Rosenkohl – knusprig und zart

Das folgende Rezept konnte ich mir ursprünglich nicht einmal vorstellen, aber dann habe ich es ausprobiert und war begeistert. Ich gebe den geputzten Rosenkohl für ein paar Minuten in eine Friteuse. Genauer gesagt, habe ich in einer schweren Sauteuse Kokosfett erhitzt und darin den Rosenkohl ausgebacken.
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Rosenkohl ist eines von den Gemüsesorten, die nicht bei jedermann beliebt ist. Bereits im letzten Jahr habe ich experimentiert und die einzelnen Blättchen vom Rosenkohl gelöst und diese gedünstet. Das Ergebnis war so überraschend gut, dass es Rosenkohlhasser am Tisch probierten, und begeistert weiter aßen. Das Gleiche passierte mir jetzt mit dem frittierten Rosenkohl. Auf dem Teller lag einfach kein übel riechendes Gemüse, wie es schon mal bei Rosenkohl vorkommt (aber nicht muss).
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Zuerst werden die kleinen grünen Röschen geputzt, gewaschen, getrocknet und dann habe ich sie längs halbiert. Wenn sich einige der Blätter lockern und abfallen, macht das nichts. Man gibt sie einfach ein oder zwei Minuten später mit in die Friteuse. Als Gewürz habe ich nur Salz und etwas schwarzen Pfeffer genommen, wohlgemerkt: nach dem Frittieren.
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Ich habe nur soviel Kokosfett in die Sauteuse gegeben, dass der Rosenkohl so eben bedeckt war.
Ich verwendete Kokosfett. Man muss nur aufpassen, dass das Fett nicht zu heiß wird. Vielleicht frittiert man zuerst ein Röschen für sich alleine. Immer nur soviel Rosenkohl in das Fett geben, dass der Boden des Topfs bedeckt ist. Eventuell muss man in mehreren Portionen frittieren. Nach spätestens fünf Minuten haben die Röschen eine knusprige, zarte Textur.

Zutaten
500 g Rosenkohl
genügend Kokosfett
Salz
Pfeffer

Zubereitung
Den Rosenkohl putzen, waschen und gut abtropfen lassen. Danach der Länge nach halbieren.
Zum Frittieren muss er sehr trocken sein, sonst spritzt das Fett.
Bei hoher Hitze in genügend Öl garen; eventuell in mehreren Arbeitsschritten. Auf Küchenpapier entfetten und mit Salz und Pfeffer würzen.

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Schweinsragout mit Apfelwein

