Victoria Torte – Victoria Sponge Cake

Jersey-Royal (engl. Frühkartoffelsorte) und grüner Spargel sind in England willkommene Frühlingsboten eines kommenden Sommers, der in bunten leuchtenden Früchten seinen Höhepunkt findet. Beginnend mit duftenden roten Erdbeeren, die in den ersten sonnigeren Tage reifen, gefolgt von Kirschen, Him- und Brombeeren, Heidelbeeren, Aprikosen, und im frühen Herbst üppige Feigen.

Von all diesen Früchten ist keine so ausgeprägt britisch, wie es die Erdbeere ist. Diese gesprenkelten roten Schönheiten rufen Bilder von sonnenverwöhnten Tagen, Picknicks und einem oder zwei Glas Pimms am späten Nachmittag in uns hervor. Hunderte von Erdbeersorten werde in Großbritannien, von Schottland bis Kent, angebaut. Am besten schmecken sie von Ende Mai bis Mitte Juli. Und sollte man das Glück haben und wilde Erdbeeren finden, die ebenfalls im ganzen Land wachsen, erlebt man ein herrlich berauschenden Duft wie ein gutes Parfüm. Erdbeeren genießt am besten verstreut über eine Pavlova, zwischen einem Victoria-Sponge-Cake, oder einfach serviert im Wimbledon-Stil – serviert mit etwas kalter, frischen Sahne. Besser kann man englischen Geschmack nicht definieren.

Auch Stachelbeeren, schwarze Johannisbeeren und rote Johannisbeeren sind in Großbritannien reichlich vorhanden und verdienen genauso viel Aufmerksamkeit. Sie finden in Kuchen oder Crumble oder in einer Spätsommermarmelade eine gute Verwendung.

Und weil es jetzt schon eine Vielzahl dieser wundervollen Früchte gibt, habe ich einen Victoria-Sponge-Cake gebacken. Seinen Namen verdankt er Queen Victoria, die gerne davon ein Stück zu ihrem Afternoon Tea aß. “Victoria Sandwich” oder “Victoria Sponge” sind ebenfalls gebräuchliche Namen. Es ist ein einfacher, luftiger Rührteig In seiner einfachsten Form. Er wird mittig in eine obere und untere Hälfte geschnitten. Dazwischen kommen Schichten von Erdbeer- oder Himbeermarmelade, Buttercreme oder Sahne und eventuell auch eine Schicht in Scheiben geschnittener Erdbeeren. Da kann man natürlich variieren, was ich auch gemacht habe, wie man am Rezept sieht. Dieser Kuchenkann natürlich auch reichhaltiger gestalten werden. Und da bieten sich nun all jene Beerenfrüchte an, die der Markt für uns bereithält. Sie bilden obenauf einen verlockenden Abschluß.

Queen Victoria – die Krönung


Das Rezept ist für eine Kuchenform mit 20 cm Durchmesser geeignet. Das ist die durchschnittliche Grösse einer englischen Kuchenform. Es ist ein ganz typisch englischer Rührkuchen. Wir brauchen:
für den Teig:
200 g Butter
200 g Zucker
200 g Mehl
4 Eier
1 gehäufter Tl. Backpulver
etwas Milch, damit der Teig nicht ganz so trocken wird

für die Füllung:
50 g Butter
100 g Mascarpone
Wenig süsse Sahne
140 g Puderzucker
Vanille Aroma
Erdbeermarmelade
frischen Erdbeeren und alle Beerenfrüchte, die wir bekommen können.
Puderzucker zum Bestäuben

Butter und Zucker schaumig schlagen. Die Eier dazu fügen und zu einer glatten Masse mischen. Anschliessend Mehl und Backpulver dazu geben. Falls der Teig zu fest ist, etwas Milch dazu geben.
Den Teig in eine Springform füllen und bei 180 Grad 45 Minuten backen. Am besten mit einem Holzstäbchen prüfen, ob der Teig durchgebacken ist.
Den fertigen Kuchen aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen, dann in der Mitte der Länge nach durchschneiden.
Nun bereiten wir aus Butter, Mascarpone und wenig süsser Sahne eine Creme zu. In der klassischen Version nimmt man Buttercreme, aber Butter und Puderzucker alleine war mir zu schwer.
Die Creme erst auf die untere Hälfte streichen und darauf die Marmelade. Jetzt folgt eine Schicht in feine Scheiben geschnittener Erdbeeren. Die Unterseite des Oberteils vom Kuchen auch mit der Creme bestreichen und auflegen. Mit möglichst vielen Beerenfrüchten dekorativ belegen und mit Puderzucker bestäuben.
Fertig ist der Victoria Sponge Cake.

