Weiße Bohnen an Knoblauchcreme, Ajvar und Merguez

Es geht mit den Suppen weiter. Nun kann man sich streiten, ob dies noch eine Suppe ist. Ich sage Ja!
Grundlage sind weiße Bohnen, die ich über Nacht eingeweicht habe und am nächsten Tag mit fein gewürfeltem Suppengemüse gegart habe.
In Anlehnung an eine serbische Bohnensuppe, habe ich etwas grobes Ajvar und vor allem eine gute Portion Knoblauchcreme dazu gegeben.
Als Beilage gab es Merguez. Will man alles selber machen, ist es viel Arbeit. Aber man weiß, was man hat!
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Die Merguez stammt aus maghrebinischen Küche und ist ursprünglich eine scharf gewürzte Wurst ausschließlich aus Lammfleisch. Da ich aber kein Freund von Lamm oder ähnlichem bin, bereite ich sie aus Rindfleisch.
Zutaten für die Merguez:
800 g margeres Rindfleisch
200 g Rinderfett (ich nehme Suppenfleisch, da stimmt der Fettanteil ungefähr)
3 Knoblauchzehen
Paprikapulver edelsüss nach Geschmack
Piment d’Espelette nach Geschmack
Salz und Pfeffer

Zubereitung:
Das Fleisch grob würfeln und mit den Gewürzen vermischen. Erst durch ide grobe Scheibe, dann durch die feine Scheibe des Fleischwolfs drehen. In Schafssaitlingen 18/20 füllen.

Die Merguez schmecken am besten vom Grill oder aus der Grillpfanne und sollten lange grillen, bis sie fast verschrumpelt aussehen. Ich habe sie zusätzlich in eine Tranche Bratspeck eingewickel und darunter einen Rosmarinzweig geschoben.

Zutaten für die Knoblauchcreme:
Olivenöl
frischer junger Knoblauch (Menge nach persönlichem Geschmack)
Fleur de Sel

Zubereitung
Die ganz ungeschälte Knoblauchknolle in heißes Olivenöl stellen und für 1 bis 1 1/2 Stunden bei ca. 70° C. garen. Danach kann man das Fruchtfleisch des Knoblauch aus den Schalen herausschieben und mit etwas Fleur de Sel verrühren. Es hat dann eine cremige Substanz.

Zutaten für Ajvar:
1 kg rote Paprika, ich bevorzuge Spitzpaprika, weil sie ein intensiveres Aroma haben
1 mittelgroße Aubergine
3-4 Knoblauchzehen
2-3 Chilischote (wer es schärfer liebt, nimmt mehr davon)
ca. 120ml Olivenöl
ca. 60ml Apfelessig (4-5 EL)
1 TL Salz
Pfeffer
eventuell etwas scharfes Paprikapulver

Zubereitung:
Die Paprikaschoten enthäute ich. Dafür kommen sie unter den Grill und werden solange gebraten, bis sie fast schwarz sind. Das Schwarze ist nur die Haut, das Fruchtfleisch ist nicht betroffen. Dann lege ich die heißen Schoten unter ein feuchtes Küchentuch. Nach ca. 10 Minuten lässt sich die Haut leicht abziehen. Wenn man jetzt am Stielansatz anfasst und dreht, kann man leicht die ganzen Samen auf einmal herausziehen.
Aubergine schälen und würfeln, Knoblauchzehen pellen und grob hacken. Bei der Chili die Fäden und Kerne entfernen und in Ringe schneiden.
Backofen auf 180°C vorheizen.
Unterdessen das vorbereitete Gemüse in heißes Olivenöl in eine Kasserolle geben, salzen und alles pfeffern und den Essig angießen. Auf dem Herd bei niedriger bis mittlerer Hitze ca. 10 Minuten köcheln, bis das Gemüse weich ist. Jetzt gebe ich die enthäutete, in Streifen geschnittene Paprika hinzu und lasse alles zusammen noch weitere 5 Minuten köcheln. Jetzt wird die Masse anpüriert. Ich selber mag die grobe Variante lieber, als die fein pürierte.
Die ganze Masse im Ofen eindicken lassen, bis es die gewünschte Konsistenz hat. Das geht aber auch auf dem Ofen mit ständigem Rühren.

Man kann die Masse auch sterilisieren. Ich habe sie meist auf Vorrat.

Bohnenragout oder Bohnensuppe
Man gibt die Knoblauchcreme in die bereits am Anfang beschriebene einfache Suppe aus weißen Bohnen. Dazu kommt je nach Geschmack Ajvar. Ich nehme dafür gerne groben Ajvar. Das ganze lässt man 10 Minuten zusammen köcheln und schmeckt es ab. Auf die Suppe (oder das Ragout) gebe ich pro Person ein pochiertes Ei. Wenn sich das sanfte Eigelb mit der scharfen Suppe vermischt, ergibt das einen wundervollen Geschmack.

Die gegrillten Merguez serviert man zur Suppe.

