Geschmorte Schweinerippchen mit Salbei und Weißwein nach Art von Treviso

Costine in padella, con salvia e vino bianco alla trevisana
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Treviso liegt im Herzen Venetiens, jener Region in der der Prosecco produziert wird. Nicht immer war dieses Land so reich. In den ehemals armen Regionen Norditaliens – Ost-Venetien und Friaul – musste man sich, wenn es überhaupt Fleisch gab, mit den preiswertesten Stücken begnügen. Heute leidet in Venetien niemand mehr Hunger, aber mit Salbei und Weißwein geschmorte Schweinerippchen aus Treviso schmecken noch ebenso köstlich wie einst. Dazu passt heiße, weiche Polenta.
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Zutaten für 4 Portionen
4 EL Pflanzenöl
1,4 kg Schweinerippchen (Spareribs / ich nehme den Rippenspitz vom Schwein), in Einzelrippchen geteilt
3 Knoblauchzehen, geschält und in hauchdünne Scheiben geschnitten
2 EL frische oder 2 TL getrocknete ganze Salbeiblätter, gehackt
¼ l trockener Weißwein
Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
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Zubereitung
Einen schweren Topf nehmen, in dem die Rippchen ausreichend Platz haben. Das Öl in den Topf gießen und auf mittelhohe Temperatur schalten. Wenn das Öl heiß ist, die Rippchen hineinlegen und rundum kräftig anbraten.
Den Knoblauch und den Salbei hinzufügen. Die Zutaten unter Rühren braten, bis der Knoblauch eine goldgelbe Farbe angenommen hat. Den Wein zugießen und 15 bis 20 Sekunden kochen lassen. Dann die Temperatur so weit herunterschalten, dass die Flüssigkeit nur noch leise köchelt. Salzen und pfeffern und den Deckel halb auflegen. Die Rippchen etwa 40 Minuten schmoren und dabei gelegentlich umdrehen, bis sich das Fleisch an der dicksten Stelle sehr weich anfühlt, wenn man mit einer Gabel hineinsticht, und sich leicht vom Knochen löst. Zwischendurch 2 bis 3 EL Wasser hinzufügen, damit immer genügend Flüssigkeit vorhanden ist und die Rippchen nicht ansetzen.
Die fertigen Rippchen mit einem Schaumlöffel auf eine vorgewärmte Platte heben. Etwa ein Drittel des Fetts aus dem Topf abschöpfen. 100 ml Wasser zufügen und auf starke Hitze schalten. Während das Wasser verkocht, die Bratenrückstände vom Boden und von den Seiten losschaben. Die Rippchen mit der dunklen Sauce übergießen und sofort servieren.

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Grünerbscappuccino mit Sahnehaube

Ich besitze ein neues Kochbuch – oder besser ein Erzählbuch mit Rezepten. „Le Gand Bordel“.

le-grand-bordelWelch ein grandioses Durcheinander: Großartige Geschichten, weit ausholende Anekdoten und die feinsten französischen Rezepte vereinen sich hier zu einem opulenten Buch, das auf jeder Seite das Leben, den Genuss und die Lust am Kochen und Essen feiert – c’est formidable!

Mit der Wahrheit sollte man es bei Geschichten nicht immer allzu genau nehmen – dienen sie doch in erster Linie der Unterhaltung und dem Vergnügen. Wobei sich die Frage nach dem Wahrheitsgehalt der wunderbar ausufernden Anekdoten in Le Grand Bordel nach den ersten Sätzen sowieso erübrigt: Üppig, phantasievoll und mit illustren Personen wie Wallis Simpson, Christian Dior und Picasso ausstaffiert, versinkt man bereits nach den ersten Seiten sofort in dieser Melange aus Absurditäten, Abenteuern und französischem laissez-faire.

