Toettchen

Potthucke – Errappel aus dem Sauer- und Bergischen Land

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Errappel – so sagt man zu den Kartoffeln im westfälischen Dialekt. Errappeln waren die Hauptmahlzeit der kleinen Leute. Und da die Zeiten oft nicht gut waren, sannen die klugen Hausfrauen auf „günstige“ Gerichte. Die mussten schmecken und durften nicht viel kosten, und das hieß: viel Kartoffeln, aber wenig Fleisch bzw. Wurst. Und so entstand auch neben vielen anderen Gerichten die „Potthucke“, und in manchen Regionen „Puffert“ genannt.

In der alten Zeit bestand es oft nur aus Kartoffeln, etwas Rindertalg und Salz. Aber da es ein sehr schmackhaftes Essen ist, fand es auch Einzug in die Küche der Wohlhabenderen und wurde entsprechend verfeinert. Bei den weiteren Zutaten kann man variieren und bestimmt diese ganz nach seinem Geschmack.
Der eigenartige Name erklärt sich von selbst: das ist ein Kartoffelgericht, dass im Topf zubereitet wurde, das im Topf „hockt“.

Jetzt aber zwei Rezepte. Zuerst die klassische Potthucke mit Speck und Mettwürsten und eine fruchtige Potthucke, die besonders Kinder gerne mögen.

Potthucke mit Speck und Mettwurst

1,2 kg Kartoffeln
75 g geräucherter durchwachsener Speck
4 Mettwürste (westfälische Mettendchen)
2 Zwiebeln
4 Eier
250 g Sahne
Salz, Pfeffer, geriebener Muskat
Fett für die Form

400 g Kartoffeln in kochendem Wasser ca. 20 Minuten garen. Speck in kleine Würfel schneiden. Zwiebeln würfeln. Speck knusprig braten, Zwiebelwürfel zufügen und glasig dünsten. Gegarte Kartoffeln kalt abschrecken, schälen und kalt werden lassen. Dann durch eine Kartoffelpresse drücken. Die restlichen Kartoffeln schälen, waschen und grob raffeln. Kartoffelraspel und die durchgepressten Kartoffeln mit dem Speck-Zwiebel-Gemisch, Sahne und Eiern verkneten. Mit Salz, Pfeffer und Muskat kräftig würzen.
Den Kartoffelteig in eine gefettete Kastenform füllen und mitten drinnen die vier Mettwürste einlegen, dann im vorgeheizten Backofen bei 180° eine knappe Stunde backen. Danach etwas auskühlen lassen und stürzen. In 2cm Scheiben schneiden und in der Pfanne von beiden Seiten anbraten.

Variationen: Anstatt süßer Sahne nehme ich gerne Schmand, und wenn ich die Mettwurst weglasse, serviere ich die Potthucke mit feinaufgeschnittenem Knochenschinken.


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Potthucke mit Spiegelei und Wildkräutersalat

800 g rohe Kartoffeln
400 g Pellkartoffeln
2 saure Äpfel, ungeschält
2 Zwiebeln
8 Eier
40 g Kokosfett
½ TL Salz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
½ TL Bohnenkraut
Zutaten für den Wildkräutersalat mit Himbeerdressing
250 g Wildkräutersalat (nach Wunsch mit essbaren Blüten)
3 EL Himbeeressig
6 EL Rapsöl
Handvoll Himbeeren
1 TL mittelscharfer Senf
1 TL Honig
Salz, milder Pfeffer aus der Mühle

Als Wildkräuter eignen sich Sauerampfer, Schlangenknöterich, Spitzwegerich, Frauenmantel, Roter Klee, Schafgarbe, Gundermann, Wiesenknopf, Löwenzahn, Sauerklee, schmalblättriges Weidenröschen. Diese Kräuter kann man mit Kopfsalat, Eichblattsalat oder Lollo Rosso ergänzen. Als essbare Blüten eignen sich Kapuzinerkresse, Gänseblümchen, Veilchen und Borretsch.
Wir orientieren uns am Grundrezept und reiben die Äpfel mit hinein und nehmen statt der Sahne Kokosfett. Zum Schluss kommt auf jede Scheibe Potthucke ein Spiegelei und dazu der Wildkräutersalat. Den wäscht man gut und schleudert ihn trocken. Für das Dressing alle Zutaten mit dem Zauberstab kurz aufmixen und unter den Salat mischen.
Die Potthucke lässt sich nach Bergischer Tradition auch einfach mit Schwarzbrot und Apfelmus, sowie Rübenkraut genießen.

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