Österreichisches Menu: Rindssuppe mit Grießnockerln – Krautnockerl – Topfenpalatschinken

franz-maier-bruckDie österreichische Küche wird gerne mit der Wiener Küche gleichgesetzt. Das ist aber nicht richtig, denn die einzelnen Regionen haben unglaublich gute eigene Gerichte hervorgebracht. Vertraut bin ich selber nur mit der steirischen Küche, aber gleichzeitig seit Jahren ein fleißiger Leser des Buches „Vom Essen auf dem Lande: Klassische Bauernküche und Hausmannskost“ von Franz Maier-Bruck. Ich habe schon viele Variationen einzelner Gerichte ausprobiert und gespürt, wie sehr die regionale Küche durch die Eigenart der Landschaft und der aus ihr kommenden Zutaten beeinflusst wird.
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Klassischer Weise gibt es vor dem Essen eine Suppe. Die Suppeneinlagen nehmen in der Wiener Küche einen ähnlichen Stellenwert ein wie in anderen Ländern die Vorspeisen. Allein in Marie von Rokitanskys, „Österreichischer Küche“ (1897) werden weit über hundert Raritäten wie Semmel-Pflanzel, Grammelnockerl, Kohl-Schöberl, Ragout-Knödel, Schmarrnteig-Würfel, Grüne Erdäpfel-Knödel, Milzwurst, Reis-Wanneln oder Omelette-Einbund aufgezählt. Bei manchen hat es mich geschüttelt, als da wären HIrn- oder Milzschöberl. Heute gibt es als klassische österreichische Suppe eine „Rindssuppe mit Grießnockerln“.
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Zutaten für die Rindssuppe
500 g Rindssuppenfleisch (Querrippe)
2 Rindermarkknochen oder Rindersuppenknochen
2 große Karotten
1/4 Knolle Sellerie
1 Petersilienwurzel
Lauch
Petersilie
Salz, Pfeffer
Wasser

Zutaten für die Grießnockerl
1 Ei
60 g Butter
120 g Grieß
Salz
Muskat

Zubereitung
Gemüse schälen und gemeinsam mit den Knochen, dem Fleisch und den restlichen Zutaten in einen Topf geben. Die Zutaten mit Wasser bedeckt zugedeckt so lange köcheln lassen, bis das Fleisch durch ist.
In dieser Zeit bereiten wir die den Grießnockerlteig. Die Butter auslassen und im warmen Zustand den Grieß einrieseln lassen. Gut abschlagen und dann das Ei unterziehen. Mit Muskat und Salz abschmecken. Rasten lassen.
Den Fond in einen Suppentopf abgießen. Knochen, Wurzelgemüse, Lauch und Petersilie werden herausgenommen. Die Suppe aufkochen lassen, die abgestochenen Grießnockerln hineingeben, und ca. 10 Minuten auf kleiner Flamme ziehen lassen. Zum Schluss den Anschnitt des Rindfleisches in kleine Stücke schneiden und in die Rindsuppe geben. Mit geschnittenen Schnittlauch garnieren.
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Als Hauptgang serviere ich Krautnockerln. An anderen Orten werden sie auch Wasserspatzen oder Mehlspatzen genannt. Krautnockerln kommen nicht nur in der wiener Küche vor, sondern die findet man in ganz Österreich, vor allem in Niederösterreich. In Ungarn heißen sie Kezdölap. Ein sehr einfache, bürgerliches Essen, das ich aber sehr liebe, vor allem, wenn einige Speckwürfel den Weg ins Kraut finden. Lässt man die Weg, hat man ein perfektes veganes Gericht.

Zutaten für Krautnockerln:
500 g Sauerkraut
Kümmel (ganz)
Salz
2-3 Wacholderbeeren
1 Lorbeerblatt

100 g Speckwürfel

1 kg mehlig kochende Kartoffeln
1 Ei
1/2 TL Salz
Öl
3 EL Weizengrieß
Mehl, nach Bedarf
Salz

