Rohe Schweinereien

Das erste mal, dass ich realisierte, dass Mett rohes Schweinefleisch ist, liegt weit zurück.

Es waren die 50ger Jahre. Wir hatten Besuch aus Amerika und es gab ein kaltes Buffet. Bestimmte Teile durften damals nicht fehlen. Dazu gehörten kleine Körbchen aus Tomaten geschnitten, gefüllt mit Salaten, ein Krautkopf mit Spießchen voll mit Käse, Gürkchen und Oliven. Oliven waren exotisch und Diskussionsthema, dass sie zur modernen Küche gehörten. Der Krautkopf war geputzt, später wickelte man ihn in Alufolie; die gab es noch nicht. Dieses Ungetüm hieß Käseigel. Gefüllte Eier waren Pflicht und bunte Käseecken aus Pumpernickel und Gouda. Diese nachempfundenen Fliegenpilze aus Tomate und Ei mit Mayonnaisenpunkte standen sicher auch dabei. Das waren die Errungenschaften der „Neuen Zeit“. Sie gehörten zu Partys wie der Nierentisch und die Stehlampe mit dem Bastschirm aus dem Kunsthandwerkladen.

Eine Empfehlung von Haase's Fleischerei in Chemnitz

Eine Empfehlung von Haase’s Fleischerei in Chemnitz


Neben diesen Dingen kamen aber auch immer traditionelle Speisen auf den Tisch. Typisch waren die „Schnittchen“, eine Schinkenplatte und Mett. Heute würden die Schnittchen Canapes genannt. Dazu gibt es heute wieder traditionsbewusst die „Westfälischen Fünf“- Schinken, Mettwurst, Pumpernickel, Stuten und Korn. Dazu gehören dann regionale Biere und mit Sicherheit immer noch ein Teller mit einer ansehnlichen Mettkugel. Und jetzt rundet sich die Geschichte ein wenig. Unsere amerikanischen Gäste starrten auf das Mett und konnten die Welt nicht verstehen, dass man rohes Schweinefleisch essen kann. Mich störte das damals überhaupt nicht. Dieser nette ältere Herr mit den weißen Haaren hatte mir versprochen, mir amerikanische Briefmarken zu schicken. Das war für mich damals viel wichtiger als ein Buffet. Es kam dann wirklich ein dicker Briefumschlag mit diesen Marken, und ich möchte mich heute noch einmal recht herzlich bei Mr. Renk bedanken.

Ich glaubte ja lange, dass Mett eine westfälische Spezialität sei. Ja weiter oben im Norden, die hatten das auch, aber sicher gab es das in keiner anderen Küche. Ich wurde bald eines besseren belehrt. Und mit der mir angeborenen Neugierde, kannte ich auch bald diverse Namen für dieses Köstlichkeit. Eingeschoben sollte gesagt werden, dass Mett nur dann eine Köstlichkeit ist, wenn das Schwein ein glückliches Leben, möglichst auf der Weide hatte. Die Konsistenz darf nicht feucht sein, noch schmieren. Als Gewürze sind Salz, Pfeffer und Zwiebeln erlaubt – alles andere wäre zu viel. Allerdings gibt es Ausnahmen – und damit komme ich auch schon zu den unterschiedlichen Namen und Regionen.

