Filet vom Kabeljau auf Linsen mit Speck- und Senfdressing

Die englische Küche zeichnet sich manches Mal durch eine raffinierte Einfachheit aus. Ein klassisches englisches Fischgericht, welches ich in einer Menüfolge als 2. Gang kochte, ist Filet vom Kabeljau auf Linsen mit Speck- und Senfdressing. Wenn ich es als Vorspeise serviere, halbiere ich die Mengenangaben. Ansonsten ist es ein leichtes Hauptgericht. Das Rezept stammt von Justin Kett , der im Schwan in Lavingham in der Grafschaft Suffolk kocht.

4 Stücke Kabeljaufilet zu 210 g
950 g Le Puy Linsen
70 g Bacon
1 große Kartoffel
2 große Möhren
1 Bund Frühlingszwiebeln
Senfkörner
1 Zitrone
Je 1 Bund Petersilie und Schnittlauch
100 g Butter
Olivenöl
Apfelessig
2 Knoblauchzehen

Kabeljau auf Linsen

Die Linsen mit einer Karotte und dem Knoblauch in Wasser zum Kochen bringen und nahezu garen.
Währenddessen die Karotte und Kartoffel schälen und in ½ cm große Würfel schneiden. In einem Topf in Salzwasser aufkochen.
Die Frühlingszwiebeln in 1 cm lange Stücke schneiden.
Die Linsen abgießen, Möhre und Knoblauch entfernen und die Linsen unter kaltem Wasser abspülen, dann zur gewürfelten Möhre und Kartoffel geben und weiter garen. Vorsichtig, dass die Linsen oder das Gemüse nicht zerkochen.
Den Kabeljau salzen und auf der Hautseite anbraten, wenden und die Butter zugeben. Die Hitze reduzieren und den Kabeljau bis auf den Punkt garen.
In einer Pfanne den in Streifen geschnittenen Bacon knusprig braten.
Die Kräuter feinschneiden und mit dem Olivenöl, dem Apfelessig, dem Saft der Zitrone, den Senfkörnern und den Frühlingszwiebelröllchen zu den Linsen geben und alles abschmecken. Den Bacon hinzufügen.
Den Kabeljau auf den Linsen anrichten.

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Wege im Elsass 4. Teil – Die Petite Carmague Alsacienne und das elsässische Fischragout Matelote

Wer ans Elsass denkt, hat meistens die Weinberge, die malerischen Dörfer und im Hintergrund die Höhen der Vogesen vor Augen. Doch in der vorgelagerten Ebene befinden sich seltene Naturschönheiten.

Hier lag einst ein schier undurchdringlicher Urwald, die riesigen Überschwemmungsgebiete: Die Rheinauen. Das Ende dieser wunderbaren Naturlandschaften leitete bereits Frankreichs Sonnenkönig Louis XIV gegen Ende des 17. Jahrhunderts ein, indem er den Auftrag zur teilweisen Entwässerung der Rheinauen auf elsässischer Seite gab. Um 1790 wurden zwecks Gewinnung von Ackerland im grossen Stil die Rheinauen entwaldet, und den kompletten Untergang (resp. Austrocknung) verdanken wir Johann Gottfried Tulla, der im Zuge der Rheinbegradigung ab 1817 aus einem relativ träge fliessenden, zwei bis drei Kilometer breiten und stark mäandrierenden Fluss mit vielen Armen und kleinen Inseln, einen schneller fliessenden Strom gestaltete. Die Begradigung und Kanalisierung des Rheins haben die einstige Wildstromlandschaft zwischen Basel und Breisach drastisch verändert, weite Auenbereiche fielen dabei trocken. Inzwischen beherbergt diese „Trockenaue“ höchst seltene und wertvolle Biotoptypen, mit besonderer Fauna und Flora.

