Satir et

satiretAuf meiner letzten Reise mit dem Auto nach Istanbul kam ich von Erdirne her. In der Umgebung von Kesan wurde ein spezielles Fleischgericht angeboten, welches Satir et heißt. Das bedeutet einfach „Hackfleisch“ und wird dort in mehreren Restaurants an der Straße verkauft. Der Geschmack des Fleisches ist wirklich köstlich und etwas ganz Besonderes.
Das Gericht und die Umgebung von Kesan sind so eng miteinander verknüpft, dass die lokale Regierung eine eigene Webseite schuf, um Satir et und die Restaurants in der Umgebung zu fördern.
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Wie dieses Hackfleisch zubereitet wird ist nicht ganz einfach. Eine ganze Milchlamm wird auf einem Spieß über Eichenholzkohle gebraten, dann in kleine Stücke zerhackt, danach in einer großen Pfanne weiter am Grill gebraten, bis sich außen eine schöne Kruste gebildet hat. Nichts anderes, nur das Fleisch mit Salz und Rauch. Jeder Bissen, saftig und würzig, war eine Offenbarung.
Daheim wird man es kaum nachkochen können. Doch sollen Sie einmal mit dem Auto in die Türkei fahren und in die Umgebung von Kesan kommen, sollten Sie Satir et versuchen.

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Micken

Micken sind eine Art Hefeteigbrötchen, einst traditionelles Sonntagsgebäck in vielen Ruhrgebietsfamilien. Sie schmecken frisch am besten, und zwar entweder „ohne alles“ oder mit Butter und Konfitüre bestrichen.
Beim Backen werden sie eng aneinander gesetzt und lassen sich so problemlos in Stücke teilen. Woher der Name kommt ist nicht ganz geklärt, denn ansonsten versteht man unter Micken entweder das Bauchfett vom Schwein oder eine kleine Astgabel. Auf jeden Fall nicht von mickerig!

Marxloh

Marxloh


Zu den Micken gibt es auch einen Abzählreim, von denen wir Kinder damals eine Unmenge kannten:

Ene mene micken macken,
eene Fru, de kunn nich kacken,
nimmt ‘n Stock,
bohrt ‘n Loch,
schit ‘n halben Heringskopp.

Zutaten
500 g Mehl
30 g Hefe
1/4 l Milch
65 g Zucker
65 g Butter
1 – 2 Eier
1/2 TL Salz
etwas Fett für die Form
30 g Butter zum Bestreichen

Zubereitung
Mehl in eine Backschüssel geben und in der Mitte eine Vertiefung eindrücken, die zerböckelte Hefe mit einem Teelöffel Zucker hineingeben, mit etwas lauwarmer Milch übergießen und mit etwas Mehl zu einem flüssigen Vorteig verrühren, der zugedeckt etwa dreißig Minuten gehen muss.
Danach mit den übrigen Zutaten zu einem glatten Hefeteig verarbeiten. Den Teig mit einem Kochlöffel schlagen, bis er sich vom Schüsselrand löst. (Mit der Hand kneten geht auch.)
Längliche Teigstücke abtrennen und formen, dicht nebeneinander in eine gefüllte Backform setzen. Nochmals gehen lassen, dann ca. 1/2 Stunde bei 200° C backen. Kurz vor Schluss mit zerlassener Butter bestreichen.

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Skrei unter der Kartoffelkräuterkruste

Es ist Skreisaison. Von Januar bis April gibt es ihn wieder beim Fischhändler. Der Skrei ist der Winterkabeljau, der einen weiten Weg von der Barentssee zu den norwegischen Lofoten, seinen Laichplätzen, zurückgelegt hat. Skrei ist Norwegisch und heißt Wanderer. Jetzt ist sein Fleisch besonders fettarm und fest: eine Delikatesse.
Den Skrei serviere ich heute unter einer Kartoffelkräuterkruste. Dazu gibt es ein Gemüse aus verschiedenen Wurzelarten in einer cremigen Sauce aus Sahne und Estragon.
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Zutaten
1 Skreifilet ca. 600 – 700 g
400 g mehlig kochende Kartoffeln
Butter
Sahne
1 Eigelb
1 Schalotte
1 Strauß Petersilie
1 Bund Schnittlauch
1 Bund Dill
Estragon
Salz, Pfeffer, Piment des Espelette, Muskat, edelsüßes Paprika

Zubereitung
Das Filet säubern und frühzeitig mit allen Gewürzen einreiben und ruhen lassen, damit die Gewürze einziehen können.
Von den Kartoffeln zwei wegnehmen, die werden in dünne Scheibchen geschnitten. Diese Scheibchen blanchieren.
Die Schalotte fein würfeln und in wenig Butter dünsten.
Aus den restlichen Kartoffeln Stampfkartoffeln bereiten, ein Eigelb und die feingehackten Kräuter, die gedünstete Schalotte und ein wenig Sahne unterziehen.
Das Skreifilet auf ein Backblech legen (eventuelle auf Backpapier) und die Kartoffelmasse aufstreichen. Mit den Kartoffelblättchen ein Schuppenmuster auf der Kartoffelmasse legen.
Im vorgeheizten Backofen bei 170° 20 Minuten garen. Jetzt die Kartoffelscheibchen mit flüssiger Butter bepinseln und den Grill dazu schalten, damit die Kartoffeln eine Kruste bekommen. Wenige Minuten reichen hier.
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Wer sich auf dem Foto über die dunkle Unterlage wundert: ich habe jetzt eine Silikonmatte, die auf dem Backblech das Ansetzen verhindert, und vor allem: Alles gleitet wundervoll eicht von der Matte auf die Platte.

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