Apfelplantagen soweit das Auge reicht haben dem größten Obstbaukanton der Schweiz den liebevollen Beinamen „Mostindien“ eingebracht. Die rotwangige Frucht ist hier allgegenwärtig, und die dreieckige Form des Kantons Thurgau erinnert tatsächlich an die des indischen Subkontinents. 48.000 Tonnen Äpfel ernten die Thurgauer Obstbauern jährlich. Das Markenzeichen des Kantons wird nicht nur als gesunder Snack für zwischendurch geschätzt, sondern auch zu allerlei Genüsslichem verarbeitet. Ob zu fruchtigen „Öpfelringli“ oder zu Säften, Most und Apfelwein wie in der Mosterei Möhl in Arbon.
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Seit 1895 ist der traditionsreiche Familienbetrieb bekannt für seine Kreationen. Eine Spezialität des Hauses ist der in braunen Flaschen mit Porzellanverschluss abgefüllte „Saft vom Fass“, der drei Monate lang im Eichenfass reifen durfte. Eine weitere Spezialität von Möhl ist neben dem „Saft vom Fass“ vor allem Swizly. Das ist ein Cidre ähnlicher Apfelwein mit einer Beimischung von wenig Holunderblütensirup. Zum „Saft vom Fass“ muss ich jetzt sprachlich etwas klären. Im Thurhau ist „Saft“ gleichbedeutend mit „Apfelwein“. Das was man in Deutschland und Österreich als Saft bezeichnet, heißt hier Most. Und vorab erwähne ich hier erst einmal, dass dies kein Promotionsbeitrag ist, sondern meiner Liebe zu diesen beiden Getränken entspringt.
So machte ich mich letzten Samstag auf den Weg, um die Mosterei Möhl zu besuchen, denn Möhl hat ein Museum. Es hätte sich nicht gelohnt dort hin zu fahren, wäre mir nicht zufällig Herrn Möhl persönlich im Innenhof der Mosterei begegnet, die er zusammen mit seinem Bruder Markus in der 4. Generation führt. In einem interessanten Gespräch erfuhr ich so mancherlei über die Mosterei und auch über die Pläne für ein neues Museum. Das wird dann großzügig ausgestattet werden. Die Bestände der Forschungsanstalt für Obstbau in Wädenswil werden das geplante neue Museum mit Leihgaben bereichern.
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Natürlich gehörte zur Besichtigung auch eine Verkostung der Produkte. Neben den Apfelweinen und dem „Saft vom Fass“, hatte es mir besonders ein Apfelbrand angetan. Leider musste ich noch fahren. Bei den Apfelweinen ist das kein Problem, denn es gibt einen alkoholfreien Saft, der dem alkoholhaltigen in Nichts nachsteht.
Mit dem Apfelwein ist es ein bisschen wie mit der Einstellung „Ich liebe es / Ich hasse es.“ Für viele ist es ein köstliches, süffiges alkoholhaltiges Getränk – andere haben den Geschmack von überreifen Äpfeln auf der Zunge und schätzen ihn nicht. Hergestellt aus dem, was das Land uns gibt. Gute Mostäpfel haben Süße und Säure, sowie ein breites Spektrum an wunderbaren Geschmacksrichtungen: Von der Gerbsäure bis zu ganz neuen, versoffenen, wohlig, süß-scharfen Dimensionen. Er ist nicht nur zum Trinken ist geeignet, sondern der Apfelwein kann in der Küche ein Gericht zum Leben erwecken.
Apfelwein ist eines meiner Lieblings-Grundlagen für eine sehr schnelle Soße. Wenn die Koteletts oder Würste aus der Pfanne sind, löse ich den Bodensatz mit einem Schuss Apfelwein; füge ein oder zwei Tropfen Sahne, etwas Salz und Pfeffer, und vielleicht eine ein Löffelchen Johannisbeergelee oder Cumberland Sauce dazu, um alles geschmacklich abzurunden, und so entsteht eine köstliche Sauce. Apfelwein gebe ich in Pasteten und in diverse Fleischeintöpfe.
Natürlich gibt es Apfelwein und Apfelwein. Mit dem Saft aus dem Thurgau bin ich aber noch nie enttäuscht worden. Obwohl: manches Produkt konnte man in früheren Jahren auch als „Thurgauer Landsäure“ bezeichnen.
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Schweinehals mit Apfelwein

Zutaten
2-3 EL Sonnenblumen-, Raps- oder Olivenöl
2 große Zwiebeln, geschält, geviertelt und in Scheiben geschnitten
2 Karotten, geschält und in dicke Scheiben geschnitten
2 Selleriestangen, in dicke Scheiben geschnitten
1 kg Schweinehals, in große Stücke geschnitten
Salz und Pfeffer
300 ml Saft vom Fass (mit Alkohol)
1 gehäufte Teelöffel mittelscharfer Senf
3-4 Zweige frischer Rosmarin
3-4 Zweige frischer Thymian
3 Lorbeerblätter
1 EL Sauce Cumberland

