Gestreifte Imam Bayildi

Nach der Art, wie man sie in Istanbul zubereitet.

İmam bayıldı heißt auf Deutsch: „Der Imam fiel in Ohnmacht“. Die Übersetzung lässt offen, ob es daran lag, dass er so viel aß, dass er ohnmächtig wurde – oder, was wahrscheinlicher ist, dass er vor Entzücken ob des Geschmacks in Ohnmacht fiel. Imam bayildi wird aber nicht nur in der Türkei, sondern in auch in Griechenland, Albanien und Bulgarien zubereitet und serviert.

Und es gibt vielerlei Zubereitungsarten – denn ich habe dies Rezept schon einmal beschrieben. Doch in der vergangenen Woche sah ich eine Kochsendung in einem australischen TV Sender, wo eine junge Köchin (Ozge Donmezoglu) es in einer Variante zubereitete, die ich unbedingt nachkochen musste.

Sie war zu der Zeit Sous Chef im Restaurant Anason in Sydney und erzählte, dass ihre Familie „Imam bayildi“ so in Istanbul zubereitet hat.

Zutaten

4 Tomaten
4 Zwiebeln, fein gehackt
1 grüne oder rote längliche Paprikaschote, fein gehackt
8 Knoblauchzehen, fein gehackt
½ Bund Petersilie, fein gehackt
1 TL Salz
1 TL Puderzucker
4 kleine Auberginen
150 ml Olivenöl, zusätzlich zum Einfetten

Zubereitung

Wir machen ein flaches Kreuz in den Boden der Tomaten, legen Sie sie in eine Schüssel, bedecken Sie sie mit kochendem Wasser, lassen Sie sie 30 Sekunden lang einwirken und tauchen Sie sie dann in kaltes Wasser. Die Haut abtropfen lassen und vom Kreuz abziehen. Die Tomaten halbieren, die Kerne mit einem Teelöffel ausschöpfen und das Fruchtfleisch fein hacken.

Die Tomate in einen Topf geben, der groß genug ist, um die 4 ganzen Auberginen
aufzunehmen. Zwiebel, Pfeffer, Knoblauch, die Hälfte der Petersilie, Zucker und Salz hinzufügen.

Von jeder Aubergine drei breite Streifen schälen, die etwa 2 cm unter der Spitze beginnen und 2 cm über der Basis enden. Die Auberginen sollten jetzt so aussehen, als würden sie gestreifte Schlafanzüge tragen. Dann legen wir sie auf die Tomatenmischung und drücken Sie sie in die Mischung.

Öl und genügend Wasser hinzugeben, um die Auberginen gerade zu bedecken. Dies alles mit Runde Backpapier bedecken, in die wir in der Mitte ein kleines Loch für den Dampfabzug schneiden und so alles es bei mittlerer Hitze 30 Minuten lang köcheln, um die Auberginen zu erweichen. Man könnte auch einen Topfdeckel nehmen, aber dann werden die Auberginen zu weich.

Jetzt die Auberginen aus der Pfanne nehmen und in Längsrichtung, beginnend 2 cm von der Spitze und endend 2 cm vom Boden, in den mittleren Streifen hinein schneiden,.

Diesen Schlitz, der so entsteht, mit der Rückseite eines Löffels nah oben drücken, um die Aubergine in eine Kanuform zu bringen.

Die Auberginen-Boote in ein großes, feuerfeste Bratform legen. Die Tomatenmischung in jede Auberginenhöhle geben und die restliche Mischung darüber geben.

Bei mittlerer Hitze 10 Minuten köcheln lassen. Vom Herd nehmen und auf Raumtemperatur abkühlen lassen.

Zum Servieren die restliche Petersilie darüber streuen.

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Pfirsich in Gin

Ein saftiger Pfirsich gehört zu den wahren Freuden des Sommers, aber die Jahreszeit ist leider ziemlich kurz. Darum muss man ihn konservieren, und ich mache das mit einem fabelhaftem ganz einfachem Ginrezept.

Zwei Pfirsiche waschen, die Steine entfernen und in Scheiben schneiden.
Die Pfirsichscheiben zusammen mit 60 g Zucker und 500 ml Gin in ein steriles Einkochglas füllen. Das Glas schließen und gut schütteln.
3–4 Tage ziehen lassen und das Glas jeden Tag schütteln
Den Gin durch ein Musselin-Tuch gießen und in eine Flasche abfüllen.
Mit Tonic und Eis genießen.

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Türkische Hühnersuppe mit Yoghurt – Tavuk Çorbası

Als ich Kind war, gab es Hühnersuppe als Allheilmittel bei allen erkältungsbedingten Krankheiten. Heiß, duftend, mit goldgelben Fettäuglein kam sie in die Tasse und musste langsam getrunken werden.

Bei Familienfesten durfte sie vor dem Essen auch nicht fehlen, diesmal mit Eierstich als Einlage. Und natürlich auch mit etwas Petersilie darin.