Westfalen
In Westfalen ist nur eine Name geläufig: Mett. Das Wort kommt aus dem Niederdeutschen und hat die allgemeine Bedeutung für Speisen und Essen. Die Zubereitung ist einfach. Das Fleisch mit höchstens 1/3 Fettanteil wird mit Salz und Pfeffer gewürzt und dann durch den Wolf gedreht. Serviert wird es fast immer mit Zwiebelringen, in der Regel auf halben Brötchen.
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In Dortmund dagegen gibt es Mett meistens auf einem Salzkuchen. Der Salzkuchen gilt als inoffizielles kulinarisches Wahrzeichen der Stadt Dortmund. Anders als Pfefferpotthast ist das kreisrunde Kümmelbrötchen aber im wahrsten Sinne in aller Munde, denn an Beliebtheit ist es dem Rindfleischeintopf um Längen voraus. Das lässt sich aber mit einem weiteren Dortmunder Phänomen erklären. Mitten in der Innenstadt liegt das westfälische Loch, in dem die Salzkuchen spurlos verschwinden. Hauptsächlich in den alteingesessenen Gasthäusern rund um den Alten Markt entmaterialisieren sich viele dieser Brötchen zusammen mit örtlichen Bierspezialitäten.
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Am Niederrhein serviert man den strammen Heinrich; nicht zu verwechseln mit dem „Stolzen Heinrich“. Der stramme Max, Bauernbrot mit Schinken und Spiegelei sind wohl bekannt. Der stramme Heinrich, man kann es sich denken, hat als Unterlage auf dem Brot eine kräftige Schicht Mett.
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In Hessen wird Mett fast ausschließlich zu Wurst verarbeitet. Hier befindet ich ja auch das Mettwurst-Dreieck, da werden aus Mett die „Dürrer Runde“, die „Stracke“ und der „Eichsfelder Feldkieker“ gemacht. Ganz im Süden von Hessen, kennt man Mett wieder als Brådwoaschd fillsl.

Von der Rhön nach Süden kommen wir nach Franken, besser gesagt nach Oberfranken. Hier finden wir wieder das „rohe Scheinefleisch. Sicherlich ist die fränkische Bratwurst das kulnarische Ereignis in Franken, und ohne Zweifel lieben die Franken ihre Bratwurst! Manchmal so, dass sie gar nicht mehr abwarten, bis sie gebraten wird, sondern das fein gewürzte Brät gleich roh aufs Brot streichen. Dann heißt das „Ausgstraafte“ oder auch „Gstrüpfta“ in der Hofer Gegend. Hier wird das Hackfleisch noch einmal „angemacht“.
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Gstrüpfta (Hofer Art)
Zutaten:
2 – 3 frische Bratwürste, 1 Ei, Salz Pfeffer, Paprika, Zwiebel.
Zubereitung:
Man streicht das rohe Brät aus den Bratwürstchen, mischt ein rohes Ei darunter, würzt alles mit Salz, Pfeffer und Paprika und streut fein gehackte Zwiebeln darüber. Gegessen werden die Gestrüpften auf einem guten Landbrot.

Andererseits Mett gibt es in Franken fast überall, manchmal unter den Namen „Gehäck, Bratwurst-Gehäck, Bratwurstfülle, oft auch Bratwurst Hack“.

(siehe auch: http://heutegibts.wordpress.com/2013/07/01/heute-gibts-ein-gehack-oder-doch-mett-nein-hackepeter/)

An Franken grenzt Thüringen und hier finden wir wieder das „Thüringer Mett“. Es ist nicht so bekannt wie die „Thüringer Bratwurst“, hat aber große Verbreitung in ganz Deutschland gefunden. Nun habe ich lange recherchiert, was nun der Unterschied zum westfälischen Mett ist und kaum eine plausible Antwort bekommen. Am besten gefiel mir ein Beitrag, in dem es heißt:
“ Thüringen ist groß und die Hausschlachter in jeder Gegend hatten alle noch einmal ihre persönliche Note oder diejenigen, welche ihr Schwein den Schlachter unters Messer lieferten ihre seit Generationen festgelegten Rezepte. Diese musste der Schlachter dann selbstverständlich Akzeptieren. Die hier genannten Gewürzangaben sind allgemein alle zutreffend.
15 -20 g Kochsalz
2-3 g Pfeffer, gemahlen
Muskatnuss, gemahlen bei uns nicht. Dafür aber Zucker- ihr habt richtig gelesen, Zucker
Majoran kam nur in Leberwurst dafür 0,25 – 0,5 g Kümmel eine Hälfte ganz, die andere Hälfte gebrochen- mit der gröbsten Einstellung in einer alten Holzkaffeemühle.
Eine Knopflauchzehe wurde ein Tag vorher in Schnaps eingelegt. – Wir hatten immer Beziehungen zu Bergleuten, welche regelmäßig Bezugsscheine für den sogenannten Schachtschnaps in Literflaschen billig erhielten. – Der Knopflauch wurde dann mit dem Schlachtbeil zerdrückt.

