Cotechino auf Linsen in einer würzigen Tomatensauce

Cotechino und Linsen sind in dieser unzertrennliche Kombination das perfekte Festtagsgericht zum Neuen Jahr.

Nicht weit von meiner Wohnung gibt es einen kleinen italienischer Lebensmittelladen, der von einem liebenswerten älterem Herrn geführt wird. Ein kleiner Laden, so etwas, was man „Tante-Emma-Laden“ nennt. Selbstbedienung gibt es hier noch nicht. Das wäre auch sinnlos, denn hier findet sich nur der Inhaber selbst zurecht. Eigentlich wollte ich Lardo für ein Rosenkohlgericht holen (was ich auch tat). Er hatte schon alles eingepackt, denn beim Lardo allein blieb es nicht, da zeigte er auf eine Schachtel und sagte: „Das musst Du an Neujahr essen: Cotechino. Dazu Linsen, Du kennst meine kleinen braunen Berglinsen aus Umbrien und eine Polenta oder purea di patate.“

Cotechino ist eine herzhafte italienische Kochwurstspezialität, die zum Beispiel zum Bollito misto gehört. Zur Herstellung dieser Bauernwurst werden Schweinenacken, Schweinskopf, mageres Schweinefleisch und Schwarte mittelfein gehackt, mit Salz und Pfefferkörnern gewürzt, in Schweinedärme gefüllt und im Holzofen getrocknet sowie zugleich leicht gegart.

„Verstehst Du“, sagte der italienische Lebensmittelhändler meines Vertrauens, „diese Cotechino heißt eigentlich „cotenna“. Das ist die Schwarte vom Schwein. Die hat so viel Geschmack.“ Es brauchte nicht viel, um mich zu überreden und mit einer Cotechino, Speck und Käse machte ich mich auf den Heimweg.

Bis Neujahr wollte ich nicht warten und so gab es dieses Wurst auf einem Linsenragout mit Kartoffelpüree am zweiten Weihnachtstag. Und wie immer hat mich die Empfehlung nicht enttäuscht.

Zutaten:
1 Cotechino (im Kochbeutel)

Umbrische Berglinsen (50 g pro Person), 1 Bouquet garni, 1 Möhre, Sellerie, Zwiebeln, Knoblauch, 50 g Lardo, Olivenöl, 1 kleine Flasche 200 ml Passata, Rotwein zum Ablöschen, Salz und schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Für das Kartoffelpüree habe ich Kartoffeln der Sorte „Institut de Beauvais – die Königin des Kartoffelschnees“ genommen. Es ist eine alte französische Sorte, die es bereits seit 1856 gibt. Butter und Milch, eine Spur Muskat und Salz.

Zubereitung:
Die Cotechino nach Anleitung auf der Verpackung im Kochbeutel garen.

Die Berglinsen mit dem „Bouquet garni“ in leicht siedendem Wasser vorgaren.

Den Lardo in feine Streifen schneiden und aus Möhren, Sellerie, Zwiebel, Petersilie und Knoblauch eine Brunoise herstellen – oder wie man in diesem Fall besser sagt: ein Soffritto, das in viele italienische Ragouts gehört.

Den Lardo in Olivenöl kurz anrösten, das Soffrito dazugeben und rühren – es darf nicht braun werden. Nach zwei, drei Minuten die vorgegarten Linsen dazugeben, mit Rotwein und Passata auffüllen und unter regelmäßigem Rühren garen.

Das Kartoffelpüree beschreibe ich nicht extra, das bereitet man zu, wie man es gewohnt ist. Nur ein Hinweis: Man kann bei diesem Püree nie zu viel Butter dazugeben.

Die Cotechino auf dem Linsenragout anrichten, und schon kann das Neue Jahr beginnen!

Reste vom Weihnachtsessen am Neujahrsmorgen neu sortiert

Croissant – Kopfsalat – Tomates – Räucherlachs – pochiertes Ei und grüner Spargel

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Hackfleisch Bohnen Kartoffeln

Ein ganz einfaches Rezept. Ohne Geschichte dazu! Schnell zubereitet. Etwas lange Garzeit, aber arbeitsmäßig schnell und leicht. Das Gericht gehört zu meinem Soul-Food Repertoire.

Zutaten:
500 gemischtes Hackfleisch, 2 altbacken Brötchen, heiße Milch, 1 große Zwiebel, einige Speckwürfel, 1 Ei, Salz, Pfeffer, 1 TL Tomatenmark, Thymian, Muskat, 2 altbacken Brötchen, heiße Milch, 3 – 4 Streifen Bacon
1 Dose oder 1 TK Beutel Brechbohnen, Bohnenkraut, Knoblauch (nach Geschmack)
Kartoffeln – in diesem Fall die eigene Lieblingssorte nehmen.

Zubereitung:
Die altbackenen Brötchen zerkleinern und in der heißen Milch weichen.

Die Zwiebel grob schneiden, in Butterfett anbraten, die Speckwürfel dazugeben.

Das Hackfleisch mit den eingeweichten Brötchen, Ei, Salz und Pfeffer gut vermischen. Die angebratenen Zwiebeln mit den Speckwürfeln dazugeben. Jetzt abschmecken, ob gebügend Salz an der Masse ist. Muskat und Thymian dazgeben und alles vermengen.