Zum Aromatisieren wurde sie mit verschiedenen Wurzelgemüsen gekocht. Das Huhn oder das Suppengemüse kamen nie mit auf den Tisch. Ich gehörte zu jenen, die mit Behagen, den Lauch und die Möhren aus der Suppe vorab gegessen haben. Nichts wurde entsorgt, die Zutaten waren zum Naschen da. Und genascht wurde kräftig, denn es waren immer genug Menschen in der Küche, die vorab etwas abhaben wollten. Die Hühner kamen aus dem eigenen Hühnerstall. Die älteren Hennen waren die besten für eine Suppe und mussten entsprechend lange kochen, weil das Fleisch recht zäh war.

Dann lernte ich in der Türkei türkische Hühnersuppe kennen. Tavuk Çorbası heißt sie auf Türkisch. Leider ist mir die Sprache so fremd, dass ich mir nur die Haupt-Namen und nicht die Abarten merken kann. Denn im Laufe der Jahre habe ich die unterschiedlichsten Hühnersuppen in der Türkei gegessen. Vom ganz fernen Südosten bis weit im Westen als Streetfood in Istanbul. Das ist zwar schon viele Jahre her, aber ich mag mich erinnern, dass alle auf ihre Art sehr gut waren.

An eine Variante mag ich mich besonders gerne erinnern, und koche sie immer wieder. Da ich kein genaues Rezept habe, koch ich sie den Geschmack nachempfindend nach. Diese Hühnersuppe habe ich mehrmals in Urfa gegessen.

Urfa ist sicherlich eine der schönsten und aufregendsten Städte der Türkei, an die ich mich immer mit großer Freude erinnere: dort leben großartige Menschen. Unbedingt besichtigungswert ist der Basar von Urfa. Es ist der einzige in der großen Türkei, der die Besucher in eine andere Welt entführt und ihnen das Gefühl gibt, in die Stimmungen des alten den Orient einzutauchen, wie wir ihn aus Erzählungen kennen.

Von den schönen Bauten der Stadt Urfa muss man vor allem die Zitadelle über der Stadt und die Mevlid-i-Halil-Moschee erwähnen, die man unbedingt besuchen sollte.

Der Name der Moschee bedeutet „Geburt des Freundes“ und bezieht sich auf den Titel Abrahams sowie die Vorstellung, dass Abraham in einer Höhle neben der heutigen Moschee geboren wurde.

Aber nun zu dem Rezept, wie ich es interpretiere:

Zutaten:
2 – 3 Hühnerschlegel
1 – 2 EL Butter
1 TL neutrales Öl
1 große Zwiebel
1 Knoblauchzehe
2 mittelgroße Möhren, die ich in ganz feine Scheibchen schneide,
3 Stangen von der Selleriestaude
1 Paprika – die Farbe spielt eigentlich keine Rolle, sie sollte von der länglichen Sorte sein
200 g türkischer oder zur Not griechischer Joghurt
3 Eigelb
1 Zitrone
Salz und Pfeffer
2 EL Butter
1 EL Paprikapulver, edelsüß
die Blätter von einem Zweig Minze

Die Butter in einem Topf auslassen, ganz wenig Öl dazugeben, damit die Butter nicht verbrennt (man kann auch reines Butterfett nehmen, dann braucht es kein Öl) und die Hühnerschlegel kurz anrösten, damit sie etwas Farbe nehmen. Jetzt gebe ich die fein geschnittene Zwiebel und die Knoblauchzehe dazu und rühre sie stetig um, damit sie nicht zu dunkel werden. Mit ca. 1,5 l Wasser aufgießen, abdecken und 15 Minuten köcheln lassen.

In dieser Zeit das Gemüse putzen, die Möhren und die Staudensellerie in ganz feine Ringe schneiden und die Paprikaschote würfeln. Zur Suppe geben und weitere 15 – 20 Minuten köcheln lassen. Jetzt gebe ich Salz dazu und schmecke die Suppe ein erstes mal ab.

Die Hühnerschlegel nehme ich jetzt aus der Brühe, ziehe die Haut ab und zerzupfe das Hühnerfleisch in kleine Stückchen. Dies Fleisch kommt zurück in die Suppe.

Den Joghurt mit den Eigelb verrühren und in die Brühe geben und gut umrühren. Nun muss man die Suppe abschließend abschmecken. Dazu nehme ich Zitronenabrieb, etwas Zitronensaft, Salz und Pfeffer.

Vor dem Servieren bereite ich aus 2 EL Butter, Paprika und Minze eine Gewürzbutter zu. Die Butter auslassen, edelsüßes Paprika einrühren und wenig fein gehackte und im Mörser zusätzlich zerstoßene Minze dazugeben. Diese Gewürzbutter wird separat mit Zitronenschnitz zum individuellen Abschmecken gereicht.

Und dann sag Dich auf Türkisch: Afiyet olsun

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