
Ich bin ein uneheliches Kind. Eines schönen Sonntagmorgens hatte meine Mutter ihren Eltern sehr schonend mitgeteilt, dass sie schwanger sei und ihr Freund sie nicht heiraten wolle. Mein jähzorniger Großvater hat uns beide, meine Mutter und mich, in den Hof gezerrt; er hat sein Gewehr hervorgeholt und auf mährisch geschrien: „Auf die Knie mit dir, dass ich dich umbringe!“ Zum Glück ist meine Großmutter, die nicht auf den Mund gefallen war, in diesem Moment in den Hof hinausgegangen und hat gesagt: „Kommt essen, die Suppe wird kalt.“
Bogumil Hrabal
Suppe ist etwas Wunderbares, sie passt immer – als Beginn einer Mahlzeit, für die Familie als ganze Mahlzeit oder für sich allein bei nahezu jeder Gelegenheit. Suppe ist sicher die älteste Form einer zubereiteten Mahlzeit. Im Sommer sind es die leichten, erfrischenden Suppen, die uns ein Wohlbefinden geben, im Herbst und Winter sind es die kräftigen, gehaltvollen Suppen, die Leib und Seele wärmen. Ich habe hier bereits vor einigen Jahren eine ähnliche Suppe wie die mährische Zelňačka vorgestellt: meine Lieblingssuppen aus Polen: Kapusniak – eine polnische Sauerkrautsuppe. Aber heute koche ich die tschechische Sauerkrautsuppe „Zelňačka“. Diese klassische Kohlsuppe ist herzhaft und voller Sauerkraut und duftendem Räucherfleisch. Sie wärmt von innen und erfüllt das ganze Haus mit einem herrlichen Duft. Man kann sie mit Sahne süßen, pur genießen oder ganz pur mit ihrem säuerlichen Geschmack.

Zutaten:
800 g geräucherte Rippchen, 4 größere Kartoffeln, 300 – 500 g Sauerkraut, 1 große Zwiebel, 1 Paprikaschote zerteilt, 1 TL Mehl, 1 TL edelsüßes Paprikapulver, 2 Lorbeerblätter, Kümmel, Zucker, Salz und Pfeffer
Zubereitung:
Die Rippchen 1 bis 2 Std. vorkochen. Nach dem Garen beiseitestellen und abkühlen lassen. Wir verwenden die Brühe und das Fleisch später.
Als nächstes bereiten wir eine Zwiebelmehlschwitze zu. Dafür die Zwiebeln schälen, fein hacken und in heißem Öl goldbraun anbraten. Die Hitze reduzieren und die Zwiebeln mit Mehl bestäuben. Zwei, drei Minuten weiter braten, dann das edelsüße Paprikapulver hinzugeben. Achten Sie darauf, dass das Paprikapulver nicht verbrennt, da die Suppe sonst bitter wird.
Die Zwiebelbasis mit der geräucherten Brühe übergießen und mit Wasser auf 1,8 Liter auffüllen.
Die Paprika, den Kümmel und das Lorbeerblatt hinzufügen. Die Kartoffeln schälen und würfeln. Alles in die Suppe geben und 20–30 Minuten kochen lassen.
Das Sauerkraut abtropfen lassen. Falls es zu sauer ist, mit Wasser abspülen. Anschließend separat in einem Topf weichkochen (ca. 20–30 Minuten).
Von den gekochten Rippchen das Fleisch von den Knochen lösen und in Stücke schneiden. Zur Suppe geben. Zum Schluss fügen wir den vorgekochten Kohl hinzu.
Mit Salz, Pfeffer und Zucker (wer das mag) würzen. Man kann auch die Suppe etwas binden oder die Säure mit etwas Sahne abmildern.
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