Gemüsecremesüppchen mit Kalbsbratwurst oder „Was hat es noch im Kühlschrank?“

War da nicht etwas so ähnliches vor ein paar Tagen bei „Bonjour Alsace„?
Stimmt! Das Rezept was durchgereicht war (eigentlich stammte es ja von „Schöner Tag noch„), hatte es mir angetan. Doch erst ein Lob den Blogrolls. Ohne den Hinweis von Bonjour Alsace hätte ich ja nie den Blog „Schöner Tag noch“ nie gefunden. Jetzt werde ich ihn beobachten und schauen, was Gutes von hier kommt.

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Nun kann man mein Gemüsecremesüppchen eher als Reste-Verlegenheitssuppe bezeichnen. Am Morgen bot mir der Spargelbauer letzte Reste an: Bruchspargel, alles Spitzen und ein paar Stangen grüner Spargel. Die Spargelspitzen habe ich noch einmal gekürzt und die ganz kleinen Spitzen zur Seite gestellt. Der Blick in den Kühlschrank offerierte mir eine Möhre, eine kleine Stange Lauch, zwei Frühlingszwiebel und Selleriereste. Das hab ich erst einmal geputzt und klein geschnitten und zusammen mit den Spargelabschnitten und einer Zwiebel (in der Schale), einem Lorbeerblatt, 2 Nelken und einigen schwarzen Pfefferkörnern zur Suppe aufgesetzt. Die letzteren Zutaten, inklusive der Zwiebel gebe ich immer in eine riesige Drahtkugel. So muss man später nicht „fischen“.

Nachdem ich den Eindruck hatte, jetzt ist alles gar, kam der Pürierstab zum Einsatz. Unter Zugabe von einem Rest Sahne (2 – 3 EL) habe ich alles sorgsam püriert und dann noch einmal auf kleiner Flamme weiter köcheln lassen. Vorher habe ich die Spargelspitzen hinein gegeben, etwas später eine gebrühte Kalsbratwurst in Scheiben geschnitten. Um genau zu sein, es war eine Oberländer*. Schließlich habe ich alles mit Salz, weißem Pfeffer und Muskat abgeschmeckt und mit frischer Petersilie serviert.

* Die Oberländer ist mit der Münchner Weißwurst verwandt. Sie wird auch auch Nackerte, Geschwollene oder Geschlagene genannt. Sie enthält weniger Schwarten und keine Petersilie. Die Wurstmasse wird anschließend nicht in Därme gefüllt, sondern direkt mit einer Tülle in kochendes Wasser gespritzt, etwa zehn Minuten bei mäßiger Temperatur gegart und anschließend abgeschreckt, was den „nackten“ Würsten eine weiche „wollige“ Oberfläche gibt. (Wikipedia)

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Gemüsesülze mit Sauerrahm-Schnittlauchdip

Immer mehr Menschen suchen nach Alternativen zu herkömmlichen Geliermitteln wie Gelatine. Die erste Wahl an pflanzlichen Geliermitteln ist Agar-Agar, das aus getrockneten Meeresalgen gewonnen wird. Meine ersten Versuche mit Agar-Agar schlugen voll daneben. Das ist jetzt 20 Jahre her. Seit es dieses Geliermittel in Pulverform gibt, verwende ich es immer öfter.

Etwas Wunderbares an einem noch sehr warmen Sommerabend kann eine Gemüsesülze sein. Dafür putze ich Karotten und schneide sie mit dem Sparschäler in ganz dünne Bänder, die ich wiederum nochmals teile, nehme von den jungen Erbsen, vom letzten Spargel die Spitzen und zerteile kleine Champignons. Dies Gemüse wird etwas länger blanchiert, so dass es einen guten Biss hat. Eiskalt abgespült (abgeschreckt) stelle ich es beiseite.
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Aus Fenchel, Frühlingszwiebel, Möhren, Sellerie und Petersilienwurzel koche ich eine Gemüsebrühe, von der ich nun einen halben Liter brauche. Die Gemüsebrühe würze ich mit Salz und wenig Pfeffer. 1/8 l Weißwein (Riesling vom Kaiserstuhl) verrühre ich mit Agar-Agar und gebe es zur kochenden Gemüsebrühe. Alles 2 Minuten weiterkochen lassen. Je 1 EL Petersilie, Schnittlauch und Thymian untermischen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Das Gemüse gebe ich in Tassen, in die ich schon eine Scheibe vom hartgekochten Ei gelegt habe, und gieße mit der Brühe auf. Über Nacht geliert es dann im Kühlschrank.

