Provenzalisches Schmorfleisch

Ein Gericht, das ich bereits vor Jahrzehnten in der Carmague kennen lernte. Dort wird es „La Daube“ genannt. Es ist das Parade-Hausfrauengericht in der Provence. Dazu gehört das mit Sehnen gleichmäßig durchzogene Beinfleisch vom Rind, das garantiert, dass die Würfel nicht nur eine kräftige, sämige Sauce spenden, sondern selber noch ein saftiger Genuss sind. Außerdem gehören unabänderlich noch hinein: große Würfel vom petit salé, das ist der gepökelte, gleichmäßig durchwachsene, also ungeräucherte Schweinebauch, sowie die dazugehörige Schwarte, die natürlich gleichermaßen ungeräuchert bleiben muss. Diese drei verschiedenen Sorten Fleisch sind typisch, alle anderen Zutaten dürfen nach Gusto und Laune variiert werden. Ich nehme immer noch zum Beinfleisch ein, zwei Stücke Ochsenschwanz, die dem Ganzen ein noch besseres Aroma verleihen.
Der Name La Daube leitet sich vom Schmortopf ab. In alten Zeiten wurde das Gericht über Nacht in einem irdenen Schmortopf im Ofen zubereitet, so dass es am nächsten Tag gerade recht war. Um die Authentizität zu wahren, kann man es bei 75° C im Backofen in ca. 7 Stunden garen oder man nimmt einen möglichst schweren Topf, der die Hitze gut aufnimmt und verteilt.
la-daube
1 kg Beinfleisch,
250 – 350 g Ochsenschwanz
250 g gepökelter Schweinebauch
250 g frische Schwarte
Salz Pfeffer
1 EL Schweineschmalz
1 l Rotwein
5 Lorbeerblätter
1 Thymianstrauß
1 Stück Orangenschale

Zubereitung
Das Fleisch und den Schweinebauch in Würfel von gut 4 cm Kantenlänge, die Schwarte in etwas kleinere Flecken schneiden. Im Schweineschmalz rundum kräftig anbraten, salzen und pfeffern. Mit Wein ablöschen. Aufkochen und die Gewürze zufügen.
Zugedeckt im Backofen (oder auf ganz kleinem Feuer) bei etwa 150 Grad mindestens vier Stunden, ruhig sogar noch länger, sanft schmoren lassen.
Dank der Sehnen und Schwarten, die sich beim langsamen Schmoren geradezu auflösen, wird die Sauce dick, intensiv würzig und verströmt unerhört kräftigen Duft.

Veröffentlicht unter Allgemein, Fleisch, Rezepte | Verschlagwortet mit , , , | Schreibe einen Kommentar

Rauchmatjesfilet mit Schnibbelbohnen dazu Apfelschmand mit Limetten-Aroma

Heute ein Rezept aus dem Landhaus Scherrer in Hamburg. Leicht verändert und nachgekocht.

Rauchmatjesfilet mit Schnibbelbohnen dazu Apfelschmand mit Limetten-Aroma

Zutaten
8 Stück neue Rauchmatjesfilet
½ rote Zwiebel

Apfelschmand mit Limette
150 g Äpfel
150 g Zwiebeln
2 Limetten
30 g Zucker
150 g Gewürzgurke
300 g Schmand
1 dl Milch (Sahne)

Schnibbelbohnen
500 g Schnibbelbohnen
20 g Butter
½ Bund Bohnenkraut
Salz Pfeffermühle
240 g Kartoffeln
30 g geräucherter Bauchspeck

Garnitur
Bohnenkrautspitzen
matjes_limetten
Zubereitung
Rote Zwiebeln pellen und in feine Ringe schneiden.

Apfelschmand mit Limette
Zwiebeln vierteln und in feine Scheiben schneiden. Dann im heißen Salzwasser kurz blanchieren und kalt stellen. Die Äpfel schälen, entkernen, sechsteln und ebenfalls in feine Scheiben schneiden. Die Limettenschale fein abreiben, halbieren und auspressen. Die Gewürzgurken in mittelfeine Streifen schneiden. Die Saure Sahne mit etwas Milch glatt rühren, Limettenabrieb, Saft und Zucker zugeben. Danach die Apfelstücke, Zwiebeln und Gurkenstreifen hinzugeben und alles vermengen. Nochmals mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Kartoffeln schälen, halbieren und kochen. Wenn es junge Kartoffeln gibt, bevorzuge ich „Neue Kartoffeln“ als Pellkartoffeln.

