Schottische Eier oder besser: Scotch Eggs

Wieso eigentlich besser? Weil es auf Englisch mehr nach Schottland klingt? Nein, nein – in England gibt es die „echten schottischen Eier“ – und die wurden nicht unbedingt von schottischen Hühnern gelegt, was aber kein Hinderungsgrund wäre. In Schottland gibt es auch „Scotch Eggs“, aber hier haben wir es mit einem typisch englischen Snack zu tun, der in Großbritannien in jedem Kühlregal zu finden ist. Das ist jetzt alles wichtig, denn in der Schweiz und Deutschland und sicher auch in jedem anderen Land Europas finden wir ebenfalls die Scotch Eggs. Dazu aber später mehr.
Diese Spezialität wurde erstmals im Jahre 1738 von Fortnum & Mason hergestellt und offeriert. Und glauben Sie mir, die packen auch heute noch excellente Picknickkörbe. Im übrigen möchte ich dieses Haus als ausgezeichnete Möglichkeit eines ausgedehnten „Five o’clock Tea“ empfehlen. Der Zusatz „sotch“ soll wohl eine Anspielung auf die schottische Sparsamkeit sein. In einer Fleisch-, oder besser Wurstmassenhülle verbirgt sich ein hart gekochtes Ei. Das kennen wir ja auch beim falschen Hasen. Eier waren immer billiger als Fleisch.

Nun las ich vor wenigen Tagen in der NZZ im Blog von W. Fassbinder „Nachgewürzt“ einen Artikel: Sauerampfer & Brennnesseln. Nicht kleckern, klotzen! – Wer seinen Blog verfolgt, weiß, dass er seit Kurzem ein wunderbar bebildertes Buch über Wildkräuter besitzt. Nun schreibt er über diese Kräuter. Zitat: „Noch mal Kräuter und dieses Mal richtig. Als Kräuterpüree mit reichlich Butter zum gebackenen Ei.“ Gebackenes Ei!
Das ist schon einmal inhaltlich nicht so ganz richtig, denn: Unter Backen versteht man ein Garen in heißer Luft. Gebacken werden Kuchen, Kleingebäck und Aufläufe. Gut, ich will nicht am umgangssprachlichen Niveau herummäkeln, aber seine Eier sind frittiert! Und er paniert sie! Panieren brauchen wir hier sicher nicht zu erklären: Mehlieren, durch gewürztes Ei ziehen und in Brösel wenden. So ist das aber nicht beim Herr Fassbender, er verzichtet auf das Mehlieren (was nicht problematisch ist) und auf das Ei, was wiederum hoch problematisch wird.
Die Wilde Henne hat darauf einen Leserbrief geschrieben: „Das mit dem panierten Ei will ich ja auch schon ewig mal ausprobieren. Aber da habe ich jetzt doch noch eine Frage dazu. Wie hält die Panierbröselgeschichte am Ei, hat das wirklich funktioniert? Ich kenne da ein Rezept von Johann Lafer, der wendet das Ei zuerst in Mehl, zieht es dann durch ein verquirltes Ei und dreht es anschliessend in den Bröseln.“
Und die Antwort: „Die Panade hält, wenn das Ei noch etwas warm und feucht ist und auch die Panade noch eine gewissen Feuchte aufweist.“

Frittierte Eier mit Panierung

Frittierte Eier mit Panierung


Gott, wird das in der Fritteuse spritzen – und abgesehen davon, es hält nicht! Feuchte Panade klebt nur an den Händen. Und eine letzte Frage: „Warum panieren die beiden Herren (+ Lafer) Eier? Die Panierung erhält ihren Geschmack durch die Verbindung mit dem Fleischsaft – ob Fleisch oder Fisch – was beim Frittieren ein wunderbares Aroma ergeben kann. Eier geben aber keinen Saft ab, und somit ist es unsinnig ein Ei zu panieren, außer dass es nett aussieht.
Scotch Egg

Scotch Egg


Versuchen Sie einmal Scotch Eggs:
Zutaten:
4 Eier, hart gekocht und gepellt
120 g Bratwurstmasse oder Hackfleisch gewürzt
Thymian
1 Ei zum Panieren
Semmelbrösel
Öl zum Frittieren

Zubereitung:
Die Eier mit der Wurstmasse umhüllen. Da dies nicht so einfach ist, habe ich die Masse aus einer fertigen groben Schweinsbratwurst gelöst und mit einem Ausrollholz auf einer Folie ca. 2 mm dick ausgerollt. Jetzt kann ich das Ei darauf legen und mit der Wurstmasse gleichmäßig umhüllen, in Ei tauchen und in Semmelbrösel rollen.
Die panierten Eier in der Fritteuse für 5 Minuten ausbacken, denn nur die recht dünne Hülle muss garen.