Die Baconstreifen in eine tiefe verschließbare Auflaufform oder ein entsprechend andereesw Kochgeschirr auslegen, den Hackbraten zu einem Leib formen und auf die Baconscheiben legen.

Den Knoblauch in feine Würfel schneiden. Die Brechbohnen (bei Dosenbohnen das Wasser abschütten) mit Bohnenkraut und Knoblauch vermengen und alles auf den Hackbraten schütten.

Bei 170 ° C im Rohr für ca. 90 bis 120 Minuten garen.

Rechtzeitig die Kartoffeln kochen, dass sie mit dem Bohnen-Hackbraten gar sind.

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Apfelpfannkuchen mit Speck und Rübenkraut

Eigentlich muss ich nicht nachschauen, wie man Pfannekuchen backt – aber man lernt ja gerne etwas dazu. Daher konsultierte ich Google mit dem Suchbegriffen: Münsterland + Pfannekuchen + Holland. Und ehe ich mich versehen hatte, bekam ich eine herrlich falsche Information. KI generiert.

Vor einem Jahr, als ChatGPT ganz neu war, hatte ich das bewusst schon einmal ausprobiert. Da ich mich in der Gastronomie von Münster und den umliegenden Bauernschaften recht gut auskenne, habe ich nach traditioneller Münsteraner Küche gesucht. Damals hat die Pizza gewonnen. Es gibt wohl mehr Pizzerien als Gasthäuser, die den Hinweis aus bodenständige Musterländer Küche im Namen tragen.

Diesmal waren es die Struwen, die mir angedient wurden. Die isst man in der Regel an Karfreitag und das Gemeinsame mit Pfannekuchen: da ist Mehl drin. Das entspricht ungefähr dem Kinderwitz: „Was hat ein Eichhörnchen mit einem Klavier gemeinsam: Das Eichhörnchen springt von Baum zu Baum, das Klavier ist auch aus Holz.“

Pfannekuchen oder Pannnenkoeken gibt es häufig diesseits und jenseits der Grenze Münsterland Holland. Als Kinder hatten wir das lustige Frage- und Antwortspiel: „Was würdest Du machen, wenn Du König wärst?“ „Jeden Tag einen Pannekauken essen.“ „Gibt es denn nichts Schöneres, als einen Pannekauken zu essen?“ „Jau, twee Pannekauken!“ Und wir liebten das Märchen vom dicken fetten Pfannekuchen. Der will nicht gegessen werden und läuft vor allen, die ihn essen wollen, davon. Bis schließlich die Kinder ihn überlisten.

Pfannekuchen gibt es bei uns im Münsterland salzig und süß. Die salzigen Pfannekuchen wurden oft als Fleischersatz mit Kartoffeln, einer sauren Specksauce und Salat oder zu einem Schnippelbohneneintopf gegessen. Und da jetzt die beste Zeit für Boskop Äpfel ist, mache ich mir einen Apfelpfannkuchen mit Äpfeln und Speck. Ich mache genug Teig, damit zu Schluss noch ein kleiner Pfannekuchen übrigbleibt, den ich als Dessert mit Rübenkraut esse. Jenseits der Grenze heißt dies süße, jeden Zahnarzt in den Wahnsinn treibende, klebrige Zeug „Suikerstroop“. Den Werbespruch „Suikerstroop is heerlijk op de pannenkoek en op brood“ kann ich noch Jahrzehnte nach meiner Kindheit für mich stehen lassen.

Das folgende Rezept stammt von meiner Urgroßmutter, die ihre Rezepte vor nun mehr als 130 Jahren in ein kleines Oktavheft geschrieben hat. Wohl dem, der noch Sütterlin* lesen kann.

Zutaten:
250 g Mehl, ½ l Milch, 2 Eier, ½ TL Salz, Schmalz (ich nehme aber 4 Eier und Butterschmalz)
2 Boskop Äpfel, 80 g Speck (Bacon)

Zubereitung:
Die Eier mit dem Salz verschlagen, abwechselnd Milch und Mehl zugeben und zu einem glatten Teig rühren. Der Teig muss ½ Stunde quellen.

Die Äpfel waschen, die Schale bleibt daran und die Äpfel in 2 – 3 mm dicke Scheiben schneiden. Den Bacon in Quadrate schneiden und in die heiße Pfanne geben, wenn er braun ist, wenden und die Äpfel dazugeben. Manchmal hat der Speck genügend Fett, um den Pfannekuchen zu backen, wenn nicht, gibt man etwas Butterschmalz dazu. Dann kommt der Pfannkuchenteig darüber.

Wenn die Oberseite leicht angetrocknet ist, muss man den Pfannekuchen wenden und backen, bis er goldbraun ist.

Wer jetzt noch weitere Anregungen zum Belegen braucht, schaut am besten mal auf das Angebot des „Pannenkoeken Restaurant „De Duivelsberg“. Alles ist möglich.

Auch interessant: Bergmannssonne – Funšterc ali knapovsko sonc

* Sütterlin ist eine alte deutsche Schrift.

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