Kaltgeräucherte Entenbrust auf Feldsalat mit karamellisierten Walnüssen

Als ich vor vielen Jahren an den Bodensee zog, legte ich mir einen Räucherofen zu. Damals konnte ich noch beim örtlichen Fischer Getier aus dem See kaufen. Wildfang aus dem Bodensee ist eine echte Rarität geworden und Bodenseewildfang wäre der richtige Name für das, was ins Netz geht oder mit der Angel herausgezogen wird. Das, was die Touristen und auch Einheimische serviert bekommen, heißt deshalb auch nur „Bodenseeforelle oder Bodenseefelchen …“ ohne das Wörtchen Wildfang. Aufgewachsen sind diese Fische fernab in fremden Gewässern. Das wichtigste ist ja, dass sie hier zubereitet und verzehrt werden. Das rechtfertigt dann auch den Namenszusatz.

Der Räucherofen kam dann auch nur sporadisch zum Einsatz. Man kauft ja im Leben so einiges an Küchenzubehör, was man dann nur sehr selten oder gar nicht braucht. Da ich nicht selber angle, konnte ich die Fische gleich geräuchert beim Fischer kaufen. Heute benutze ich den Ofen sporadisch, um gebeiztem Lachs eine Rauchnote zu geben.

Doch dieses Jahr war ich mutig und habe mich an geräucherte Entebrüste gewagt. Um es vorweg zu sagen: Ich habe mich vertrauensvoll in die Hände eines Herrn begeben, der sich bei räucherwiki.de „white wolfe“ nennt. Und von hier einen herzlichen Dank an ihn, denn das Ergenis war sehr lecker. Darum wird es auch kein Rezept geben und ich verlinke direkt zu dem selben: https://www.raeucherwiki.de/kaltgeraeucherte-entenbrust/ .

Nüssli- oder Feldsalat ist der Salat der Saison. Ich habe einige karamellisierte Walnüsse dazugegeben. Das Dressing war fruchtig und aus folgenden Zutaten: Olivenöl, Sonnenblumenöl , Madeiraessig, wenige Tropfen Aceto Baslsamico und um trotzdem etwas kräftigere Säure daranzubringen etwas Weißweinessig, ganz wenig Ahornsirup, Salz und Terichelly Pfeffer.

Und warum das ganze im Januar? Da werden die Enten, die die Weihnacht überlebt haben, bei meinem Geflügelmann ganz günstig!

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Blauer Heinrich

Dieser Beitrag ist schon etwas älter, ist aber immer noch aktuell und neu überarbeitet. Da ein kräftiger Eintopf gut in die Jahreszeit passt, setze ich ihn heute ins Netz.

Ich musste wieder einmal ins Ruhrgebiet. Es war „Extraschicht“ – die Nacht der Industriekultur. Farbenfrohe Illuminationen, riesige Projektionen und ungewöhnliches Lichtdesign prägen seit jeher diese Nacht. Die Zeugen der Montanindustrie erstrahlen in neuem Glanz.
Am Sonntag ging es auf „Hansa“ zum „subjektiv – objektiv Fotoshooting“. Fotobegeisterte betrachten die Kokerei Hansa mit ihren Maschinen und Gebäuden sowie ihrem weit verzweigten Rohrsystem durch die Linse ihrer Kamera und haben die Möglichkeit, die schönsten Industriekultur-Motive im Bild festzuhalten. War die Kokerei Hansa bis zur ihrer Stilllegung 1992 eine „verbotene Stadt“, so sind heute Besucher herzlich auf dem Industriedenkmal willkommen. Ob Technikfans, Naturliebhaber oder Ruhrgebietsbegeisterte – auf der Kokerei Hansa gibt es für jeden etwas zu entdecken.

Zeche Hansa

Kohle und Stahl waren viele Jahre Schrittmacher des Ruhrgebiets. Ebenso hat auch der Bergbau diese Region als pulsierendes Wirtschafts- und Einzugsgebiet mit geprägt. Das Zeitalter der Industrialisierung hinterließ hier seine monumentalen Spuren, und keine andere Region verkörpert Industriekultur auf eine derart anschauliche Weise. Dutzende Zechen, Hochöfen und Fördertürme haben die Jahrhunderte als Zeitzeugen dieser Ära überdauert und fördern längst ein anderes Gut, das nun die neue Metropole Ruhr charakterisiert: Kultur!
Und nebenbei wurde in der Fotogruppe viel von dieser vergangenen Zeit erzählt. Erinnerungen wurden wieder lebendig, wie es früher im Pott war. Natürlich wurde auch über das Essen gesprochen.

Oft gab es einen Eintopf, der in großen Töpfen zubereitet wurde. An arbeitsreichen Tagen waren so ein Eintopf schnell zubereitet, und häufig diente die Menge, die eigentlich für zwei Tage reichen sollte, nur für eine Mahlzeit, da es allen so gut schmeckte. Wenn Waschtag war, gab es „Blauer Heinrich“. Der Name lässt viele Interpretationen zu und oft hört man, dass dieser Heinrich nach dem „Blaumann“ – die Arbeitskleidung der Bergleute – benannt ist. Das stimmt so nicht, denn die Kleidung unter Tage war immer schwarz. Der Begriff „Blauer Heinrich“ stammt bereits aus der Zeit des Königs Friedrich Wilhelm I. von Preußen. Angeblich hieß der vom König eingesetzte Armendirektor Heinrich. Während seiner Zeit wurden sehr dünne Suppen in Blechschüsseln an Arme verteilt und nach ihm benannt.

