Blumenkohlsuppe mit Käsecroûtons

Dieser Juni ist eher ein April. Mal ist es heiß, mal eiskalt und es regnet immer wieder. Zwischendurch gibt es ein Unwetter, dass am Bodensee besonders gewütet hat. Eigentlich sollte die Schafskälte nur wenige Tage dauern. Leider ist es nicht immer so. Da hilft nur eine warme wohlschmeckende Suppe.

Blumenkohlsuppe hat es lange nicht mehr gegeben. Ich nehme also 400 g Blumenkohl und zerteile ihn in kleine Röschen. Den Strunk gebe ich weg, denn der schmeckt oft auch im Inneren bitter. Dazu zerteile ich 200 mehlig kochende Kartoffeln, 150 g Möhren, 1/2 Stange Lauch (nur das Weiße), eine kleine Zwiebel, ein ganz kleines Stück Sellerie, und setze das ganze mit Wasser bedeckt auf den Herd und lass es köcheln. Als Würze habe ich ein Lorbeerblatt, zwei Nelken und fünf Pfefferkörner in einer kleinen Teekugel mitgekocht. Die Kartoffel gebe ich mit hinein, damit die Suppe cremig wird.
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Jetzt gieße ich das Gemüse nicht ab. Ich frage mich ohnehin, was das soll, dass man Gemüse für Suppen vorkocht und dann mit Gemüsebrühe aufgießt. Die Gewürze entferne ich und püriere das Gemüse mit dem Stabmixer in der Brühe im Topf. Kurz mit Salz und Pfeffer abschmecken, dann hat man schon den Grundgeschmack. Eine Cremesuppe verlangt nach Rahm. Ich nehme Crème fraîche und ziehe diese mit dem Stabnixer unter. Nochmal abschmecken, etwas Muskat dazu und vorerst ist die Blumenkohlsuppe fertig.

Es ist gut, sie unter regelmäßigem Umrühren auf kleiner Flamme ein wenig weiter köcheln zu lassen. Das rundet den Geschmack ab, sie wird ausgewogener.
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Für die Käsecroûton schneide ich Brot in kleine Würfel und röste es in einer mit Butter ausgepinselten Pfanne an. In der Zwischenzeit reibe ich 60 g Appenzeller Viertelfettkäse (räss) auf der feinen Raffel. Jetzt muss die Pfanne eine sehr niedrige Temperatur haben. Den Käse gebe ich portionsweise über das Brot und schüttel die Pfanne hin und her, damit er sich um das Brot legt.

Serviert wird die Blumenkohlsuppe mit frischer gehackter Petersilie, einer Spur Pfeffer und den Käsecroûtons.

Gobhi Gobhi – Blumenkohl nordindische Art

Das Gericht, das ich heute vorstelle, kommt aus der Region Nordindien / Pakistan. In einschlägigen Restaurants wird manchmal Alu Gobhi serviert, was wörtlich übersetzt Kartoffeln Blumenkohl heißt. Seinen Reiz erhält es durch die südasiatischen Gewürze. Gobhi Gobhi ist dagegen ausschließlich Blumenkohl, also Blumenkohl und Blumenkohl. Die Zubereitung ist relativ einfach, die Gewürze sind nicht so ausgefallen, dass man sie nicht bekäme. Alles in allem ein schnelles praktisches Gericht, dass einen indischen Flair in die Küche bringt.
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Zutaten für 4 Personen
2 EL Pflanzenöl
1/4 Teelöffel Kurkuma
1/2 TL Kreuzkümmelsamen (ganz)
1 EL frisch geriebener Ingwer
1 EL frisch geriebener Knoblauch
1 grüne Chilischote, in zwei Hälften geteilt, Samen und Rippen entfernt
2 kleine Köpfe Blumenkohl, in Röschen geteilt
Salz
1 EL Butter (weich)
1/4 Tasse gehackter frischer Koriander (ersatzweise Petersilie)