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Bregenz mit Suppenwetter: Wiener Suppe

Gestern war ich in Bregenz. Es regnete, nein, es goss. Mein Ziel war das Landesmuseum, wo ich trotz Regenschirms durchnässt ankam. Ein moderner Bau mit interessante Ausstellungen. Trotzdem war es ungemütlich, weil ich nicht so richtig trocknen wollte. Erst im einladenden Sessel der Cafeteria fühlte ich mich etwas wohler.
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Zur Mittagszeit hatte isch der Regen noch verstärkt, aber tapfer lief ich durch die Gassen zum Gasthaus „Zum Goldenen Hirschen“. Auf dem Vorblatt der Speisekarte stand: „Früher, so sagt man, war die „gute, alte Zeit“. Man traf sich in der Gastwirtschaft auf ein gutes Gläschen Wein. Heimelig, gesellig und gut war’s. In unserem Restaurant Stadtgasthaus versuchen wir das Beste aus der guten, alten Zeit zu bewahren.“
Die Atmosphäre war wirklich schön und ließ mich bald die Kälte und Nässe, die vor der Tür tobte vergessen. Als Vorspeise wurde unter anderem eine „Wiener Suppe“ angeboten.
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Jede Küche kann mit Suppenrezepten aufwarten, aber in Wien spielt die Suppe eine besonder Rolle. Die klassische Wiener Rindsuppe ist die unangefochtene Königin der Tafel und wird in Österreich sogar als Nationalsuppe bezeichnet. Für Abwechslung ist gesorgt: Denn durch verschiedenste Einlagen erhält sie immer wieder einen neuen Geschmack.
Mein Rezept stammt aus dem „Großen Kochbuch der süddeutschen und österreichischen Küche von Katharina Prato“ von 1938.

Zutaten:
500 g Suppenfleisch vom Rind
Rindsknochen
1 Bund Suppengrün
1/2 Zwiebel
3 Eiklar
Salz
Schnittlauch (oder Petersilie zum Bestreuen)

Zubereitung:
Suppenfleisch waschen, trocknen, grobwürfelig schneiden und in 2 Liter kaltes Wasser einlegen.
Die Zwiebel in einer Pfanne an der Schnittfläche ohne Fett braun braten.
Die kalt gewaschene Rindsknochen, Suppengrün und die vorgebräunte Zwiebel zum Suppenfleisch hinzufügen. Wasser aufkochen und ca. 2 Stunden lang köcheln lassen.
Suppe abkühlen lassen und überschüssiges Fett abschöpfen.
Eiklar mit 250 ml kaltem Wasser verschlagen und langsam in die Suppe rühren. Suppe weiterköcheln lassen, bis sie klar ist. Anschließend durch ein Küchentuch abseihen und mit Salz abschmecken. Als Einlage mag ich besonders gerne das feingeschnittene Suppenfleisch mit feinen Nudeln. Noch mit fein gehacktem Schnittlauch oder Petersilie bestreuen und als klare Suppe oder mit einer anderen Suppeneinlage servieren.

Als ich das Gasthaus verließ, hatte der Regen aufgehört – dachte ich, um anschließen um so schlimmer zu toben.
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Welch ein Suppensommer – Petersilienwurzelcremesuppe

Wir haben einen Suppensommer. Manchmal ist es richtig heiß, dann passen wunderbar kalte Suppen. Und dann scheint es bereits zu herbsten. Es fallen zwar noch keine Blätter von den Bäumen, aber die Stürme kippen dafür ganze Bäume um, und der Regen lässt an vielen Orten die Flüsse gefährlich anschwellen. Das ist die Zeit für ein nahrhafte, warme Suppe. Heute gab es Petersilienwurzelcremesuppe mit Rinderhackbällchen. Unkompliziert, lecker und relativ schnell zubereitet, stand sie bald auf dem Tisch. Und sie war schneller gegessen, als der Name lang ist.
petersilienwurzelcremesuppe
Zutaten
1 l Gemüsebrühe oder Bouillon
250 g Petersilienwurzeln
250 g mehlig kochende Kartoffeln
1 ganz kleines Stück chilischote
1/2 große Zwiebel
10 g Butterfett
100 ml Rahm
Salz, Pfeffer
Muskat
Petersilie

200 g Rinderhackfleisch
1 Ei
Semmelbrösel (Menge nach Bedarf)
1/2 große Zwiebel
Pfeffer und Salz
Bratbutter

Zubereitung
Die Bouillon nehme ich aus dem Tiefkühler und wärme sie vor.
Die Petersilienwurzeln und Kartoffeln schälen und in kleine Würfel schneiden
Die Zwiebel schälen und in ganz feine Würfel schneiden. Die Hälfte brauchen wir für die Suppe und die andere Hälfte für die Fleischbällchen. Ebenso wird das Stück Chilischote ganz fein gewürfelt.
In einem großen Topf die Butter auslassen und die Petersilienwurzeln, die Kartoffeln, die Zwiebel und die Chilischote anrösten.
Nach 2 – 4 Minuten mit der heißen Bouillon aufgießen.
Jetzt alles für ca. 20 Minuten garen lassen und dann mit dem Pürierstab alles fein pürieren.
Mit Sahne aufgießen und die sehr fein gehackte Petersilie zugeben. Ich hacke die Petersilie nicht sondern nehme die Überreste, die bei der Herstellung von Petersilienöl anfallen. Diese Petersilienmasse habe ich in einem Eiswürfelbehälter eingefroren, und später die Würfel in eine Dose gegeben.
Mit den Gewürzen abschmecken und die Fleischbällchen vor dem Servieren in die Teller legen.

In der Zwischenzeit habe ich aus dem Hackfleisch, der halben Zwiebel, einem Ei und Semmelbrösel einen Fleischteig zubereitet. Er wird mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt und zu kleinen Bällchen geformt. In heißem Butterfett von allen Seiten braten. Danach in die Suppe einlegen.

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