Zubereitung
Den Schweinehals mariniere ich am Vortag für 24 Stunden in Apfelwein.
Den Backofen auf 150° C vorheizen.
In einer großen Auflaufform einen Esslöffel Öl bei mittlerer Hitze erhitzen. Die Zwiebel, Karotte und Sellerie zugeben. Sobald alles schön brutzelt, die Hitze zurückschalten und das Gemüse unter häufigem Rühren, für gut 10 Minuten schwitzen lassen.
Das Schweinefleisch aus der Marinade nehmen (die man besser nicht mehr weiter gebraucht) und tupfe die Stücke mit einem Tuch trocken. Für solche Arbeiten habe ich immer einige Windeln in der Küche parat. Sie lassen sich rasch mitwaschen und sind angenehmer als Küchenpapier.
Inzwischen einen Esslöffel Öl in einer großen Pfanne bei mittlerer Hitze erhitzen und ein Drittel des Schweinefleisch zugeben. Die Menge ist von der Größe der Pfanne abhängig, denn die darf nie zu voll sein, damit alles schön knusprig anbrät. Den Vorgang wiederholen wir so lange, bis alles Fleisch angebraten ist. Diese angebratenen Stücke kommen zu dem Wurzelgemüse.
Den Bodensatz in der nun leeren Pfanne bei mäßiger Hitze mit Apfelwein ablöschen, und in der Pfanne schaben bis sich die braunen Rückstände gelöst haben. Nun geben wir diese Mischung zusammen mit dem Senf und den Kräutern zum Fleisch und Gemüse. Mit Apfelwein auffüllen, bis alles so eben bedeckt ist. Ich decken alles zu und bringen es zum Kochen. Wenn es aufgekocht hat, kommt es in den Ofen. Nach etwa zwei Stunden ist das Fleisch zart Das sollte man aber schon vorher regelmäßig überprüfen. Nun schmecke ich die Sauce mit Salz und Pfeffer ab und runde sie mit wenig Sauce Cumberland ab; es geht aber auch Johannisbeergelee. Die Sauce kann man, wenn die sehr flüssig ist und vor allem wer mag, mit etwas Maizena binden.

Das Ragout servierte ich zur Ergänzung mit Apfelmus aus verschiedenen Apfelsorten und einigen leicht gebraten Scheiben vom Boskopapfel, dazu Kartoffel-/Petersilienstampf. Zu trinken gab es Zwizly – diese Mischung aus klarem Apfelwein mit wenig Süssmost und Holunderblütensirup.

Das Apfel-Thurgau Foto habe ich mit freundlicher Genehmigung von der Agentur: PR2 Petra Reinmöller Public Relations

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Geschmorte Hühnerkeulen mit Weißwein, eingelegter Zitrone und Majoran

Das folgende Rezept habe ich ebenfalls, wie jenes mit den weißen Bohnen und Kräuteröl im Blog Sunday Suppers gesehen und nachgekocht. Es ist eine erfrischende Variante aus den vielen Möglichkeiten, Hühnerschenkel zu schmoren. Wichtig ist die Qualität des Hühnerfleisches. Es lohnt sich, nach französischem Spitzengeflügel Ausschau zu halten. Es ist doppelt so teuer und zehnfach so gut wie alles andere Geflügel. Ein solcher Gockel macht den Tag zum Fest. Wer keine Gelegenheit hat, Geflügel mit dem Label Rouge aus Frankreich zu beziehen, sollte Hühner von einem Direktvermarkter seines Vertrauens kaufen. Das Gericht ist ein wahres Sonntagsvergnügen.
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rosa_roscoffBevor ich zum Rezept komme, möchte ich noch eine Variante erwähnen. Ich habe einmal den Lauch gegen vier Roscoff Zwiebeln getauscht und die Zahl der Knoblauchzehen auf eine reduziert. Roscoff Zwiebeln haben einen milden und zugleich sehr aromatischen Geschmack und werden im Nordwesten der Bretagne angebaut.
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Zutaten
4 Hähnchenschenkel
1 Stange Lauch in Scheiben geschnitten
3 Knoblauchzehen, fein gewürfelt
6 EL Olivenöl
1 Prise Chili gemahlen (aus der Zucht von meinem Freund Michael)
1 Bund Majoran
100 ml Weißwein
1 eingelegte Zitrone, in Scheiben geschnitten
1 Teelöffel Kapern
1 Zitrone
Meersalz

Zubereitung
Den Backofen auf 175 ° C vorheizen.
Die Hühnerschlegel mit 2 Esslöffel Olivenöl, dem gemahlenen Chili, Majoran und großzügig mit Meersalz marinieren. Danach ab in den Backofen.
Nach einer Stunde sind die Hühnerschenkel knusprig , die Haut sollte kleine Blasen werfen. Das überschüssige Fett entfernen.
Den Lauch und Knoblauch sautieren.
Das restliche Olivenöl in einer großen Sauteuse oder einer großen Pfanne erhitzen und die Hühnerschlegel hineinlegen, die restlichen Zutaten zugeben, die Hitze reduzieren und alles für 30 Minuten unbedeckt schmoren lassen.

Das Zwiebelbild stammt mit freundlicher Erlaubnis von der Internetseite: http://bringmirbio.de/frische-artikel-bio-gemuese/zwiebel-rose-de-roscoff-102223

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