Da, wo noch vieles zu retten war, entstanden Naturschutzgebiete auf beiden Seiten des Rheins. Ein besonderes Kleinod unter diesen Gebieten ist die „Petite Carmague Alsacienne“ im Dreiländereck Frankreich, Deutschland, Schweiz in der Gemarkung St. Louis. Einem Grüppchen von Naturschützern aber verdanken wir, dass dieser Urwald am Rhein und die letzten Rheinauen unterhalb von Basel überhaupt gerettet werden konnten. Dieses Grüppchen erhielt 1973 das Nutzungsrecht für einen kleinen Teil des ehemaligen kaiserlichen Fischzuchtgebietes Hüningen und 1982 wurden das Moor und die Auenwälder als erstes Gebiet im Elsass als Naturschutzgebiet ausgewiesen.

Zwischenzeitlich war hier einmal in der Mitte des 19. Jahrhunderts inmitten des heutigen Naturschutzgebietes die kaiserliche Fischzuchtanstalt von Hüningen. Damals diente sie zur Anzucht von Fischen für allerlei Flüsse, um die Versorgung der Bevölkerung in Frankreich zu verbessern. Heute werden dort wieder Lachse aufgezogen, die zur Wiederbesiedlung des Rheins und seiner Nebenflüsse genutzt werden.

Bei der Petite Carmague Alsacienne handelt es sich dabei um ein begehbares Gebiet mit Weihern, gewaltigen, unüberblickbaren Schilfrohrwäldern, Sümpfen und Heidelandschaften, in dem 170 Vogelarten und 40 Libellenarten, 20 Fischarten, Amphibien und Reptilien leben. Die paradiesische Ruhe zieht so manche Bewohner der nahen Großstädte an.

In dieser Gegend ist das Matelote , ein Fischragout auf elsässische Art, ein beliebtes Gericht.
1,5 kg gemischten Fisch, als da sind: Hecht, Zander, Aal, Forelle, Äsche etc. (es sollten mindestens 4 Sorten Süßwasserfische sein)
Köpfe und Schwänze für den Fischfond nehmen
3 Schalotten
1/2 l Riesling
1/2 l Wasser
20 g Butter und nochmals
50 g Butter
50 g Mehl
1/4 l Sahne
1 Bouquet garni
1 Lorbeerblatt und 3 Nelken
etwas Grünes vom Lauchgrün
Petersilie
Salz und Pfeffer
Die Fische werden vorbereitet (schuppen und so weiter, falls es der Fischhändler nicht schon gemacht hat) und in ca. 70 g schwere Stücke schneiden.
Eine feuerfeste Form ausbuttern und die Fischstücke hineingeben.
Die feingehackten Schalotten zugeben. Leicht salzen und pfeffern.
Aus den Fischköpfen und -schwänzen, dem Bouquet garni, Lorbeerblatt, Nelken, dem Grüne vom Lauch, Petersilie, der Hälfte des Weins und dem Wasser einen Fischfond bereiten. Salzen, pfeffern und 30 Minuten köcheln.
Die heiße, fast kochende Fischbrühe über die Fischstücke gießen.
Die Form abdecken und im Backofen bei 180 Grad° ca. ¼ Stunde garen.
Den Fond in eine Edelstahl- oder Kupferkasserolle geben. In anderen Töpfen nimmt Fischfond leicht eine unangenehme Farbe an. Dann die Sauce binden.
Die Butter aufschäumen und das Mehl einrühren, sofort etwas vom Fischfond zugeben und glattrühren. Diese Mehlschwitze unter ständigem Rühren unter die vom Herd genommene Sauce ziehen, nahezu eine halbe Stunde eindicken lassen, dann die Sahne und den restlichen Wein zugeben und noch einmal kurz aufkochen.
Den während der Zubereitung warmgehaltenen Fisch auf einer heißen Platte anrichten.
Die Sauce abschmecken und dazu servieren.

