Essen Sie nichts, was Ihre Großmutter nicht als Essen erkannt hätte!

Kennen Sie Michael Pollan? Michael Pollan ist Professor an der UC Berkeley Graduate School of Journalism. Sein literarisches Werk umfasst mehrere Sachbücher. Ich selber schätze seine Bücher über Nahrungsmittel und die menschliche Essenskultur.

Jetzt ist soeben einer seiner Bestseller auf Deutsch als Neuauflage erschienen. Der Titel ist bekannt, weil er fast zu einem geflügelten Wort wurde: „Essen Sie nichts, was Ihre Großmutter nicht als Essen erkannt hätte!“ Ein genialer Satz.

Essen Sie nur Lebensmittel die verderben können. Essen sie keine Nahrungsmittel, für die im Fernsehen geworben wird. Und wenn Sie Tiere essen, dann essen sie Tiere, die selbst gut gegessen haben. Finden Sie wieder zu den richtigen Relationen: nicht 250 g Fleisch und 100 g Gemüse, sondern 100 g Fleisch und 250 g Gemüse. Und schlussendlich: Essen Sie mit Genuss, setzen Sie sich an einen Tisch, decken Sie den Tisch, stellen sie einen Strauß Blumen auf den Tisch und am Abend eine Kerze dazu. Wir kennen das doch aus unserer Kindheit und haben dabei ein behagliches Gefühl. Warum sollten wir uns dies nicht erhalten. Es sind so viele alte Werte verloren gegangen, die doch eigentlich angenehme Erinnerungen in uns wach rufen.

Und es ist nicht teurer, sich bewusst zu ernähren. Es muss nicht der Bioladen sein, der inzwischen auch so allerlei Schickimicki führt. Aber es ist aufwendiger sich gut zu ernähren. Aber dieser Aufwand lohnt sich, denn beim Arbeiten mit diesen Lebensmitteln bekommt man einen Bezug zu ihnen und wir alle wissen: „Man ist, was man isst!“

petersilienkartoffeln

Petersilienkartoffeln auf alte Art
Zutaten
1 kg kleine festkochende Kartoffeln
4 EL. Butter in kleine Würfel geschnitten
2 EL fein gehackte glatte Petersilie
¼ TL gemahlener schwarzer Pfeffer

Zubereitung
Einen großen Topf Salzwasser aufkochen und darin die Kartoffeln zum Kochen bringen. Hitze reduzieren und köcheln lassen bis die Kartoffeln mit einer Gabel durchstochen werden kann. Sie dürfen nicht ganz gar sein! Das ist unterschiedlich nach Kartoffelsorte und auch Wohnort. (Je höher man über dem Meeresspiegel wohnt, um so kürzer ist die Garzeit für Kartoffeln) Abtropfen lassen, abpellen und auf einem großen Teller zur Seite stellen.
In einer großen Pfanne ½ Tasse Wasser zum Kochen bringen, die Hitze zurücknehmen undbei mittlerer Hitze die Kartoffeln hineingeben, immer wieder einen kleinen Würfel Butter dazugeben und vorsichtig die Pfanne schwenken der Pfanne. Wenn die Butter vollständig zugefügt wurde 3 bis 4 Minuten weiter kochen, die Pfanne so oft schwenken bis die Sauce eingedickt und Kartoffeln weich sind. Das dauert so etwa 2 Minuten.
Vom Herd nehmen, die gehackte Petersilie unterheben, mit Pfeffer und Salz abschmecken und sofort servieren.

P.S. Ich liebe eine Spur Muskat daran!

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Rindfleisch mit Zwiebelsauce

Das Westmünsterland ist ein unverbrauchtes Land voller Geheimnisse, mit einzigartigem Flair… Von Menschen gestaltete Naturräume, welche von intensiver landwirtschaftlicher Nutzung geprägt sind und dennoch unberührt, kulturelle Vielfalt, grüne Wiesen, Weiden, Äcker, dazwischen Straßen, manchmal schnurgerade, endlose Wege, umsäumt von Bäumen und Buschwerk, oft begleitet von Bächen, über die kleine Brücken führen… eine einmalige überdimensionale Parklandschaft.
Rote Backsteinhäuser, uralte Höfe, geduckt hinter Maisfeldern wirken anheimelnd.
In kleinen Wäldchen versteckt, ruhen seit Jahrhunderten Wasserschlösser, imposante Burgen und romantische Mühlen und oftmals taucht urplötzlicher Nebel die Landschaft in ein geheimnisvolles Licht.
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Bei meinen Fahrten zurück in die Kindheit habe ich es wiederentdeckt. Ein Gasthof in einem der kleinen heimeligen Orte bot auf der Karte vor dem Haus das „typische münsterländer Urgericht“ an: Rindfleisch mit Zwiebelsauce. Ja, das hatte was. Erinnerungen kamen hoch. Früher wurde dieses Gericht bei Hochzeiten serviert. Das Fleisch wurde auf heißen Platten aufgetragen und nach der Suppe vom Suppenteller gegessen. Dazu gab es reichlich Zwiebelsauce und Gewürzgürkchen. Doch wie so mancher Brauch ist auch dieser mit der Zeit verschwunden und das Rindfleisch aus der Suppe wurde irgendwann zum „Montagsessen“. In der Abwandlung wird das Fleisch in Würfeln geschnitten in der Sauce serviert.
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Zutaten
1 kg Rindfleisch in der Suppe

für die Sauce:
250 g Zwiebeln
40 g Butter
40 g Mehl
3/8 L Brühe
Worcestersoße
Zucker
Essig
Salz und weißer Pfeffer

