Entrecote mit Portweinschalotten und Weinprobe im Garten

garten_01
Die Zeit zum Grillen im Garten hatte begonnen und zur Saisoneröffnung fand dazu eine Weinprobe im kleinen Kreis stattfinden. Das Wetter war dieses Jahr sehr zeitig warm und alles stand schon in Blüte. Der Tisch wurde festlich gedeckt und Fliederblüten fürs Dessert, die schon am Nachmittag vom Waldrand geholt wurden, warteten darauf, zum Dessert verarbeitet zu werden. Ihr Duft durchzog das Haus und wetteiferte mit den Gartenblumen.
garten_02
Eine Weinprobe mit Grill – diverse italienische Weine, Entrecote vom irischen Weiderind, dazu Portweinschalotten und kleine junge Kartöffelchen. Später gab es Holunderstrauben gebacken mit Holundersorbet. Zum Abschluss eine Käseauswahl. Beim Rezept für die Portweinschalotten hielt ich mich ganz an Vincent Klink, der in seinem Buch „Meine Küche“ so schön sagt:

„Bei Portwein gibt es enorme Unterschiede, auch im Preis. Für die Schalotten genügt ein junger preiswerter Portwein. Sehr gut harmoniert es dagegen, wenn man beim Kochen einen alten Vintage dazu trinkt“.

grillfleisch_03
portweinschalotten_02
Zutaten für die Portweinschalotten für 4 Personen:
4 Zweige Thymian
8 Schalotten
2 EL Olivenöl
Salz
4 EL Himbeeressig
1 Lorbeerblatt
1/4 l Portwein

Zubereitung:
Den Thymian waschen und trocken schütteln. Die Blättchen abstreifen. Die Schalotten schälen, und wenn sie sehr groß sind, etwas zerkleinern.
Die Schalotten in Olivenöl andünsten und salzen. Himbeeressig, Lorbeerblatt, Thymian und Portwein zufügen. Die Flüssigkeit aufkochen und so lange einkochen lassen, bis die Schalotten von einer Art Sirup umgeben sind. Das Lorbeerblatt entfernen.
entrecote
Die Weine der Weinprobe
weinprobe
Zur Begrüßung gab es im Stehen ein Glas Prosecco von Bisol. Dieser Prosecco Crede Cru ist von glanzklarer, heller strohgelber Farbe; feines, reichhaltiges und besonders nachhaltiges Perlage, sagt der Prospekt. Genau das empfanden wir auch. Er zeichnet sich durch eine angenehme Fruchtigkeit und Harmonieaus und wurde allseitig gelobt.

Danach folgten zwei Rotweien aus dem Piemont von Michele Chiaro.

Zuerst ein Barbera: La Court Barbera d’Asti Superiore Nizza Jahrgang 2011.
Das Weingut La Court liegt in Castelnuovo Calcea, inmitten des Herzstücks del “Nizza”-Appellation. La Court ist der piemontesische Name für eines der drei zum Gut gehörigen Gehöfte mit den beiden magischen Hügeln, auf deren Gelände der Kunstpark “Orme su La Court” geschaffen wurde.
Der Winzer selber schreibt: „Der Barbera “Nizza” La Court entsteht nur in Jahrgängen, die wird als hervorragend erachten.“ – erwarteten wir auch entsprechenden Wein, der uns dann nicht enttäuschte. Im Glas entfaltete sich ein ein komplexes, delikates, umhüllendes Duftvergnügen. Anklänge an Kirschen, schwarzen Beerenfrüchten, Schokolade und Kaffee. Der Wein war ein ansprechender Tropfen, von dem wir gerne mehr degustiert hätten.

Der zweite Rote des Abends war dann ein Barolo Cerequio von 2010.
“Die im Gebiet um Cerequio schönste Ansammlung außergewöhnlicher Lagen, die die Langa vorzeigen kann.” schreibt der Atlante delle vigne di Langa, herausgegeben von Carlo Petrini – Slow Food Editore,1990. Cerequio steht im Ruf, einer der“ganz Großen“ unter den historischen Crus der Langa zu sein. Alle Klassifizierungen – Fantini 1880, Ratti 1961, Slow Food Editore 1990, Veronelli 1996 – platzieren ihn an die Spitzen der Barolo-Weinlagen. Entsprechend hoch waren unsere Erwartungen.

