilder legen und die Geschichte des St. Nikolaus erzählen. Inzwischen gibt es aber vielfältige Muster.
Nicht gleich als Gebildbrot zu erkennen sind die Printen. Der Name entwickelte sich aus dem englischen „print“ und dem niederländischen „prent“. Der Name bezieht sich dabei auf die Verwendung von kunstvoll geschnitzten und bedruckten Holzmodels, in die bei der Herstellung des im 15. Jahrhundert eingeführten damaligen Gebildbrotes der Teig eingelassen und gedrückt wurde.
Ursprünglich stammten die Printen unter anderem aus dem belgischen Dinant. Dort wurde der Lebkuchen in Formen gepresst und unter der Bezeichnung „Couques de Dinant“ als so genanntes Gebildbrot angeboten und gilt dort bis zum heutigen Tage als eine bekannte Spezialität der Maasstadt. Kupferschläger aus dieser Region, die sich ab dem 15. Jahrhundert aus politischen und wirtschaftlichen Gründen mit ihren Familien unter anderem im Raum Aachen niederließen, brachten ihre Tradition zur Herstellung des Gebildbrotes aus Lebkuchenteig mit. (Wikipedia)
Ich mach mir nicht die Arbeit und backe „Printen“ selber, sondern kaufe sie im bereits erwähnten Café Peerbooms in Kempen. Sie sind sehr empfehlenswert. Wer sie aber selber backen möchte – hier das Rezept für Kräuterprinten:

Kräuterprinten

Zutaten
600 g Weizenmehl
500 Zuckerrübensirup
150 g Grümmel (braun) – ist kleingebrochener Kandis
100 g Zucker
5 g Pottasche1 Prise Muskatnuss
1 Msp. Kardamomsamen (gemahlen)
1 EL Anis
1 EL Rum
1 EL Koriandersamen (gemahlen)
1 geh. TL Zimt
1 Msp. Piment
1 Msp. Natron
50 g Mandeln
1 Eiweiß
wenig Wasser

Zubereitung
Den Sirup mit dem Zucker in einem Topf erhitzen, bis der Zucker sich gelöst hat. Vom Herd ziehen. Mit dem Mehl zu einem Teig verkneten. Luftdicht verschließen und mindestens über Nacht, besser einige Tage oder Wochen an einem kühlen Ort ruhen lassen. Die Pottasche in etwas Wasser auflösen. Die Gewürze und den Grümmel unterkneten.

Den Teig knapp 1/2 cm dick ausrollen und in Rechtecke schneiden und bei 200 Grad etwa 15 Minuten backen.
Nach Wunsch mit halbierten Mandeln verzieren und die Printen vor dem Backen mit gequirltem Eiweiß bestreichen.

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Viel Kloß, viel Ehr: Wickelklöße mit Rahmporree

Der Spruch ist mir lieber als viel Feind, viel Ehr. Vereinen sich doch Freund und Feind friedlich beim Essen, und dabei wurde aus manch alter Feindschaft eine neue Freundschaft. Wie sehr ein gutes Essen vereinen kann, wie es Harmonie schafft, dafür ist der Film „Babetts Fest“ nach dem gleichnamigen Roman von Tanja Blixen das beste Beispiel.
Es gibt viele Regionen in Europa, wo es an die Ehre der Hausfrauen geht, wenn es gilt, das beste Kloßrezept zu finden. Inzwischen habe ich viele Klöße gegessen, und ich muss sagen: „Jeder Kloß zu seiner Zeit an seinem Ort war immer der beste!“
Ich hatte bereits über die wichtigsten Klöße aus Tschechien berichtet. Für einige Arten unter ihnen mag das auch übergreifend für Österreich gelten. Die Küche des „K & K Reiches“ hat sich ja gerne gegenseitig befruchtet. Heute will ich aber über eine ganz spezielle Art von Klößen schreiben: die Wickelklöße.
Es gibt sie von Franken, vorbei an Thüringen durch Sachsen bis ins Erzgebirge. Allein in Sachsen unterscheidet man verschiedene Sorten. In Franken gelten die Wickelklöße als Unterfränkische Spezialität. Hier unterscheidet man zwischen einem Kartoffelteigkloß oder einem Hefekloß. In Thüringen ist ebenfalls ein Kartoffelteig die Grundlage. Hier kommt aber unbedingt Semmelbröselbutter dazu, was die Klöße wieder gemeinsam mit den Wickelklößen aus Sachsen haben. Diese werden aber oft im Ganzen, das heißt in der ganzen Rolle (aufgewickelt!) gegart. In der Variante aus dem Erzgebirge wird der Kloßteig vor dem Aufwickeln mit gerösteten Semmelbröseln bestreut.

Heute habe ich Wickelklöße aus Kartoffelteig zubereitet mit Rahmporree. Dazu benötigen wir folgende Zutaten:
500 g Kartoffeln, mehlig kochend
60 g Butter
Mehl
1 Ei
Prise Salz
Muskat
100 g Speckwürfel ausgelassen
1 Zwiebel

500 g Porree
Vegeta *
Salz
Pfeffer
Muskat
Saure Sahne
1 EL Mehl

Zubereitung
Kartoffeln gar kochen, schälen. Durch Kartoffelpresse drücken. Masse bis lauwarm abkühlen lassen.
Ei, Butter, Salz und das Mehl unterkneten, bis der Teig nicht mehr klebt. Teig auf einer Klarsichtfolie (Dann lässt er sich später besser wickeln.) mit dem Nudelholz 1cm dick ausrollen.
Wenig Schmalz in der Pfanne heiß werden lassen, erst die Speckwürfel, nach einigen Minuten die Zwiebeln dazugeben und knusprig braten. Den Teig mit Butter einstreichen und dann dünn mit der Speck-Zwiebelmischung bestreuen.
Den Teig auf der ganzen Breite aufrollen und in ca. 1,5 cm dicke Scheiben schneiden. Eine Form mit Schmalz einfetten und die Scheiben zur Rose ausgestülpt hineinsetzen. Mit wenig Brühe begießen und im Backofen so lange garen, bis die Brühe verdampft ist. Dafür die Form verschließen, zum Schluss noch in der offenen Form die Rosettenspitzen bräunen lassen.
Den Porree putzen, in Ringe schneiden und nochmals putzen. In wenig Wasser mit Vegeta * garen. Das Kochwasser mit saurer Sahne und Mehl binden. Mit Salz, weißem Pfeffer und Muskat abschmecken.
Die Wickelklöße auf dem Lauch servieren.

*
Vegata ist die absolute Autorität auf dem Markt im Bereich der Würzmittel aus Gemüse und Kräutern. Es ist das must have Produkt.“ Heißt es auf der Internetseite der Firma Podravka. Das sehe ich zwar nicht so, nehme es aber manchmal gerne, um Gemüsebrühen damit zu würzen. Seit 1959 ist es auf dem Markt, zuerst im Ostblock, inzwischen in ganz Europa erhältlich. Ähnlich populär wie der Werbeslogan „Man nehme Dr. Oetker“ von Dr. Oetker wurde der in den 1970er Jahren eingeführte Werbeslogan … i jedna žlica Vegete ( … und ein Löffel Vegeta) von Podravka.

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