Zubereitung
Das Rindfleisch wird langsam in der Brühe gegart.
Die Zwiebeln abziehen und in Würfel schneiden. Die Butter auslassen, die Zwiebeln darin goldgelb rösten. Dann mit dem Mehl bestäuben, mit der Brühe ablöschen (gut rühren, damit nichts ansetzt) und 5 – 10 Minuten lang kochen. Wenn die Sauce zu stark eindickt, eventuell noch Brühe nachgießen.
Zum Schluss mit Zucker und Essig, Salz und Pfeffer und etwas Worcestersoße abschmecken.
Es soll eine süß-säuerliche Sauce sein.

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Schnecken mit grünem Pfeffer in Teigtaschen

Während in ganz Deutschland, ausgenommen in der Gastronomie, Schnecken nicht unbedingt zum Speiseplan gehören, sind sie aus der badischen oder auch schwäbischen Küche nicht wegzudenken. Schnecken und anderes Getier waren in schlechten Zeiten eine Mahlzeit, die die Natur hergab. Auf den kleinen Bauernhöfen, wo jede Hand gebraucht wurde, schickte man oft die Kinder zum Sammeln. So erzählten mir zwei ältere Nachbarn aus ihrer Kindheit, dass sie auch regelmäßig Frösche suchen musste. Es war damals eine willkommene Fleischbeilage, welches es sonst sehr selten gab. Vor einigen Jahren erschien dann ein Artikel über die Renaissance der Schnecken, in Württemberg auch schwäbische Auster genannt.
Nun sah ich vor Kurzem auf einer Speisekarte im Elsass Schnecken in Ravioli und habe ein wenig experimentiert. Da ich mir ja vor einiger Zeit ein Raviolibrett aus dem Piemont mitgebracht hatte, wollte ich das wieder einmal nutzen. Ich habe sie mit Kräuterbutter in die Ravioli gefüllt, was sehr nett war. Ich habe sie als Ragout zubereitet und in die Ravioli gefüllt, was schon besser war. Ebenfalls Schnecken mit Steinpilzen in Rahm waren sehr gut. Die beste Variante waren Schnecken in einer leichten frischen Tomatensauce mit Knoblauch und grünem Pfeffer.
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Den Nudelteig habe ich bei der „Wilden Henne“ abgeschaut. Sie bürgt für Güte. Einzig die abgeriebene Schale einer Zitrone habe ich weggelassen.
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Zutaten
24 Schnecken
2 Fleischtomaten (Ochsenaugen)
2 Schalotten
1 Knoblauchzehe
1 gehäufter Teelöffel grüner Pfeffer
2 Thymianzweige
1 Rosmarinzweig
wenig Weißwein
Tomatenmark
Salz und schwarzer Pfeffer
Petersilie
Dill
Estragon
Liebstöckel
120 g Butter
Olivenöl

Zubereitung:
Das Olivenöl in einer Kasserolle erhitzen, die feingewiegten Schalotten dazugeben und bei nicht all zu hoher Hitze, diese zum Schmelzen bringen. In der Zwischenzeit die Tomaten blanchieren und enthäuten. Die Kerne entfernen, die Tomaten feinhacken und zu den Schalotten geben. Die Knoblauchwürfelchen, die zwei Thymianzweige und den Rosmarinzweig dazugeben und mit wenig Weißwein aufgießen und köcheln lassen. Wenn die Sauce soweit reduziert ist, dass sie cremig wird, die Kräuterzweige herausnehmen. Etwas Tomatenmark zugeben und nochmals mit wenig Weißwein auffüllen und wieder so lange reduzieren, bis sie erneut cremig sind. Jetzt kommt der gehackte grüne Pfeffer dazu. Mit Salz und schwarzem Pfeffer abschmecken.

Aus den Kräutern und der Butter eine Kräuterbutter herstellen, eventuell etwas salzen.

In die Ravioli fülle ich ein wenig von der Tomatensauce und gebe in jede Ravioli eine Schnecke (aus der Dose). Jetzt wird die Ravioli geschlossen. Dafür habe ich ein geniales Raviolibrett, welches ich in Verbania im Piemont erstanden habe. (sie Bild!) Die Ravioli in viel heißem Salzwasser garen, herausnehmen und in der warmen, flüssigen Kräuterbutter schwenken.

Angerichtet werden die Teigtaschen auf ein wenig von der Tomatensauce, die als Füllung dient.

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