Zubereitung
Das Öl in einer großen Bratpfanne bei mittlerer Hitze heiß werden lassen. Wenn das Öl simmert, Kurkuma, Kreuzkümmel, Ingwer, Knoblauch und die Chilischote hinzufügen. Für ca. 30 Sekunden braten, bis die Gewürze duften. Jetzt geben wir den Blumenkohl dazu und würzen mit Salz.
Eine Tasse Wasser zu 2/3 gefüllt zugeben und einen Deckel auflegen. So mit Wasser bedeckt das Ganze für 10 bis 12 Minuten leicht köcheln lassen, bis der Blumenkohl weich ist.
Den Deckel vom Topfes nehmen und das Restwasser bei großer Hitze verdunsten lassen. Die Hitze reduzieren und den Blumenkohl in der trockenen Pfanne in ca. 5 bis 7 Minuten eine goldene Farbe annehmen lassen. (Dabei ab und zu die Pfanne schütteln.)
Die Butter und Koriander hinzufügen und servieren.

Blumenkohl mit Appenzeller Innenleben

„Das ist doch ein Prachtstück von Blumenkohl!“ strahlte mich die Marktfrau an. „Alles aus eigener Produktion.“
„Ja, ja“, sagte ich, „alles aus eigener Produktion und das hier in dieser Gegend. Lassen Sie es gut sein, Blumenkohl gibt es hier im späten Sommer.“ „Ja, manches kaufen wir dazu – aber alles ist gaaaanz frisch!“
„Drehen Sie ihn bitte mal um.“ „Hä?“ „Umdrehen, ich will die Schnittstelle am Strunk sehen, dann weiß ich, ob er frisch ist.“ „Ja glauben’s mir nicht, das ist ja die Höhe.“ „Glauben kann ich in der Kirche, drehen Sie ihn einfach um.“ Sie dreht den Blumenkohl widerwillig um, der Strunk ist hellgrau, stumpf. Ich weiß nicht, wie die das machen. Früher war ein älterer Blumenkohl im besten Falle unten bräunlich, jetzt sind sie immer hellgrau, stumpf und eines ganz sicher nicht: Jünger als 5 Tage! „Danke, dann lassen wir das lieber!“ Ich gehe weiter. Hinter mir höre ich noch: „Das ist ja die Frechheit, der ist erst gestern geschnitten worden.“ Am Biostand war er zwar nicht viel besser, er kam aus Frankreich, hatte Demeterqualität und ich habe ihn genommen.
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Jeder Kohl bläht manchmal, aber er bläht nur, wenn er nicht mehr frisch ist, und sich bereits Schwefel gebildet hat. Heute sollte es überbackenen Blumenkohl mit Appenzeller Innenleben geben.

Zutaten:
1 Blumenkohl
100 g Appenzeller Käse
40 g Butter
1 EL Sahne
frische Kräuter (je nachdem was im Hause ist)
2 gehäufte EL Semmelbrösel
1 Ei
Salz, grob gemahlener Pfeffer und Muskat

Zubereitung:
Den Blumenkohl putzen und in einen Topf mit ca. 3 cm Wasser geben. Das Wasser aufkochen, die Hitze abschalten und den Blumenkohl für 5 Minuten im heißen Wasser (Deckel nicht abnehmen in der Zeit) nachgaren lassen. Wenn der Blumenkohl älter war, riecht jetzt das Kochwasser streng und hat sich leicht grünlich verfärbt.
Inzwischen den Appenzeller Käse in Stifte von ca. 4 cm Länge und 8 x 8 mm schneiden. Die Butter mit der Sahne, dem Ei, den Semmelbröseln und den feingewiegten Kräutern und Gewürzen zu einer Masse kneten.
Den Blumenkohl, der noch sehr bissfest ist, aus dem Kochwasser nehmen und abtropfen lassen. Mit dem Ende eines Kochlöffels steche ich Löcher in den Kohlkopf und stecke in jedes Loch einen Käsestift. Schließlich wälze ich aus der Butter-Brösel-Kräutermasse eine möglichst dünne Platte, die ich auf den Blumenkohl lege, andrücken, was leicht geht, da er ja noch warm ist und die Buttermasse sich anschmiegt und dann ab in den vorgeheizten Backofen: 15 Minuten bei 175° C.
Dazu servierte ich heute Kartoffelstampf.
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