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Wege im Elsass – 3. Teil und die Tourte au Riesling aus dem Menu Marcaire

Auf dem Weg ins Elsass sah ich oft Hinweisschilder zu einem Ort Ensisheim. Eigentlich sagte mir der Name nicht viel. Seit ich mich aber mit der Geschichte der Kirche von Ottmarsheim beschäftigte, finde ich doch ab und zu Hinweise auf andere, ebenso interessante und eher unbekannte Orte im Elsass. So kam ich nun auch nach Ensisheim. Meine Erwartungen waren groß, wurden aber leider enttäuscht.

Ensisheim liegt an der Ill, der längste Fluss des Eslass. Die Ill gab dem Elsass seinen Namen. Die Alemannen, die sich niederließen, wurden „Ill – sassen“ genannt. Aber der interessantere Teil der Geschichte von Ensisheim begann in der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts. Damals ließ König Rudolf I. von Habsburg im heutigen Ensisheim die „Königsburg“ bauen. In jener Zeit hieß der Ort noch Engisehaim. Um diese Burg herum entwickelte sich nun rasch die Siedlung. In der Feste Ensisheim tagte der Rat, «Regiment» oder «Regierung» genannt, den Kaiser Maximilian ins Leben gerufen hatte. Der Rat bestand aus dem Landvogt, der den Erzherzog vertrat, und aus sechs Mitgliedern, Adligen und Juristen, die die Geschäfte überwachten und gemeinsam die Briefe unterzeichneten. Er legte Rechenschaft ab über die Angelegenheiten, die er bearbeitete, und überwies jene, die nicht direkt vor Ort erledigt werden konnten, nach Innsbruck.

Das Rathaus von Ensisheim entstand von 1535 bis 1545 als Prestigegebäude im Herzen der Stadt neben der Kirche und dem Markt. Es sollte den Untertanen und Beamten den Glanz und die Macht des Fürsten vor Augen halten. In Ensisheim fanden auch die öffentlichen Veranstaltungen statt, die darauf ausgerichtet waren, die Ergebenheit und die Treue der Untertanen dem Erzherzog gegenüber zu erhalten und zu verstärken. Zu solchen Veranstaltungen gehörten der Treueeid der Vasallen, die Versammlung der Länder aus der Provinz, sowie die Trauermessen, die beim Tod der Erzherzöge und der Kaiser zelebriert wurden.

Nahe dem Rathaus wurde 1584 auf Wunsch von Erzherzog Ferdinand II. die Münzstätte errichtet. Sie wurde von den Silberbergwerken des Lebertals mit Edelmetallen beliefert und war nach Strasbourg die wichtigste Münze im Elsass.

Europaweit bekannt wurde Ensisheim durch ein besonderes Ereignis.
Am frühen Abend des 7. November 1492 hörten hunderte von Menschen in einem Umkreis von 80 Meilen rund um das Dorf in der elsässischen Rheinebene eine laute Explosion. Der einzige Zeuge der Ursache dieses Donnergeräusches war ein junger Bursche. Er berichtete, dass er einen großen Stein vom Himmel fallen sah, der fünf Fuß tief in ein Weizenfeld nahe Ensisheim und südlich von Battenheim einschlug. Er lief in den Ort Ensisheim und erzählte es einer Gruppe von Dorfbewohnern, die ihm aufs Feld folgten und unter großen Anstrengungen einen 280 Pfund schweren Meteoriten aus dem kleinen Krater ausgruben.
Der österreichische Kaiser Maximilian I, der in der Stadt weilte, ordnete an, den Stein in der örtlichen Kirche zu verwahren. Dies schien notwendig, da solch seltsame, vom Himmel gefallenen Steine als gefährliche Vorboten des Krieges, der Pest und der Hungersnot angesehen wurden. Nur, indem man den Stein in Ketten auf heiligen Boden verwahrte, konnte der böse Bann gebrochen werden.

Allerdings verhinderte der vermeintliche Fluch nicht, dass der Kaiser und andere Personen Stücke als Souvenir vom Stein abschlagen ließen. Der 127 Kilogramm schwere Stein wurde rasch als „Donnerstein von Ensisheim“ bekannt, und die Nachricht wurde mittels Flugblätter in ganz Europa verbreitet. Die nächsten 300 Jahre blieb der Stein in der Kirche angekettet, bis er 1793 im Zuge der französischen Revolution in das Nationalmuseum nach Colmar geschafft wurde. Nach wissenschaftlichen Untersuchungen kehrte er 1803 nach Ensisheim zurück, wo er bis heute zu sehen ist.