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Salat aus gegrillten Radieschen, Fenchel und Spargel an einem Kaperndressing

Das Frühjahr ist nicht nur die Zeit des Spargels sondern auch der ersten Radieschen. Zusammen mit Fenchel entsteht dieser köstliche und bunte Salat mit seinen ungewöhnlichen Zutaten. Das Rezept stammt aus England.
Alys Fowler: radishes
Zutaten:
2 EL Olivenöl
150 g Radieschen halbieren
1 große Fenchelknolle, in Scheiben geschnitten
200 g Spargel, geputzt
4 EL Olivenöl extra vergine
1 EL Sherry-Essig
½ rote Zwiebel,
2 EL Kapern fein gehackt
Salz und Pfeffer
etwas Dill, gehackt

Zubereitung:
Das Gemüse mit Olivenöl bestreichen und im Backofen unter dem Grill – oder in einer Grillpfanne garen.
In der Zwischenzeit aus Olivenöl und Sherry-Essig, Zwiebel und Kapern, Salz und Pfeffer eine Vinaigrette bereiten.
Das Gemüse ab und zu wenden und wenn es vom Grillen Farbe angenommen hat, auf einer Platte anrichten und die Vinaigrette darüber geben. Eventuell mit Salz und Pfeffer abschmecken. Mit Dill bestreuen und noch warm mit Brot servieren.

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Lauwarmer Linsensalat mit grünen und weißen Spargelspitzen und pochiertem Ei

Früher brauchte ein Schwein fast drei Jahre, bis es schlachtreif war. Heute sind es sechs Monate. Ein frisch geschlüpftes Küken endet nach 38 Tagen als Chicken Nugget in der Friteuse. Es sind keine Tiere, sondern Produkte. Optimiert für schnelles Wachstum und reibungslose maschinelle Weiterverarbeitung. Wir reagieren verstört, wenn uns gezeigt wird, dass riesige Gemüseplantagen in Südeuropa das Grundwasser knapp werden lassen. Dass Südamerikaner den Urwald roden, um Soja für deutsches Mastvieh anzubauen. Darum sollten wir bewusster einkaufen. Heute habe ich gelesen, dass China der größte Spargelproduzent ist und gestern gehört, dass in China soeben ein Lebensmittelskandal aufgedeckt wurde. Man hat den Menschen Rattenfleisch als Lammfleisch verkauft. Es ist nicht so schwer, gute Produzenten zu finden, wie man oft hört. Ich fahre gerne einige Kilometer, um ordentliche Lebensmittel zu bekommen. Dazu gehört auch Spargel. Ich habe das Glück, dass hier sowohl weißer als auch grüner Spargel angebaut wird. Ich werde ihn für zwei verschiedene Salate verwenden. Zuerst wieder einmal ein Rezept aus der englischen Küche. Ich habe es bei BBC in einer TV Sendung für kalorienarmes Kochen gesehen – ausprobiert und für gut befunden. So kommt diese Variante vom Linsensalat mit Spargelspitzen im Frühjahr auf den Tisch. Bei meinem Spargelbauer kann man die Spitzen tagesfrisch gleich separat kaufen. Sie sind sogar günstiger im Preis, weil sie als Bruchspargel laufen.
british-asparagus-lentil-salad
Warum ist das kein Originalfoto? Weil mein (Mist-)Fotoapparat gerade eben den Geist aufgegeben hat. 6 Monate alt – und ab geht’s zum Hersteller zurück. Bis dahin keine aktuellen Bilder. Dies ist ein Archivfoto (ohne weiße Spargelspitzen).

Zutaten für 2 Personen
125 g Spitzen vom grünen Spargel
125 g Spitzen vom weißen Spargel
3 EL Olivenöl
1 kleine rote Zwiebel, fein gewürfelt
2 Stangen Sellerie, fein gehackt
1 Knoblauchzehe, zerdrückt
1 kleine rote Chili, entkernt und fein gehackt
400 g braune Linsen
1 Knoblauchzehe
1/2 Zwiebel
1 Lorbeerblatt
2 Nelken
150 g Kirschtomaten, in zwei Hälften geschnitten
2 große Bio-Eier (möglichst Demeterqualität)
3 EL gehackte frische Koriander
Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer zum Abschmecken

Zubereitung
Die Linsen koche ich mit einer Knoblauchzehe, einer kleinen Zwiebel, einem Lorbeerblatt und 2 Nelken bis sie gar, aber noch bissfest sind. Die Gewürzzutaten gebe ich in ein Kugelsieb und nach dem Kochen sind sie nicht in den Linsen.
Den Spargel bereite ich im Ofen zu. Diesen bis 200 ° C vorheizen. Die Spargelspitzen – also die sollten schon so 5 – 6 cm lang sein– mit etwas Öl einpinseln und nebeneinander in eine Auflaufform legen. Mit Salz und Pfeffer würzen und für 6 – 8 Minuten in den Ofen geben, bis sie weich sind.
Das restliche Öl in einer beschichteten Pfanne erhitzen, die Zwiebel, Sellerie, Knoblauch und Chili anbraten. Bei schwacher Hitze sind das so 5-10 Minuten oder einfach bis die Zwiebeln weich sind. Die Linsen und die Tomaten für weitere 5 Minuten dazugeben, auf jeden Fall so lange, bis die Linsen sind heiß sind. Vom Herd nehmen und den Koriander untermischen.

Ich denke, ich muss nicht noch einmal beschreiben, wie pochierte Eier zubereitet werden. Wer es nicht weiß, findet es hier!
Den Spargel auf den Linsen anrichten und dazu das pochierte Ei legen, welches wir leicht öffnen, damit das Eigelb etwas heraus läuft.

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