Zu Beginn der Woche war es noch warm und sonnig. Eigentlich war der November in den letzten Jahren immer mild. Doch heute in der Früh gab es einen unangenehmen Regen und die Kälte kroch unter die Regejacke. Beim Gemüsehändler lagen wunderschöne Blumenkohlköpfe. Eigentlich ist mir so ein Blumenkohl alleine viel zu groß. Andererseits kann man ihn auf so vielfältige Weise zubereiten, dass ich mich entschloss, einen Blumenkohl mitzunehmen.
Als erste Gericht, habe ich eine Blumenkohlcremesuppe daraus zubereitet. Suppen sind an diesen kalten Herbstabenden ein tröstendes Essen. Hinzu kam, dass ich so enttäuscht über den vorläufigen Ausgang der Wahlen in den USA war, dass es etwas Handfestes sein sollte.
Zutaten:
1 halber Blumenkohlkopf 250 g mehlig kochende Kartoffeln 1 kleine Zwiebel, fein gewürfelt 20 g Butter 1,5 l Gemüsebrühe 100 g Mascarpone Frische Muskatnuss, gerieben Salz und weißer Pfeffer Einige Scheibchen Blumenkohl Aceto Balsamico
Zubereitung:
Die Kartoffeln schälen und würfeln, den Blumenkohl ins Röschen teilen und zusammen in der Hälfte Gemüsebrühe garen.
In der Zwischenzeit die feingewürfelte Zwiebel in Butter anrösten.
Nun geben wir die Brühe mit den Kartoffeln, dem Blumenkohl und den angerösteten Zwiebelwürfel in einen Foodprocessor (Standmixer gehen auch, Pürierstäbe sind nicht so optimal) und mixen alles auf. Wer will kann diese Masse durch ein Sieb streichen, mich stört die feine Körnigkeit nicht.
Dann geben wir die Mascarpone zur Gemüsemasse und so viel von der restlichen Gemüsebrühe, dass die Suppe eine cremige Konsistenz erhält, aber nicht zu dickflüssig wird. Jetzt müssen wir nur noch die Blumenkohlcremesuppe mit Muskat, Salz und weißem Pfeffer abschmecken.
Die Suppe serviere ich mit einigen Blumenkohlchips, die ich in Buttergeröstet habe, und etwas Aceto Balsamico.
Die alten Römer liebten sie und wir auch – die süße, frische Feige ist eine der aufregendsten Früchte des Herbstes. Sie passt fast zu jedem Anlass, von Käsebrettern bis zu Torten. Ihr intensiver Geschmack lässt sie mit allem gut harmonieren, egal ob sie in süßen als auch in herzhaften Speisen verwendet wird.
Ihr intensives Farbspiel passt zum Herbst: Zu den schönsten gehört das tiefe Blau, vermischt mit rot und dem violett der Feigen. Aufgeschnitten präsentiert sie uns ein leuchtendes Rot in einem hellen Ramen.
Das folgende Rezept habe ich als einfachen Snack zum Abend zubereitet. Es ist ein total einfache Rezept, das die komplementären Aromen für sich sprechen lässt. Garniert wird es mit gerösteten Mandeln, Honig und Balsamico.
Zutaten: 2 Feigen, reif 1 EL Akazienhonig 1 EL Puderzucker 2 Zweige Zitronenthymian 60 g blanchierte Mandeln, grob gehackt Olivenöl Meersalz 160 g Gorgonzola Dolce Latte Akazienhonig , zum Besprenkeln 1 Schuss Balsamico-Essig 1 Handvoll Rauke
Zubereitung:
Zuerst die Mandeln in eine große Pfanne mit einem großzügigen Spritzer Öl und einer großzügigen Prise Meersalz geben. Bei mittlerer Hitze rösten, bis die Mandeln leicht gebräunt sind und das Öl absorbiert haben.
Probieren und eventuell bei Bedarf weitere Gewürze hinzufügen. Aus der Pfanne nehmen und beiseite stellen, bis die Mischung benötigt wird.
Die Feigen halbieren und mit der Schnittseite nach oben auf ein Backblech legen. Gleichmäßig mit Honig beträufeln und den Puderzucker bestäuben
Den Zitronenthymian auf ein Brett legen und vorsichtig mit einem Messerrücken zerquetschen. Dann über die Feigen streuen.
Diese legen wir nun bei sehr schwacher Hitze unter einen Grill. Erhitzen, bis die Feigenoberseiten weich werden, leicht anschwellen und Honig und Zucker aufnehmen. Vom Herd nehmen und beiseite stellen.
