Csirkepaprikás – ungarisches Paprikahühnchen

Als meine Söhne noch klein waren, haben wir oft die Ferien in Ungarn verbracht. Zweimal fuhren wir an den Balaton und danach viele male in die Puszta und in ein kleines Thermalbad nahe Pecs. Wir liebten die ungariischen Küche und haben viele Rezepte mit nach Hause genommen, wo sie regelmäßig auf den Tisch kamen.

Wenn es ein Gericht der ungarischen Küche gibt, das sowohl bei Ausländern als auch bei Ungarn gleichermaßen beliebt ist, dann ist es das klassische Hühnerpaprikasch. Dieses Essen ist der unbestrittene König der Sonntagsbraten: Das Zusammenspiel von saftigem Fleisch, cremiger Sauerrahmsauce und frisch zubereiteten Galusca sorgen für ein wohliges Gefühl, das seinesgleichen sucht. Galusca ähneln frisch gekochten Knöpfle. Ein halbflüssigfer Nudelteig, wie er in verschiedenen Regionen mit immer anderem Namen gegessen wird.

Csirkepaprikás gehört zu den Speisen, die man leicht in großen Mengen zubereiten kann. Daher ist es wunderbar für große Feste geeignet, wenn viele Gäste, sehr viele Gäste zusammenkommen.

Normalerweise kann man alle Teile vom Huhn verwenden, auch die Innereien. Wenn man aber kleine Mengen zubereitet ist es einfacher, keine ganzen Hühner, sondern nur die Hühnerbrüste oder Hühnerschenkel zu nehmen.

Hühner sollten immer von guter Qualität sein. Tiefgefrorene Gummiadler gehen gar nicht. Und ein weiterer Hinweis zu den Zutaten: auch hier gibt es inzwischen unterschiedliche Sorten Gemüsepaprika. Optimal ist die Sorte „Capia“. Capia ist eine beliebte, traditionsreiche Paprika- und Peperonisorte. Auf jeden Fall hat der örtliche türkische Gemüsehändler sie im Angebot. Ursprünglich aus Ungarn stammend und ist sie heute besonders im türkischen Raum verbreitet. Sie zeichnet sich im reifen Zustand durch ihre kräftig rote Farbe und ihren sehr süßen, knackigen Geschmack aus.
paprikahuhn
Zutaten ca. pro Person
1 – 1,5 Hühnerschenkel je nach Größe
1 rote Spitzpaprikaschote
1 kleine Tomate
1 große Zwiebel (die Zwiebel sollte ungefähr 20% des Gewichts vom Fleisch ausmachen)
1 Knoblauchzehe
2 – 3 EL saure Sahne
Tomatenmark
1 EL Paprikapulver ungeräuchert
etwas Mehl
Salz
Schweineschmalz zum Braten
Hühnerbrühe zum Strecken der Sauce

Zubereitung
Die Hühnchenschenkel im Gelenk trennen. Man kann die Haut abziehen, habe ich Ungarn aber nie gesehen. Wenn man aber die Haut abzieht, sollte man aus dieser Hühnerhautchips herstellen: Die Teighäute auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen, mit einem weiteren Stück Backpapier abdecken und ein zweites Backblech als Gewicht daraufstellen. Im vorgeheizten Ofen bei 160 Grad backen, bis sie knusprig sind. Die kann man zum Csirkepaprikás als Beilage servieren.

Zwiebeln und Knoblauch schälen und ganz fein hacken. Die Tomaten und Paprika ebenfalls rüsten, das heißt: alle Kerne raus und in feine Streifen schneiden. Die Spitzpaprika vorweg in größere Stücke schneiden und mit etwas Ölbrät auf dem Rücken in einem auf 200°C vorgeheizten Ofen 15 Minuten lang barten.

In einer Pfanne das Schmalz hoch erhitzen und die Hühnchenschenkelteile darin braten. Öfters wenden und dann bei Seite stelle.

Jetzt die Zwiebeln im selben Schmalz goldbraun rösten, und nach alter Art paprizieren. Paprizieren nach alter Art bedeutet, sie mit dem Paprikapulver bestreuen, ganz kurz mitrösten lassen und nach wenigen Sekunden mit einem EL Essig ablöschen. Das Paprikapulver verbrennt sehr schnell, der Essig bewirkt, dass die Zwiebeln sofort Saft ziehen.

Paprika, Tomaten und Knoblauch dazugeben, kurz köcheln lassen und mit dem Mehl bestäuben. Unterrühren und mit Hühnerbrühe ablöschen. Jetzt kommt der Schmand hinzu, danach mit Salz und Pfeffer und eventuell auch mit Tomatenmark abschmecken.

Vor dem Servieren lassen wir die Schenkel in der Sauce ca. 30 Minuten ziehen , damit sich die Aromen verbinden.

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