Toettchen

Apfelchüecheli

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In Iffwil war Herbstmärit und Vorführungen in altem Handwerk angekündigt. So etwas zieht mich immer an. Der Spätsommertag war schön, wenige weiße Wolken am Himmel und viele Aussteller aus der Gemeinde und näheren Umgebung hatten den Markt beschickt. Es waren die üblichen Töpfereiwaren, Handarbeiten und darunter eine Demonstration, wie man in alten Tagen Strohhüte machte.
iffwil
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Strohhüte aus dem Aargau waren zu Beginn des letzten Jahrhunderts in der ganzen Welt bekannt. Dann kamen Kopfbedeckungen aus der Mode, was den Niedergang der Industrie zur Folge hatte. Die Strohhüte werden traditionell aus Weizen- oder Roggenstroh hergestellt, was eine sehr zeitaufwendige Arbeit ist. 20 Stunden braucht es für einen Hut.
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Auf solchen Märkten fehlt es nie an kulinarischen Angeboten. Und da Spätsommer ist, die ersten Äpfel reif sind, gab es an einem Stand köstliche Apfelchüecheli. Das folgende Rezept stammt aus dem schweizer Schulbuch „Tiptopf“ für den Haushaltungsunterricht.
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Zutaten:
4 Äpfel (z.B. Boskop oder Gravensteiner)
150 g Mehl
1 1/2 TL Salz
1 1/2 dl Süßmost
2 Eigelb
1 TL Öl
2 Eiweiß
Saft einer Zitrone
Kokosfett oder Fritieröl
Zimt und Zucker
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Zubereitung:
Mehl und Salz gut mischen. Ebenfalls den Süßmost, das Öl und die Eigelb gut mischen, dann mit dem Mehl einen glatten Teigrühren und 30 Minuten rasten lassen.
Die Eiweiß zu Schnee schlagen und kurz vor dem Backen unter den Teig ziehen.

Die Äpfel schälen, das Kerngehäuse ausstechen und in 1 cm dicke Scheiben schneiden. Mit dem Zitronensaft beträufeln, damit sie nicht braun werden.

Das Fett auf 180° C erhitzen.
Die Apfelscheiben durch den Ausbackteig ziehen und portionsweise goldgelb ausbacken.
Die warmen Apfelküchlein mit Zimt und Zucker bestreuen.

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18 Kommentare

  1. 1 A Seelenfutter. Ich liebe sie – genau so zubereitet. Mit genau diesen beiden Apfelsorten :-)

  2. Apfelküchlein sind bei uns auch sehr beliebt. Die Schwiegermutter macht sie öfters als Nachtisch für das Sonntagsessen. Werde Deine Rezept direkt mal weiterleiten :D

  3. Perfekt, Deine Küchlein, genauso müssen sie sein. Damit könnte ich der besten Ehefrau von allen eine grosse Freude machen ;-)
    Liebe Grüsse aus Zürich,
    Andy

  4. Damit wird klar, warum ein echter Stetson billiger ist, als ein Aargauer Strohhut.

    • Nun ja, eigentlich wären schweizer Strohhüte nicht bezahlbar, aber die 180 Stützli, die der gute Mann verlangte, auf 20 Stunden Arbeit gerechnet, waren ohnehin schon ein AHV-Tarif.

  5. Gut, dass Sie mich auf die Idee bringen.
    Am Mittwoch kommt die Schaukelinhaberin, ich werde ihr und ihrer Mama gebackene Apfelringe vorsetzen.
    Liebe Grüße, Ihre Arabella

  6. Das würde hier im Hause auch gerne gegessen. Unsere Aepfel kommen allerdings aus Oregon, Washington, Neuseeland, neuerdings auch aus China. Sie liegen preislich ähnlich wie in der Schweiz, was für „normale“ Thais teuer ist. Dafür sind Strohhüte günstig, ein einfacher Strohhut für Gartenarbeit, ähnlich einem Sombrero, kostet hier etwa 1 Franken vom Hersteller, handgemacht ausserhalb Chiang Mai, selbst gesehen und gekauft.

    • Diese Hutpreise sind in der Schweiz nicht vertretbar. Schon der Preis von 180 SFr. für ca. 20 Stunden Arbeit ist nur möglich, weil dieser gute Mann das Hutflechten als Hobby in seiner Freizeit ausübt.

  7. Ich liebe solche alte Apfelsorten und den Geruch im Herbst auf diesen Märkten. Eine ähnliche Zubereitungsart gibt es auch bei uns in Thüringen. Habe ich ewig nicht mehr gemacht, also wird es mal wieder Zeit. Das auch Most in de Ausbackteig kommt, kenne ich nicht und werde das gern übernehmen.

    • Das mit dem Most habe ich bis zum Besuch eines Marktes in der Schweiz auch nicht gewusst. Es hat aber sehr lecker geschmeckt.
      Liebe Grüße
      Toettchen

  8. 20 Stunden Arbeit für einen Hut! Da steckt schon eine Menge Arbeit drinnen.
    Gut, dass die Küchlein dann schneller gehen. Die gehören bei uns auch zum Standard – aber meine sind nicht so fein wie deine mit dem Most drinnen. Ich muss mein Rezept überarbeiten. ;)

    • Gott sei Dank geht es in der Küche meistens schneller. Ich will den Teig jetzt noch einmal mit einer Mischung aus Mineralwasser und Apfelmost probieren. Dann sollte er ganz locker werden.

  9. Köstlich – und viel zu lange nicht mehr gemacht.
    Danke fürs Erinnern!

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