Eton Mess

Zu den bekanntesten Nachspeisen der englischen Küche gehört Eton Mess. Die Zubereitung ist ausgesprochen einfach, denn es besteht aus einer Mischung aus Erdbeeren, Baiserstücken und Crème double. Traditionsgemäß wird Eton Mess am 4.6. zum jährlichen Cricket-Spiel am Eton College gegen die Harrow School serviert wird. Und somit verbinden sich zwei so überaus englische Ereignisse am selben Tag: Erdbeeren mit Sahne und Cricket. Natürlich kann man dies Dessert auch zu jeder anderen Zeit genießen, vorausgesetzt, es gibt Erdbeeren.

Immer mehr milde Tage und natürlich die weiterentwickelte Glashaus-Technologie haben es geschafft, dass die Saison der Erdbeere – ein Grundnahrungsmittel in  Ascot, Wimbledon und  Henley -, die eigentlich eine  Sommerfrucht ist, bereits jetzt in den Läden feil geboten wird. Ich weiß, ich weiß – eigentlich sollte man so etwas nicht kaufen, aber die Verlockung und der Duft waren zu verführerisch.

Die Walderdbeere gab es schon seit der Eiszeit auf den britischen Inseln, aber erst im 16. Jahrhundert kam Kardinal Wolsey auf die Idee, sie mit einem Klecks Sahne zu verfeinern und servierte sie den englischen Monarchen bei den Tudor-Festen. Bis zu der Zeit galten Milchprodukte bei den oberen Klassen als bäuerliches Essen. Nun ist anzunehmen, dass der Kardinal, selbst bei göttlicher Eingebung, nicht selber auf diese grandiose Idee der Verfeinerung kam. Aber der Chronist erwähnt nicht,  welcher seiner vielen kulinarischen Schergen tatsächlich diese beiden Zutaten zusammen brachte. Nun Eton Mess hat ja eine dritte Zutat: Meringue. Wann dies geschah und warum, ist nicht bekannt, ausser, dass sich viele Geschichten um diese Kombination ranken. Eines ist sicher, das erste mal wurde Eton Mess in den 30ger Jahren des letzten Jahrhunderts serviert. Zur selben Zeit kam auch ein ähnliches Dessert auf: Lancing Mess, das wiederum das ganze Jahr über am Lancing College in West Sussex serviert wird. Hier ersetzt die Banane die Erdbeere. Aber es ist bei weitem nicht zu gut.

Nun zu dem Rezept: Man nehme Erdbeeren (etwas zerteilt), Meringue in Bröckchen gebrochen und Rahm (richtiger wäre „double cream“). Vermische alles, garniere es mit einem Minzeblatt, falls zur Hand. Und damit ist eines der besten Desserts verzehrfertig. Es ist ideal für ein Picknick.

Zum Schluss möchte ich sagen, dass es mich in den Fingern juckte, einen kurzen Exkurs über Cricket zu schreiben. Aber es ist eigenartig, kaum beginne ich auf dem Kontinent über das großartige Erlebnis eines Cricket Test zu sprechen, wenden sich nahezu alle Gesprächspartner ab. Ich habe daraus gelernt.

Veröffentlicht unter Allgemein, Rezepte | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Confierte Entenkeule, geschmorter Rotkohl, karamellisierte Äpfel und Röstkartoffeln

Dieser Beitrag wurde überarbeitet und befindet sich hier!

Veröffentlicht unter Allgemein, Fleisch, Rezepte | Verschlagwortet mit , , , , , , | 8 Kommentare

Walisische Kuchen

Eine Spezialität aus Wales, die nicht nur zur Weihnachtszeit serviert wird, aber gut passt und eventuell passend gemacht wird. Diese Küchlein werden nicht im Ofen, sondern in der Pfanne gebacken und sind ein schnelles, einfaches, aber sehr leckeres Gebäck.

Zutaten

225 g Mehl und 1 TL Backpulver
1 Prise Salz
100 g Butter oder Margarine, plus extra zum Kochen
50 g Puderzucker, zusätzlich zum Bestreuen
50 g Korinthen
1 Ei, geschlagen mit 3 EL Milch

Jetzt zur Weihnachtszeit kann man ein viertel TL Lebkuchengewürz dazugeben.

Alternative kann man auch es mit fein gehacktem Dörrobst oder tropischen Früchten probieren. Etwas geriebene Zitrone oder Orangenschale eignen sich ebenfalls. Die Welsh Cakes werden mit wenig Orangensaft mit Schalenabrieb und Streuzucker, sowie mit etwas weicher Butter serviert.

Ich habe etwas Orangenmarmelade vermischt Cointreau verwendet.

Zubereitung

In einer großen Schüssel Mehl und Salz vermischen und die Butter einreiben. Den Zucker und die Johannisbeeren hinzufügen und gut umrühren.

Das Eier-Milch-Mischung hineingeben und vermengen, bis ein fester Teig entsteht

Den Teig auf einem leicht bemehlten Brett bis zu einer Dicke von 5 mm ausrollen und mit einem Gebäck- / Keksschneider ausstechen

Die Pfanne bei mittlerer Hitze erhitzen,  bis sie heiß ist. Mit wenig Butter einfetten. Die Pfanne sollte so heiß sein, das einige Spritzer Wasser, die man auf die Backfläche spritzt, in in kleinen Kugeln springen und verdunsten. Eine schwere Gusseisenpfanne ist dafür ideal. Die Kuchen für ca. 3 bis 4 Minuten auf jeder Seite backen, bis sie goldbraun sind und leicht gestiegen sind.

Noch warm mit mehr Zucker bestreuen und sofort servieren.

Veröffentlicht unter Rezepte, Süsses | Verschlagwortet mit , , , | Kommentar hinterlassen