Mandel-Sesam-Huhn

Dieser Tage flatterte mir unverhofft ein goldgelbes Huhn auf den Tisch. So richtig geflattert ist es nicht, denn es entbehrte bereits jeglicher Federn. Und trotzdem kam es unverhofft. Am frühen Morgen traf ich einen mir gut bekannten Bauern mit Demeterlandwirtschaft. Er klagte, er habe so schöne Masthühner geschlachtet und auf dem Markt auf Laufkundschaft gehofft. Die kam dann aber nicht und so hatte er noch einige Exemplare übrig. Und auf seine Frage: „Willst Du nicht eines nehmen, ich geb Dir Rabatt!“, bin ich gleich mitgegangen. Ich liebe Rabatt und ich liebe gute Masthühner.
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Das Huhn wog satte 2,78 kg und wäre für ein Gericht viel zu viel und auch zu schade gewesen. So habe ich es zerlegt und die Brust, einen Schlegel und einen Flügel zubereitet. Der Rest fand Obdach im TK.
Ein Huhn, so überraschend, erfordert ein besonderes Rezept. Mit viel Mühe habe ich die Haut an vielen Stellen eingestochen und Mandelstifte unter die Haut geschoben. Zur Würze mischte ich Salz, schwarzen Pfeffer, eine Spur Muskat und Rauchpaprikapulver mit zwei EL Traubenkernöl. Da gab ich dann noch etwas fein geschnittene Petersilie und Sesam dazu. Das Huhn darin wenden, diese Würzmischung vorsichtig in die Haut reiben und etwas liegen lassen.
Jetzt den Ofen auf 180° C vorheizen und das Huhn in einer Bratform offen braten. Nach ca 1 Stunde war es wunderbar durch,braun und knusprig.
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Auf die Zutatenliste verzichte ich jetzt. Die Mengen wählt man nach seinem eigenen Geschmack.

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Mandarinenrisotto

Vor vielen Jahren sah ich in einer Zeitschrift das Rezept für ein Mandarinenrisotto. Das Rezept hatte ich nicht mehr, so schaute ich ein wenig durchs Netz und wurde natürlich fündig.
Mandarinen haben für mich einen wunderbaren Duft. All die Jahre, habe ich immer wieder an das Rezept gedacht, und mir diesen Mandarinenduft über dem Risotto vorgestellt. Der Duft der Mandarine ist so süß wie eine Süßigkeit. Leider findet man sie nicht mehr so häufig, sondern oft nur noch Clementinen.
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Für mein Mandarinenrisotto habe ich erst einmal eine kleine Kiste Mandarinen besorgt. Ein Teil brauchte ich zum Kochen, den Rest zum Naschen.
Hier die weiteren Zutaten:
5 – 7 Mandarinen
pro Person 75 g Risottoreis Carnaroli
Zitronenthymian
Butter und / oder Olivenöl
1 Schalotte, gehackt
Weißwein
Hühnerbrühe
Salz und Pfeffer

Zubereitung:
Zuerst presse ich den Saft von vier, fünf Mandarinen aus.
In einer Sauteuse wird die Butter mit einem kleinen Löffel Olivenöl nicht zu hoch erhitzt. Darein kommt der Zweig Zitronenthymian und weiteres wird darin eine gehackte Schalotte angeschwitzt. Die Schalotte soll nicht bräunen, sondern nur glasig werden.
Jetzt gebe ich den Reis dazu und röste ihn mit. Die Temperatur ist immer noch gemäßigt, sonst wird das Reiskorn später nicht richtig cremig. Als Reissorte habe ich Carnaroli gewählt, weil er ein schön cremiges, dabei stets aber auch sehr kerniges Risotto ergibt. Bevor die erste Flüssigkeit dazukommt, nehme ich den Zitronenthymian heraus. Er hat seine ätherischen Öle ans heiße Fett abgegeben.
Mit etwas Weißwein ablöschen und so lange rühren, bis der Wein vollkommen reduziert ist. Jetzt kommt der Mandarinensaft dazu. Und ab jetzt immer rühren. Das Geheimnis eines guten Risotto ist: rühren, Flüssigkeit in kleinen Mengen, schluckweise nachgießen, rühren, nachgießen, rühren usw. Wer Risotto macht, kann nicht nebenbei ein paar andere Dinge erledigen!
Zum Nachgießen verwende ich eine leichte Geflügelbrühe.
Kurz bevor der Reis weich ist, gebe ich die Zisten von der Mandarinenschale und einige Mandarinenfilets mit in das Risotto. Das unterstützt den intensiven Mandarinengeschmack.
Zum Schluss rühre ich noch etwas Butter unter den Reis.

