Elsässer Lebkuchen

Am Ostrand der Vogesen erhebt sich mit grandioser Fernsicht der Mont Saint Odile (Odilienberg) über die Oberrheinische Tiefebene.Es ist der Heilige Berg des Elsass und  der Heiligen Odilie geweihten Wallfahrtsstätte. Gleichsam zu ihren Füssen liegt in der Nachbarschaft der malerischen Städte Barr und Obernai das Lebkuchendorf Gertwiller.

In alten Zeiten beschränkte sich der Lebkuchenverkauf auf die Weihnachtszeit. Doch nach und nach ermöglichten ländliche Wallfahrten, Jahrmärkte wie auch der alljährliche „Messti“ (Tag der Messe) den Lebkuchenbäckern zusätzliche Absatzmöglichkeiten. Davon profitierten alle. Landwirte und Weinbauern, die das Lebkuchenbacken als Nebenerwerbszweig betrieben und die Erzeugnisse mit Ross und Wagen zu diesen Veranstaltungen führten. Die Marktware musste billig sein und konnte nach einfachen Rezepten und mit einiger Erfahrung leicht hergestellt werden.

Früher wurden auch in Séléstat, Barr und Molsheim Lebkuchen gebacken, aber die Produzenten sind längst eingegangen. Im Gegensatz zu Gertwiller, wo dieser Erwerbszweig nach wie vor blüht.

Zu den großen Lebkuchenbäckerfamilien gehörten die Familien Fortwänger, Risch und Silbereisen. Der in der Schweiz lebende hochbetagte Jean Silbereis erinnert sich als letzter Nachkomme der Dynastie Silbereis an zwei Grundteige, deren Rezepte von Mund zu Mund von den Vätern auf die Söhne übertragen wurden.

Der „gewürzte“ Teig bestand aus Honig, Mehl, Eigelb, Pottasche, Orangeat und Zitronat, wobei unter dem „Gewürz“ die kandierten Zitrusfrüchte deklariert wurden. Die eigentliche Lebkuchen-Gewürzmischung war, ist und bleibt wie in allen Lebkuchenhochburgen Betriebsgeheimnis.

Mit Mandeln angereichert, entstanden „Mandelküchlein“, „Mandelstück“ und „Nonnettes“. Der „ungewürzte“ Teig ergab „helle“ Lebkuchen – die schmucken „Messti“- und „Schätzleslebkuchen“, „Säleli“ (Sohlen) sowie zarte „Languettes“ (Zünglein).

Heute findet man diese Spezialitäten natürlich auch auf den vielen Weihnachtsmärkten im ganzen Elsass.

Hier ein Rezept nach mündlicher Überlieferung:
Languettes
500 g Weissmehl, 100 g Honig, 100 g Zucker, 50 g gemahlene Mandeln, fein gehacktes Zitronat und Orangeat nach Belieben, 20 g Backhefe, 5 g Zimtpulver. Zum Guss 250 g Zucker, Wasser zum Auflösen, 1 Gläslein Kirsch.

Weihnachtsmarktmomente im Elsass


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Exotisch gewürzte Linsensuppe mit Kürbis

Eine herrliche Suppe an kalten Wintertagen, die hilft, mit den wärmenden Gewürzen der Kälte zu trotzen.

Zutaten für 6 Personen als Vorspeise oder 4 für das Mittagessen
2 mittelgroße Kürbis, geschält und gewürfelt
1 mittelgroße Zwiebel, fein gewürfelt
Olivenöl
2 Knoblauchzehen
Salz und schwarzer Pfeffer
100g rote Split Linsen
1 TL gemahlener Koriander
1 TL gemahlener Piment
1 Msp. gemahlene Nelken (Nelkenpfeffer)
½ TL gemahlener Kreuzkümmel
1 Lorbeerblatt
1 Msp. Muskatblüte
1 l Hühnerbrühe

Zubereitung
Wir erhitzen 2 – 3 EL Olivenöl in einem großen Topf und fügen die fein gewürfelte Zwiebel und den Knoblauch hinzu. Dann die Gewürze zufügen und alles großzügig mit Salz und schwarzem Pfeffer würzen.
Die Zwiebel mit den Gewürzen weich schmoren und danach die Kürbiswürfel zugeben.
Bei mittlerer Hitze weiterkochen und falls es zu kleben beginnt, etwas mehr Öl dazugeben. Nach 10 Minuten ist der Kürbis weich und hat an den Rändern Farbe angenommen.
Jetzt geben wir die Linsen in die Pfanne und gießen die Hühnerbrühe zu. Alles zum Kochen bringen, abdecken und für 30 Minuten unter gelegentlichem Rühren köcheln lassen. Wenn man nicht rührt, kann man sicher sein, dass sich die Linsen fest am Boden ansetzen.
Jetzt sollte der Kürbis schmelzend weich sein und man kann ihn mit einem Stabmixer in der Suppe pürieren. Falls man aber etwas mehr Struktur liebt, nimmt man einen Kartoffelstampfer.
Wenn nötig, mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit einem Klecks Crème fraîche und einer Handvoll Croutons servieren.