Blauer Heinrich

750 g Rindfleisch (Brust oder Schulter), Suppenknochen, 2 L Wasser, 150 g Graupen (die Oma nahm immer Kälberzähne, das sind die extra dicken Graupen), 2 Zwiebeln, 1 Stange Lauch, 1 Möhre, 1 Stück Sellerie und wenig von dem grünen Stiel, 1 Petersilienwurzel, 5 große mehlige Kartoffeln, 1 Lorbeerblatt, 2 Nelken

Das Rindfleisch kalt aufsetzen und rasch erhitzen. Dann zugedeckt eine Stunde köcheln lassen. Jetzt die Sellerie, die Möhren, die Petersilienwurzel (alles würfeln) und die Graupen zugeben, die Suppe erneut aufkochen und durchrühren und wieder eine Stunde leise köcheln. Die Nelken, das Lorbeerblatt zugeben, Zwiebeln und Lauch in Würfel schneiden. Die Kartoffeln grob würfeln. Lauch und Zwiebeln in Fett anschwitzen und dann mit den Kartoffeln in die Suppe geben. Weiterhin 25 Minuten kochen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Fleisch herausnehmen und in mundgerechte Stücke schneiden, mit Salz bestreuen und ein wenig durchziehen lassen. Die Gewürze herausnehmen, in die Brühe zurückgeben und erhitzen.
Dazu isst man Brot. Besonders lecker war das Abnagen der Suppenknochen.
Heute gehört der „Blaue Heinrich“ zu den häufigen Samstagsgerichten. Diese Suppe wärmt und sättigt und ist außerdem neben der Erbsensuppe das traditionelle Essen an Schrebergartenfesten im Ruhrgebiet und auf Schützenfesten.

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Dreikönigskuchen

Als ich vor vielen Jahren von Westfalen in die Schweiz zog, kannte ich ihn noch nicht: den Dreikönigskuchen. Im ersten Jahr wunderte ich mich, als ich am Morgen beim „Bäck“ mein „Brötli“ holte, dass alle Welt einen Dreikönigskuchen holte: Rund – mittendrinnen eine große Kugel und rundherum kleine Kugeln mit einer braun glänzenden Oberfläche. Im Betrieb hatte eine Kollegin einen davon mitgebracht und jeder bekam ein Stück davon. In einer Kugel war ein kleiner König aus Plastik eingebacken. Wer dann beim Verzehr auf diesen Glücksbringer stößt, ist für einen Tag König.

Der Kuchen war schon fast gegessen, als mir das Foto einfiel!

Inzwischen hat mich Wikipedia belehrt:
„Der Dreikönigskuchen oder Königskuchen (englisch King Cake oder King’s Cake, französisch Galette des Rois, portugiesisch Bolo-rei, spanisch Roscón de Reyes) ist ein traditionelles Festtagsgebäck, das zum 6. Januar, dem Tag der Erscheinung des Herrn (Epiphanias), dem Festtag der heiligen drei Könige gebacken wird. Mit seiner Hilfe wird der Bohnenkönig gelost.
„Martin Lienharts Elsässisches Wörterbuch berichtet aus dem Jahre 1572: „noch werden die bonen im königküchen auff die heyligen dreykönigtag gefunden“, und aus dem Jahr 1625: „uff den hl. Dreikönigstag pflegen sie Königskuchen zu backen und in einem iedwedern Kuchen steckt eine Bohne, und wer dan dieselbige bekompt, der wirdt für den König gehalten.““

Da ich nahe der französischen Grenze wohnte und den franzöischen Bäcker, dem Dorfbäck in der Schweiz vorzog, lernte ich bald, dass dort der Dreikönigskuchen „Galette des rois“ heißt und viel aufwendiger gebacken wurde.

Als meine Kinder noch klein waren, habe ich den Dreikönigskuchen selbst gebacken. Leider konnte nur eines der Kinder „König“ werden und die anderen´durften hoffen, dass sie im nächsten Jahr der König sind. Die Krone haben sie selbst gebastelt und die, die leer ausgegangen sind, bekamen eine Prinzenkrone.

Zutaten
500 g Mehl, 30 g Hefe, 1/4 l Milch, 65 g Zucker, 65 g Butter, 1 – 2 Eier, 1/2 TL Salz, etwas Fett für die Form, 30 g Butter zum Bestreichen, 1 Mandel oder Haselnuss oder eine Bohne

Zubereitung
Mehl in eine Backschüssel geben und in der Mitte eine Vertiefung eindrücken, die zerböckelte Hefe mit einem Teelöffel Zucker hineingeben, mit etwas lauwarmer Milch übergießen und mit etwas Mehl zu einem flüssigen Vorteig verrühren, der zugedeckt etwa dreißig Minuten gehen muss.
Danach mit den übrigen Zutaten zu einem glatten Hefeteig verarbeiten. Den Teig mit einem Kochlöffel schlagen, bis er sich vom Schüsselrand löst. (Mit der Hand kneten geht auch.)
Teigstücke abtrennen. Eine große Kugel in die Mitte einer gefetteten Springform setzen und rundherum gleichmäßigen Kugeln in die Kuchenform setzen. Aber nicht vergessen, in eine dere kleinen Kugeln muss die Mandel oder Nuss versteckt werden. Nochmals gehen lassen, dann ca. 1/2 Stunde bei 200° C backen. Kurz vor Schluss mit zerlassener Butter bestreichen.

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