Zitronen Estragon Kabeljau – nachgekocht

Ich muss gestehen, dass ich viele der sogenannten Fernsehköche nicht kenne. Das ruft immer wieder Erstaunen hervor und auch so dümmliche Bemerkungen wie: „Wenn Du kochst, musst Du doch den oder jenen kennen!“ Muss ich nicht – und aus der Vielzahl jener TV Köche kenne ich eigentlich nur Vincent Klink, den ich sehr schätze, und Nigel Slater. Nigel Slater kocht in BBC 1, und da ich kein BBC 1 empfangen kann, lese ich regelmäßig seine Kochkolumne im „Guardian“. Für mich stellt sich da die Frage, warum wir bei diesen Hunderten von Fernsehsendern via Kabel nicht BBC1 empfangen können, wenn da schon Nigel Slater kocht, dafür aber endlos langweilige Homeshopping-Sender, die oft nur unnützes Zeugs für die Küche verkaufen. Aber lassen wir das; zurück zu Nigel Slater. Dieses Wochenende empfiehlt er ein einfaches Gericht, so wie ich sie liebe, und dies habe ich auch gleich nachgekocht. Ich habe es etwas geändert, denn man sollte das Kabeljaufilet ausschließlich in Zitronensaft garen. Das erschien mir aber etwas sehr herb, so dass ich statt dem Saft zweier Zitronen, wie es im Originalrezept vorgeschlagen wurde, mit Wein + Sem Saft einer Zitrone gegart habe..
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Nigel Slater’s lemon tarragon cod – A mild and gentle fish supper for a summer’s day oder auf Deutsch: Nigel Slaters Zitronen Estragon Kabeljau – Ein angenehmes und ansprechendes Mahl an einem Sommertag.

Zutaten
400 g Kabeljaufilet
1 Zitronen
1 Glas trockener Weißwein
1 kleinen Bund Estragon (die Blätter fein gehackt)
1 Lorbeerblatt
sechs schwarze Pfefferkörner
1 TL Kapern
3 EL Creme fraiche

Zubereitung
Das Kabeljaufilet legen wir in eine große flache Kasserolle (oder Pfanne) und geben den Saft der Zitronen, gemischt mit dem Glas Wein, die Butter und die Hälfte vom Estragon dazu. Ferner kommt das Lorbeerblatt und die sechs schwarzen Pfefferkörner dazu, dann bringen wir alles zum Kochen. Die Hitze reduzieren, mit einem Deckel schließen und für ungefähr 10 Minuten garen, bis der Fisch nicht mehr ganz glasig ist. Die Konsistenz vom Fisch sollte man in den letzten Minuten regelmäßig kontrollieren. Er ist ideal, wenn sich die Muskelstruktur leicht von einander lösen lässt, er aber noch fest und schneeweiß ist.
Wir nehmen den Fisch und das Lorbeerblatt heraus und stellen den Fisch warm. Jetzt kommt das restliche Estragon mit 3 EL Creme fraiche und 1 TL Kapern in die Pfanne. Mit Salz abschmecken.

Das gleiche Rezept kann man auch mit Lachs zubereiten, dann sollte man den Estragon gegen Kerbel tauschen – oder mit Schellfisch, dann empfiehlt Nigel glattblättrige Petersilie.

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Zucchinirisotto mit Zucchiniblüten-Tempura

Es ist nicht einfach Zucchiniblüten zu bekommen, aber in letzter Zeit sie tauchen vermehrt in den Geschäften auf und wenn man auf dem Markt den Gemüsehändler seines Vertrauens fragt, sollte man sie auch bekommen können. Wie viele andere gute Dinge sind sie nicht nur delikat, sondern auch prachtvolle Schönheiten fürs Auge. Ich gebe sie in Salat, fülle sie mit Fischfarce, dünste sie oder bereite sie wie folgt zu.
Courgettes
Zutaten für das Risotto
1 l Gemüse- oder Hühnerbrühe
75 g Butter
1 Zwiebel, fein gewiegt
1 Knoblauchzehe, fein gewiegt
250 g Arborio- oder anderer Risottoreis
75 ml weißer Wein
4 kleine Zucchini, in feine Scheiben geschnitten
110g geriebener Parmigiano reggiano
Salz und schwarzer Pfeffer

Zutaten für den Backteig (Tempura)
300 ml Pflanzenöl
50 g Weizenmehl
50 g zerstoßene, ungesüßtes Cornflakes
wenig Salz
110 -150 ml Mineralwasser mit Kohlensäure
4 – 8 kleine Zucchini mit Blüten

Zubereitung
Die Brühe erhitzen, 25 g von der Butter in einem separaten Topf schmelzen lassen, die Zwiebeln und den Knoblauch zugeben und für wenige Minuten köcheln, bis alles weich ist. Den reis zugeben und für eine Minute mit garen. Wenn der Reis glasig ist, den Wein zugeben und alles zum Kochen bringen. Wenn die Flüssigkeit zur Hälfte verkocht ist, wenig von der Brühe zugeben und das immer wieder, bis der Reis die Flüssigkeit absorbiert hat. Das machen wir so lange, bis der Reis al dente ist.

In einer weitere Kasserolle schmelzen wir 25 g Butter und geben die feingeschnittenen Zucchini zu bis sie weich sind. Nun kommen diese Zucchini in das Risotto. Jetzt noch die restlichen 25 g Butter und den Parmesan unterziehen und mit Salz und schwarzem Pfeffer abschmecken.