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Fluden – Dessert zu Chanukka

„Das Wunderbarste an den Wundern ist,
dass sie manchmal wirklich geschehen.“
(Gilbert Keith Chesterton)


Am 25. Tag des jüdischen Monats Kislev feiern die Juden weltweit Chanukka. Es wird auch als Lichterfest bezeichnet, denn in der dunkelsten und kältesten Zeit des Jahres wird plötzlich ein Licht angezündet, das 8 Tage lang Helligkeit und Wärme ausstrahlt und neue Kraft und Freude in die Häuser und Familien bringt. Chanukka gehört nicht zu den sogenannten Vollfesten. Aber am Abend versammelt sich die ganze Familie mit Freunden und feiert ausgelassen und fröhlich. Es wird der Vergangenheit gedacht und auf die Zukunft gehofft.
Jedes Jahr erinnern sich die Juden in diesen Tagen an die wunderbare Errettung Israels. Unter der Führung von Judas Makkabäus und seiner vier Brüder besiegten sie die griechische Syrer Dynastie der Seleukiden 165 v. Chr. im sogenannten Makkabäer Aufstand. Ein Jahr später wurde auch der Tempel gesäubert, gereinigt, von den griechischen Götzen befreit und schließlich neu geweiht. Das Wort Chanukka heißt deshalb auch so viel wie „Neueinweihung“. Damals war jedoch nur noch eine winzige Menge geweihtes Öl übrig, dass gerade gereicht hätte, den Tempel einen Tag lang zu erleuchten. Aber zur großen Verwunderung brannte das Licht 8 Tage lang.
Der Chanukka- Leuchter, ein Kerzenleuchter mit 8 Kerzenhalter steht symbolisch für die 8 Tage, in denen das Licht im Tempel brannte. Jede jüdische Familie besitzt einen solchen Leuchter, dessen Kerzen nur zu Chanukka entzündet werden dürfen. Kurz nach Sonnenuntergang werden die Kerzen unter Segenssprüchen entzündet und jeden Abend leuchtet ein Licht mehr an dem Chanukka- Leuchter, bis schließlich alle 8 Kerzen brennen.

Fluden
Natürlich gibt es an diesem Abend auch besondere Speisen und dazu gehört „Fluden“. Fluden ist ein geschichtetes Gebäck mit unterschiedlich gefüllten Lagen, das man am besten in einer Springform backt.

Hefe in der lauwarmen, etwas gesüßten Milch zerkrümeln und an einer warmen Stelle gehen lassen. Dann Mehl, Fett, Zucker, Salz, Ei und Wein zugeben und zu einem glatten Teig verarbeiten. 1 Stunde ruhen lassen. Inzwischen die Fülle vorbereiten.

Apfelfülle:
Äpfel mit Zimt, Zucker oder Honig vermengen.
Mohnfülle:
Wasser mit Zucker im Wasserbad zum Sieden bringen, Mohn, Eiweiss, Zitronen- und Orangensaft, Zimt, Rosinen und Rum zugeben und unter ständigem Rühren 5 Minuten kochen. Margarine zufügen und kochen, bis sie sich aufgelöst hat. Fülle auskühlen lassen.
Nussfülle:
Geriebene Nüsse mit den anderen Zutaten gut vermischen. Den Teig in 5 gleich grosse Stücke teilen, in eine gefettete Form legen und mit einer dicken Schicht Pflaumenmus bestreichen. Eine Platte aus dem zweiten Teigstück darauflegen und mit Nussfülle bestreichen. Auf die dritte Teigplatte Mohnfülle geben, auf die vierte die geriebenen Äpfel. Die fünfte Teigplatte darüberlegen. Ei mit einem Teelöffel Wasser und etwas Zucker verquirlen, damit die Oberfläche bestreichen, bis sie glänzt. 40 Minuten bei 180°C goldgelb backen.

Fröhliches Chanukka

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