Fleischschnacka

Heute gab es „Fleischschnacka“ –ein Gericht aus der wohlige Herbstküche aus dem Elsass. Vor langen Jahren habe ich sie das erste mal im Elsass in einem Dorfgasthaus gegessen. Es war Liebe auf den ersten Biss und ich habe sie gleich in mein Herz geschlossen.

Dieses typische Elsässer Essen ist eine Nudelrolle, die in ihrer Füllung der schwäbischen Maultausche ähnelt, aber im Geschmack viel feiner und komplexer ist.

Traditionell wurde sie am Montag aus den Resten vom Pot-au-Feu zubereitet. Das Suppenfleisch wird durch den Fleischwolf getrieben und mit frischem, gehackten Schweinefleisch, Zwiebeln, Karotten, Eier und Petersilie vermischt auf Nudelteig gestrichen und aufgerollt. Dann schneidet man die Rolle in Scheiben, brät diese in Butter an, bis sie goldbraun sind, übergießt sie mit heißer Brühe und lässt sie gar ziehen.

Natürlich kann man sie auch auf andere Art servieren. Da gibt es vielfältige Möglichkeiten: in einer Weißweinsauce, in Tomatensauce oder wie für mich beim ersten mal zu Sauerkraut und Püree.

Dazu sollte man aber genügend Elsässer Riesling zur Begleitung haben, weil die Fleischschnacka wie die meisten Herbstgerichte, ein mächtiges Essen sind.

Zutaten:
Nudelteig, den ich bereits fertig einkaufe
750 g im Pot au feu gegartes Fleisch
250 g frisches gehacktes Schweinefleisch
1 Ei
1 Zwiebel
etwas Gemüse aus dem Pot au feu
gehackte Petersilie und Schnittlauch
1 Knoblauchzehe
Salz, Pfeffer

Zubereitung:
Alle Zutaten hacken, das ganze Ei dazugeben und alles gut vermischen.

Die Arbeitsfläche bemehlen, den fertigen Nudelteig zu einem 3 mm dicken Rechteck ausrollen, die Füllung über das gesamte Teigrechteck verteilen und zu einer großen Wurst rollen. 2 bis 3 cm dicke Scheiben schneiden.

Die Scheiben in einer Öl-Butter-Mischung von beiden Seiten anbraten und in eine feuerfeste Form legen (ohne sie zu überlappen). So hoch mit Brühe angießen, bis sie bedeckt sind. (Gegebenenfalls während es Garens noch Brühe nachgießen.)

In Fleischbrühe mit einem grünen Salat servieren.


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Ein herbstliches Vesper mit rote Beete, hausgemachtem Kräuterfrischkäse, Gänseleber Parfait, gedörrten Apfelringen und Cumberlandsauce

Der Herbst ist die Jahreszeit mit den kräftigen Farben und Aromen. Da passen im Oktober gut Früchte, Käse und Gänseleber Parfait zu einem Abendbrot. Das Besondere daran sind sicher die roten Beete, die ich zuerst in einer Darre vier Stunden bei 50 ° dehydriert und anschließend über Nacht in Schlehensaft eingelegt habe – also rehydriert.

Die Anregung habe ich im Restaurant Otto in Berlin bekommen. Ein Gast hat dazu treffend geschrieben:  „Nicht nur außergewöhnlich, sondern auch außergewöhnlich gut!“ Dazu gab es hausgemachten Frischkäse mit Kräutern und ein Gänseleber Parfait. Dafür habe ich das Rezept von Vincent Klink aus dem Buch: „Grundzüge des gastronomischen Anstands“ von Grimod de la Reynière – übersetzt ins Deutsche von Vincent Klink.

Die gedörrten Apfelringe, die Cumberlandsauce und natürlich Brot rundeten dies Vesper ab.

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Rinderrippe geschmort mit Polenta und mediterranes Ofengemüse

Die Tage werden kürzer und kälter. Da ist ein kraftvoller Schmorbraten genau das Richtige.