Aus dem Mineralwasser, Salz, Mehl und Cornflakes machen wir die Temura (Backteig). Vorsichtig mit dem Wasser, dass der Teig nicht zu dünn wird. Nachgeben kann man immer. Das Öl erhitzen und die Zucchiniblüten in den Backteig tauchen und dann schwimmend im Öl ausbacken, bis sie goldbraun sind.

Die Zucchiniblüten auf dem Risotto servieren.

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Christo und der Windbeutel

WindbeuteL – das Wort wird in vielfältiger Bedeutung genutzt. In erster Linie ist es ein kulinarischer Begriff. Es ist ein Gebäck aus Brandteig und heißt auch Ofenküchlein oder Brandteigkrapferl.
Andererseits bezeichnet man damit ein „Großmaul“ – trotz vieler Reden kommt nur Wind heraus. Oder aber: er, sie oder es sind Täuschungen. So wird seit einigen Jahren der „Goldene Windbeutel“ an besonders verwerfliche Produkte der Lebensmittelindustrie vergeben. Dieses Jahr geht der „Goldene Windbeutel“ 2013 für die dreisteste Werbemasche bei einem Kinderprodukt an: „Capri Sonne“. Wen das mal genauer interessiert der folge diesem Link: abgespeist.de . Da erfährt man so manches über unsere Lebensmittelindustrie. Und mitmachen lohnt sich!
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Doch genug der Windbeuteleien, denn es gibt noch weitere Windbeutel. Es ist ja nicht der Wind, der das Gebäck so luftig macht, sondern die Luft in den Hohlräumen. Und da ist die in den Windbeuteln sicher eine der leckersten. Im Gegensatz zu den Luftwerken des Verpackungskünstlers Christo. Er bläst sein neuestes „Big Air Package“ im Oberhausener Gasometer auf. Es ist eine Luftverpackung der Superlative, die Christo nun im Oberhausener Gasometer präsentiert: einen weißen Ballon aus 20 350 Quadratmetern lichtdurchlässigem Gewebe, dessen 5,3 Tonnen Gewicht von 4500 Metern Seil gebändigt werden. Zwei Gebläse erzeugen einen konstanten Luftdruck und sorgen dafür, dass aus Christos neuestem „Big Air Package“ kein schlaffer Luftsack wird.
Im Inneren des Gasometers erwartet den Besucher zunächst ein Bilderbogen des fünf Jahrzehnte umfassenden Werks von Christo und Jeanne-Claude. Hier bekommt man noch einmal eindrucksvoll vorgeführt, wie die beiden das Spektakel in die eher der Innerlichkeit zugewandte Land Art brachten. Statt ans Ende der Welt gingen Christo und Jeanne-Claude in touristisch erschlossene Gebiete, um eine Steilküste zu verhüllen, eine Schlucht zu verhängen oder einen kilometerlangen Zaun durch eine Berglandschaft zu ziehen. Regelmäßig eroberten sie die Innenstädte der Metropolen: die römische Stadtmauer, den Pont Neuf über die Seine, den New Yorker Central Park. Dabei bekam das Publikum stets eine Nah- und eine Fernsicht auf die zeitlich befristeten Landmarken geboten – ein Mehrwert, auf den man im Gasometer verzichten muss. Zwar kann man im Panoramafahrstuhl 90 Meter am „Big Air Package“ entlang in die Höhe fahren. Doch fühlt man sich oben angekommen wie auf dem Schnürboden eines Theaters, das unten gerade eine packende Aufführung zu bieten hat.
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Die große Bühne wird dem Besucher dann auch im Inneren des Ballons bereitet. Durch eine Luftschleuse gelangt man auf die zur Plattform umgebaute Gasdruckscheibe und badet geradezu im weißen Licht. Es kommt aus 60 Strahlern sowie aus den Deckenfenstern des Riesenbaus und wird durch die Außenhaut des „Big Air Package“ auf wunderbare Weise gefiltert. Und da man den Gasometer nicht umsonst eine Kathedrale des Industriezeitalters nennt, glaubt man gerne: Gott schaut gerade durchs Oberlicht herein. Ein bisschen misslich an der Sache ist, dass man die meiste Zeit mit dem Kopf im Nacken nach oben starren muss. Aber warum sollte es in einer Kunstkathedrale bequemer zugehen als auf der harten Kirchenbank.

Der klassische Windbeutel
Zutaten
400 ml Wasser
100 g Butter
1 Prise Salz
200 g Mehl
5 – 6 Eier
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Zubereitung
Die Zubereitung ist ganz einfach: Butter, Wasser und Salz in einen Topf geben, aufkochen, das Mehl dazugeben und bei niedrigster Hitze kräftig mit einem Löffel rühren, bis der Teig zu einem Kloß geworden ist und sich leicht vom Boden des Topfes löst.

Nun den Topf vom Herd nehmen und nach und nach die Eier einzeln unterrühren.
So lange rühren, bis sie sich jedes Einzelne vollständig mit dem Teig verbunden hat.
Die Brandteigmasse nun mit einem Spritzbeutel auf ein gut gefettetes oder mit Backpapier belegtes Backblech spritzen. (Abstand halten, die gehen auf!)

Bei 220° C bei Oberhitze backen. Sie können sowohl süß, als auch pikant gefüllt werden.

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