Zum Servieren den Gorgonzola in 4 gleiche Portionen teilen und neben den Feigen auf Teller legen. Mit etwas mehr Honig und einem Schuss Balsamico beträufeln. Mit den Mandeln und einigen gewaschenen Rucola-Blättern garnieren. Sofort servieren.
Die Bundeskanzlerin Angela Merkel gibt ja nicht viel Privates von sich preis. Aber manchmal doch etwas: „Ich kann gut Kartoffelsuppe“, sagte sie für über 20 Jahren einem TV Sender. Einem Blatt der Regenbogenpresse verriet sie auch, dass die Kartoffeln gestampft sein müssen, weil die Suppe dann nicht nur sämig ist, sondern man spürt noch die Kartoffelstückchen am Gaumen. Man kann von ihr ja nicht sagen, dass sie eine Populistin ist, aber die Vorliebe mit Kartoffelsuppe teilt sie mit dem überwiegenden Teil der Bevölkerung. Kartoffelsuppe hatte einen festen Platz in den Haushaltungen weit und breit. Wenn auch die Speisekammer leer war, so fanden sich doch meist noch ein paar Kartoffeln. Und das Volk sang nach einem Lied von Detlev von Liliencron:
„Kartoffelsupp! Kartoffelsupp!
Und alle Tag‘ Kartoffelsupp!
Und Sonntags gibt es Brei;
Kartoffelbrei, die Woch‘ vorbei“.
„Kartoffel“ und „Suppe“ – was man daraus alles zubereiten kann ist unzählbar. Als klare Brühe mit Wurzeleinlage, etwas angedickt als Eintopf, sämig gebunden als Cremesuppe, mit Einlagen von Speck über Würstchen bis zum Markkloß, oder mit Liebstöckel – falls man nicht gleich Maggi nimmt. Jede Landschaft hatte und hat heute noch ihr eigenes Rezept und die Einlagen sind ebenso Varianten reich: Gewürzgurkenscheiben, mit Würfeln vom Raufleisch, Speck, in Sachsen mit Senf, veredelt mit allerlei Meeresgetier vom Lachs über Krabben bis zum Kaviartopping. Es gibt die Varianten für Veganer, für Vegetarier und reichhaltig mit Würsten für die Fleischesser.
Die Kartoffel kann auf eine lange Geschichte zurückblicken, seit sie Anno 1565 von den spanischen Eroberern aus Südamerika nach Europa mitgebracht wurde. Der Lauf der Geschichte zeigt uns, dass es meist für sozialen Klasse Einschränkungen gab, wenn es um den Verzehr von bestimmten Lebensmitteln ging. Als die Kartoffeln in Europa Verbreitung fand, hielten die europäischen Aristokraten sie als Nahrungsmittel nicht für standesgemäß. Aber es war für sie in Ordnung, dass diese hässliche Knolle für die arbeitenden Bauern gut genug war. Die Kartoffel rangierte in den Augen des Adels auf dem Niveau von Schweinefutter. Überall stieß die Kartoffel erst einmal auf Ablehnung. Aber bald setzte sich die Kartoffel nahezu überall durch. Es hatte genügend Hungersnöte gegeben und Kartoffeln konnten auch auf kleinsten Grundstücken in ausreichender Menge angebaut werden, so dass ein Hektar Land einer 6 köpfigen Familie genügend Nahrung für ein ganzes Jahr erzeugte.
Ehe sich Brot und Semmel zum Kaffee zur Morgenmahlzeit einbürgerten, gab es mancherorts die Morgensuppe als erstes stärkendes uns sättigendes , die oft Kartoffeln enthielt. Wo Fleisch und Gemüse rar waren, gab es doch Kartoffeln, die früher von fast allen Haushalten in großen Mengen eingekellert wurden. In manchen Landschaften wurden die Kartoffeln direkt zum Frühstückserviert, wie es im Emmental in manchem bäuerlichen Haushalt noch üblich sein dürfte.
Bei uns daheim gab es Kartoffelsuppe am Montag. Das war so sicher, wie das Teppichklopfen am Donnerstag und gebratener oder gekochter Fisch am Freitag. Der Montag war Waschtag. Es gab noch nicht die modernen Waschmaschinen. Dafür hatte jedes Haus eine Waschküche. In einem großen Kessel dampfte die Seifenlaufe und füllte den ganzen Raum mit Nebelschwaden. Waschen war eine Knochenarbeit und da blieb keine Zeit zum Kochen. Am Sonntag hat es ja als ersten Gang eine Fleisch- oder Hühnerbrühe gegeben. Die Einlagen waren auch meist die gleiche: Eierstich oder Markklößchen. Und mit Bedacht hatte die Hausfrau mehr Suppe gekocht, als notwendig war. Und so war die Grundlage für die Suppe fertig. Man brauchte nur noch mehlig kochende Kartoffeln, Kräuter und ausgelassene Speckwürfel. Manchmal wurde auch ein Mettendchen in die Suppe geschnitten. Ich vermisse diese Mettendchen sehr, denn die ihnen ähnlichen Bauernbratwürste aus dem alemannischen Raum kommen ihnen nicht nahe.
