Schlagwort: Seelenfutter

Bread and Butter Pudding

Das ist ein typisches englisches Familiendessert, beliebt bei Jung und Alt. Der bekannteste Liebhaber von „Bread and Butter“ Pudding in Deutschland dürfte Inspektor Barnaby, aus der gleichnamigen Krimiserie sein. Mehrmals wird dies in der Serie erwähnt. Und Tom Barnaby kocht auch – ab und zu. So endet eine Folge mit dem Dialog zwischen seiner Tochter Cully und Troy mit den Worten: (Troy) „What’s new from the front?“ und Cully antwortet: „He’s doing coq au vin with bread and butter pudding.“

Es gibt sicher so viele Rezepte für diese wundervolle Nachspeise, wie es Hausfrauen in England gibt. Meines kann mit allen möglichen Zutaten verändert werden. Ich mag es aber am liebsten ganz einfach – und dann dazu rote Johannisbeermarmelade.

Zutaten:
100 g ungesalzene Butter, weich
1 große Prise frisch geriebener Muskatnuss
1 großer TL  Zimt
8 x 1 cm Scheiben Weißbrot
Sultaninen (Menge nach Geschmack)
4 große Bio-Eier
120 g Zucker
250 ml Milch
250 ml Rahm
1 Vanilleschote, aufgeschnitten und ausgekratzt
4 Esslöffel Johannisbeermarmelade

Zubereitung:
Zuerst buttern wir eine Auflaufform aus.

Den Zimt und die geriebene Muskatnuss in die Butter einarbeiten.

Vom Weißbrot die Kruste entfernen und jede Scheine auf einer Seite dünn mit der Gewürzbutter bestreichen, dann schneiden wir sie in Dreiecke.

Wir ordnen nun die Brotdreiecke mit der Butterseite nach oben auf dem Boden der Auflaufform und streuen zwischen jede Schicht einige Sultaninen, bis  das ganze Brot verbraucht ist.

Nun erhitzen wir in einer Kasserolle vorsichtig bei schwacher Hitze die Milch und die Sahne. Die ausgeschabte Vanille. sowie die Schote gebe ich mit in die Milch. Das Gemisch soll nicht kochen. Und zum Schluss nicht vergessen, die Vanilleschote wieder herauszunehmen.

Die Eier werden mit  drei Viertel des Zuckers aufgeschlagen und dann in die warme Milch-Sahne-Mischung eingerührt. Die Mischung kommt über die vorbereiteten Brotschichten. Danach lässt man diese 30 Minuten stehen, damit sich das Brot gut vollsaugen kann.

Den Backofen auf 175° vorheizen. Den restlichen Zucker (ich bevorzuge dafür braunen Rohzucker) über den „Pudding“ geben und danach geht alles für 35 – 45 Minuten in den Backofen. Da muss man schon mal schauen, wie weit der Pudding ist, weil das vom verwendeten Brot abhängt. Die Oberseite sollte goldbraun sein.

Zum Servieren gebe ich rote Johannisbeermarmelade dazu.

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Bangers and Mash

Würste und Kartoffelpüree – das ist englisches Seelenfutter. Und glauben Sie mir: es schmeckt nur dann am besten, wenn es genau so zubereitet wird, wie es Ihnen gefällt. Das fängt bei den Würsten an, denn jede Sorte ist hier erlaubt und endet bei der Sauce, inklusive exotischen Gewürzen.

Doch zuerst müssen wir einmal den Begriff Bangers klären! Bangers? Knaller? Seinen Namen bekamen die Würste in der Zeit des 1. Weltkriegs. Auf der Insel wurden die Lebensmittel knapp und Fleisch war teuer und wenig zu haben. Da fingen findige Metzger an die Würste zu strecken, hauptsächlich mit Wasser. Wenn diese Würste dann scharf gebraten wurden, platzten sie irgendwann in der Pfanne mit einem Knall: Bang! Bangers! Knaller!

Und sie werden heute noch in Nursery Rhymes von Kindern besungen:

Two fat sausages sizzling in the pan
sizzle, sizzle, sizzle
one went pop and one went bang!

Bangers and Mash für Puristen

Bangers and Mash ist seit Jahrzehnten der Hit in englischen Familien. Dies Rezept steht nicht umsonst in „Jamie’s Dinners: The Essential Family Cookbook“ an erster Stelle.

Das Wesentliche an diesem Gericht ist die Wurst. Und schon stellen sich dazu einige Fragen: Was für eine Wurst ? Wie viele? Und wie brät man sie am besten?

Es sollte im besten Fall eine Schweinefleischwurst sein.

Eine Wurst – auch auf dem Teller eines Kindes – ist der traurigste Anblick der Welt. Darum sollten es mindestens ein Paar sein. Gegen drei ist auch nichts einzuwenden, aber dann öffnen Sie jetzt schon einmal den obersten Hosenknopf.

Bangers and Mash – der Klassiker mit Erbsen

Braten? Natürlich bei hoher Hitze in einer schweren Pfanne.

Und noch ein Tipp: Würste (und auch sonstige Fleischwaren) kauft man immer in der besten „Metzgerei“, die man sich leisten kann.
Für Würste gilt im Allgemeinen, je höher der Fleischgehalt, desto besser schmeckt die Wurst. Das Fleisch sollte grob gemahlen sein und Naturdärme sind vorzuziehen. Nichts ist schlimmer als eine Wurst in einer dehnbaren Haut, die sich wie Gummi oder Plastik nicht schneiden lässt.

Avangarde – mit Pilzsauce und auch Petersilie, die nicht hier her gehören sollte. Aber was soll’s?

Dazu Kartoffelpüree, möglichst aus mehlig kochenden Kartoffeln zubereitet. Man kann es mit einer in Butter gedünsteten Knoblauchzehe, die fein zerdrückt wurde, verfeinern. Ein Löffelchen grober Senf gibt dem Püree eine gewisse Eleganz. Aber lassen Sie solchen Schnickschnack, wie Petersilie, Frühlingszwiebeln oder Schnittlauch weg im Püree weg. Das stört!

In der Regel wird die Sauce aus dem Bratensatz in der Pfanne gezogen. Vor allem, wenn man grob geschnittene Zwiebeln mitbrät. Diese Zwiebelsauce ist die klassische Sauce zu Bangers and Mash. Wenn man Zeit hat, kann man die Zwiebeln karamellisieren. Und man kann die Sauce mit vierlei Zutaten verfeinern: Rotwein oder Weinessig, Sojasauce, Worcestershire Sauce, dunkles malziges Bier oder mit einem Lorbeerblatt.

Es gibt Puristen, die behaupten, das Gemüse bei Bangers and Mash stört. Und doch sind Erbsen als Beilage weit verbreitet. Nicht schlecht ist auch eine langsam in Rotwein geschmorte Portion Rotkohl mit Apfelstückchen. Andererseits sind niemandem Grenzen gesetzt, seine eigene Lieblingsbeilage dazu zu geben.

Es gibt auch eine vegetarische oder gar vegane Variante – nein, nein, ich scherze nur. Zu guter Letzt, zum Essen passt ein Pint Bier. Ich selber bevorzuge ein Fullers Honey Dew oder ein Thatchers Golden Cider. Wild Chickens prefer „Camden Town India Hells Lager“.

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