Leider wurde die Stadt im Laufe des letzten Jahrhunderts so renoviert, dass sie jeglichen Charme verloren hat. Einzig das Rathaus und die Kirche sind in ihrer alten Pracht erhalten geblieben. Doch sie stehen leider im Schatten eines Gefängnisbaus, der von hohen Stacheldraht bewehrten Mauern umgeben ist.

Und so führte mich mein Weg weiter, in die nahen Berge. Munster war das Ziel. Dort kam ich aber nicht an. Entlang der Route findet man allerorten die Fermes Auberges. Dies sind rustikale, urgemütliche elsässische Landgasthöfe mit eigener landwirtschaftlicher Produktion. Durch zahlreiche Wanderer, Gesellen und Pilger, die alljährlich durch die Elsass-Region der Vogesen zogen, blieb die Tradition der Alm- und Hüttenwirtschaft erhalten und wurde durch zunehmenden Tourismus kultiviert. In diesen inzwischen fest ausgebauten Berggasthöfen findet man deftige und landestypische Mahlzeiten.

Ich aß das Menu marcaire, das Melkermenu. Nach einer Bauernsuppe folgte eine „Tourte au Riesling“. Diese Blätterteigtorte mit Hackfleisch und Riesling wird in den verschiedensten Varianten produziert und ist zusammen mit Salaten eine Köstlichkeit. Als Hauptgang wurden „Roigabrageldi mit Schiffala“ serviert. Das ist die elsässische Variante der Bratkartoffeln mit Zwiebeln und dazu geräucherte Schweineschulter. Zum Abschluss gab es natürlich hausgemachten Munsterkäse mit Honig. Ein gelungenes, wenn auch zu mächtiges Mahl. Nun, die Melker hatten schwere Arbeiten zu verrichten und vertrugen das wohl. Im Sommer zogen sie mit den Kühen auf die Almen und kehrten im Winter zurück in die Täler. Die Vogesen-Kuh ist eine besonders robuste und vor allem bewegliche Rasse mit weiß und schwarz gesprenkeltem Fell. Es ist eine Freude, sie auf der Weide zu beobachten, wo sie regelrecht herumtollen.

Tourte au Rielsing


Tourte au Riesling

Zutaten für 4 Personen
250 g Schweinebraten
150 g Kalbsbraten
½ Flasche Riesling (Elsass)
2 Schalotten
2 Knoblauchzehen
1 Zwiebel
Petersilie
6 Gewürznelken
1 Lorbeerblatt
1 Ei
Salz und Pfeffer
250 g Blätterteig

Das Fleisch in kleine Würfel schneiden.
Die Schalotten, die Petersilie, die Zwiebel und den Knoblauch zerkleinern und mit den Gewürznelken und dem Lorbeerblatt und Salz und Pfeffer in den Wein geben.
In dieser Marinade das Fleisch für mindestens 12 Stunden ziehen lassen. Danach das Fleisch herausnehmen, von den Zwiebeln usf. trennen und abtrocknen.
Eine Tortenform mit hohem Rand mit der Hälfte des Blätterteigs auslegen und darauf das Fleisch verteilen.
Mit der zweiten Hälfte des Blätterteigs mit ein wenig Wasser verschließen und eine kleine Öffnung für den Dampf lassen.
Bei 180° ca. 40 Minuten backen.

Zur Tourte au Riesling trinkt man selbstverständlich einen Riesling und serviert sie mit grünem Salat mit einem Dijon-Dressing.

Es gibt viele Varianten von dieser Tourte. So kann man das Fleisch mit angebratenen Champignons, mit angebratenen Zwiebeln oder auch beidem ergänzen.

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