Toettchen

Bangers and Mash

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Würste und Kartoffelpüree – das ist englisches Seelenfutter. Und glauben Sie mir: es schmeckt nur dann am besten, wenn es genau so zubereitet wird, wie es Ihnen gefällt. Das fängt bei den Würsten an, denn jede Sorte ist hier erlaubt und endet bei der Sauce, inklusive exotischen Gewürzen.

Doch zuerst müssen wir einmal den Begriff Bangers klären! Bangers? Knaller? Seinen Namen bekamen die Würste in der Zeit des 1. Weltkriegs. Auf der Insel wurden die Lebensmittel knapp und Fleisch war teuer und wenig zu haben. Da fingen findige Metzger an die Würste zu strecken, hauptsächlich mit Wasser. Wenn diese Würste dann scharf gebraten wurden, platzten sie irgendwann in der Pfanne mit einem Knall: Bang! Bangers! Knaller!

Und sie werden heute noch in Nursery Rhymes von Kindern besungen:

Two fat sausages sizzling in the pan
sizzle, sizzle, sizzle
one went pop and one went bang!

Bangers and Mash für Puristen

Bangers and Mash ist seit Jahrzehnten der Hit in englischen Familien. Dies Rezept steht nicht umsonst in „Jamie’s Dinners: The Essential Family Cookbook“ an erster Stelle.

Das Wesentliche an diesem Gericht ist die Wurst. Und schon stellen sich dazu einige Fragen: Was für eine Wurst ? Wie viele? Und wie brät man sie am besten?

Es sollte im besten Fall eine Schweinefleischwurst sein.

Eine Wurst – auch auf dem Teller eines Kindes – ist der traurigste Anblick der Welt. Darum sollten es mindestens ein Paar sein. Gegen drei ist auch nichts einzuwenden, aber dann öffnen Sie jetzt schon einmal den obersten Hosenknopf.

Bangers and Mash – der Klassiker mit Erbsen

Braten? Natürlich bei hoher Hitze in einer schweren Pfanne.

Und noch ein Tipp: Würste (und auch sonstige Fleischwaren) kauft man immer in der besten „Metzgerei“, die man sich leisten kann.
Für Würste gilt im Allgemeinen, je höher der Fleischgehalt, desto besser schmeckt die Wurst. Das Fleisch sollte grob gemahlen sein und Naturdärme sind vorzuziehen. Nichts ist schlimmer als eine Wurst in einer dehnbaren Haut, die sich wie Gummi oder Plastik nicht schneiden lässt.

Avangarde – mit Pilzsauce und auch Petersilie, die nicht hier her gehören sollte. Aber was soll’s?

Dazu Kartoffelpüree, möglichst aus mehlig kochenden Kartoffeln zubereitet. Man kann es mit einer in Butter gedünsteten Knoblauchzehe, die fein zerdrückt wurde, verfeinern. Ein Löffelchen grober Senf gibt dem Püree eine gewisse Eleganz. Aber lassen Sie solchen Schnickschnack, wie Petersilie, Frühlingszwiebeln oder Schnittlauch weg im Püree weg. Das stört!

In der Regel wird die Sauce aus dem Bratensatz in der Pfanne gezogen. Vor allem, wenn man grob geschnittene Zwiebeln mitbrät. Diese Zwiebelsauce ist die klassische Sauce zu Bangers and Mash. Wenn man Zeit hat, kann man die Zwiebeln karamellisieren. Und man kann die Sauce mit vierlei Zutaten verfeinern: Rotwein oder Weinessig, Sojasauce, Worcestershire Sauce, dunkles malziges Bier oder mit einem Lorbeerblatt.

Es gibt Puristen, die behaupten, das Gemüse bei Bangers and Mash stört. Und doch sind Erbsen als Beilage weit verbreitet. Nicht schlecht ist auch eine langsam in Rotwein geschmorte Portion Rotkohl mit Apfelstückchen. Andererseits sind niemandem Grenzen gesetzt, seine eigene Lieblingsbeilage dazu zu geben.

Es gibt auch eine vegetarische oder gar vegane Variante – nein, nein, ich scherze nur. Zu guter Letzt, zum Essen passt ein Pint Bier. Ich selber bevorzuge ein Fullers Honey Dew oder ein Thatchers Golden Cider. Wild Chickens prefer „Camden Town India Hells Lager“.

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6 Kommentare

  1. Seelenfutter Hoch3!
    Das Ganze steht und fällt – wie du richtig schreibst – mit der Qualität der Schweinsbratwürtse.
    In der Schweiz vergleichbar mit Bratwurst und Rösti. Avantgarde: mit Zwiebelschwitze oder frittierten Zwiebelringen.

  2. Herdöpfelstock gibt’s bei uns selten, weil die liebe Miao das nicht mag, Töchterchen Emma dagegen sehr. Ich muss das doch mehr machen, der Emma und meiner wegen.

    Miao heisst übrigens seit ihrer Kindheit so, ausser in der Schule und auf der ID, wo sie Rattana hiess und immer noch heisst. Die meisten Thais haben einen Kurznamen, a nick name, der beinahe irgendwas sein kann, wie Gung (Garneele), Plaa (Fisch), Daeng (rot), Gop (Frosch), Oi (Zuckerrohr), Nok (Vogel), Gaem (Wange, im Sinne von cute), Gai (Huhn), Puh (Krabbe), Fon (Regen), Fah (Himmel). Das gilt für heutige Erwachsene, den Kleinen heute geben die Eltern Nicknames wie Nina, Nada, Nadon, Tom, Tim, Pot, Pat, Foen, Lugah, Fogah, Otoh, …., meist Laut-Namen ohne Bedeutung.

    Katze heisst in Thai Mäoh, Miao ist auch hier der Katzenlaut, und Miao erhielt ihren Namen wegen des Namens einer Radiohörspiel-Heldin, die so hiess.

    Herzlich, Erich

    • Hallo Erich,
      jetzt komme ich dazu, Deinen sehr interessanten Kommentar, den ich bestimmt schon 5 x gelesen habe, zu beantworten. Ich finde das alles sehr interessant. Mir ist aufgefallen, dass hier wieder der Trend zu traditionellen Vornamen geht, die dann aber auch oft gekürzt, als Kosename verwendet werden. Mir gefällt das sehr.
      Herzlich Gerd

  3. grünes zubehör find ich bei solchen gerichten nicht störend, sondern unerlässlich! mir würde nur püree, wurst, sauce nach ein paar bissen schnell über, fehlte da was frisches, grünes. also unbedingt erbsen, frühlingszwiebeln auf den teller! am liebsten allerdings wär mir ein schiebel frisches kurzgegartes sauerkraut dazu. und ich finde, dass mächtigen gerichten wie diesem ein hauch schärfe gut tut; also würd ich eine chilli bei der saucenzubereitung mitlaufen lassen und/oder die ganze herrlichkeit mit frisch gerissenem kren krönen.

    • Liebe Duni, du hast Phantasie und tolle persönliche Vorlieben. Wie gesagt, am besten schmeckt es so, wie man es selber am liebsten mag. Also nur zu!

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