Schnibbelbohnen
Schnibbelbohnen mit der Maschine fein schneiden. Wenn man keine Maschine hat, macht man es per Hand. Im Salzwasser ca.3 bis 4 Minuten auf den Punkt blanchieren. In Eiswasser abschrecken und danach abtropfen. Vom Bohnenkraut Spitzen abzupfen, den restlichen Teil fein schneiden. Schnibbelbohnen mit etwas Butter und wenigen Speckwürfeln im Topf erhitzen, mit dem Bohnenkraut, Salz und Pfeffer abschmecken.

Tipp: Wenn man die Schnibbelbohnen gleich verwendet, braucht man Sie nicht vorher blanchieren. Die Bohnen mit etwas Butter und Wasser ca. 1 dl im Topf mit Deckel ca. 5 Minuten gar dämpfen.

Anrichten:
Den Apfelschmand auf flache Teller platzieren. Matjesfilet obenauf legen. Mit den roten Zwiebeln garnieren. Schnibbelbohnen und Kartoffeln extra geben. Bohnenkrautspitzen obenauf geben.

Veröffentlicht unter Rezepte | 1 Kommentar

Kohlrouladen

Kohlrouladen sind ein typisch deutsches Essen und kamen auch im Ruhrpott öfters auf den Tisch. Wenn es auf den Ersten zuging, konnte man die Füllung wunderbar strecken. Heute wollen wir sie aber rein und pur aus einem Spitzkopf, gemischtem Hack und Mett zubereiten. Man kann für Kohlrouladen alle möglichen Kohlköpfe nehmen. Ich habe sogar einmal Kohlrouladen aus Rotkohl gesehen.
spitzkohl kohlroulade_01 kohlroulade_02
Morgen – denn aufgewärmt schmecken sie noch besser, werden sie in einer Speckstippe zu Kartoffelpüree auf den Tisch gebracht.
kohlroulade_03
Zutaten
1 Spitzkohl
300 g gemischtes Hack
100 g Mett
1 Zwiebel
1 Ei
1 Knoblauchzehe
1 EL gehackter Tomaten (aus der Dose)
Majoran
Kümmel
Pfeffer und Salz

250 g gewürfelten, geräucherten Bauchspeck
250 ml Brühe
Essig
Mehl

Zubereitung
Den Spitzkohl in kochendem Wasser blanchieren und dann in kaltem Wasser abschrecken. Die großen äußeren Blätter ablösen und gut abtropfen lassen, eventuell mit einem Küchentuch trocken tupfen.
Aus den restlichen Zutaten bereite ich einen Hackfleischteig, der als Füllung auf die einzelnen Kohlblätter kommt. Diese zu einem Päckchen zusammenrollen und mit einem Bindfaden fixieren.
Butterschmalz und Öl gemischt in einer großen tiefen Pfanne erhitzen und die Kohlrouladen hineingeben. Bei niedrigster Hitze langsam schmoren. Nach 30 Minuten wenden. Das funktioniert mit der langen Garzeit aber nur bei niedrigster Hitze. Jetzt von der anderen Seite weitere 30 Minuten langsam garen. Dann die Hitze erhöhen und aufpassen, dass nichts anbrennt. Zwischendurch die Kohlrouladen wieder wenden, bis sie auf beiden Seiten braun sind.
Die Kohlrouladen herausnehmen und in der gleiche Pfanne, die Bauchspeckwürfel auslassen, mit Mehl bestäuben und mit Brühe ablöschen, bis eine sämige Sauce entsteht. Diese schmecken wir mit den Gewürzen ab und legen die Kohlrouladen wieder in die Sauce, wo sie bis zum Aufwärmen ruhen und durchziehen.

Veröffentlicht unter Allgemein, Fleisch, Rezepte | Verschlagwortet mit , , , , , | Schreibe einen Kommentar