Auf keinen Fall jetzt noch einen Käse hinzugeben. Das Risotto serviere ich mit Mandel-Sesam-Huhn – das Rezept folgt in wenigen Tagen.

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Die Schwarzwälder Kirschtorte von meinem Sohn J.

Die Schwarzwälder Kirschtorte ist unbestritten die bekannteste unter den deutschen Torten. Ja man kann sie als „die deutsche Torte“ schlechthin bezeichnen.
Erfunden wurde sie von einem Konditor namens Josef Keller. Er stammte aus dem Schwäbischen, genauer gesagt aus Riedlingen. Nach der Lehre begab er sich auf die Wanderschaft und nach vielen Stationen in Konditoreien und auch noch einige Zeit bei „Preußens“ (Militärzeit in Bonn) fand er Arbeit im berühmten „Caféhaus Arend“ in Bad Godesberg. Ein seiner Zeit weit bekanntes Café, wo die Bonner Studenten als Modedessert Kirschen mit Sahne verlangten. Später wurde dazu ein mit Kirschwasser getränkter Mürbeteigboden gereicht, und so entstand nach und nach das Tortengebäck, das man heute „Schwarzwälder Kirschtorte“ nennt.
Während er sich auf seine Meisterprüfung vorbereitete kreierte er 1915 eine Torte, die aus Sandboden, Sauerkirschen und Rahm bestand. Bei der Kundschaft erreichte sie eine große Beliebtheit und ging als erste Schwarzwälder Kirschtorte in die Geschichte ein. Das Rezept nahm der junge Konditor namens Josef Keller später mit in sein eigenes Café im badischen Radolfzell am Bodensee. Er war bescheiden und hat nie den Anspruch erhoben, der wirkliche Erfinder dieser Torte zu sein. So wies er immer darauf hin, dass viele ähnliche Torten bereits vorher im Schwarzwald gebacken wurden.
Es gibt noch einige Legenden über die Entstehung dieser Torte, aber die Radolfzeller Version scheint wohl die Richtige zu sein. Dort besitzt das Stadtarchiv das Originalrezept vom 1915.
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Nun ist das mit dem Backen so eine Sache für mich. Ich bekomme das nie perfekt hin. Aber wofür hat man einen Sohn, der gelernter Bäcker ist. Bäcker backen ja in der Regel Brot und Brötchen, aber in einer Landbäckerei i nTodtmoos im südlichen Schwarzwald muss man Allrounder sein. Da stehen auch Schwarzwälder Kirschtorten auf dem Programm. Während seiner Gesellenzeit dort musste er an manchen Tagen bis zu 15 Schwarzwälder Kirschtorten zubereiten. Seine Version wird allseits gelobt und ist ebenso beliebt.

Hier das Rezept:
Zutaten
für den Boden
6 Eier getrennt
180 g Zucker
120 g Mehl
80 g Speisestärke

für die Füllung
300 g Sauerkirschen
Kirschwasser
1,6 l Sahne

für die Dekoration
geriebene Schokolade
Dekorationskirschen
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Zubereitung

Die sechs Eigelb mit dem Zucker schaumig rühren, das Eiweiß steif schlagen. Das Mehl mit der Speisestärke sieben.
Das steife Eiweiß unter die Dotter-Zucker-Masse heben und dann das Mehl unter die Masse heben.
Wenn man einen dunklen Boden möchte, siebt man Kakao unter das Mehl.
Den Backofen auf 180° C vorheizen
Die Masse in eine 26 cm Springform geben und ca. 30 Minuten backen. Nach 25 Minuten testen, wie weit der Boden ist. In den ersten 20 Minuten soll der Ofen nicht geöffnet werden.
Boden über Nacht auskühlen lassen und in drei Schichten schneiden. Bevor die Torte gefüllt wird, werden die drei einzelnen Böden mit Kirschwasser beträufelt.
Die Sauerkirschen mit eigenem Saft mit Speisestärke eindicken und auskühlen lassen.
Zwischen die Schichten kommt ein Sahne-Kirschengemisch. Die Torte mit Sahne bestreichen und verzieren. Mit der geraffelten Schokolade bestreuen.

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