Salat aus gebratenem weißen Spargel mit Kalbfleischfrikadellen

Bei der Durchsicht der Reste vom Wochenende im Kühlschrank fand ich unter anderem einige Stangen Spargel (mit Absicht zurückgelegt) und etwas Kalbshackfleisch. Das Kalbfleisch hatte ich am Sonntag durch den Fleischwolf gelassen, und es gab zum Brunch Kalbfleischfrikadellen. Aus den beiden Zutaten wurde jetzt noch einmal ein komplettes Abendessen für eine Person.
kalbsfrikadellen_spargelsalat
Der Spargel ist ein seit dem Altertum her ein bekanntes Gemüse und wurde bereits von den alten Ägypter, Griechen und Römern als Delikatesse genossen.Bis dahin, war der Spargel weitgehend den Fürstenhäusern und dem höheren Klerus vorbehalten. Zu diesem Spargelanbau erzählt Brillat-Savarin in seinem Buch „Die Physiologie des Geschmacks“ eine ergötzliche Geschichte:

brillat_savarin_01Eines Tages berichtete man dem Monseigneur Courtois des Quincey, Bischof von Belley, dass die Spitze eines Spargels von wunderbarer Dicke auf einem der Beete seines Gemüsegartens zum Vorschein käme.
Unverzüglich begab sich die ganze Gesellschaft an Ort und Stelle, um dieser Tatsache auf den Grund zu gehen, denn auch in bischöflichen Palästen ist man erfreut, eine Beschäftigung zu haben.
Wie sich herausstellte, war die Nachricht weder falsch noch übertrieben, die Pflanze hatte gerade den Boden durchbohrt und ragte schon etwas heraus; ihre Spitze war abgerundet, glänzend, zart gefärbt und ließ auf eine Stange von mehr als Faustdicke schließen.
Man brach in Rufe der Verwunderung über dieses Phänomen des Gartenbaus aus und äußerte übereinstimmend, dass allein Monseigneur da Recht zu käme, die Stange von der Wurzel zu trennen. Unverzüglich wurde daher der benachbarte Messerschmied beauftragt, ein geeignetes Messer anzufertigen.
Während der nächsten Tage wuchs der Spargel langsam ab er sicher ständig an Reiz und Schönheit, und bald begann der weiße Teil sichtbar zu werden, mit dem die Essbarkeit dieses Gemüses aufhört.
Nachdem nun also die Zeit der Ernte gekommen war, bereitete man sich durch ein gutes Essen darauf vor, schon den feierlichen Akt noch bis nach der Rückkehr von einem Spaziergang hinaus.
Dann trat Monseigneur mit dem bewussten Messer bewaffnet heran, bückte sich gewichtig und machte sich daran, die stolze Stange von ihrer Stange zu trennen, während der ganze bischöfliche Hof mit einiger Ungeduld darauf wartete, die Fasern und die Struktur untersuchen zu können.
Aber welche Überraschung! welche Enttäuschung! welch ein Schmerz! Der Bischof erhob sich mit leeren Händen … Der Spargel war aus Holz.
Diesen vielleicht etwas starken Scherz hatte sich der Domherr Rosset erlaubt, der vorzüglich drechseln und sehr hübsch malen konnte. Er hatte die falsche Pflanze täuschend echt nachgemacht, sie unbemerkt in den Boden gesteckt und jeden Tag ein Stückchen weiter herausgezogen, um ein natürliches Wachstum vorzutäuschen.
Monseigneur wusste nicht recht, wie er diese Irreführung (denn es war in der Tat eine) aufnehmen sollte. Da sich indessen auf den Gesichtern der Umstehenden schon deutlich Heiterkeit spiegelte, lachte auch er, und auf dieses Lachen folgte ein allgemeiner Ausbruch wahrhaft homerischen Gelächters. Man nahm also das Corpus delicti mit, ohne sich weiter um den Täter zu kümmern, und zumindest an diesem Abend wurde das Spargel-Standbilde der Ehren des Salons teilhaftig.

Seinen wahren Siegeszug trat das Gemüse erst Ende des 19. Jahrhunderts an. Zu dieser Zeit wechselte der Spargel auch seine Farbe. War er vorher ausschließlich als Grünspargel angebaut worden, hatte man inzwischen den zarteren Geschmack des Bleichspargels kennen und schätzen gelernt, und baute ihn in Deutschland nun fast ausschließlich „unter der Erde“ an. Auf den Bleichspargel war man eher durch Zufall gekommen. Tonhauben über den Trieben, die eigentlich der Wärmespeicherung und dem Schutz vor Ungeziefer dienen sollten, hatten dazu geführt, dass der Spargel darunter bleich blieb. Der weiße Spargel ist milder im Geschmack und entfaltet diesen nicht primär, wenn er in Wasser gekocht wird, sondern in Butter oder Öl schmort.