Nun zum Würzen. Es wurde nie das fertige Mett bzw. Gehackte gewürzt, sonder das klein geschnittene Fleisch in einer Pappelholzmulle. Nach den Mengen/Vermischen war es üblich das der Hausherr und oder die Frau des Hauses mit dem Finger durch das Fleisch streifte und ihn dann ableckte um zu sagen das es ok ist. Das so gewürzte Fleisch wurde mit einem weisen Tuch abgedeckt und mindestens 1Stunde ins kalte gestellt, dann einmal mit der groben Scheibe und dann mit der Feinen durchgedreht.“
(http://www.chefkoch.de/forum/2,70,338061/Thueringer-Mettgewuerz.html – Beitrag von woodie48)
So entstand in diesem Haushalt das Brät für die Würste und das Mett.

In Berlin bezeichnet man Mett als Hackepeter. „Es war die kulinarische Gabe Berlins, aus Sprachulk Budikenkost* schmackhaft zu machen. Die Berliner Schnauze macht aus mit Gurke gefülltem Hering Rollmops, feinfarcierte hugenottische Saucisschen wandelten sich zur Bockwurst, wohl 18898 erstmals zum Bockbier servierte Brühwurst. Schinken mit Spiegelei greift als phallischer „Strammer Max und im Gasthof Martin in der Landsberger Straße wurde erstmals 1903 „Hackepeter“ serviert. Eine Bratwurst in Lebkuchenbiersauce hieß „Stolzer Heinrich“ – und würde er heute wieder serviert, hätte er echten Kulttatus.“
(sinngemäß aus „Kulturgeschichte der deutschen Küche“ von Peter Peter 2009 bei C.H. Beck)
Budike = kleine Kneipe mit Speiseangebot, vor allem im Berliner Raum

(Der Mettigel ist ein Bild von Haase’s Fleischerei inChemnitz)

Anhang:
Die Wilde Henne schrieb in ihrem Kommentar: Rohes Schweinefleisch gibt es hierzulande nicht. Uns wurde früher immer eingetrichtert, dass man von rohem Schweinefleisch Würmer kriegt. Mett, bzw. Bratwurstg’häck habe ich erst in Franken kennen gelernt und habe es gemocht. Aber zu Beginn meiner Mett-Esserei musste ich mantramässig die Würmer aus meinem Kopf vertreiben. ;-)

Das habe ich in Österreich auch gehört. Zu den Würmern eine erklärende Geschichte:

Ein Professor der Medizin demonstriert seinen Studenten zwei Gläser mit glasklarer Flüssigkeit und doziert: „Im rechten Glas befindet sich Trinkwasser – im linken Glas reiner Alkohol!“ Er lässt in beide Gläser einen Wurm fallen. Der im Wasser schwimmt umher, der im Alkohol sinkt tot zu Boden. Auf seine Frage, was man daraus lernt, ertönt aus der hinteren Reihe die Antwort: „Wer Alkohol trinkt hat keine Würmer!“

Mettesser trinken auch Schnaps!

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Snüsch

Weiß jemand, was Snüsch ist?!?

Snüsch gehört zu den typisch Hamburger Suppen. Und in eine Hamburger Suppe gehört alles, was der Vorratsschrank hergibt. In der Aalsuppe schwimmen Backpflaumen, die Saure Suppe braucht einen Spritzer Zitrone und Schnüsch schmeckt nur mit Milch und Kartoffeln, sagt man. Snüsch ist aber nicht nur eine Hamburger Delikatesse, sondern dieses Gericht gibt es im ganzen norddeutschen Raum. Leider ist diese Suppe wie viele andere regionale alte Rezepte weitgehend in Vergessenheit geraten. Aber die Rezepte aus der guten alten Zeit haben schon seit längerem wieder viele Anhänger. Dabei spielen verschiedene Faktoren, wie die Region, die Jahreszeit und die Sparsamkeit der angebotenen Rezepte eine große Rolle.