Die kurze Rippe vom Rind wurde ja lange Zeit im deutschsprachigen Raum verkannt und ging oft nur unter dem Begriff „Suppenfleisch“ über die Theke. Wenn die Hausfrau sie nicht nur profan „Suppenfleisch nannte, kannten sie diesen Cut unter solchen Namen wie „Leiter und Querrippe“. Allein für eine Suppe erschöpft nicht ihr Potential. Jenseits des Atlantiks war sie schon immer unter den Namen „Short Rips“ bekannt und wurde meistens im Smoker zubereitet, langsam, dass sie sich zart und voller Aromen präsentiert. Diese Smoker- und Grillwelle schwappte nach Europa über, wo inzwischen ebenfalls die „Rinderrippchen“ zum Grillen und Schmoren angeboten werden.

Schweinerippchen kennt ja nun fast jeder, wer aber einmal Rinderrippchen probiert hat, ist verloren, der will nichts anderes mehr.

Noch mehr als auf im Smoker oder auf dem Grill entfaltet die Rinderrippe ihre nahezu ungeahnten Aromen im Schmortopf, langsam gegart mit Schalotten, Wurzelwerk und einem guten Rotwein. Die Langsamkeit, das ist das Geheimnis einer gut geschmorten Rinderrippe. Dies Fleisch braucht Zeit, damit sich das Kollagen, welches in diesem Stück Fleisch reichlich vorhanden ist, in Gelatine wandeln kann. Wird die Rippe zu schnell gegart, drückt die Hitze das Wasser aus dem Gewebe und das Fleisch wird zäh, ja sogar hart. Gelatine aber hat die Eigenschaft, dass sie ein Vielfaches ihres eigenen Volumens an Wasser speichern kann und so wird der Schmorbraten zart und saftig und das Fleisch kann auf der Zunge zergehen. „Man kann es mit dem Löffel essen“, würde mein Freund Ivan dazu sagen.

Zutaten:

800 g Rinderrippe (Querrippe / Leiter) von der bereits der größte Fettanteil entfernt wurde
Butterschmalz
400 g Schalotten in Streifen geschnitte
4 Möhren mittelgroß, fein gewürfelt
1 Petersilienwurzel, fein gewürfelt
1 Stück Sellerie, fein gewürfelt
500 ml guter Rotwein  (aus schlechtem Wein kann man keine gute Sauce ziehen)
1 Stange Zimt
1 TL schwarze Pfefferkörner
1 Sternanis
nach Bedarf Rinderbrühe

Man sollte einen schweren Schmortopf nehmen!

Zubereitung:

Die Rinderippe in 200g Portionsstücke geteilt in heißem Butterschmalz rundherum anbraten. Aus dem Schmortopf nehmen und das Wurzelwerk mit den Gemüsen unter Rühren im heißen Fett rösten. Wenn es zu duften beginnt, die Rinderrippe zurück in den Topf geben und den Rotwein angießen.

Im vorgeheizten Backofen bei 80° C langsam garen. Das kann gut 4 – 6 Stunden Zeit brauchen. Nach 2 Stunden sollte man den Flüssigkeitsstand im Topf kontrollieren. Ist zu wenig übrig, gießt man Rinderbrühe nach.

Gut eine Stunde vor dem Garpunkt, schmecke ich noch einmal die Sauce ab. Sie soll rund und vollmundig sein. Wenn sie zu intensiv und herb nach Rotwein schmeckt, kann man das abmildern. Ich gebe dann je nach Braten ein Stück Schokolade, Lebkuchen oder Backobst mit in die Sauce. In diesem Fall hatte ich mich für in Cognac eingelegte Backpflaumen entschieden. Die Sauce war dann perfekt.

Ein wenig Kreativität braucht es beim Abschmecken. Ich kann immer wieder nur wiederholen: Eine Rezept ist kein Gesetz sondern sollte nur eine Anregung sein.

Serviert wurden die geschmorten Rippen mit gebackener Polenta und Ofengemüse.

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