Errötendes Mädchen

Als der Pumpernickelbäcker Limberg in Münster entdeckte, wie man Pumpernickel in Dosen frisch halten und konservieren konnte, wurden die großen Schifffahrtsgesellschaften Hapag und Norddeutsche Lloyd die dankbarsten Kunden. Nun konnten sie ihren Fahrgästen auf allen Meeren das bekömmliche schwarze Brot aus Westfalen vorsetzen. Das lange verachtete Pumpernickel fand weltweite Verbreitung. Heute wundert sich kein Autofahrer mehr, wenn er am Highway nach San Farncisco in Nevada ein Schild mit dem Hinweis erblickt, dass nach einer Meile die Abfahrt ins Pumpernicketal kommt.
pumpernickelvalley Mir selbst begegnete Pumpernickel in der CSSR im Kaiserwald in der Ortschaft Loket, wo es als regionale Brotspezialität gepriesen wurde. Doch das klärte sich bald auf. Ein Bäckermeister hatte auf der Wanderschaft einige Gesellenjahre in Münster verbracht. Wie bereits geschrieben: Lange Zeit hat Pumpernickel bei Landfremden Kopfschütteln und Verachtung erregt.
„Schwart Brot, schlimm Bier, grob Schweinkeil
Gibt’s allenthalben in Westphalen
Wer’s nicht glaubt, mags selbst erfahren“

schrieb der Duisburger Geograph, Kupferstecher und Kartograph Mercator. Und der holländische Humanist Justus Lisius weicht beim Anblick des Pumpernickels entsetzt zurück:
„Wenn du die Farbe, dass Gewicht, die ganze Gestalt gesehen hättest, du hättest es abgeschworen, dass es Brot sei. Es ist schwarz, grob, herbe und zu Klötzen von vier oder fast fünf Fuß Länge geformt, die ich nicht hätte aufheben können. Armes Volk, dass seine eigene Erde essen muss!“

Heute werden Grau- und Weißbrot bevorzugt. Um so beliebter ist es als Bestandteil verschiedener Speisen. Vor allem ist Pumpernickel auch in Desserts enthalten. In meiner Jugend gab es das noch, die doppelten Brote: Stuten (ein herrliches Weißbrot), Butter, Knochenschinken und nochmals eine gebutterte Scheibe Brot, aber jetzt war es Pumpernickel. Die Zeiten haben sich geändert. Den berühmten Westfälischen Knochenschinken findet man nicht all zu oft und Pumpernickel ist nicht mehr das tägliche Brot schlechthin. Wenn wir in der Schule das Westfalenlied sangen, änderten wir die letzte Zeile immer zu der schönen Wendung ab: „O selig, wessen Arm umspannt einen Schinken aus Westfalenland“. Die Mädchen, die hier besungen werden sollten, interessierten uns damals noch nicht. Der Schinken war uns näher. Aber dieser Mädchen aus dem Westfalenland wird in dem folgen Rezept gedacht: „Errötendes Mädchen“.
erroetendes maedchen
Zutaten:
200 g Pumpernickel
3 EL Himbeergeist
2 Becher Sahne
1 Päckchen Vanillezucker
2 Becher Rahmjoghurt
1 Tasse Puderzucker
reichlich Himbeeren

Zubereitung:
Der Pumpernickel wird zerbröselt und in eine Schüssel gegeben und mit dem Himbeergeist beträufelt.
Sahne mit Vanillezucker steif schlagen, Rahmjoghurt unterheben und Puderzucker einrühren.
Diese Masse auf dem Pumpernickel verteilen und mit Himbeeren bedecken.

Das Bild vom Pumpernickel Valley stammt von https://otrwjam.wordpress.com/tag/pumpernickel-valley/

Vanille Meringues mit Pfirsichen und Sahne

Vor einigen Tagen sah ich in dem französischen Blog „Manger“ (mit traumhaften Bildern) einen Absatz mit dem Titel “ Meringues um Mitternacht“. Mimi Thorisson erzählt von ihren kulinarischen Plänen für die Fête de village in St Christoly . Unter anderem sollte es Vanille Meringues mit Pfirsichen und Sahne geben.
Heute gehe ich zum türkischen Gemüsehändler und sehe Pfirsiche, so schön, wie ich sie lange nicht mehr gesehen habe. Und sofort habe beschlossen, dass Rezept aus dem Blog nach zu arbeiten.
pfirsich
Für die Baisers
6 Eiweiß (bei Raumtemperatur)

260 g Puderzucker
 

1 TL Maisstärke
½ Teelöffel Vanille-Essenz
Prise Salz
Ultra leichtes Himbeer-Coulis
230 g Himbeeren
3 EL Kristallzucker
in einem Mixer pürieren.
230 g Aprikose
3 EL Kristallzucker
in einem kleinen Topf auf mittlerer Hitze köcheln, bis sie weich sind und der Zucker geschmolzen ist. In einem Mixer pürieren und vor dem Servieren abkühlen lassen.

250 ml Sahne
8 gelbe oder weiße Pfirsiche ( 1 Pfirsich pro Person) – geschält und in Scheiben geschnitten
meringue-mit-pfirsich
Den Ofen auf 140 ° C vorheizen.

Die Eiweiß mit der Prise Salz bei hoher Geschwindigkeit mit der Küchemaschine steif schlagen und nach und nach den Zucker, danach die Maisstärke und schließlich die Vanille-Essenz zugeben. Mit einem Spritzbeutel auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech spritzen. Im vorgeheizten Backofen 140 ° C für 25 Minuten, dann geringere Wärme 95 ° C und weiterhin für 1 Stunde backen (2 Stunden, wenn man sie etwas knackiger bevorzugen).
Die Ofentür öffnen und im Ofen abkühlen lassen.

Die Baisers auf einen Teller setzen, die Sahne darauf geben und die in Scheiben gescgnittenen Pfirsiche dazugeben. Mit dem Himbeer-Coulis beträufeln.