Spargelsalat
Zutaten (Menge je nach Personenzahl, hier war es eine Portion)

4 Stangen weißer Spargel
Butter zum Braten
ein gutes Öl
ein milder Fruchtessig (ich habe Honig-Kräuter-Essig verwandt)
eine Schalotte
1 Prise Salz, Zucker und eine Spur schwarzer Pfeffer
Petersilie

Zubereitung
Den Spargel in diagonale Schnitten schneiden und für ca. 10 Minuten bei regelmäßigem Wenden braten.
In der Zwischenzeit bereite ich aus den restlichen Zutaten eine leichte Vinaigrette.
Hier hinein kommt der heiße Spargel. Man kann ihn lauwarm oder kalt servieren. Kalt entwickelt er zusätzlich Geschmackskomponenten!

Kalbfleischfrikadellen
Zutaten (für eine Portion)

90 g Kalbfleisch
1/2 frisches Brötchen
50 ml Sahne
1 Ei
1 feingeschnittene Schalotte
1 EL feingewiegte Petersilie
Muskat
Salz und Pfeffer
Butterschmalz (Kochbutter)

Zubereitung
Das Brötchen in Würfel schneiden und in der Sahne einweichen (das braucht etwas Zeit).
Das Kalbfleisch durch den Fleischwolf lassen (feine Scheibe) und mit den andren Zutaten ein Frikadellenteig zubereiten.
Mit Salz und Pfeffer abschmecken und sanft in Butterschmalz ausbraten.

Veröffentlicht unter Allgemein, Rezepte | Verschlagwortet mit , , | 14 Kommentare

Crostini di Fegato

Eine der beliebtesten Vorspeisen der Toskana sind die Crostini die Fegato, geröstetes Weißbrot mit Geflügelleber.
crostinei-di-fegato
Vielleicht geht der Verzehr der Geflügelleber auf die etruskischen Wahrsager zurück. Es war bei ihnen nicht unüblich, aus den Innereien von Hühnern zu prophezeien. Diese Parallele beschreibt Giuseppe Alessi in seinem Buch „Il mito a tavolo“. Alessi ist der Wirt des Restaurants „Pentola dell’Oro“ in Florenz. Er versucht die alte etruskische Küche mit der modernen Küche der Toskana zu vereinen. Jedenfalls hatte Geflügel auch bei den Römern prophetische Bedeutung. Vor jeder Schlacht wurde dem Federvieh eine Schüssel mit Körnern dargeboten. Pickte es fleißig drauf los, galt der Sieg als sicher. Ganz sicher war die Methode dann doch nicht. Die Geschichte berichtet von einem Heerführer, dessen Hühner den Appetit verloren hatten. Zur Strafe ließ er sie ins Meer werfen und rief aus: „Sollen sie ersaufen, wenn sie schon nicht fressen wollen.“ Die Schlacht ging trotzdem verloren.

Zutaten
2 EL Olivenöl
2 Lorbeerblätter
1 feingehackte Knoblauchzehe
200 g Geflügelleber
10 ml Sherry
2 Nelken
schwarzer Pfeffer und Salz

Zubereitung
Olivenöl zusammen mit den Lorbeerblättern erhitzen.
Die kleingehackte Leber und den Knoblauch dazugeben, salzen und Pfeffern.
Mit dem Sherry ablöschen und die Nelke zugeben.
Dies geschieht alles auf großer Flamme und das ganze lässt man gut 4 – 5 Minuten weiterschmoren.
Jetzt köchelt alles noch 10 Minuten bei niedrigster Hitze. Lorbeerblätter und Nelken entfernen.
Noch warm auf geröstete Weißbrotscheiben streichen.
Dazu passt ein Gläschen Sherry.

Veröffentlicht unter Allgemein, Rezepte | Verschlagwortet mit , , | 18 Kommentare

Geröstete Karotten-Suppe mit Le Puy-Linsen

moehren_linsen
Suppen sind meine Leidenschaft. Am liebsten mag ich Gemüsesuppen. Diese hier kommt aus den Niederlanden. Ihre Hauptbestandteile sind Karotten und Linsen. Die Linsen sind aus Le Puy. Im vergangenen Jahr habe ich mit meinem Sohn F. das malerische Städtchen besucht, als er zum Studieren nach Toulouse ging.

