Die Schwarzwälder Kirschtorte von meinem Sohn J.

Die Schwarzwälder Kirschtorte ist unbestritten die bekannteste unter den deutschen Torten. Ja man kann sie als „die deutsche Torte“ schlechthin bezeichnen.
Erfunden wurde sie von einem Konditor namens Josef Keller. Er stammte aus dem Schwäbischen, genauer gesagt aus Riedlingen. Nach der Lehre begab er sich auf die Wanderschaft und nach vielen Stationen in Konditoreien und auch noch einige Zeit bei „Preußens“ (Militärzeit in Bonn) fand er Arbeit im berühmten „Caféhaus Arend“ in Bad Godesberg. Ein seiner Zeit weit bekanntes Café, wo die Bonner Studenten als Modedessert Kirschen mit Sahne verlangten. Später wurde dazu ein mit Kirschwasser getränkter Mürbeteigboden gereicht, und so entstand nach und nach das Tortengebäck, das man heute „Schwarzwälder Kirschtorte“ nennt.
Während er sich auf seine Meisterprüfung vorbereitete kreierte er 1915 eine Torte, die aus Sandboden, Sauerkirschen und Rahm bestand. Bei der Kundschaft erreichte sie eine große Beliebtheit und ging als erste Schwarzwälder Kirschtorte in die Geschichte ein. Das Rezept nahm der junge Konditor namens Josef Keller später mit in sein eigenes Café im badischen Radolfzell am Bodensee. Er war bescheiden und hat nie den Anspruch erhoben, der wirkliche Erfinder dieser Torte zu sein. So wies er immer darauf hin, dass viele ähnliche Torten bereits vorher im Schwarzwald gebacken wurden.
Es gibt noch einige Legenden über die Entstehung dieser Torte, aber die Radolfzeller Version scheint wohl die Richtige zu sein. Dort besitzt das Stadtarchiv das Originalrezept vom 1915.
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Nun ist das mit dem Backen so eine Sache für mich. Ich bekomme das nie perfekt hin. Aber wofür hat man einen Sohn, der gelernter Bäcker ist. Bäcker backen ja in der Regel Brot und Brötchen, aber in einer Landbäckerei i nTodtmoos im südlichen Schwarzwald muss man Allrounder sein. Da stehen auch Schwarzwälder Kirschtorten auf dem Programm. Während seiner Gesellenzeit dort musste er an manchen Tagen bis zu 15 Schwarzwälder Kirschtorten zubereiten. Seine Version wird allseits gelobt und ist ebenso beliebt.

Hier das Rezept:
Zutaten
für den Boden
6 Eier getrennt
180 g Zucker
120 g Mehl
80 g Speisestärke

für die Füllung
300 g Sauerkirschen
Kirschwasser
1,6 l Sahne

für die Dekoration
geriebene Schokolade
Dekorationskirschen
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Zubereitung

Die sechs Eigelb mit dem Zucker schaumig rühren, das Eiweiß steif schlagen. Das Mehl mit der Speisestärke sieben.
Das steife Eiweiß unter die Dotter-Zucker-Masse heben und dann das Mehl unter die Masse heben.
Wenn man einen dunklen Boden möchte, siebt man Kakao unter das Mehl.
Den Backofen auf 180° C vorheizen
Die Masse in eine 26 cm Springform geben und ca. 30 Minuten backen. Nach 25 Minuten testen, wie weit der Boden ist. In den ersten 20 Minuten soll der Ofen nicht geöffnet werden.
Boden über Nacht auskühlen lassen und in drei Schichten schneiden. Bevor die Torte gefüllt wird, werden die drei einzelnen Böden mit Kirschwasser beträufelt.
Die Sauerkirschen mit eigenem Saft mit Speisestärke eindicken und auskühlen lassen.
Zwischen die Schichten kommt ein Sahne-Kirschengemisch. Die Torte mit Sahne bestreichen und verzieren. Mit der geraffelten Schokolade bestreuen.