Das Originalrezept (aber was ist das eigentlich?) im Buch heißt: Cappuccino d´Hiver en Provence. Ich habe es ein wenig abgewandelt und daraus wurde:
erbsensuppe
Grünerbscappuccino mit Sahnehaube

Zutaten
1 große Karotte
1 große Zwiebel
100 g Sellerie
2 Knoblauchzehen
Salz
150 g geräucherten Speck (vorzugsweise Garciale)
1 Zweig Thymian und Rosmarin
125 g Butter
750 g TK Erbsen
1 l Hühnerbrühe
200 ml Weißwein
50 ml starker Pfefferminztee
Balsamico Essig
Zucker
Piment d’Espelette
Sahne

Zubereitung
Karotte, Zwiebel, Sellerie zu Julienne vorbereiten. Zusammen mit dem Speck und den Kräutern in der Butter anschwitzen und 2/3 der Erbsen zugeben. Kurz anziehen lassen und mit der Brühe und Wein ablöschen. 30 Minuten köcheln lassen und dann Kräuter und Speck herausnehmen. Tee und Sahne zugeben, mit dem Stab pürieren und durch ein mittelfeines Sieb streichen.
Restliche Erbsen blanchieren und gut abschrecken. Anschließend mit Balsamico, Salz, etwas Zucker und Piment d’Espelette abschmecken.
Sahne kurz anschlagen, damit sie noch halbflüssig ist.

Die Erbsensuppe in einer Tasse oder tiefem Teller mit Sahnehaube servieren.

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Grünkohl italienisch / amerikanisch

Das Gemüse der Saison in New York ist Grünkohl. Niemand weiß genau, wie dieses grüne Blatt die Stadt erobert hat, aber er ist in den meisten Spitzenküchen present. Nigel Slater, der Koch und Autor sagt, das es sich als Lebensmittel der Armen zu höchster Aktualität und Modernität aufschwang.“
Während bei uns neben den traditionellen Sorten Vitessa, halbhoher grüner Krauser, Lerchenzunge, Ostfriesische Palme und auch Redbor angeboten werden, gibt es in den USA noch weitere Kreuzungen. Da wäre zum Beispiel der hübsch aussehende Regenbogen Lacinato, eine Kreuzung zwischen der italienischen Sorte cavolo nero und dem widerstandsfähigen, mehr frostbeständig Redbor.

aus dem "New Yorker Magazine"

aus dem „New Yorker Magazine“


Nun sind die Amerikaner nicht so traditionsbehaftet, wie wir Norddeutschen, und dadurch auch experimentierfreudiger. So las ich im New York Magazine von einem Rezept von Scott Tacinelli.

Rahmgrünkohl mit Carbonara

Lerchenzunge

Lerchenzunge

Zutaten
2 1/2 Bund Regenbogen Lacinato Grünkohl (oder jede andere Sorte)
Salz
125 g Guanciale*, fein gewürfelt
125 g Butter
1 Schalotte, in Scheiben geschnitten
2 Knoblauchzehen, in Scheiben geschnitten
2 EL Mehl
1 Tasse Sahne
1/4 Tasse Crème fraîche
1 1/2 Tasse Hühnerbrühe
1/2 Tasse Parmigiano-Reggiano,
Frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
4 Eigelb

* Man kann auch Pancetta nehmen.

Zubereitung
Mit einem Schälmesser, entfernen Sie die dicken Rippen vom Grünkohl, so dass die seitlichen Blattteile möglichst ganz bleiben.
Einen großen Topf Salzwasser zum Kochen bringen, den Grünkohl hineingeben und kochen, bis er weich ist. Danach die Blätter in einer Schüssel mit Eiswasser abkühlen. Die Blätter dann leicht ausdrücken und somit das überschüssige Wasser entfernen.
Den gewürfelten Guanciale in einer Pfanne bei mittlerer Hitze auslassen. Die Speckwürfel jetzt erst einmal herausnehmen und die in Scheiben geschnittene Schalotte und Knoblauch in das Fett geben. Anziehen lassen, bis die Schalotten glasig sind. Das Mehl dazugeben und rühren, bis es eine helle goldene Farbe angenommen hat. Nun geben wir nach und nach die Sahne, Crème fraîche und Hühnerbrühe dazu und bringen alles zum Köcheln. Jetzt wird noch der Käse mit einem Schneebesen eingearbeitet. Im Prinzip ist das eine Bechamelsauce.
Zuletzt den feingehackten Grünkohl und die Speckwürfelchen gut untermischen und mit Salz und Pfeffer würzen.
Zum Servieren drücken wir pro Person eine Vertiefung in den Grünkohl und dahinein kommt ein Eigelb, das mit etwas Parmiggiano Reggiano bestreut wird.

Zugegeben, wie schon einmal gesagt: wir Norddeutschen sind gerade bei Grünkohl traditionsbehaftet, aber es schmeckte vorzüglich!

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Grünkohlpesto
Grünkohl Chips
Grünkohl Quesadillas

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