La Loire à Brives-Charensac

La Loire à Brives-Charensac


Kirche Saint Michel d’Aiguilhe

Kirche Saint Michel d’Aiguilhe


Straßenszene in Le Puy

Straßenszene in Le Puy


Karotten stehen selten im Mittelpunkt eines Gerichts Diskret bleiben sie im Hintergrund und verbessern gemeinsam mit Gemüse wie Zwiebeln und Sellerie den Geschmack . Sie sind oft die Basis für mutigere Aromen, die anderen Zutaten zu stehen.

Nicht so in dieser Suppe. Karotten sind die Hauptdarsteller, mit einem Hauch von Fenchel und etwas Olivenöl entwickeln sie ein ganz eigenes Aroma. Dafür werden sie zunächst im Backofen geröstet. Es ist ein wichtiger Schritt, da sie leicht karamellisieren, und eine köstliche süße Geschmacksbasis für die Suppe hervorbringen.
karottensuppe_linsen_01
Die zweite Hauptzutat sind Linsen aus Le Puy. Puy-Linsen oder Lentilles du Puy, wie sie in Französisch genannt werden, sind Linsen aus der Vulkanregion von Le Puy-en-Velay im südlichen Zentral-Frankreich, und sie sind die einzigen Linsen der Welt die von Anbaugebiet identifiziert. Sie sind klein, grün-schwarze Linsen mit einem blauen Marmorierung, die einen sehr kräftigen Geschmack und eine hohe Qualität haben, und wenn gekocht wird, ihre Festigkeit ihre Form behalten. Mann kann auch Beluga-Linsen statt die aus Le Puy verwenden, oder eventuell auch kleine braune Linsen .
karottensuppe_linsen_02
Zutaten für 6 Portionen
1 ½ kg Karotten, geschält und in2 cm dicke Scheiben geschnitten
1 ½ TL gemahlener Fenchelsamen
6 EL Olivenöl
1 große Zwiebel, fein gehackt
3 Knoblauchzehen, in dünne Scheiben geschnitten
2 Stangen Staudensellerie, gehackt
1 6 cm Stück frischer Ingwer, geschält und gerieben
Blätter aus 4 frische Thymianzweige, plus extra zum Garnieren
1 ½ LiterGemüsebrühe
200 g Puy-Linsen, gut gespült
Salz und schwarzer Pfeffer
Zitrone

Zubereitung
Den Backofen auf 180 ° C vorheizen und ein großes Backblech mit Backpapier auslegen. Hierauf kommen die in Scheiben geschnittenen Karotten. Das Ganze mit dem Fenchelsamen bestreuen und mit 3 EL des Olivenöls beträufeln. Salz und gemahlenen schwarzen Pfeffer darüber geben. Alles gut mit den Händen mischen und dann das Backblech auf der mittleren Schiene in den vorgeheizten Ofen schieben. Es braucht 30-35 Minuten, bis die Karotten leicht aufgeweicht und karamellisiert sind. Aus dem Ofen nehmen und in die heiße Gemüsebrühe geben.

In der Zwischenzeit erhitzen, in den restlichen 3 EL Olivenöl in einer großen Pfanne bei mittlerer Hitze die Zwiebeln unter häufigem Rühren anbraten. Nach 3 – 5 Minuten den Knoblauch für weitere 1 – 2 Minuten mit anbraten.Jetzt die Sellerie hinzufügen und 3-4 Minuten schmoren, bis sie weich ist. Jetzt kommt noch der geriebenen Ingwer und der Thymian hinzu, mit Gemüsebrühe auffüllen, in die wir gerösteten Karotten (mit den Säften vom Backblech) geben und alles zum Kochen bringen.

Einen Deckel auf den Topf setzen, die Hitze reduzieren und ca. 25-30 Minuten leicht kochen lassen. Dabei muss man gelegentlich umrühren, bis die Flüssigkeit ein wenig reduziert hat und die Karotten weich sind. Während die Suppe köchelt, bereiten wir die Linsen. 1 Liter Wasser und zum Kochen bringen. Die Linsen und ¼ TL Salz hineingeben und bei mittlerer Hitze 15-20 Minuten kochen, dann sollten sie weich und dennoch bissfest sein. In einem Sieb abtropfen lassen.

Wenn die Suppe fertig ist, nehmen wir sie vom Herd und pürieren sie mit einem Stabmixer, bis die Möhren glatt und cremig sind. Jetzt die gekochten Linsen in die Suppe geben und gut umrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit einem Schuss Olivenöl und frischem Thymian garniert heiß servieren.
Man kann jetzt noch etwas Zitrone in die Suppe zu quetschen. Das ergibt so einen Unterton von von Säure, um ist ein Gegengewicht zur Süße der Möhren.

Dazu gibt es frisches Bauernbrot.

Veröffentlicht unter Allgemein, Rezepte, vegetarisch | Verschlagwortet mit , , , , , , | 14 Kommentare