Zubereitung
Das Kraut mit den Gewürzen garen. Ich nehme dazu einen ordentlichen Wein.
Die rohen Kartoffeln schälen, fein raffeln und mit Ei, Salz, Öl und Grieß zu einem Teig abschlagen. Mehl solange beifügen, bis der Teig Blasen wirft. Nockerlteig mit Mehl bestreuen und 10 Minuten rasten lassen.
Aus dem Teig mit Hilfe eines kleineren Esslöffels Nockerln formen und in kochendes Salzwasser einlegen. Hinweis: Löffel immer wieder in warmes Wasser tauchen. Nockerln bei geringer Hitze etwa 8 Minuten offen ziehen lassen. Eventuell aufsteigenden Schaum abschöpfen.
Nockerln abseihen und kurz kalt abschrecken.
In einer Sautteuse die Speckwürfel in Butterschmalz anziehen lassen und dann die Nockerln und mit dem gegarten Sauerkraut darauf schichten und dann vermengen.
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Als Nachspeise serviere ich eine der ganz klassischen Mehlspeisen: Topfenpalatschinken. Der Palatschinken gehört eindeutig zu den kulinarischen Schätzen der österreichischen Mehlspeisen. Es gibt sie aber weltweit. Gleich, ob man sie Eierkuchen, Pancake, Crêpes oder Blini nennt. Wenn man jedoch nach der Herkunft des Palatschinkens sucht, führt die Spur schnell ins Dunkel. Die am weitesten in der Vergangenheit auffindbaren Indizien seiner Existenz findet man im Römischen Reich. Da das lateinische Wort für Kuchen Placenta ist, könnte der Ursprung des Namens bei den alten Römern liegen. Die nächsten konkreten Spuren zur Herkunft des Palatschinkens finden sich im slawischen Raum in Regionen die zum Römischen Reich gehörten und heute auf dem Gebiet Rumäniens und Ungarns liegen. Sozusagen als spätes Erbe der Römer heißen die Pfannkuchen in Rumänien traditionell placinta und die Ungarn nennen sie palacsinta. Unter dem heutigen Namen sind Palatschinken erst seit dem 19. Jahrhundert bekannt.
Der Topfenpalatschinken wird mit einer „Topfenmasse“ (auf Hochdeutsch: Quark) gefüllt und mit der Füllung noch einmal in Backofen gebacken.

Zutaten für den Topfenpalatschinken
200 g Mehl
2 Eier
1 EL Zucker
400-450 ml Milch (je nach Eigröße mehr oder weniger)
1 Prise Salz

für die Füllung
500 g Quark (Topfen, 20% Fett)
2 Eigelb
abgeriebene Schale von 1 unbehandelten Zitrone
3 EL Crème fraîche
1 EL Puderzucker
einige Rosinen, die ich vorher für 2 Stunden in Riesling eingelegt habe

zum Aufbacken
1 EL Butterschmalz zum Ausbacken
Butterschmalz zum Ausbacken
Butter für die Form
etwa 1/8 l Rahm zum Begießen
Puderzucker zum Bestäuben

Zubereitung
Aus den Zutaten für den Teig einen glatten Teig zubereiten und 30 Minuten stehen lassen, damit das Mehl ausquellen kann.
Aus den Zutaten für die Füllung eine glatte Creme anrühren.
Aus dem Teig die Palatschinken einzeln backen und beiseite stellen. Später werden sie mit der Topfencreme gefüllt.
Vorher buttere ich eine Auflaufform aus, in die ich die gefüllten Palatschinken lege. Mit Sahne begießen.
Im vorgeheizten Backofen (150° C) die gefüllten Palatschinken noch einmal backen. Sie gehen dabei leicht auf und sind fertig, wenn sie oben eine goldbraune Kruste haben. Vor dem Servieren mit Puderzucker bestäuben.

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Lappenpickert mit Matjes und Kräuterquark

„Wat’n aulen Lipper es, de kann sich keunen Sunndag eohne Pickert denken. Pickert hoiert teo`n Sunndage os de Kuckuck teon Freohjohrswaule un os de Bruím teo er Briut.“
Der Inhalt dieses Salzes erschloß sich mir nicht ganz. Ich bin zwar des Plattdeutschen mächtig, aber hier musste ich kapitulieren. Interessant aber war, dass dieser Satz in sehr vielen Beiträgen zum Lippischen Pickert enthalten war- und der Folgetext gleich wörtlich auch. Wer hat das nur voneinander abgeschrieben? Ja, was bedeutet er nun? Ich habe beim Lippe-Tourismus Büro angerufen und mit Hilfe der freundlichen Frau Koch, die erst einmal ihre Großmutter und ihren Vater zu Rate zog, das Sprachproblem gelöst. Es heißt: „Wer ein alter Lipper ist, der kann sich keinen Sonntag ohne Pickert vorstellen. Pickert gehört zum Sonntag, wie der Kuckuck zum Frühjahrswald und der Bräutigam zur Braut!“ Ein herzliches Dankeschön an Frau Koch vom Tourismusbüro Lippe, ihre Großmutter und den Vater.
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Pickert besteht hauptsächlich aus Kartoffeln. Die Menschen aßen, was auf dem Acker wuchs. Ein Schwein und Hühner hatten die meisten daheim. Pickert war aber nicht nur im Lippischen bekannt, sondern wurde ebenfalls in den angrenzenden Gebieten gegessen, so auch im Ruhrgebiet. Er gehörte mit zu den typischen Arbeitergerichten. Heute gab es bei mir Lappenpickert mit Matjes und Kräuterquark. Da sich der Pickert, so wie ich ihn aus dem Ruhrgebiet kenne, und es wird auch hier noch Varianten geben, erheblich vom Lippischen Original unterscheidet, werde ich zusätzlich am Ende des Beitrags einen Link zu den Seiten von Slowfood legen.

