Geräucherter Pfefferlachs auf Rote Beete Schmand

In den kalten Monaten kommt häufig gebeizter und geräucherter Lachs bei mir auf den Tisch. Beizen habe ich vor einigen Tagen hier ausführlich beschrieben. Wie geht nun das Räuchern?

Wer keine Räume für ein Räuchergerät hat, kann auf ein Tischräuchergerät zurückgreifen. Das habe ich auch nicht. So etwas braucht viel Platz. Ich benutze einen Kochtopf mit dicht schließendem Glasdeckel, der ein Silikonrand und eine kleine runde Öffnung hat. Zum Räuchern – wohlgemerkt kalt Räuchern – nehme ich jetzt noch eine Räucherpistole dazu. Die gibt es schon für unter 10 Euro im Fachhandel und funktioniert ganz hervorragend.

Der Lachs wird zuerst gebeizt (wie beschrieben), dann kräftig mit grobem schwarzen Pfeffer eingerieben. Da sollte man schon eine sehr gute Qualität nehmen. Wer in der TV Serie „Besseresser“ von Sebastian Lege einmal gesehen hat, welcher Schund verkauft wird, weiß warum man bei Pfeffer besser zu einer guten Sorte greift. Piperin heißt der Stoff, der Pfeffer so einzigartig macht. Durch ihn wird Pfeffer zu einem scharfen Gewürz.  Für Pfeffer aus dem Supermarkt gibt es gesetzlich kaum Regulierungen, die den Piperingehalt festsetzen. Daher gibt es große Qualitätsunterschiede zwischen diversen Angeboten unserer Nahversorger. Ich gehe ich zum „Fernversorger“ und entscheide mich für Kampotpfeffer. (Dieser Beitrag wird von keinem Händler oder Hersteller gesponsert!)

Kampot ist eine Provinz im Süden Kambodschas. Kampot Pfeffer ist herkunftsgeschützt und darf nur in der gleichnamigen Region nach strengen Richtlinien angebaut werden. In Kampot hat der Anbau von Spitzenpfeffer eine lange Tradition, weshalb die Region als „Champagne des Pfeffers“ gilt. Man findet dort die perfekten Bedingungen für die Pfefferpflanzen.

Weiter mit dem Lachs: Nach dem Einreiben mit dem Pfeffer lege ich ihn in den Räuchertopf, stecke den Schlauch der Räucherpistole in die kleine rund Öffnung und gebe drei bis fünf kräftige Rauchstöße in den Topf. Zwischen den einzelnen Rauchstößen sollte man ca. 4 – 5 Minuten pausieren. Wer seinen Rauchmelder testen will, muss in dieser Zeit nur kurz den Deckel lüften. – Und damit ist der Lachs auch schon fertig und kann aufgeschnitten werden.

Nun zu den Roten Beeten. Die roten Beete gehören zu meinem Lieblings Wintergemüse im: sei es warm oder kalt als Salat. Diesmal wird es ein Salat mit Schmaddressing. Die roten Beete kaufe ich immer vorgekocht, dann muss ich nachher nicht die halbe Küche putzen.

Zutaten:
3 bis 4 mittelgroße rote Beete, 3 EL Olivenöl, 2 TL Kümmelsamen, 150 ml Schmand, 3 EL fein gehackter Dill, 25 g geröstete, gehackte Haselnüsse

Die Zubereitung erklärt sich ja von selbst. Die rote Beete in Würfel schneiden, aus den restlichen Zutaten das Dressing anrichten und die roten Beete hineingeben.

Und schon ist alles fertig angerichtet.

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Wirsing süddeutsch / norddeutsch

Von allen Kohlarten ist mir der Wirsing mit seinem milden Geschmack und einer zartere Konsistenz der Liebste. So ganz stimmt das nicht, genauer gesagt ist er der beliebteste unter den Kohlkopfsorten. Denn Grünkohl hat bei jedem Westfalen einen besonderen Platz in seinem kulinarischen Empfinden. Aber heute geht es um ein Wirsingrezept.

Wirsing mit Spätzle, Zwiebeln, Speck und Käse las ich in den letzten Tagen auf einer Speisekarte eines namhaften Gasthauses im Südschwarzwald. Das konnte ich mir vorstellen und schnell ausprobiert.

Es war recht gut, obwohl ein herzhafter Bergkäse darüber wäre, vielleicht besser gewesen als ein Cheddar. Nur der Cheddar lag rum und musste fort. Das gleiche galt für den Speck. So war es nahezu eine Rumfortwirsing. Und trotzdem war ich nach dem Essen nicht wirklich glücklich. Was konnte es sein?

Hier kam dann auch wieder der Westfale durch: Spätzle ist ja etwas ganz Feines, aber warum sollte man die nehmen, wenn es „so gute Kartoffeln“ gibt. Gleich am nächsten Tag habe ich das Ganze noch einmal zubereitet, die Spätzle gegen Kartoffeln getauscht und den Käse gegen eine Münsterländer Mettwurst. Ein „Endchen“ – der kundige Leser kann sich darunter mehr vorstellen.  Jetzt hat es gepasst, das würde ich auch gerne noch einmal essen.

