Pumpernickelauflauf mit westfälischem Knochenschinken und Preiselbeermeerrettich

Ein Soufflé, um das selbst verwöhnte französische Feinschmecker die Westfalen beneiden dürften. Hier sind auf geradezu ideale Weise leichte Neue Küche und deftige Regionalküche verbunden worden, unter Verwendung von einer ganzen Reihe von westfälischen Klassikern wie Pumpernickel, Knochenschinken, Steinhäger und Rübenkraut. Dazu gehört ein frisch gezapftes Pils.
Westfälischer Knochenschinken

für den Pumpernickelauflauf
100 g Pumpernickelbrösel
2 cl Steinhäger
2 Eier
50 g Butter
50 g Zucker
20 g Mehl
1 Prise Salz
1 TL Rübenkraut

für den Preiselbeermerrettich
200g Sahne
1 TL geriebener Meerrettich
1 EL ungesüßte Preiselbeermarmelade

Zubereitung
Pumpernickelbrösel in Steinhäger einweichen, Eier trennen, Butter und Zucker schaumig rühren. Mehl, Salz und Rübenkraut nach und nach zugeben und alles mit eingeweichten Pumpernickelbrösel vermischen.
Eiweiß zu steifem Schnee schlagen und vorsichtig unterheben. Masse in gebutterte, mit Mehl ausgestaubte Auflaufförmchen füllen und im vorgeheizten Backofen bei 180° ca 30 – 35 Minuten backen.
Sahne steif schlagen, Merrettich und Preiselbeeren unterheben. Auf Tellern Pumpernickelauflauf mit westfälischem Knochenschinken und Preiselbeermeerrettich anrichten.

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Bregenzerwald – Natur – Brauchtum – Kultur und Kulinarik


Im Bregenzerwald scheint es mancherorts, als sei die Zeit stehen geblieben. Aber die „Wälder“, wie sich die Einheimischen nennen, sind nicht von gestern.
Schon auf der ersten Anhöhe des Vorderwalds führen Sträßchen und Wege durch ein Voralpenland der Streusiedlungen und Wiesen. Nur die Kuppen und Taleinschnitte sind bewaldet, links und rechts eingezäunte Weiden und blumenreiche Mäh- und Streuobstwiesen. Dazwischen stehen immer wieder bildschöne Einzelhöfe – die typischen holzgeschindelten Höfe.
Der Bregenzerwald ist eine ebenso charakteristische wie abwechslungsreiche Landschaft. Dem Auge bieten sich sanfte Hügellandschaften bis zu schroffen Gipfeln im Hochgebirge. Beschauliche Dörfer mit der typischen Bregenzerwälder Architektur sind lebendige Musterbeispiele für echtes Brauchtum und vielfältige Kultur. Beim sonntäglichen Kirchgang tragen die Frauen oft die Juppe, die altüberbrachte Tracht. Die Herstellung, Geschichte und die heutige Bedeutung kann man sich in einem Museum, der Juppenwerkstatt in Riefensberg zeigen lassen.
Fast jeder Zweite betreibt hier noch Landwirtschaft sogar im Vollerwerb, und auf nicht weniger als 90 Sennalmen wird im Sommer Käse gemacht. Die „Käsestraße Bregenzerwald“ ist ein Zusammenschluss von Talsennereien, Sennalpen, einzelnen Käsemachern und bäuerlichen Direktvermarktern, die auch den Tourismus mit dem Slogan fördern: „Von mild bis wild“. 60 Käsesorten gibt es in der Region, und der Käse ist natürlich auch Bestandteil der Bregenzwälder Küche.
„MundArt“ hat im Bregenzerwald zwei Bedeutungen. Zum einen bezieht es sich auf die besonderen Dialekte, die hier gepflegt und oft nicht einmal von Vorarlbergern ganz verstanden werden. Zum anderen steht „MundArt“ für die Kreativität der Bregenzerwälder Gastronomie. Vorwiegend werden Produkte aus heimischer Erzeugung in ihren Küchen verwendet: Fleisch, Gemüse, Kräuter und eben Milchprodukte. Und so kommt es, dass eine Talschaft, in der vor hundert Jahren die Sonntagskost eine Art Brei aus Weizenmehl war – an Wochentagen gab’s Maisgrieß – , heute eine Feinschmeckerregion mit ursprungsgeschützten Spezialitäten und vielen Betrieben der gehobenen Gastronomie ist. Immerhin hat es hier die größte Dichte an von Restaurantführern ausgezeichneten Gasthäusern.
Aber nicht nur Natur und kulinarische Genüsse, sondern auch kulturelle Veranstaltungen prägen heute den Bregenzerwald. So durfte ich an diesem Wochenende ein Konzert der Schubertiade besuchen. Die Schubertiade in Schwarzenberg gilt als bedeutendstes Schubert-Festival der Welt. Mit der Musik Schuberts und seiner Zeitgenossen harmoniert die ländliche Atmosphäre im ausgesucht schönen Dorf auf stimmungsvolle Weise. Zum Abendessen gingen wir in den Schwanen in Bizau. Hier kochen drei außergewöhnliche Frauen. Als Gruß aus der Küche wurde ein Timbal aus Kuskussalat serviert, dann folgte ein Kalbscarpaccio. Trotz der verlockenden Angebote der Karte wählte ich ein typisches Gericht der Landschaft: Käsknöpfle mit Zwiebeln. Es mundete vorzüglich. Und da die Köchinnen nicht mit Rezepten geizen, hier eines ihrer Rezepte:

Carpaccio vom marinierten Forellenfilet
Zutaten:
6 Forellenfilets, 20 g Dill, 1 Schalotte, in Streifen geschnitten, 5 ml Zitronensaft, 5 ml Holunderessig, 130 g Meersalz, 50 g Zucker, 2 Wacholderbeeren, zerdrückt, Milch zum Einlegen der Forellen, 4 EL Sonnenblumenöl zum Bestreichen

Zubereitung:
Die Gräten aus dem Forellenfilet ziehen, und den Fisch in einen flachen Behälter legen. Den Dill und die Schalotten auf das Filet geben, mit dem Zitronensaft und dem Holunderessig beträufeln. Das Salz mit dem Zucker und den Wacholderbeeren vermischen und auf das Forellenfilet streuen. Mit Klarsichtfolie verschließen und 12 Stunden kühl stellen. Dann die Kräuter entfernen und den Fisch für 1 Stunde in die kalte Milch legen. Anschließend das Filet aus der Milch nehmen, mit einem Küchenkrepp gut trocknen, mit dem Sonnenblumenöl bestreichen und 12 Stunden kühl stellen. Das Filet in Scheiben schneiden und nach Wunsch mit Dillsaucen und Sahnekren servieren.

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Eglifilets auf Wirsing

Der Untersee hat einen eigenen Zauber. Seit vielen Jahrhunderten haben hier Mönche und Nonnen ihre Klöster errichtet, Könige sich Residenzen gebaut und Künstler ihre Ateliers – sie alle fühlten sich ganz eigenartig berührt von dieser sanften, stillen und milden Landschaft rund um das Ende des Bodensees.
Napoleonschloß Arenenberg

Heute sind beliebte Ziele für Touristen das UNESCO-Welterbe die Klosterinsel Reichenau, das mittelalterliche Städtchen Stein am Rhein, die Riegelhäuser in Ermatingen und Gottlieben, aber auch die Schlösser und deren Gärten am thurgauischen Ufer. Hier gibt es die währschaften Landgasthöfe, die dem Gast kulinarische Besonderheiten der Landschaft anbieten. Und dazu gehört der Egli. Am deutschen Ufer nennt man denselben Fisch Kretzer und andernorts auch Flussbarsch. Er hat einen sehr intensiven Geschmack und schmeckt am besten gedämpft oder zart angebraten.
Eine Spezialität, die man im Sommer auf vielen Fischerfesten findet. Meist wird er als „Knusperli“ mit Sauce Remoulade angeboten. Ich aber bereite ihn im Frühjahr mit jungem Wirsing zu. Jetzt ist dieser Kohl zart und milde. Im Herbst ist er kräftig und verlangt weitere Zutaten.

Eglifilets auf Wirsing
Zutaten für 4 Personen:
ein junger Wirsingkopf (hellgrün), 100 g Kochspeck, 2 Schalotten, 25 g Butter, Salz, Muskatnuss und Pfeffer.
8 Eglifilets á ca. 80 g

Die Wirsingblätter auslösen und in sprudelndem Salzwasser 1 Minute blanchieren. Herausnehmen, abtropfen lassen und in Eiswasser abschrecken.
Den Speck lasse ich beim Metzger in dünne Scheiben schneiden, die dann wiederum in feine Streifen geschnitten werden. Die zwei Schalotten in feine Würfel schneiden. Die Butter in einer Kasserolle aufschäumen lassen und den Speck sowie die Schalottenwürfelchen hinzufügen. Kurz anziehen lassen und dann die zerzupften Wirsingblätter (die groben Rippen lässt man weg) dazu geben und 8 bis 10 Minuten köcheln lassen. Immer wieder leicht umrühren und mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken.

Die Eglifilets würzen und in Butter kurz auf beiden Seiten anbraten und auf dem Wirsing anrichten.

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