Der Wein sprach an, die Farbe war ausgeglichen und der Duft intensiv. Aber er hätte gut noch einige Zeit lagern können, um die nicht unangenehme Säure besser zu kompensieren.

Beim Käse wechselten wir zu einem Amarone  Valpolicella Classico D.O.C. Jahrgang 2010 aus dem Weingut Villa Girardi. Wenn man sich in der Qualität im Laufe des Abends steigern sollte, so haben wir es hiermit getroffen. Im Glas ein intensives Rubinrot mit purpurnen Reflexen. Ein besonders feiner Duft  mit Noten von reifer Kirsche und Pflaume und am Gaumen samtig, vollmundig  mit einer ausgeprägten Rosinennote, wie man es von einem guten Amarone erwartet. Dieser Wein ließ keine Wünsche offen und erfüllte alle Erwartungen.
bruno

Der Abend war lang und es war schon sehr kühl, als wir uns zum Abschied auf einen Espresso noch einmal im Haus zusammenfanden. Resümierend ist zu sagen: Ein angenehmer Abend.

Veröffentlicht unter Allgemein, Rezepte | Verschlagwortet mit , , , , , , , | 8 Kommentare

Wirsingroulade im Frühjahr

Wirsingrouladen gibt es im Herbst! Nein, versucht es einmal mit ganz jungem Wirsing im späten Frühjahr. Obwohl ich ihn diesmal profan mit Bratwurstbrät, Zwiebeln, Majoran und Würfel vom geräucherten Speck gefüllt habe, bietet sich der junge Wirsing auch für feine Füllungen besonders gut an.
Ich mag ihn gerne mit Forellenmousse oder auch vegetarisch mit Grünkern und Feta. Doch diesmal wurde der krause Kohl klassisch verarbeitet. Obwohl er als typisch mitteleuropäisches Gemüse gilt, kommt er aus dem Mittelmeerraum, woran vor allem der französische Name „chou de Milan“ erinnert. In der Schweiz heißt er Wirz, in Österreich einfach Kohl.
wirsing_01
Da man den inneren Kern des Wirsing schlecht bei den Rouladen verwenden kann, schneide ich ihn sehr klein und schmore ihn mit Knoblauch in Butter. Das ist dann eine kleine Gemüsebeilage zu den Rouladen. Die Rouladen schmecken übrigens am besten, wenn sie noch einmal aufgewärmt wurde.
wirsing_02
Zutaten für 4 Personen
1 Kopf Wirsing
200 g Bratwurstbrät
300 g grobes Hackfleisch vom Schwein
100 g Baconwürfel
1 Zwiebel
1 altbackenes Brötchen
Sahne nach Bedarf
Majoran
Muskat
1 Ei
Salz und Pfeffer
Bratbutter

Zubereitung
Beim jungen Wirsing löse ich die großen Blätter einzeln aus und blanchiere sie ganz kurz. Danach werden sie kalt abgeschreckt. Wenn der Kopf älter und kompakter ist, blanchiert man am besten den ganzen Kopf und löst dann die Blätter ab. Beim jungen Wirsing muss ich auch nicht die Mittelrippe entfernen, weil sie noch sehr zart ist und der Roulade zusätzliche Stabilität gibt. Ich schneide aber die Mittelrippe mehrmals quer leicht ein.

Für die Füllung schneide ich das altbackene Brötchen in feine Scheiben und dann noch einmal in Streifen, die ich in Sahne einweiche. Eventuell ausdrücken, wenn man zu viel Sahne erwischt hat. Dazu kommen die feingeschnittenen Zwiebeln, Majoran, Muskat und die Fleischanteile.
Das ganze vermenge ich gut zu einem homogenen Teig, mit Salz und Pfeffer abschmecken und in Bällchen portioniere. Die Fleischbällchen auf ein großes (oder zwei sich überlappende Wirsingblätter legen und einwickeln.

