Errötendes Mädchen

Als der Pumpernickelbäcker Limberg in Münster entdeckte, wie man Pumpernickel in Dosen frisch halten und konservieren konnte, wurden die großen Schifffahrtsgesellschaften Hapag und Norddeutsche Lloyd die dankbarsten Kunden. Nun konnten sie ihren Fahrgästen auf allen Meeren das bekömmliche schwarze Brot aus Westfalen vorsetzen. Das lange verachtete Pumpernickel fand weltweite Verbreitung. Heute wundert sich kein Autofahrer mehr, wenn er am Highway nach San Farncisco in Nevada ein Schild mit dem Hinweis erblickt, dass nach einer Meile die Abfahrt ins Pumpernicketal kommt.
pumpernickelvalley Mir selbst begegnete Pumpernickel in der CSSR im Kaiserwald in der Ortschaft Loket, wo es als regionale Brotspezialität gepriesen wurde. Doch das klärte sich bald auf. Ein Bäckermeister hatte auf der Wanderschaft einige Gesellenjahre in Münster verbracht. Wie bereits geschrieben: Lange Zeit hat Pumpernickel bei Landfremden Kopfschütteln und Verachtung erregt.
„Schwart Brot, schlimm Bier, grob Schweinkeil
Gibt’s allenthalben in Westphalen
Wer’s nicht glaubt, mags selbst erfahren“

schrieb der Duisburger Geograph, Kupferstecher und Kartograph Mercator. Und der holländische Humanist Justus Lisius weicht beim Anblick des Pumpernickels entsetzt zurück:
„Wenn du die Farbe, dass Gewicht, die ganze Gestalt gesehen hättest, du hättest es abgeschworen, dass es Brot sei. Es ist schwarz, grob, herbe und zu Klötzen von vier oder fast fünf Fuß Länge geformt, die ich nicht hätte aufheben können. Armes Volk, dass seine eigene Erde essen muss!“

Heute werden Grau- und Weißbrot bevorzugt. Um so beliebter ist es als Bestandteil verschiedener Speisen. Vor allem ist Pumpernickel auch in Desserts enthalten. In meiner Jugend gab es das noch, die doppelten Brote: Stuten (ein herrliches Weißbrot), Butter, Knochenschinken und nochmals eine gebutterte Scheibe Brot, aber jetzt war es Pumpernickel. Die Zeiten haben sich geändert. Den berühmten Westfälischen Knochenschinken findet man nicht all zu oft und Pumpernickel ist nicht mehr das tägliche Brot schlechthin. Wenn wir in der Schule das Westfalenlied sangen, änderten wir die letzte Zeile immer zu der schönen Wendung ab: „O selig, wessen Arm umspannt einen Schinken aus Westfalenland“. Die Mädchen, die hier besungen werden sollten, interessierten uns damals noch nicht. Der Schinken war uns näher. Aber dieser Mädchen aus dem Westfalenland wird in dem folgen Rezept gedacht: „Errötendes Mädchen“.
erroetendes maedchen
Zutaten:
200 g Pumpernickel
3 EL Himbeergeist
2 Becher Sahne
1 Päckchen Vanillezucker
2 Becher Rahmjoghurt
1 Tasse Puderzucker
reichlich Himbeeren

Zubereitung:
Der Pumpernickel wird zerbröselt und in eine Schüssel gegeben und mit dem Himbeergeist beträufelt.
Sahne mit Vanillezucker steif schlagen, Rahmjoghurt unterheben und Puderzucker einrühren.
Diese Masse auf dem Pumpernickel verteilen und mit Himbeeren bedecken.

Das Bild vom Pumpernickel Valley stammt von https://otrwjam.wordpress.com/tag/pumpernickel-valley/

Ingwer-Joghurt-Scones mit Schwarzkirschenmarmelade

So eigenartig es für viele klingen mag: Ich bin ein Fan der englischen Küche. Sie wird in aller Regel falsch eingeschätzt und hat Ihren schlechten Ruf von wenigen ausgefallenen Gerichten. Ok, Fish und Chips sind in England nicht ausgefallen, aber auch dies Gericht wurde mir schon in ausgezeichneter Qualität serviert.

Heute gibt es Scones. Das Rezept mit Ingwer und Joghurt habe ich in der Zeitschrift Sussex Life gesehen und ich kann es nur empfehlen:

Zutaten:
180 g Joghurt (griechischer Joghurt eignet sich hier am besten)
65 g Puderzucker
2 EL Milch, etwas wenig Milch extra zum Bestreichen
350 g Mehl, etwas Mehl extra für das Ausrollen
1 ½ TL Backpulver
80 g ungesalzene Butter
1 TL Ingwerpulver

Zum Servieren:
Kirschkonfitüre
Schlagsahne
Griechischer Magermilchjoghurt (eventuell aromatisierten Kirschjoghurt)

Das ergibt 8 – 12 Scones.

Zubereitung:
Ofen auf 200 ° C vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier oder Pergamentpapier auslegen.
Den Joghurt, Milch und Zucker in einer Pfanne erhitzen bis er handwarm ist. Der Zucker sollte im Joghurt und der Milch schmelzen.
Mehl, Backpulver und Ingwer in eine Schüssel geben und die Butter in das Mehl reiben (so ähnlich wie Streuselkuchenbelag).
Mit einem Holzlöffel den erwärmten Joghurt beimischen und gut verrühren, um den Teig zu bilden.
Die Arbeitsfläche mit etwas Mehl bestäuben und darauf den Teig ca. 3cm dick ausrollen. Mit einer Tasse oder einem Ausstecher (ca. 7cm Durchmesser) die Scones herausdrücken.
Die Scones mit ein wenig Milch einpinseln und in 10-15 Minuten goldbraun backen.
Auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.
Die Schlagsahne halbfest schlagen und mit dem Joghurt vermischen. Mit dieser Creme und die Marmelade die aufgeschnittenen Scones füllen.

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