Zutaten:
Wirsing in feine Streifen geschnitten, 1 kleine Zwiebel in feine Streifen geschnitten, Spätzle (vorgegart), Würfelspeck, Butterfett (oder anderes), geriebener Käse, vorzugsweise Bergkäse

Wirsing in feine Streifen geschnitten, 1 kleine Zwiebel in feine Streifen geschnitten, Kartoffeln in Würfel geschnitten (vorgegart), Würfelspeck, Butterfett (oder anderes), 1 Mettwurst in Rädle geschnitten.

Zubereitung:
Alles mit Ausnahme vom Käse in der Pfanne braten. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Den Käse zum Schluß über die Spätzle-Wirsingmischung streuen und unter dem Grill zum Schmelzen bringen.

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Tschechische Sauerkrautsuppe „Zelňačka“

Ich bin ein uneheliches Kind. Eines schönen Sonntagmorgens hatte meine Mutter ihren Eltern sehr schonend mitgeteilt, dass sie schwanger sei und ihr Freund sie nicht heiraten wolle. Mein jähzorniger Großvater hat uns beide, meine Mutter und mich, in den Hof gezerrt; er hat sein Gewehr hervorgeholt und auf mährisch geschrien: „Auf die Knie mit dir, dass ich dich umbringe!“ Zum Glück ist meine Großmutter, die nicht auf den Mund gefallen war, in diesem Moment in den Hof hinausgegangen und hat gesagt: „Kommt essen, die Suppe wird kalt.“

Bogumil Hrabal

Suppe ist etwas Wunderbares, sie passt immer – als Beginn einer Mahlzeit, für die Familie als ganze Mahlzeit oder für sich allein bei nahezu jeder Gelegenheit. Suppe ist sicher die älteste Form einer zubereiteten Mahlzeit. Im Sommer sind es die leichten, erfrischenden Suppen, die uns ein Wohlbefinden geben, im Herbst und Winter sind es die kräftigen, gehaltvollen Suppen, die Leib und Seele wärmen. Ich habe hier bereits vor einigen Jahren eine ähnliche Suppe wie die mährische Zelňačka vorgestellt: meine Lieblingssuppen aus Polen: Kapusniak – eine polnische Sauerkrautsuppe. Aber heute koche ich die tschechische Sauerkrautsuppe „Zelňačka“. Diese klassische Kohlsuppe ist herzhaft und voller Sauerkraut und duftendem Räucherfleisch. Sie wärmt von innen und erfüllt das ganze Haus mit einem herrlichen Duft. Man kann sie mit Sahne süßen, pur genießen oder ganz pur mit ihrem säuerlichen Geschmack.

Zutaten:
800 g geräucherte Rippchen, 4 größere Kartoffeln, 300 – 500 g Sauerkraut, 1 große Zwiebel, 1 Paprikaschote zerteilt, 1 TL Mehl, 1 TL edelsüßes Paprikapulver, 2 Lorbeerblätter, Kümmel, Zucker, Salz und Pfeffer

Zubereitung:
Die Rippchen 1 bis 2 Std. vorkochen. Nach dem Garen beiseitestellen und abkühlen lassen. Wir verwenden die Brühe und das Fleisch später.

Als nächstes bereiten wir eine Zwiebelmehlschwitze zu. Dafür die Zwiebeln schälen, fein hacken und in heißem Öl goldbraun anbraten. Die Hitze reduzieren und die Zwiebeln mit Mehl bestäuben. Zwei, drei Minuten weiter braten, dann das edelsüße Paprikapulver hinzugeben. Achten Sie darauf, dass das Paprikapulver nicht verbrennt, da die Suppe sonst bitter wird.

Die Zwiebelbasis mit der geräucherten Brühe übergießen und mit Wasser auf 1,8 Liter auffüllen.

Die Paprika, den Kümmel und das Lorbeerblatt hinzufügen. Die Kartoffeln schälen und würfeln. Alles in die Suppe geben und 20–30 Minuten kochen lassen.

Das Sauerkraut abtropfen lassen. Falls es zu sauer ist, mit Wasser abspülen. Anschließend separat in einem Topf weichkochen (ca. 20–30 Minuten).

Von den gekochten Rippchen das Fleisch von den Knochen lösen und in Stücke schneiden. Zur Suppe geben. Zum Schluss fügen wir den vorgekochten Kohl hinzu.

Mit Salz, Pfeffer und Zucker (wer das mag) würzen. Man kann auch die Suppe etwas binden oder die Säure mit etwas Sahne abmildern.

— Vielleicht gefällt Ihnen auch das Rezept für eine polnische Sauerkrautsuppe! Klick hier!

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