Das Gericht wird auch Schnusch oder Snüsch genannt. Ursprünglich kommt die Suppe aus Skandinavien, wo man das Gericht unter dem Namen Snysk zubereitet.
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Schnüsch besteht vor allem aus Milch, Butter und Kartoffeln. Als bunte Sprenkel begegnen dem Essenden außerdem Möhren, Dicke Bohnen und Erbsen. Wie schon die Aalsuppe, beweist auch die aus Dänemark importierte Mahlzeit, dass Norddeutsche ihre Suppen gerne reichhaltig und sättigend mögen.

Natürlich habe ich wieder einmal in Internet geschaut, wie andere Köche Snüsch zubereiten. Bei uns der Familie wurde die Milch als erstes einmal durch Sahne ersetzt. Milch gab es nie. Der wesentliche Unterschied den ich dann bei anderen gefunden habe, waren die Gemüsesorten. In seiner Urversion wird es aus Kartoffeln, Möhren und Kohlrabi gefertigt. Erbsen kommen noch hinzu und somit ist man einmal kurz durch den heimischen Gemüsegarten gegangen. Bei uns gab es immer noch die Kerne der jungen Dicke Bohnen (Fave) dazu. Das waren die Gemüsesorten, die in früheren Jahren jeder im Garten herangezogen hat. Natürlich gibt es inzwischen auch namhafte Köche, zum Beispiel Tim Mälzer, die auch gleich noch Spargel in verschiedenen Sorten dazugeben. Selbst eine Variante mit Gambas habe ich gefunden.

Zuerst bereitet ich eine Einbrennsuppe zu. Darin liegt schon der wesentliche Unterschied zu allen Snüschrezepten, die ich gefunden habe. Da meine ganze Sippe eine Milchunverträglichkeit hatte, wurde diese Einbrenne bei uns mit Gemüsebrühe und Sahne gemacht. Diese lässt man kurz aufkochen, schaltet die Hitze zurück, und dann würze ich mit Senf (Düsseldorfer extra scharf), Salz, Pfeffer und Muskatnuss.
Jetzt kommt das Gemüse dazu, welches in Würfel geschnitten wurde. Man lässt es in der Suppe gar ziehen, gießt bei Bedarf eventuell noch etwas Gemüsebrühe nach. Kurz vor dem Servieren kommen Peterilie, Estragon und Kerbel dazu. Die Konsistenz sollte jetzt cremig sein. Am Tisch würzt man nach eigenem Geschmack mit ein paar Spritzern Zitrone nach.

So, das Nachkochen sollte jetzt kein Problem sein. Als kleine Hilfe kommt jetzt noch die Zutatenliste:
für die Suppe:
1 EL Butter
1 EL Mehl
Gemüsebrühe
1/4 l süße Sahne
Salz und Pfeffer
Muskat
1 EL scharfer Düsseldorfer Senf (Dijon tut es auch)

für das Gemüse:
1 Kohlrabi in Würfel geschnitten
1 Handvoll Erbsen ausgepult
1 Handvoll dicke Bohnen ausgepult
2 – 3 Möhren in Würfel geschnitten
1 Handvoll Kartoffeln (Bintje ist ideal) in Würfel geschnitten
2 EL Petersilie, fein geschnitten
1 EL Estragon, fein geschnitten
1 EL Kerbel, fein geschnitten

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Soffritto mit hausgemachten Fenchelbratwürsten und pochiertem Ei