Zutaten für 4 Personen
3 Eier
200 g Mehl
125 ml Milch
2 Zwiebeln
1 kg Kartoffeln
Salz
Pfeffer
Muskat
wenige Scheiben Bratspeck
Öl oder Schmalz zum Braten

8 Matjesfilets
Zwiebelringe

genügend Kräuterquark mit Zutaten, die die Saison hergibt

Zubereitung
Aus Mehl, Eier und Milch einen Teig rühren. Die Kartoffeln und die Zwiebeln schälen, fein reiben und in den Pfannkuchenteig geben. Mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen.
Wenig Schmalz oder Öl in eine Pfanne geben und die Speckscheiben hineinlegen. Hierauf kommt der Pfannkuchenteig mit den geriebenen Kartoffeln.
Sehr langsam braten, und wenn die Unterseite knusprig braun ist, das Ganze wenden und noch einmal braten, bis die Oberseite auch knusprig ist.

Dazu reicht man die Matjesfilets mit Zwiebelringen und den Kräuterquark.

weitere Pickert-Rezepte bei Slowfood

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Onion Bhajia – Indisches Streetfood

Mit diesem Rezept nehme ich am Kochevent „Vegetarische Weltreise – Indien“ teil.
Das Wort „bhajia“ bedeutet Krapfen und gehört zur großen Pakora Familie. Pakoras sind allerlei Leckerein, die in einem Teig frittiert werden, der überwiegend Kichererbsenmehl enthält.
Meine ersten kulinarischen Erfahrungen in der indischen Küche machte ich mit Onion Bhajia – Zwiebel Bhajia. Und ich bin dankbar dafür, denn es war ein großartiger Einstieg.
In Indien wird ein Bhajia in der Regel als Snack mit einer Tasse Chai serviert.
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Onion Bhajias können süchtig machen. Dafür müssen sie leicht, locker und doch knackig sein. Im schlimmsten Fall sind sie schwerfällig und langweilig. Als Zwiebel wählt man am besten die milden Gemüsezwiebeln. Der Teig hält sie zusammen. Es gibt viele Varianten wie der Teig gemischt wird. Meine bevorzugte ist unten aufgeführt. Man kann den Teig auch mit Yoghurt anstatt mit Wasser machen, aber das habe ich noch nie ausprobiert. In der Konsistenz ist er irgendwo zwischen einer dicken Paste und der Textur von Creme fraiche. Der Teig ist auch Geschmacksträger, weil hier die Gewürze zur Geltung kommen.

Wichtig ist auch die Temperatur des Öls: Die Zwiebeln sollen garen und der Teig soll nicht verbrennen. Die besten Ergebnisse hatte ich bei 180° C in der Friteuse.

Zutaten
1 große Gemüsezwiebel, in feine Streifen geschnitten
200 g Kichererbsenmehl
2 EL Reismehl
1 TL Backpulver
½ TL Chilipulver
½ TL Kurkuma
½ TL gemahlener Kümmel
½ TL gemahlener Koriander
Salz,
100 ml Wasser (ungefähr)
750 ml Öl zum Ausbacken

Zubereitung
Zuerst stelle ich aus allen Zutaten – ohne die Zwiebel – den Teig her. Die Menge Wasser ist immer unterschiedlich, sie bestimmt sich durch die Saugfähigkeit des Mehls. Ich mache ihn zuerst immer etwas fester.
Die Zwiebelstreifen blanchiere ich erst einmal 3 Minuten und gebe sie dann kurz abgetropft in den Teig, der dadurch elastischer wird.
Die Friteuse auf 180°C aufheizen und mit einer Kelle Bällchen formen, die man in das heiße Fett gleiten lässt.
Sie sind gar, wenn sie oben schwimmen und eine schöne braune Farbe angenommen haben.
Vegetarische Weltreise - Indien
Die Onien Bhajias serviere ich mit Sweet Chili Sauce aus dem Asia Laden. In Indien habe ich Tomatenketchup dazu bekommen.

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