Ernest Hemmingway und die Schwarzwaldforelle

Ernest Hemmingway mit Ehefrau Hadley

Ernest Hemmingway mit Ehefrau Hadley

Frisch verheiratet, 23 Jahre jung und gänzlich unbekannt, lebte Ernest Hemmingway 1923 in Paris.
Es war ein heißer Sommer, Paris war heiß und stickig – da entschloss sich das Paar, eine Reise in den Schwarzwald zu machen. Durch die hohe Inflation in Deutschland war das Leben für sie als Amerikaner ausgesprochen preisgünstig. Das junge Paar konnte es sich deshalb leisten, in Triberg im ersten Haus am Platze abzusteigen, dem zentral gelegenen Parkhotel Wehrle. An seine Familie schreibt Hemingway aus Triberg:
„Hash und ich und Bill Bird von der Consolidated Press und seine Frau sind durch den Schwarzwald gewandert, und wir hatten eine wunderbare Zeit. Da die Mark immer weiter fällt, haben wir jetzt mehr Geld als vor zwei Wochen, als wir losgegangen sind, und wenn wir noch lange genug bleiben werden, könnten wir hier zweifellos umsonst wohnen. Wirtschaftswissenschaft ist doch eine großartige Sache …“
Hemingway arbeitete für den kanadischen Toronto Star. Auch die Zeit im Schwarzwald nutzte er zum Schreiben von Reportagen aus Europa.
„Wir haben hier einige Male nach Forellen gefischt … und ich habe fünf Stück mit der Fliege aus der Elz geholt … Für zweiundsechzig Mark bekommt man 6 Maßkrüge Bier. 10 Zeitungen. Fünf Pfund Speiseäpfel oder einen Platz im Theater“.
Er und sein Freund Bill Bird besorgten sich Angelscheine, um auf Forellen zu angeln. Doch so einfach war das nicht. „Die Bauern im Oberprechtal, wo wir uns richtiggehende Angelscheine besorgt hatten … jagten uns mit Mistgabeln vom Bach weg, weil wir Ausländer waren.“ (Toronto Star Weekly, 17. 11. 1923)
Doch so war es nicht immer. Er berichtete später: „Eines Tages – wir kamen von Triberg und hatten uns einen steilen Berghang hinaufgeschunden, bis wir den Kamm erreichten, sahen wir den Schwarzwald unter uns in alle Richtungen dahinwogen … Wir kamen am oberen Ende des Tales heraus. Ein schöner Forellenbach floss durch das Tal, kein Bauernhof in Sicht. Ich steckte die Angelrute zusammen, und während meine Frau unter einem Baum am Abhang saß und Wache hielt in beiden Richtungen des Tales, fing ich vier ordentliche Forellen, jede ungefähr dreiviertel Pfund …“
Ernest Hemingway kehrte nie wieder in den Schwarzwald zurück, weder mit Hadley noch mit einer seiner drei späteren Ehefrauen. Jahrzehnte danach verarbeitete er literarisch Erinnerungen an diese Reise in der Erzählung „Schnee auf dem Kilimandscharo“:

„Nach dem Krieg pachteten wir einen Forellenbach im Schwarzwald, und es gab zwei Wege, die dorthin führten. Einer ging durch das Triberger Tal hinab und schlängelte sich an der Talstraße entlang im Schatten der Bäume, die die weiße Straße einsäumten, und dann eine Seitenstraße hinan, die durch die Hügel hinaufführte, an einer Menge kleiner Anwesen mit großen Schwarzwaldhäusern vorbei, bis jene Straße den Bach überquerte. Hier begann unser Fischwasser … Der Hotelbesitzer in Triberg hatte eine ausgezeichnete Saison. Er war besonders nett, und wir waren alle sehr befreundet. Im nächsten Jahr kam die Inflation, und das Geld, das er im Jahr zuvor verdient hatte, reichte nicht aus, um Lebensmittel für den Beginn der neuen Saison zu kaufen, und er erhängte sich.“

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Wie Hemmingway seine Forellen zubereiten ließ, wissen wir nicht, aber ein sehr leckeres Gericht aus dem Elztal ist die

Forellenfilet mit Meerrettich-Bärlauchkruste und geschmortem Salat

Zutaten
2 Schalotten
100 g durchwachsenen geräucherten Speck
2 Kopfsalatherzen
1 – 2 EL Butter
Salz und Pfeffer

2 Forellenfilets á 100 – 150g ohne Haut und Gräten
geriebener Meerrettich
gehackter Bärlauch
Butter

Zubereitung
Die Schalotten abziehen und in feine Streifen schneiden. Den Speck würfeln. Zuerst den Speck in der Pfanne auslassen und dann die Schalotten darin anschwitzen.
Die Kopfsalatherzen vierteln und in einer zweiten Pfanne kurz in der Butter schwenken. Der Salat sollte noch Biss haben. Speck und Schalotten darüber verteilen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Den Backofen auf 180°vorheizen.
Aus dem Meerrettich, dem Bärlauch und der Butter stellen wir ein Gemisch her, das flach gestrichen auf einem Brett für eine knappe Stunde in den Tiefkühler kommt. Damit werden die Forellenfilets belegt. Die Filets in eine gebutterte Pfanne legen.
Auf der obersten Schiene vom Backofen die Forellen 5 Minuten goldgelb gratinieren. Jetzt die Pfanne auf die unterste Schiene setzen und den Fisch noch 2 Minuten nachziehen lassen.
Die Forellenfilets mit den Salatherzen und kleinen Salzkartoffeln servieren.

Auch heute können interessierte Menschen im Schwarzwald au Forellen angeln. Ein Angebot dazu hat die Stadt Elzach in ihrer Internetpräsentation.