Vor kurzem las ich mit Begeisterung den Artikel „Don’t call ist hummus“ bei den „Anonyme Köche“. Der Satz „Ich liebe es, wenn sich schon Frühmorgens im Haus der Duft eines Soffrittos verbreitet: Knoblauch, Sellerie, Karotte und Lorbeer werden geduldig im Olivenöl weichgeschmort. Dann kommen passierte Tomaten hinzu.“ Das ging mir so richtig nahe.
Nun sollte ich diesen Sonntag ein spätes Frühstück mit pochiertem
sofritto Ei und „was drunter“ bereiten. Ich habe ja schon viele Varianten zubereitet, denn das gehört für mich zum Sonntagmorgen. Warum nicht mal ein Sofrito ausprobieren. Das kannte ich wieder einmal nicht und habe zuerst gegoogelt, obwohl ja eine gute Beschreibung vorliegt. „Sofrito ist eine aromatische Würzsauce, die aus Olivenöl, Tomaten, Zwiebeln und Knoblauch hergestellt wird.“ Claudio von anonyme Köche beschreibt sein Sofrito mit Knoblauch, Sellerie, Karotte und Lorbeer. Diese werden geduldig im Olivenöl weich geschmort. Dann kommen passierte Tomaten hinzu. Das hatte ich alles auf Vorrat, aber die braunen Berglinsen, die in der Region seiner Eltern, in den Abruzzen angebaut werden, fehlten. Der versierte Koch schaut noch einmal in seine Schränke und findet grüne Linsen aus Le Puy von „La Ferme Pays“ aus Vergezac. Die müssen auch gehen, sagte ich mir und bereitete das Soffritto wie bei den „anonyme Köche“ beschrieben zu. Und bald zog dieser wunderbare Duft durchs Haus.

Nun war das bereits ein sehr spätes Frühstück und am Vortag hatte ich Fenchelbratwürste gemacht.Dazu braucht man vor allem einen Fleischwolf mit Wursttülle, noch besser einen elektrischen Fleischwolf. Für die Würste nehme ich nur Schweinefleisch mit einem Fettanteil von ca. 20 %, sonst werden sie zu trocken. Es ist schwierig, so fettes Fleisch zu bekommen, darum nehme ich einen Teil Schweinebauch dazu, um das Fleisch- / Fettverhältnis zu erhalten. Erst wurden die Zwiebeln in Würfel geschnitten und dann blanchiert. Mit kalten Wasser abspülen und zum Abkühlen zur Seite stellen. Das Fleisch habe ich in Würfel geschnitten und mit Salz, Pfeffer, fein geschnittener Petersilie, Piment d’Espelette und den abgekühlten Zwiebeln vermischt. Alles zusammen kam jetzt durch die grobe Scheibe vom Fleischwolf. Die Hälfte vom Hack habe ich dann noch einmal durch die feine Scheibe vom Wolf gedreht. Beide Brät werden jetzt vermischt und mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt. Die Menge der Gewürze richtet sich nach dem individuellen Geschmack.
Zwischendurch bemerkt: das Wort Bratwurst kommt von der Füllung – Brät – und nicht von Braten. Bevor jetzt die Wurstmasse in die Därme gefüllt wird, röste ich Wildfenchelsamen in einer trockenen Pfanne. Er fängt sofort an zu duften, und wird dann gemörsert und der Wurstmasse zugefügt. Mit Hilfe vom Fleischwolf fülle ich das Brät in Schafdärme Kaliber 24/26. Die Würste dürfen nicht zu prall gefüllt sein, damit sie beim Braten nicht platzen.

Nun war das Sofrito fertig und dazu habe ich die Fenchelbratwürste langsam gebraten. Fehlte noch das pochierte Ei. Das ist keine Kunst. Während dies im siedenden Essigwasser garte, kam eine Kelle Sofrito in einen Suppenteller, daneben ein paar kleine Fenchelbratwürste (ich mach immer kleine Würste, nachnehmen kann man ja immer) und schließlich das pochierte Ei auf das Sofrito.

Das ist ein währschaftes, kräftiges Frühstück an einem späten Sonntag Vormittag.

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