Kochwürste, wie zum Beispiel Wienerle, wären viel zu aufwendig gewesen. Die gab es dann bei besonderen Gelegenheiten, wenn die Kartoffelsuppe angereichert mit Rahm, für die Familie und Gäste serviert wurde. Die ausgelassenen Speckwürfel durften dann aber auch nicht fehlen.
Eine Kartoffelsuppe lässt sich mit wenig Aufwand zu ein überaus schmackhaftes Gericht zubereiten, das zu vielen Gelegenheiten passt und immer gerne gegessen wird. Jetzt ist die richtige Zeit, um Suppen zu kochen. Wenn es draußen kalt ist, muss man sich drinnen wärmen. Nichts ist besser als ein geschmackvoller Suppentopf. Und nach dem Motto: „Die Welt gehört dem, der sie genießt“, habe ich verschiedene Varianten dieser Suppe ausprobiert.
Kartoffelsuppe mit getrockneten Steinpilzen und gerösteten Champignons
Es war ein gutes Pilzjahr und mein Sohn hat mir eine große Tüte getrockneter Steinpilze aus dem Piemont mitgebracht. Pilze sind eine wunderbare Ergänzung in einer wärmenden Kartoffelsuppe.
Zutaten: 1250 ml Gemüse- oder Fleischbrühe 750 g mehlig kochende Kartoffeln 1 Möhre 1 Stück Knollensellerie 1 Petersilienwurzel 1 kleine Stange Lauch 1 Zwiebel 1 Lorbeerblatt 1 Nelke wenig Liebstöckel 50 ml Sahne etwas geräucherter Speck oder geräucherte Wurst in Würfel geschnitten 20 g getrockneter Steinpilze Champignons Olivenöl Petersilie Schnittlauch Wer mag: 1 Paar Wienerle pro Person
Zubereitung:
Die Steinpilze mit kochendem Wasser überbrühen und mindestens 30 Minuten aufquellen lassen.
Kartoffeln und alles Suppengemüse würfeln und mit dem Lorbeerblatt und der Nelke in die leicht kochende Brühe geben. Das Liebstöckel wird ebenfalls in die Suppe gegeben.
Die Steinpilze in feine Stücke schneiden und mit dem Aufweichwasser in die Suppe geben.
Wenn die Kartoffeln und das Gemüse weich ist, die Suppe mit einen Pürierstab glatt pürieren und die Speckwürfel hineingeben, noch etwas kochen lassen, die Hitze zurücknehmen und die Sahne hineinschütten. Gut umrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Die Champignons feinblättrig schneiden und mit wenig Salz in Olivenöl knusprig braten. Zur gleichen die Wienerle in separatem Topf erhitzen.
Die Suppe in Schalen servieren, die Wienerle und Champignons oben auf legen. Mit fein geschnittener Petersilie und Schnittlauch ergänzen.
Klare Kartoffelsuppe mit Mettbällchen
Für diese Suppe brauchen wir zwei Sorten Kartoffeln: mehlig kochende und feste Kartoffeln. Während die erste Sorte dem Gaumen schmeichelt, ergänzt die feste Sorte mit Biss.
Zutaten:
1250 ml Gemüse- oder Fleischbrühe 500 g mehlig kochende Kartoffeln 300 g festkochende Kartoffeln 1 Möhre 1 Stück Knollensellerie 1 Petersilienwurzel 1 kleine Stange Lauch 1 Zwiebel 1 Lorbeerblatt 1 Nelke wenig Liebstöcke Petersilie Schnittlauch 300 g Mett (falls beim Metzger nicht vorrätig, kann man die Füllung einer groben Schweinsbratwurst nehmen)
Zubereitung:
Kartoffeln und alles Suppengemüse würfeln und mit dem Lorbeerblatt und der Nelke in die leicht kochende Brühe geben. Das Liebstöckel wird ebenfalls in die Suppe gegeben.
Aus dem Mett Kugeln groß wie ein Walnuss formen und in Öl in der Pfanne anbraten.
Kurz bevor die Kartoffelwürfel gar sind, kommen auch die Mettbällchen in die Suppe.
Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Diese klare Kartoffelsuppe eignet sich gut als Vorsuppe zu einem Sonntagsessen oder als einzelne Mahlzeit mit frischem Bauernbrot.
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