Aus saurer Sahne, den gleichen Kräutern wie in der Sulz und Zitronensaft rühre ich einen Dip. Ebenfalls mit Salz und Pfeffer abschmecken. Diesen Dip gibt es mit frischem Baguette dazu. Man kann aber auch Röstkartoffeln aus restlichen Kartoffeln dazu zubereiten. Schmeckt ebenfalls gut.

Die Tassen anwärmen und mit einem Messer ein wenig nachhelfen, dann lässt sich die Sülze gut stürzen.
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Ribelmais – Heute als gebratene Ribbelspitzen mit Medaillons vom Schwein und Frischgemüse

Da ich seit Jahrzehnten nahe der Ostschweiz lebe, fiel mir natürlich in einigen Geschäften eine besondere Art von Polenta auf: Ribelmais. Neugierig wie ich war, hab ich ihn dann einmal gekauft und nach der Anleitung auf der Packung zubereitet und war begeistert. Inzwischen kenne ich vielerlei Rezepte mit Ribelmais, an denen ich die Leser teilhaftig lassen möchte.
So steht es auf der Internetpräsentation den Ribelmais.ch

Der Ribel gehört zum Rheintal wie die Olma-Bratwurst zu St. Gallen. so sind weitläufige Maisfelder ein für die Region typisches Bild. Das traditionsreiche Gericht „Ribel“ mit einer über 300 jährigen Geschichte entstand im Rheintal. Der Mais dazu wird ausschließlich hier angebaut. Im Verlauf des 20. Jahrhunderts geriet der Ribel fast in Vergessenheit.

Der Mais ist seit jeher eng mit dem Rheintal verknüpft. Das typisch feucht-warme Klima schafft ideale Bedingungen für Mais, während Weizen- und Gerstenpflanzen dieses Klima weit weniger bevorzugen.

Fast jede Rheintaler Familie baute früher auf ihren Feldern oder im eigenen Garten Ribelmais an, welcher jeweils im Herbst geerntet wurde. Die Hülschete, die je nach Dialekt „Schelfera“, „Usschella“ oder „Hülsche“ genannt wurde, war bis weit ins 20. Jahrhundert eines der wichtigsten Ereignisse des Jahres. Dabei wurden die Maiskolben von den äusseren Blatter befreit, um sie dann mehrere Monate zum Trocknen aufzuhängen. Anschliessend wurden die Körner mit Hilfe eines Schabeisens oder eines so genannten Maisreblers von den Kolben abgeraspelt und in eine der zahlreichen Mühlen entlang der Seitenarme des Rheins gebracht. Aus dem so gewonnen Mehl entstanden zwei Gerichte, die bis zum Zweiten Weltkrieg im ganzen Rheintal ebenso typisch wie häufig waren: Eine mit Butter gebratene, grobkörnige Maisspeise, die ebenfalls Ribel oder Türggenribel genannt wird, und das so genannte Türggenbrot, das aus Maismehl hergestellt wird.
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Nach dem Zweiten Weltkrieg, als auch im stark landwirtschaftlich geprägten Rheintal ein gewisser Wohlstand Einzug hielt, wurde der Ribelmais immer seltener angebaut. Das Geschäft mit Futtermais war lukrativer. Ribel und Türggenbrot verschwanden mehr und mehr aus den heimischen Pfannen und Backöfen. Im Jahre 1997 wurden im Rheintal gerade mal noch vier Hektaren mit Ribelmais bepflanzt. Inzwischen gibt es ihn wieder und Köche der Region haben uralte Rezepte ausgegraben und modernisiert. Von der Ribel-Suppe über Nudeln aus Ribelmais, Spätzli bis zu Brot und Ribel-Mousse gibt es so ziemlich alles mit Ribelmais.

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Ribbelspitzen
Je 1 dl Wasser und Milch zusammen mit einer Prise Salz aufkochen. 150 Ribelmais, den ich mit einem 1 EL Kräuter der Provence gemischt habe, einrieseln lassen und umrühren. Es wird sehr schnell dick. 50 g Butter zugeben und damit auflockern. Vom Herd ziehen und ein Ei unterarbeiten. Die noch heiße Masse auf ein Blech oder Brett streichen und mindestens 3 Stunden ruhen lassen.

Spitzen schneiden und in heißem Butterfett braten.

Dazu serviere ich Medaillons vom Schweinefilet in einer Pilzsauce und frisches Gemüse.
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