Toettchen

Jouvarlakia – Reisfleischbällchen-Suppe mit Ei-Zitronensauce

| 13 Kommentare

Ich bin skeptisch, wenn ich in einem griechischen Restaurant essen soll. Das lässt sich manchmal nicht umgehen, vor allem, wenn man eingeladen ist. Meine Skepsis richtet sich nicht gegen die griechische Küche, aber die wird wohl sehr selten in den sogenannten griechischen Restaurants zelebriert. Mich graust es, wenn ich diese unglaublichen Zusammenstellungen wie „1 Filetspieß vom Lamm, 1 Lammkotelett, 1 Leber, 1 Filet, Giros, Zaziki, mit Reis und Pommes frites“ sehe. Dazu kommt die erschlagende Dekoration mit Säulen und Gipsgöttern. Das geht auch anders. Nun war ich aber in den letzten Tagen in einem Restaurant, das nicht so überdekoriert war. Dort aß ich eine ganz hervorragende Suppe. Man muss erwähnen, dass die Speisen der anderen Gäste ebenso gut aussahen und schmeckten.
jouvarlakia
Ich hatte mir sofort vorgenommen, diese Suppe nachzukochen: Jouvarlakia
Zutaten
500 Gramm Reis (Risottoreis)
500 Gramm Hackfleisch, Lamm, Rind, gemischt
1 Zwiebel
2 Eier
Bund Blattpetersilie
etwas Dill
Salz
ein Blatt Liebstöckl
Olivenöl
Mehl
Salz und Pfeffer
Gemüsebrühe

1 kl. Glas Weißwein
2 Eier
Saft von 1-2 Zitronen
Salz und Pfeffer

Zubereitung
Die Petersilien- und Liebstöckelblätter sowie die Zwiebel und den Dill fein hacken.
Das Hackfleisch mit den Kräutern, der Zwiebel und den Eiern und ganz wenig Olivenöl (1 TL) gut vermischen.
Jetzt gebe ich noch den Reis hinein und würze mit Salz und Pfeffer.
Aus der Masse forme ich kleine Bällchen, die in Mehl gerollt werden.

Diese Klößchen kommen in leicht siedende Gemüsebrühe und ziehen dort während einer guten halben Stunde bis 45 Minuten gar. Wenn die Fleischbällchen so weit sind, nehme ich sie kurz aus der Brühe und gebe wenig Hackfleisch und Reis hinein. Das macht die Suppe dann sämiger.
Ab jetzt darf die Suppe nicht mehr kochen. Zuerst kommt das Glas Wein, dann der Zitronensaft hinein und zuletzt die Eier, die wir zu einer schaumigen, cremigen Suppe aufschlagen. Abschmecken und die Fleischbällchen wieder hineingeben.
Mit wenig Petersilie und Dillspitzen bestreuen und servieren.

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13 Kommentare

  1. Oh, da hast Du meine Lieblingssuppe erwischt; die steht bei uns öfter auf dem Tisch. Besonders in die Ei-Zitronensauce könnte ich mich reinlegen. Und Du hast recht – griechische Restaurants und griechische Küche, das sind meist zwei völlig unterschiedliche Dinge….leider

  2. Verzeih‘ noch einmal meine mangelndes geographischen Kenntnisse!
    Ich war ewig nicht mehr in einem griechischen Restaurant, genau wegen der Argumente, die du ins Feld geführt hast. Und ich weiß auch nicht, ob ich in Zukunft wage, in eines zu gehen, aber die Jouvarlakia kann ich mir ja zum Glück auch selbst bereiten. :-)
    Liebe Grüße,
    Eva

    • Genauso werde ich es auch halten: das wird wieder lange dauern bis ich mich in in sogenanntes griechisches Restaurant trauen werde. Ich fühle mich auch immer von diesen Göttern beobachtet.
      Du musst nichts entschuldigen, in Schleswig Holstein und rundherum würde ich wie ein blindes Huhn herumirren.
      Liebe Grüße
      Gerd

  3. Diese Suppe entspricht genau meinem „griechischen“ Geschmack ;-) Nun aber ernsthaft, ich liebe die griechische Küche – doch leider findet man sie so selten in deutschen Landen. Hast du einen Tipp?

  4. Also diese Suppe hätte ich auch gern.

    Bei der gruseligen Aufzählung hast du Moussaka vergessen. ;)

  5. Die Suppe sieht wirklich sehr gut aus, ich zweifle aber, ob ich sie so schön sämig hinkriegen würde und nicht flockig. Griechische Küche kann sehr lecker sein, da bin ich mit Dir einig. Ich kochte auch hin und wieder griechisch, erinnere mich an meine Dolmades mit den eigenen Rebenblättern (im Weingarten!)
    Gruss aus dem warmen CM, der Schweiss läuft, aber ich nehme das Wetter, wie es kommt.
    Erich

  6. Ich verwende eher ein Verhältnis von Hack zu Reis von 80 (100% Lammhack) zu 20 (Basmatireis). Außerdem benutze ich weniger Kräuter (entweder Dill ODER Minze). Und statt Gemüsebrühe verwende ich Zitronenwasser.

    Auf Sämigkeit lege ich in diesem Fall keinen Wert, soll ja Alles in Allem noch eine Suppe bleiben und kein Eintopf.

    Zumindest hat es mir meine Großmutter so beigebracht. ;)

    • Das hört sich gut an und ich werde es auf jeden Fall ausprobieren. Danke für den Tipp!

      • Freut mich.

        Meine Großmutter war noch eine richtige Matrone aus den Pelopones, und meinte immer: „…jeder hier macht das auch so…“, und da ließ sie sich auch auf keine Diskussion mit mir ein.

        Inzwischen habe ich das Gericht schon so oft selbst zubereitet und gegessen, dass ich es gar nicht mehr anders haben möchte. ;)

        Übrigens, nur um kein Missverständnis aufkommen zu lassen: Mit Zitronenwasser meinte ich keinen Likör, sondern stilles Mineralwasser mit reichlich Zitronensaft frischer Zitronen vermischt. ;)

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