Die Bratbutter bei mittlerer Hitze in der tiefen Pfanne auslassen und die Bällchen jetzt noch einmal mit beiden Händen zusammenpressen und mit der Naht, wo sich das Blatt überlappt nach unten in die Pfanne legen. Wenn man sie erst auf dieser Seite anschmort und vorsichtig wendet, braucht man keine Küchenschnur zum fixieren. Langsam anschmoren und nach ca. 35 – 40 Minuten erst wenden. Nun auf der anderen Seite für 15 Minuten garen. Kurz vor Ende die Temperatur erhöhen. Jetzt sollte man nicht vom Herd weggehen, denn durch die hohe Hitze karamellisieren die Wirsingrouladen ein wenig, was den Geschmack ungemein hebt. Aber ehe man sich versieht, brennen sie an. Ein kleiner Schuss Wasser kann das wieder ins Gleichgewicht bringen.
wirsing_03
Der restliche Wirsing wurde inzwischen ebenfalls geschmort, mit Mehl bestäubt und mit etwas Sahne aufgegossen, dass er fast soßig ist. Fertig, dazu serviere ich Stampf- oder Salzkartoffeln.
wirsing_04

Veröffentlicht unter Allgemein, Rezepte | Verschlagwortet mit , | 7 Kommentare

Jouvarlakia – Reisfleischbällchen-Suppe mit Ei-Zitronensauce

Ich bin skeptisch, wenn ich in einem griechischen Restaurant essen soll. Das lässt sich manchmal nicht umgehen, vor allem, wenn man eingeladen ist. Meine Skepsis richtet sich nicht gegen die griechische Küche, aber die wird wohl sehr selten in den sogenannten griechischen Restaurants zelebriert. Mich graust es, wenn ich diese unglaublichen Zusammenstellungen wie „1 Filetspieß vom Lamm, 1 Lammkotelett, 1 Leber, 1 Filet, Giros, Zaziki, mit Reis und Pommes frites“ sehe. Dazu kommt die erschlagende Dekoration mit Säulen und Gipsgöttern. Das geht auch anders. Nun war ich aber in den letzten Tagen in einem Restaurant, das nicht so überdekoriert war. Dort aß ich eine ganz hervorragende Suppe. Man muss erwähnen, dass die Speisen der anderen Gäste ebenso gut aussahen und schmeckten.
jouvarlakia
Ich hatte mir sofort vorgenommen, diese Suppe nachzukochen: Jouvarlakia
Zutaten
500 Gramm Reis (Risottoreis)
500 Gramm Hackfleisch, Lamm, Rind, gemischt
1 Zwiebel
2 Eier
Bund Blattpetersilie
etwas Dill
Salz
ein Blatt Liebstöckl
Olivenöl
Mehl
Salz und Pfeffer
Gemüsebrühe

1 kl. Glas Weißwein
2 Eier
Saft von 1-2 Zitronen
Salz und Pfeffer

Zubereitung
Die Petersilien- und Liebstöckelblätter sowie die Zwiebel und den Dill fein hacken.
Das Hackfleisch mit den Kräutern, der Zwiebel und den Eiern und ganz wenig Olivenöl (1 TL) gut vermischen.
Jetzt gebe ich noch den Reis hinein und würze mit Salz und Pfeffer.
Aus der Masse forme ich kleine Bällchen, die in Mehl gerollt werden.

Diese Klößchen kommen in leicht siedende Gemüsebrühe und ziehen dort während einer guten halben Stunde bis 45 Minuten gar. Wenn die Fleischbällchen so weit sind, nehme ich sie kurz aus der Brühe und gebe wenig Hackfleisch und Reis hinein. Das macht die Suppe dann sämiger.
Ab jetzt darf die Suppe nicht mehr kochen. Zuerst kommt das Glas Wein, dann der Zitronensaft hinein und zuletzt die Eier, die wir zu einer schaumigen, cremigen Suppe aufschlagen. Abschmecken und die Fleischbällchen wieder hineingeben.
Mit wenig Petersilie und Dillspitzen bestreuen und servieren.

Veröffentlicht unter Allgemein, Rezepte | Verschlagwortet mit , , , , | 13 Kommentare